Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - Erhaltung des Tierhauses Steilshoop Eingabe  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Bildung
TOP: Ö 4.1
Gremium: Ausschuss für Soziales und Bildung Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 30.05.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:40 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal Wandsbek
Ort: Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg
20-2726 Erhaltung des Tierhauses Steilshoop
Eingabe
     
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Eingabe
Federführend:Interner Service Beteiligt:Fachamt Sozialraummanagement
 
Protokoll

Herr Georg erklärt, dass er aufgrund seiner Befangenheit weder an der Beratung noch an einer Abstimmung zu diesem TOP teilnehme.

 

Frau Lafferentz teilt mit, dass bis zum Jahre 2019 keine akute Änderung eintrete, da in dieser Zeit die Schule neugebaut werde. Danach befände sich das Gelände, auf dem das Tierhaus stehe, nicht mehr in der Zuständigkeit der Schulbehörde, sondern sei Bestandteil der Überplanung Steilshoop-Nord. Sie erkundigt sich bei den anwesenden Vertretern der Schulbehörde danach, ob und wie eine weitere Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort vorstellbar sei. Bisher sei das Tierhaus Teil der Gesamtschule Steilshoop gewesen. Als diese Schule nicht mehr weitergeführt worden sei, sei das Tierhaus an die Alraune gGmbH verpachtet worden, um die Weiterführung zu sichern. Es gebe nun die Möglichkeiten, den Pachtvertrag zu kündigen oder ihn auf den neuen Grundeigentümer zu übertragen. Sie betont, dass das für die Öffentlichkeit kostenlose Angebot des Tierhauses, das regelmäßig tierärztlich überwacht werde und in dem auch ehemalige Tierpfleger von Hagenbeck beschäftigt worden seien, für den Stadtteil sehr wertvoll sei. Dem Bezirk entstünden bisher keinerlei Kosten durch das Tierhaus. Strom- und Heizkosten würden durch die Schulbehörde getragen, außerdem finanziere es sich durch Arbeitsmarktmittel der Fachbehörde und des Jobcenters sowie durch Spenden an Alraune. Sie hoffe sehr, dass dieses Projekt auch in den nächsten Jahren als Arbeitsmarktprojekt verstetigt werden könne. Die zuständige Fachbehörde habe sich hier sehr kooperativ gezeigt und habe eine umfängliche Kofinanzierung einer Stelle begonnen. Die mit der Planung von Steilshoop-Nord beauftragten Planungsbüros hätten sich sehr intensiv um die Bedürfnisse der jetzigen Flächennutzer gekümmert, wobei es hauptsächlich um die Verlagerung von Sportflächen gegangen sei, sich jedoch nicht an Alraune gewandt. Dass das Tierhaus nicht nur in ein anderes Grundeigentum übergehen, sondern auch dem Abriss zum Opfer fallen solle, sei erst bei der Sitzung im Oktober 2015 aufgefallen. Sie regt an, dieses Versäumnis nun nachzuholen, bevor offizielle Planverfahren in Gang gesetzt würden. Es seien dazu inzwischen einige Gespräche geführt worden. Sowohl die Schule am See als auch das Institut für Lehrerfortbildung seien an einer Fortführung des Tierhauses als außerschulischem Lernort auch für Schülerinnen und Schüler aus anderen Stadtteilen interessiert. Im Gegensatz zu Tierhaltungen an anderen Schulen verfüge das Tierhaus über ein breites Spektrum unterschiedlicher Tierarten und professionelle Betreuung.

 

Frau Mahler regt an, die anwesenden Vertreter der Schulbehörde nach einer geplanten Kooperation mit der Stadtteilschule zu befragen.

 

Frau Rüssmann erklärt, dass noch einige Optionen geprüft werden müssten. Es habe bereits einige Gespräche mit dem Bezirksamt und Schulbau Hamburg gegeben. Sie weist darauf hin, dass es sich bei dem Tierhaus noch um ein Relikt der Gesamtschule Steilshoop handle, die aufgrund ihrer Größe über bessere Möglichkeiten verfügt habe, als künftig die Schule am See. Sie sei skeptisch, dass die Schule am See eine solche Einrichtung künftig dauerhaft  führen könne. Es bestehe durchaus pädagogisches Interesse an der Weiterführung, jedoch gebe es noch einigen Klärungsbedarf.

