Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - Fahrradschnellstraße Interfraktioneller Debattenantrag der Fraktionen SPD und GRÜNE  

 
 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek
TOP: Ö 4.3
Gremium: Bezirksversammlung Wandsbek Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 29.01.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 21:45 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal Wandsbek
Ort: Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg
20-0710 Fahrradschnellstraße
Interfraktioneller Debattenantrag der Fraktionen SPD und GRÜNE
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Interner Service   
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Herr Nack erläutert, dass Hamburg von dichtem PKW-Verkehr geprägt sei. Hamburg sei eine wachsende Stadt, was bedeute, dass auch der Straßenverkehr weiter zunehmen werde. Der Fahrradverkehr könne wesentlich dazu beitragen den Straßenverkehr vom dichten PKW-Verkehr zu entlasten. Bei vielen PKW-Fahrten betrüge die zu fahrende Distanz nicht mehr als 5km, diese Entfernungen könnten auch mit dem Fahrrad gut absolviert werden. Um die Nutzung des Fahrrades stärker anzuregen, müssten attraktive Fahrradverkehrsanlagen entwickelt werden. Dafür sei es entscheidend die Fahrradwege besser auszubauen, sodass diese ganzjährig und  auch zu dunklen Tageszeiten gut befahrbar seien. Ziel des vorliegenden Antrages sei es eine solche Fahrradverbindung zwischen dem Bahnhof Friedrichsberg und Farmsen zu schaffen. Zwischen dem Bahnhof Friedrichsberg und Farmsen befänden sich viele Wohngebiete und Geschäftsstraßen, sodass hier ein großer Bedarf zu sehen sei. Durch den Anschluss an die im Bezirk Nord vorhandenen Fahrradstraßen, bestehe eine gute Route in die Hamburger Innenstadt.

Eine genaue Streckenführung bestehe noch nicht, solle jedoch im Rahmen des Radverkehrskonzeptes unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entwickelt werden, damit die tatsächlichen Bedarfe dieser Strecke berücksichtig werden.

Der Antrag sei ein Anstoß zur Entwicklung attraktiver Fahrradstraßen, zur Motivierung der Bürger statt dem PKW öfter das Rad für die vielen Alltagsfahrten zu nutzen.

 

Herr Seier erklärt, dass die Forderung nach Fahrradschnellstraßen ein fester Inhaltspunkt in der verkehrlichen Planung sei. Vorreiter für die geplanten Fahrradschnellstraßen seien Kopenhagen und die Niederlande. Die besonderen Merkmale dieser Straßen seien die gleichbleibende Geschwindigkeit durch die breiten Wege, die Kurvendurchmesser, Kreuzungsfreiheit und langen Geraden. Dafür müssten an Kreuzungen und Einmündungen Grünwellen für die Radfahrer eingerichtet werden.

Herr Seier berichtet er sei die vorgeschlagene Strecke zwischen dem Bahnhof Friedrichsberg und Farmsen mit dem Rad abgefahren. Dabei sei er in der Stormannerstraße gestartet und über die Verlängerung der Walddörfer Straße und dem Berner Heerweg bis zum EKZ in Farmsen gefahren. Diese Straßenzüge seien geprägt durch dichte Wohnbebauung, Schulen und Kindergärten, enge Fahrbahnen mit durch parkende Fahrzeuge blockierten Nebenflächen und dichtem Verkehr. Aus diesen Gründen sei auf dieser Strecke die Realisierung einer Radschnellstraße nur schwer umsetzbar.

Beginnend ab dem EKZ Farmsen über den Friedrich-Ebert-Damm stadteinwärts, sei nur der Abschnitt bis zum Tegelweg denkbar, da sonst eine dichte Bebauung durch Wohnflächen und Gewerbegebiet eine Radschnellstraße unmöglich mache.

Der Radverkehr müsse tatsächlich ausgebaut werden, jedoch sei zu beachten wie die Planung des Konzepts durchgeführt werde, dafür bedürfe es noch weiterer Abstimmungen.

Herr Seier beantragt die Überweisung in den Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

 

Herr Kocherscheid-Dahm nimmt Stellung zu einer Pressemitteilung bezüglich der Planung von Radschnellstraßen in Wandsbek. Niemand habe die Absicht, den Friedrich-Ebert-Damm zu einer reinen Fahrradstraße auszubauen. Die positive Intention des Antrages sei durch die Presse falsch dargestellt und damit für die Bevölkerung nun mit einer negativen Meinung belastet.

Im Bezirk Wandsbek seien Radverkehrsverbindungen notwendig. Der Start am Bahnhof Friedrichsberg sei dabei nstig, da hier an die Verkehrsbindungen im Bezirk Nord angeknüpft werde. Darüber hinaus wolle die SPD-Fraktion keine Vorgaben nennen, sondern lediglich einen Anstoßr die Bevölkerung geben, damit durch Bürgerbeteiligung über die konkrete Streckenführung nachgedacht werden könne.

 

Herr Behrens stimmt zu, dass es notwendig sei zu prüfen, welcher Streckenführung die Radstraße entsprechen solle.

Viele Menschen, die das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen, wählen absichtlich Wege fernab den großen PKW-Hauptstraßen aufgrund des Lärms und den Abgasen. Daher seien auch die Straßen an der Wandse und der Berner Aue als Radwege in Betracht zu ziehen und weiter auszubauen.

 

Frau Hoppermann hinterfragt, mit welchen Ressourcen die Planung der Radschnellstraße durchgeführt werden solle. Der Antrag sei sowohl fachlich als auch planerisch eine gute Idee, könne jedoch in den nächsten Jahren nicht mit dem Arbeitsprogramm vereinbart werden.

 

Herr Kocherscheid-Dahm verdeutlicht, dass im Arbeitsprogramm die Erstellung des Radverkehrskonzepts festgelegt sei. Außerdem sei mit dem Bezirksamt vereinbart  worden, bestimmte Anteile der personellen und finanziellen Mittel für die Umsetzung von Radverkehrsmittel zu reservieren.


 

 


Abstimmungsergebnis:

 

Die beantragte Überweisung in den Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr wird vom Antragsteller nicht angenommen.

 

Die Überweisung in den Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr wird bei Zustimmung der AfD-Fraktion, der CDU-Fraktion und der Fraktion DIE LINKE und Gegenstimmen der SPD und GRÜNE Fraktion mehrheitlich abgelehnt.

 

Der Antrag wird bei Zustimmung der SPD-Fraktion, der GRÜNE Fraktion und der Fraktion DIE LINKE und Enthaltung der AfD-Fraktion und der CDU-Fraktion mehrheitlich angenommen.