Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - Umgestaltung des Vorplatzes U-Berne  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus
TOP: Ö 4.2
Gremium: Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 24.04.2014 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:00 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal Wandsbek
Ort: Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Herr Soyka (schöne aussichten landschaftsarchitektur) erläutert die Planungen zum Vorplatz der U-Bahn Berne unter Hinweis auf die erste Verschickung. Im Vorfeld der Planungen seien für diese RISE-Maßnahme die Bedarfe vor Ort mittels Dialog mit den Bürgern erfragt worden. Der Platz soll möglichst offen gestaltet werden und einen relativ einheitlichen Belag bekommen, sowie mit Bäumen, Fahrradbügeln (Im Saldo gleich der jetzigen Anzahl) und Sitzmöbeln ausgestattet werden. Der Fahrradweg solle vom Platzbereich auf die Straßenseite verlegt werden, so dass die Busse direkt am Platz halten können. Die Fahrradfahrer sollen nach einer bestimmten Strecke (etwa Länge eines Gelenkbusses) wieder auf den Platz gelenkt werden. Das vorhandene Toilettenhäuschen soll abgerissen und durch ein Fahrradhäuschen oder ein Kiosk ersetzt werden.

Der Beschluss der letzten Sitzung zum Erhalt des Fahrradweges solle in der heutigen Sitzung erneut zur Diskussion gestellt werden. Herr Soyka weist darauf hin, dass der bezirkliche Planungsbereich an der Busbrookbrücke ende. Gegen eine Weiterführung des Fahrradweges spreche, dass der Radweg durch die Busbeschleunigung nicht mehr direkt über den Platz führe sondern hinter die Busspur und Taxenstände gelegt wurde. Es gebe zwar an der Ampel eine Auffahrt auf den Platz für die Fahrradfahrer, jedoch sste dann über den Platz eine Radwegeführung mit Radweg zur Brücke erfolgen. Die Folge wäre eine Durchschneidung des Platzes und Fußnger müssten dann den Radfahrern am Radweg Vorrang gewähren. Eine andere Alternative (in Rücksprache mit der Polizei) wäre ein gleichrangiges Recht für Radfahrer und Fußnger auf dem gesamten Platz als Mischverkehrsfläche. In ersten Fall mit Radweg werde ein stärkerer Konflikt zwischen Radfahrer und Fußngern gesehen.

 

Herr Kocherscheid-Dahm betont, dass die Planungen nicht im Zusammenhang mit dem Busbeschleunigungsprogramm stehe.

Er wünscht möglichst viele Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Wenn das Toilettenhäuschen entfallen solle, würden weitere Abstellmöglichkeiten favorisiert. Eine Stellungnahme der Polizei besage, dass diese einen Erhalt der Radwegeverbindung begrüße. Der Ausschuss tendiere ebenfalls dazu. Der Platz werde eher funktional an diesem Knotenpunkt und weniger mit großer Aufenthaltsqualität gesehen. Eine klare Regelung für Radfahrer sei wünschenswert. Die Sitzelemente werden kritisch gesehen. Die Planung sehe vor, diese direkt im kürzesten Durchgang von Bushaltestelle zur U-Bahn zu platzieren. Zudem stünden dort die Außenmöbel des Imbiss.

 

Herr Drebber fragt, ob es Überlegungen gegeben habe, die Auffahrt nach links hinter die Busbuchte zu verschieben. Der Fahrradweg könne so im hinteren Bereich des Platzes geführt werden. Kreuzungen auf dem Platz würden vermieden.

 

Herr Soyka erläutert, dass eine Auffahrt weiter links nicht möglich sei, da der Brückenstieg zur Erschließung des Wohngebietes mit eingebunden werden solle. Diese Zugangsmöglichkeit würde dann abgeschnitten. Zur Lage der Sitzelemente führt Herr Soyka aus, dass im Vorfeld die Verkehrsströme ermittelt wurden und die vorliegende Planung ergeben hätte. Die Gastronomie solle erhalten bleiben. In den Sommermonaten (mit Außenmöbeln der Gastronomie) müssten die Verkehrsströme nördlicher geführt werden. Ein Radweg würde von der Auffahrt diagonal über den Platz mit einem Vorrang der Radfahrer zur Busbrookbrücke verlaufen. Dadurch würde der Platz zerschnitten. Im Hinblick auch auf Seh- und Gehbehinderte sei eine Mischfläche zu favorisieren.

 

Frau Hoppermann weist auf den Beschluss der letzten Sitzung hin, dass der Radweg erhalten bleiben solle. Der Ausschuss sah keine Möglichkeit, die Radfahrer zu zwingen, vom Fahrrad abzusteigen. Somit würden sie ungeordnet über den Platz und um die Möbel herum den Platz überfahren, was ein noch größeres Konfliktpotenzial berge. Dieser Beschluss der Bezirksversammlung müsste dann ggf. zurückgenommen werde.

