Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - Erneute Prüfung der Sozialindizes an den Rahlstedter Grundschulen Kamminer-Straße und Wildschwanbrook II Interfraktioneller Debattenantrag der Fraktionen von CDU, SPD, Grüne, FDP und Die Linke  

 
 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek
TOP: Ö 4.1
Gremium: Bezirksversammlung Wandsbek Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 19.09.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 22:30 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal Wandsbek
Ort: Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg
XIX-4411 Erneute Prüfung der Sozialindizes an den Rahlstedter Grundschulen Kamminer-Straße und Wildschwanbrook II
Interfraktioneller Debattenantrag der Fraktionen von CDU, SPD, GRÜNE, FDP und Die Linke
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Frau Folkers macht deutlich, dass der Sozialindiz über die Quantität und Qualität der zusätzlichen Förderungen in Schulen stark bestimme. So sei z. B. die Grundschule Wildschwanbrook in der Bewertung gestiegen, was eine Reduzierung allein in der Sprachförderung um 40 Prozent bedeute. Bei der Schule in der Kamminer Straße sanken die Unterrichtsstunden in der Sprachförderung von 57,5 auf 22,5 in der Woche. Alle im Stadtteil vernetzten Institutionen und Vereinigungen und auch die Schule selbst würden bestätigen, dass es keinesfalls eine Veränderung in der Schülerstruktur gegeben hätte. Die Reduzierung der Sprachförderung und die Vergrößerung der Klassenstärken hätten fatale Folgen. Diese Besorgnis hätten vor einiger Zeit etwa 70 Hamburger Schulleiter in einem offenen Brief an den zuständigen Senator geäert. Trotz der Beanstandung der Situation durch die Bezirksversammlung im Juni 2013 und der Bitte nach erneuter Prüfung, habe die Fachbehörde lediglich wiederholt Zahlen und Daten vorgelegt, jedoch nicht konkret Stellung bezogen. Eine Große Anfrage der CUD-Bürgerschaftsfraktion sei mit einer wissenschaftlichen Abhandlung über Verfahrenstechniken der Sozialforschung beantwortet worden. Die Antwort sei zum einen kaum zu verstehen und zum anderen nicht zielführend gewesen. Im zuständigen Fachausschuss werde man sich demnächst aufklären lassen wollen, wie sich eine wissenschaftliche Ausarbeitung und deren Fazit zu der gelebten Praxiserfahrung der Akteure vor Ort vereinbaren lasse.

Frau Mahlerhrt aus, dass Frau Folkers einige wichtige und auch richtige Punkte dargestellt habe. Der vorliegende Antrag fordere nicht eine neue KESS-Studie (Kompetenzen und Einstellung von Schülerinnen und Schülern), es gehe vielmehr um eine Anpassung. Der KESS-Index sei nach strengen wissenschaftlichen Kriterien erhoben worden. Einige Schulen hätten im Rahmen der Verteilung Ressourcen hinzugewonnen, andere verloren. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich meistens diejenigen melden, die weniger erhalten haben. In Hamburg seien bei 9 von 204 Grundschulen, u.a. die Kamminer Straße, die Anpassungen in der Tat erheblich. Es seien bereits Maßnahmen getroffen worden, besonders betroffene Schulen den Übergang zu erleichtern. Z.Zt. fänden Gespräche zwischen dem zuständigen Senator, den Schulen und Elternräten statt, um herauszuarbeiten, wie die Reduzierungen abgefedert werden können. Die SPD-Fraktion sei überzeugt, dass es nach Abschluss des Anpassungsprozesses den Schulen möglich sein werde, ihr pädagogisches Konzept anzugleichen und die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. Es sei ein gutes Zeichen, dass sich alle Fraktionen in Wandsbek hinter die betroffenen Schulen stellen würden.

Frau Ehlers erklärt, dass die Ausführungen von Frau Folkers die Situation sehr gut beschreiben würden. Die Rahmenbedingungen sollten an allen Schulen entsprechend vorhanden sein. Berechnungen sollten vor allem der Wirklichkeit an den Schulen nahe kommen. Der vorliegende gemeinsame Antrag sei ein guter Weg, Weiteres zu erörtern. Die Eltern der entsprechenden Schulen sollten auf jeden Fall eingeladen werden, wenn der geforderte Referent im Jugendhilfeausschuss sprechen wird.

Herr Johannsen erklärt, dass sich die GRÜNEN-Fraktion diesem Antrag ausdrücklich anschließe.

Frau Folkers macht noch einmal deutlich, dass man Studien immer anzweifeln könne, wenn diese mit der eigenen Wahrnehmung bzw. der Wahrnehmung anderer nicht übereinstimmen würden.

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Fachbehörde wird gebeten, die Aussagefähigkeit der angewandten Studie zur Einteilung der Sozialindizes auf Grund der stark abweichenden Einschätzungen regional beteiligter Akteure für die Grundschulen Kamminer Straße und Wildschwanbrook zu hinterfragen. Hierfür bittet die Bezirksversammlung um Beratung mit Mitarbeitern der Fachbehörde im zuständigen Jugendhilfeausschuss.


 

Ergebnis:

 

Die Bezirksversammlung beschließt den Antrag einstimmig.