Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - Vorstellung des Vorhabens "Neubau von Tennisaußenplätzen" durch den TSV Sasel  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Bildung
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Soziales und Bildung Beschlussart: überwiesen
Datum: Mo, 06.07.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 - 18:45 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal Wandsbek
Ort: Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Herr Schön teilt mit, dass der TSV Sasel vor einiger Zeit auf das Bezirksamt zugekommen sei und um Klärung gebeten habe, ob eine Erweiterung der dortigen Tennisaußenplätze möglich sei. Das Bezirksamt habe hierbei einen möglichen Konflikt mit den Interessen der benachbarten Freizeitfußballspielern gesehen und daraufhin ein gemeinsames Gespräch mit beiden Parteien anberaumt. Dabei sei der TSV Sasel um die Berücksichtigung der Interessen der Freizeitfußballspieler bei den weiteren Planungen gebeten worden. Auf seiner Jahreshauptversammlung habe der TSV Sasel die Pläne zunächst vereinsintern vorgestellt und wolle diese nun dem Ausschuss vorstellen.

 

Herr Wehnke, stellvertretender Abteilungsleiter und Finanzwart der Tennisabteilung des TSV Sasel, stellt die aktuelle Situation der Tennisabteilung und deren Pläne anhand einer Präsentation vor (siehe Anlage). Er betont dabei sowohl die Notwendigkeit, die inzwischen unzureichenden Kapazitäten an Tennisplätzen zu erweitern als auch das Interesse des Vereins, eine einvernehmliche Lösung gemeinsam mit den Vertretern der Freizeitfußballspieler zu finden und diese nicht verdrängen zu wollen. Er erläutert dabei vier unterschiedliche Planungsvarianten, bei denen die bestehenden Erdwälle teilweise erhalten, teilweise auch entfernt werden müssten. Die Fläche für den Freizeitfußball werde, je nach Planungsvariante, evtl. ca. 10-20 m nach Osten gerückt. Dies sei abhängig von der Anzahl und der Lage der zu bauenden Plätze.

 

 

Herr Kuczera, Mitglied der Freizeitfußballspieler an der Alten Mühle, erklärt, dass derzeit 30-40 Personen im Alter von 17 - 72 Jahren zu dem Freizeitfußballprojekt zählten, wobei sich eine aktive Gruppe von 12-24 Personen regelmäßig samstags zum Fußballspielen und zusätzlich zu weiteren geselligen Aktivitäten treffe. Sein Anliegen sei, dass auf der vorhandenen Restsportfläche weiterhin Freizeitsport betrieben werden könne, nicht nur durch die Fußballspieler, sondern ebenfalls durch Familien und andere Personengruppen, die z.B. Frisbee spielten, kleine Flugzeuge steigen ließen etc.. Er zeigt sich überrascht über die vorgestellten Planungen, da diese nicht den besprochenen Lösungen entsprächen. Er reicht eine Stellungnahme der Fußballspieler ein (siehe Anlage)

 

Frau Folkers erkundigt sich nach der jetzigen Größe des Fußballplatzes sowie nach der verbleibenden Fläche und fragt, wer diesen Platz instand setze.

 

Herr Burke erklärt, dass der bisher genutzte Platz nicht der Größe eines offiziellen Fußballplatzes entspreche, sondern wesentlich kleiner sei. Auch die Tore seien kleiner und würden regelmäßig an- und abtransportiert. Bei einer Erweiterung der Tennisplätze nach Süden bliebe nur noch ein so kleiner Platz übrig, dass dieser nicht mehr zum Spielbetrieb ausreiche. Eine Erweiterung nach Osten sehe man nach derzeitigem Stand nicht als problematisch an.

 

Herr Berk erkundigt sich danach, mit welchen Kosten für die Tennisplatzerweiterung von Seiten der Politik gerechnet werden müsse.

 

Herr Wehnke weist darauf hin, dass die konkreten Kosten noch nicht feststünden, da diese von der jeweiligen Variante und der ggf. notwendigen Verschiebung / Veränderung der Erdwälle und der damit verbundenen Kosten sowie der Lage der Ptze abhingen.

Es seien bisher grob insgesamt 100.000,- €r den Bau von zwei Plätzen veranschlagt worden. Aus heutiger Sicht seien zur Realisierung der Baumaßnahmen keine Mittel der Politik notwendig.

