Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - Abpfiff für jugendgefährdende und extremistische Umtriebe im Sport Interfraktioneller Debattenantrag der Fraktionen von SPD, CDU, Grüne, FDP und Die Linke  

 
 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek
TOP: Ö 5.1
Gremium: Bezirksversammlung Wandsbek Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 15.05.2014 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 22:00 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal Wandsbek
Ort: Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg
XIX-5390 Abpfiff für jugendgefährdende und extremistische Umtriebe im Sport
Interfraktioneller Debattenantrag der Fraktionen von SPD, CDU, Grüne, FDP und Die Linke
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Interner Service   
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Herr Schneiderhrt aus, dass Eltern ratlos und entsetzt reagierten, wenn der  ehrenamtliche Trainer ihrer Kinder ein extremistisches NPD-Mitglied sei. Ausschlaggebend wären die Wahlbenachrichtigungsunterlagen, in denen ein Trainer einer Jugendmannschaft als aktives NPD-Mitglied aufgeführt sei. Nach Bekanntwerden sei dieser Trainer von dem Verein entlassen worden. Herr Schneider hinterfragt, inwieweit Vereine und deren Vorstände in solchen Situationen Hilfe angeboten werden könne. Öffentliche Institutionen wie die Verwaltung, die Politik und die Sportvereine sollen gemeinsam Unsicherheiten der Bürgerinnen und Bürger stärken  und sensibilisieren. Der Ratgeber „Rechtsextremen nicht auf dem Leim gehen ein Ratgeber für den Sport“rde eine gute Hilfestellung leisten. Er verweist auf das mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus, welches in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Sportbund und der Behörde für Inneres und Sport unterstützend tätigen sein würden. Er macht deutlich, dass durch die beiden interfraktionellen Anträge sich alle Parteien gegen jugendgefährdenden und extremistischen Aktivitäten im Wandsbeker Sport aussprechen und die Parteien geschlossen gegen Bestrebungen von Einzelpersonen oder Parteien entgegengetreten würden. Darüber hinaus werde der Antrag gestellt, gemeinsam mit allen Parteien und den Vertretern der Wandsbeker Sportvereine ein Zeichen gegen den Rechtsextremismus, Diskriminierung, Intoleranz und demokratiefeindliche Bestrebungen zu setzen.

Herr Georg sieht den gemeinsamen Antrag gegen den Rechtsextremismus aller Parteien als positives Zeichen. Er macht deutlich, dass nach Bekanntwerden des rechtsextremistischen Trainers, die betroffenen  Jugendlichen sowie die Vereinsführung vorbildlich mit dieser Situation umgegangen seien. Herr Georg betont, dass es ein gemeinsames Bestreben sein solle, dieses Problem erst gar nicht aufkommen zu lassen. Er zitiert die NPD-Jugendorganisation, welche bestehende Vereine unterwandern würde, um Jugendliche in ihrem Sinne zu indoktrinieren. Er unterstütze den Antrag und  weise darauf hin, dass Experten erarbeiten hätten, wie Vereine sich gegen Rechtsextremismus absichern und die Vorgaben gemeinsam mit dem mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus sowie Vertretern aus der Politik umsetzten würden.

Herr Graage bedankt sich bei allen Parteien für den gemeinsamen Antrag, den demokratischen Gedanken zu stärken und durchzusetzen. Er schließe sich den Vorrednern an und betone die  Wichtigkeit der Sensibilisierung der Bürger, um ein „Wegsehen“ zu verhindern und den demokratischen Gedanken zu stärken.

Frau Daniel gibt zu bedenken, dass Regelungen und Richtlinien den Sportvereinen helfen würden, sich gegen Rechtsextremismus zu stellen. Darüber hinaus sei es wichtig, die Kinder und Jugendlichen zu stärken, damit diese die Probleme erkennen und sich ihrem Umfeld anvertrauen würden.

Herr Paustian-Döscher  berichtet über persönliche Erfahrungen mit Rechtsextremismus und bedankt sich für die Unterstützung durch die Fraktionsmitglieder.


 

Petitum/Beschluss:

Die Bezirksversammlung Wandsbek spricht sich nachdrücklich gegen jegliche jugendgefährdende und politisch-extremistische Aktivitäten in Wandsbeker Sportvereinen aus und ruft alle im Sport Engagierten dazu auf, entsprechenden Bestrebungen von Einzelpersonen oder Parteien entschlossen entgegenzutreten.

 

Die Bezirksversammlung Wandsbek empfiehlt daher der zuständigen Fachbehörde und dem Bezirksamt, Gespräche mit dem Hamburger Sportbund mit dem Ziel aufzunehmen, jugendgefährdende und extremistische Bestrebungen und Aktivitäten in den Hamburger Sportvereinen durch geeignete Maßnahmen zu unterbinden.


 

Abstimmungsergebnis:

Die Bezirksversammlung beschließt einstimmig.