Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - "Auf dem Weg zu einem integrativen Miteinander in Wandsbek", Vorstellung von Konzepten zu Mehrgenerationenhäusern  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Bildung
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Soziales und Bildung Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mo, 20.04.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:40 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal Wandsbek
Ort: Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Frau Dr. Hofmann, BASFI, und Frau Loh, FLAKS e.V.,  stellen sich vor und erläutern anhand einer Präsentation (siehe Anlage) die Konzepte, Ziele, Finanzierung sowie Umsetzung in Hamburg von Mehrgenerationenhäusern.

 

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend habe von 2007 bis 2011 in einem ersten Aktionsprogramm bundesweit 500 Mehrgenerationenhäuser mit jeweils 40.000,- € jährlich gefördert, von denen sich 4 in Hamburg befänden. Danach sei ab 2012 ein weiteres Aktionsprogramm aufgelegt worden, mit dem sowohl die Ziele als auch die Handlungsfelder neu formuliert und den ggfs. geänderten Anforderungen angepasst worden seien. Dieses zweite Aktionsprogramm laufe bis 2014 mit einer Verlängerung bis 2015 und umfasse bundesweit 450 Häuser, die jeweils mit 30.000,- € /Jahr gefördert würden. Voraussetzung sei hierfür eine Finanzierungszusage der jeweiligen Kommune über 10.000,- € pro Einrichtung.

 

Frau Loh betont, dass keines der vier Hamburger Mehrgenerationenhäuser als ein solches gegründet worden sei. Alle vier Hamburger Häuser hätten bereits vorher bestanden und ihren je eigenen Schwerpunkt mitgebracht: Das Bergedorfer Haus "brügge" sei ursprünglich aus dem Bereich Bildung / Beschäftigungsträger, das Billstedter Haus "Doppelfisch" aus dem kirchlichen Bereich, das Eimsbüttler Haus "Nachbarschatz" aus der Mütterselbsthilfe hervorgegangen und das Haus "FLAKS" in  Altona als eine Begegnungsstätte für viele verschiedene Nationen gegründet worden. Sie erläutert die verschiedenen Angebote der Häuser zu den 4 unterschiedlichen Handlungsschwerpunkten und weist darauf hin, dass viele Angebote nicht durch die Häuser selbst erfolgten, sondern in Kooperation mit anderen Einrichtungen, wobei die Häuser häufig ihre Infrastruktur zur Verfügung stellten. In allen Mehrgenerationenhäusern stellten die offenen Treffs quasi das Herzstück dar.

 

Frau Dr. Hofmann ergänzt, dass ursprünglich noch ein fünftes Mehrgenerationenhaus in Hamburg, das Elbschloss an der Bille, bestanden habe, das jedoch mit dem Aktionsprogramm II nicht mehr unterstützt worden sei. Zur Finanzierung im Rahmen dieses Aktionsprogrammes erläutert sie, dass die Kofinanzierung der Häuser in Altona, Eimsbüttel und Mitte in Höhe von 10.000,- € durch die Bezirke, bei dem Haus in Bergedorf durch die BASFI erfolgt sei. Zur weiteren Förderung der Mehrgenerationenhäuser über 2015 hinaus teilt sie mit, dass nach dem momentanen Stand das Aktionsprogramm II vermutlich auch in 2016 weitergeführt werde, die konkrete Entscheidung darüber falle jedoch erst am 1.7. diesen Jahres. Für 2017 sei eine Verstetigung der Finanzierung durch das Bundesministerium geplant, auch hier gebe es noch keine konkreten Entscheidungen. Das Bundesministerium, die zuständigen Ressorts der Länder sowie die kommunalen Spitzenverbände hätten in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe eine Rahmenvereinbarung erstellt, die im März durch die Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesjugend- und Familienbehörden  beschlossen worden sei. Auch die Jugendministerkonferenz werde sich im Mai mit diesem Thema befassen. Mit dieser Rahmenvereinbarung werde die Verstetigung der weiteren Finanzierung erwartet sowie die wesentliche Beibehaltung der Handlungsfelder des Aktionsprogramms II. Lediglich das Thema der haushaltsnahen Dienstleistungen werde vermutlich entfallen. Auch die Begleitstruktur und die wissenschaftliche Begleitung der Mehrgenerationenhäuser werde vermutlich so beibehalten.

 

Frau Blumenthal erkundigt sich nach den Kriterien, unter denen die bereits bestehenden Häuser zu Mehrgenerationenhäusern geworden seien.

 

Frau Loh teilt mit, dass z.B. im Haus FLAKS bereits Teile des Mehrgenerationenkonzeptes, wie z.B. ein Müttercafe und ein offenes Angebot für Frauen verschiedenen Alters, verwirklicht worden seien, so dass die spätere Ausschreibung gut zu dem bereits bestehenden Angebot gepasst habe. Die an der bisherigen Finanzierung des Hauses beteiligten Stellen, die BASFI und das Bezirksamt Altona, hätten die Bewerbung für das Verfahren unterstützt. Sie weist darauf hin, dass es vom Aktionsprogramm I zu II einige Veränderungen gegeben habe, wodurch einige Häuser nach dem ersten Programm aufgehört, andere erst angefangen hätten. Vermutlich sei ein Neueinstieg ab 2017 sinnvoll.

 

Ergebnis:

 

Der Ausschuss nimmt Kenntnis.