 

Herr Schön weist darauf hin, dass hier die Belange des Naturschutzes und die Vorgaben des Bebauungsplanes berücksichtigt werden müssten, da einerseits ein Naturschutzgebiet angrenze und andererseits, je nach Variante, die Entfernung eines vorhandenen Walles geplant sei. Bei Vorliegen einer konkreten Planung müsse zunächst eine Prüfung durch die zuständigen Dienststellen erfolgen.

 

Herr Behrens erklärt, er spiele als Freizeitfußballspieler seit 1967 auf dem dortigen Platz und erläutert die Wichtigkeit, diesen Platz zu erhalten.

 

Herr Buttler weist darauf hin, dass Herr Behrens aufgrund seiner persönlichen Befangenheit nicht als Mitglied der Bezirksversammlung an der Beratung teilnehmen dürfe.

 

Er erkundigt sich weiterhin nach dem baulichen Zustand des Fußballplatzes und danach, ob nach geltendem Planungsrecht alle Varianten möglich seien.

 

Herr Schön teilt mit, dass der besagte Platz vor Jahrzehnten im Gespräch gewesen sei, anstatt des jetzigen Sportplatzes Saseler Parkweg dem TSV Sasel eine Heimstatt für seine eigene Fußballabteilung zu geben. Dies sei aus verschiedenen Gründen, insbesondere auch aus Naturschutzgründen, nicht möglich gewesen, da diese Nutzung eine deutlich intensivere als beim Freizeitfußball  bedeutet hätte (u.a. durch Lärm, Parkplatzproblematik, Jugend- und Ligaspiele). Daher sei dieser Platz damals auch finanziell stillgelegt worden und sämtliche Mittel seien in den Ausbau des Platzes Saseler Parkweg geflossen. Es stünden daher keinerlei Mittel zur Unterhaltung dieses Platzes zur Verfügung. Er bedauere dies und regt an, vor dem Hintergrund der Planungen des TSV Sasel und einer möglichen Neuausrichtung des Platzes für die Freizeitfußballspieler über den bezirklichen Sportstättenbeirat die Möglichkeit zu prüfen, für 2016 Mittel aus dem Investitionsprogramm Hamburg zu akquirieren, um den Platz in einen besseren Zustand zu versetzen.

 

Herr Hentschel teilt mit, dass es für die betreffenden Flächen keinen qualifizierten Bebauungsplan gebe, so dass eine detaillierte Prüfung der einzelnen Varianten im Planungsausschuss erforderlich sei.

 

Herr Behrens weist darauf hin, dass insbesondere die Naturschutzbelange des vorhandenen Wäldchens sowie des Erdwalls geprüft werden müssten. Außerdem betont er, dass der schlechte Zustand des Fußballplatzes auch daher rühre, dass dieser im Zuge der Entschlammung des Mühlenteiches an der Saselbek als Überschwemmungsgebiet genutzt worden sei. Die Pflege des Platzes werde allein durch die Fußballfreunde übernommen.

 

Frau Folkers erkundigt sich, welche Mittel der TSV Sasel zu investieren bereit wäre.

 

Herr Wehnke erklärt, dass das Eigenkapital der Tennisabteilung per 31.12.2014 knapp 300.000,- € betrage, das aber u.a. aufgrund laufender Betriebskosten, Bedienung von Krediten, etc. nicht vollständig eingesetzt werden könnte, und verweist auf die in der Präsentation dargestellte Finanzierung aus Eigenmitteln, Spenden von Mitgliedern und Dritten, Zuschüssen des HSB und ggf. einer Umlage der Tennismitglieder bzw. eines Kredites der IFB. Er bekräftigt nochmals, dass aus heutiger Sicht keine Mittel der Politik benötigt würden.

 

Herr Buttler schlägt zur Prüfung der Naturschutzbelange eine Überweisung in den Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz vor. Nach dessen Prüfung solle sich dieser Ausschuss erneut mit dem Vorhaben befassen.

 

Ergebnis:

 

Der Ausschuss überweist das Thema zur Prüfung der naturschutzrechtlichen Belange in den Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und bittet nach der Prüfung um Rücküberweisung in den Ausschuss für Soziales und Bildung zur weiteren Befassung, insbesondere der Interessenabwägung.