 

Herr Sies erklärt, dass es bisher Auftrag von Schulbau Hamburg sei, 2019 das Tierhaus abzureißen. Zur Klärung einer weiteren Nutzung müssten die Bewirtschaftungskosten, die Bauunterhaltung, die Eigentümerstellung sowie die Bauunterhaltung geklärt werden. Seines Wissens stünden jedoch keine Mittel zur Verfügung.

 

Herr Buttler weist darauf hin, dass sämtliche Träger in die Planungen eingebunden worden seien. Da es sich aus bezirklicher Sicht um ein schulisches Projekt handle, seien auch keine Gelder hierfür veranschlagt worden. Im Stadtteil gebe es den Wunsch, das Tierhaus zu erhalten. Allerdings befinde man sich in einem Zielkonflikt, da auf der in Frage stehenden Fläche eine Sportfläche geplant sei. Beides sei im Stadtteil gewünscht.

 

Herr Berk erkundigt sich, ob das Tierhaus im Rahmen der Neugestaltung der Sportfläche integriert werden könne.

 

Herr Hentschel  weist auf die beantwortete Kleine Anfrage (TOP 4.1.1 ) hin, nach der Alraune bereits seit 2013 informiert sei.

 

Frau Lafferentz betont, dass Alraune bisher nicht kontaktiert worden sei. Es seien lediglich mit den Sportvereinen Gespräche geführt worden.

 

Frau Rüssmann bestätigt, dass in Bezug auf die Campusplanungen nicht vom Tierhaus die Rede gewesen sei. Sie schlägt vor, die Schule am See und das Tierhaus zu einem Gespräch einzuladen, um zu erörtern, ob für die Schule der Weiterbetrieb des Tierhauses denkbar und machbar sei.

 

Herr Schön weist darauf hin, dass bei den Planungen mit den Sportvereinen zur Neugestaltung der Sportflächen das Tierhaus kein Thema gewesen sei. Die Vereine hätten sich darauf eingelassen, dass die Tennenplätze am Edwin-Scharff-Ring und am Gropiusring entfielen und dafür der Kunstrasenplatz neugeschaffen werde. Bis zur letzten Ausschusssitzung, in der die Eingabe zur Erhaltung des Tierhauses eingereicht worden sei, seien weder die Vereine noch er selbst davon ausgegangen, dass auf der für den Sport geplanten Fläche noch eine Nutzung für das Tierhaus stattfinden könne. Er gibt zu bedenken, dass gewisse Flächengrößen für Standardsportplätze nicht unterschritten werden dürften. Ansonsten seien die bereits getroffenen Absprachen mit den Sportvereinen nicht einzuhalten.

 

Herr Hentschel regt an, die vorhandene Parksportfläche für das Tierhaus zu nutzen.

 

Herr Schön betont, dass Parksport auch in der Dekadenstrategie als sehr wichtig angesehen werde. Er spricht sich für das angebotene Gespräch mit der Schulbehörde aus.

 

Frau Lafferentz gibt zu bedenken, dass das Tierhaus an seinem jetzigen Standort in Bezug auf die Schule günstig liege und auch in einem baulich guten Zustand sei, während bei einem Umzug erhebliche Baukosten entstünden.

 

Frau Mahler begrüßt das Gesprächsangebot der Schulbehörde.

 

Herr Buttler schlägt nochmals eine Überweisung in den Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz zusammen mit der Antwort der Verwaltung vor.

 

Frau Folkers bittet um Aufnahme des Themas in den Themenspeicher.

 

Ergebnis:

 

Der Ausschuss überweist die Eingabe in den Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und bittet die Verwaltung um Information zu den tierschutzrechtlichen Belangen. Außerdem wird das Thema in den Themenspeicher aufgenommen.