 

Herr Seier sieht in beiden Planungen mit oder ohne Fahrradweg eine Konfliktsituation. In der Realität sollten die Verkehrsströme möglichst getrennt werden um die Konflikte gering zu halten. Ein Radweg solle erstellt werden. Eine diagonale Radwegeführung werde jedoch abgelehnt. Es wird um eine andere Radwegeführung gebeten.

 

Herr Soyka betont, dass nach den derzeitigen Vorstellungen eine Einrichtung eines Radweges nur diagonal über den Platz erfolgen könne.

 

Herr Kocherscheid-Dahm beschreibt die Situation vor Ort. Insbesondere zur Rush-Hour würden die Radfahrer ohne einen separaten Radweg den Platz nicht mehr queren können und wären gezwungen abzusteigen. Ein eingezeichneter Radweg werde befürwortet. Es gebe entsprechende Möglichkeiten den Radweg in den Platz einzubinden (taktile Bodenelemente), so dass auch für Seh- und gehbehinderte Menschen eine Verbesserung entstehe.

 

Frau Jung äert Bedenken hinsichtlich Lage der Sitzelemente aufgrund der Verkehrsströme von der Bushaltestelle zur U-Bahn. Es stelle sich zudem die Frage, ob die Sitzmöbel angenommen würden. Taktile Bodenelemente würden begrüßt. Sie fragt nach den Grünplanungen in dem Bereich, insbesondere hinsichtlich einer Entsiegelung.

 

Herr Soyka beschreibt die Sitzmöbel als gestalterisches Mittel mit verkehrsleitender Funktion. Es sei in den Befragungen vor Ort der Wunsch nach Sitzgelegenheiten formuliert worden. Er verneint eine Flächenentsiegelung. Im Zuge der Maßnahme würden mehrere Bäume - vorwiegend Eschen gefällt. Esrden fünf neue Bäume gepflanzt.

 

Herr Baumgarten bittet um ein Votum zur Positionierung der Sitzgelegenheiten.

 

Herr Leverenz spricht sich für eine Trennung der Fußnger und Radfahrer aus. Er weist auf die Nähe zur Behindertenwerkstatt hin. Gerade zur An- und Abreise würden viele Geh- und Sehbehinderte über den Platz zu den öffentlichen Verkehrsmitteln gehen. Es solle in den Planungen berücksichtigt werden, dass ein sicherer Weg von der Bushaltestelle zur U-Bahn für die Geh- und Sehbehinderten geschaffen werde.

 

Herr Kocherscheid-Dahm weist auf die Problematik alkoholisierten Personen im Bereich des Berner Marktplatzes hin mit diversen Ordnungswidrigkeiten. Am Vorplatz der U-Bahn Berne habe ein ähnliches Problem bestanden. Es müsse bei der Einrichtung von Sitzgelegenheiten beachtet werden, ob diese einen Vorschub leisten, dass diese Zustände wieder einträten oder ob ein Nutzen bestehe, für bspw. Mitbürger die auf den ÖPNV warten. Er regt die Versetzung in Richtung der Bushaltestellen an.

 

Herr Seier hinterfragt, ob eine Unfallhäufung zwischen Fußngern und Radfahrern festgestellt werden könne.

 

Herr Baumgarten liegen diesbezüglich keine Kenntnisse vor.

 

Herr Wasner regt als mögliche Radwegeführung an den Radweg von Norden kommend parallel bis zum Ende der Fahrradständer verlaufen zu lassen und dann von dort in Richtung Brücke zu verschwenken.

 

Herr Nack schließt sich den Ausführungen von Herrn Kocherscheid-Dahm zu einer Verlagerung der Sitzgelegenheiten in Richtung Bushaltestelle an.

 

Frau Hoppermann fasst die Diskussion zusammen und formuliert folgenden Beschlusstext:


1. Die Bezirksversammlung hält an dem Beschluss fest, einen Radweg über den Platz zu führen. (Vgl. Drs.Nr. XIX-5176)

2. Der Ausschuss bittet die Verwaltung, die Sitzgelegenheiten in Richtung der Bushaltestelle zu versetzen und direkte Wegebeziehungen ohne Umwege um die Sitzmöbel herum für Fußnger und Radfahrer zu ermöglichen.

3. Der Radweg soll so angeordnet werden, dass er möglichst wenig Wegebeziehungen mit den Fußngern kreuzt und nicht diagonal über den Platz verläuft.

 


Der Ausschuss nimmt die Ausführungen des Referenten zur Kenntnis.

Der Ausschuss beschließt den formulierten Beschlusstext einstimmig.