Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - Städtebaulich untergenutzte Flächen am zukünftigen S4-Bahnhof Bovestraße als Urbanes Gebiet erschließen Debattenantrag der CDU-Fraktion  

 
 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek
TOP: Ö 4.2
Gremium: Bezirksversammlung Wandsbek Beschlussart: überwiesen
Datum: Do, 22.08.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:30 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal Wandsbek
Ort: Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg
21-0131 Städtebaulich untergenutzte Flächen am zukünftigen S4-Bahnhof Bovestraße als Urbanes Gebiet erschließen
Debattenantrag der CDU-Fraktion
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung Beteiligt:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt
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Protokoll
Abstimmungsergebnis

Frau Dr. Hochheim leitet unter Hinweis auf das Bevölkerungswachstum und den damit steigenden Flächenbedarf ein. Die CDU-Fraktion möchte trotz dessen das Stadtgrün, die Landschafts- und Naturschutzgebiete in Hamburg und Wandsbek erhalten. Um diesen Konflikt zu lösen bedarf es zum Einen eines länderübergreifenden, städtebaulichen Konzeptes für die Metropolregion. Zum Anderen müssten in den Bezirken geeignete Flächenr die Nachverdichtung gefunden werden.

Mit dem vorliegenden Antrag soll ein bekannte, potentielle Fläche in der Neumann-Reichardt-Straße neu in den Fokus gerückt werden, die seit dreißig Jahren brach liege, erläutert Frau Dr. Hochheim. Dieses Gebiet sei gut geeignet, da es mit der neuen Bahnstation Bovestraße sehr zentral angeschlossen würde, sich ideal als Urbanes Gebiet für die Durchmischung von Wohnen und Gewerbe anbiete und die Fläche nun auch für den Wohnungsbau endlich aktiviert werde. Deshalb solle das Bezirksamt erneut Gespräche mit den Eigentümern aufnehmen, wie zuletzt vor acht Jahren, um die Entwicklung zu einem Urbanen Gebiet neu ins Feld zu führen.

r die notwendige Änderung des Bebauungsplans müssten aber auch im Bezirksamt Kapazitäten geschaffen werden, fordert Frau Dr. Hochheim. Für eine Wohnnutzung sollten die Bereiche Lärm und Geruch stadtplanerisch gelöst werden, zum Beispiel durch einen Bereich von Gewerbebetrieben zur Bahntrasse hin, aber auch im Gespräch mit dem ansässigen Schokoladenhersteller.

Die Bezirksversammlung sollte alle Anstrengungen unternehmen, eine solch brach liegende Fläche im Rahmen eines Urbanen Gebiets für die Wohnnutzung zu aktivieren und eine gemeinschaftliche Lösung mit Gewerbebetrieben zu erzielen, konstatiert Frau Dr. Hochheim.

 

Herr Wasner begrüßt den vorliegenden Antrag als städtebaulichen Vorstoßr den Bezirk, verweist jedoch auf die Bürgerschaftsdrucksache 21/11069, welche das Thema globaler und weitergehender aufgreife, insbesondere für alle künftigen neuen Haltestellen der geplanten S-Bahnlinien S4 und S21. Es sollen Potentiale für mehrere Flächen zusammen mit dem Bezirk geprüft werden und diese Ergebnisse, die im Senat vorgestellt werden, sollten abgewartet werden, bevor die Bezirksversammlung mit dem vorliegenden Antrag eigene Punkte benennt.

Herr Wasner stimmt der Flächenentwicklung im Rahmen des Urbanen Gebietes zu, gerade auch hinsichtlich der neuralgischen Punkte der neuen Schnellbahnhaltestellen. Dies sollte allerdings ausführlich im Planungsausschuss diskutiert und mit der Verwaltung die bisherigen Arbeiten zur Bürgerschaftsdrucksache abgeglichen werden. Anhand der Ergebnisse im Senat könne in Wandsbek dann das weitere Vorgehen besprochen werden.

 

Herr Blumenthal begrüßt die konstruktive Beteiligung der CDU-Fraktion an Thema Wohnungsbau. Auch bisher sei eine Verknüpfung von Wohnen und Gewerbe möglich gewesen, allerdings biete das Urbane Gebiet andere Möglichkeiten zum Beispiel hinsichtlich der Lärmbelastung. Schon 2010 hatten die Grünen die Entwicklung von Gewerbeflächen und gewerbeähnlichen Flächen für den Wohnungsbau gefordert und dabei auch gerade diese Fläche mit einbezogen.

Herr Blumenthal beschreibt die problematische Konstellation, dass es sich hier um eine Altlastenverdachtsfläche sowie um Privateigentum handele und der Eigentümer bisher keine Bereitschaft zur Entwicklung der Fläche gezeigt habe.

Herr Blumenthal sieht dennoch das Potential für diese Fläche und möchte die Ergebnisse von BSW und Bezirksamt abwarten. Er schlägt Überweisung in den Planungsausschuss vor.

 

Herr Buse erinnert an das Abstimmungsverhalten der Grünen-Fraktion zu Bebauungsthemen aus den Zeiten, als diese nicht in der Regierungsverantwortung stand. Seit 2005 stehe die benannte Fläche im Fokus und Untersuchungen hätten eine Schadstoffbelastung verneint. Einer Bebauung habe bisher der Eigentümer entgegengestanden, da die Fläche als Gewerbefläche für eine überwiegend gewerbliche Nutzung ausgewiesen sei. Mit dem Urbanen Gebiet ergäben sich jedoch neue Ansatzpunkte, die den Eigentümer vielleicht zu einem Umdenken bewegen könnten.

Herr Buse stimmt der Überweisung in den Planungsausschuss zu und hofft auf Synergieeffekte für weitere Flächen.

 

Herr Behrens erachtet den Antrag für sinnvoll, zumal die Fläche über die Jahre häufig im Planungsausschuss als Potentialfläche für den Wohnungsbau thematisiert worden war. Hinsichtlich der möglichen Schadstoffbelastung müsse ausgeklärt werden, da dies bisher als Grund gegen eine Entwicklung der Fläche angeführt worden war.

Herr Behrens begrüßt ebenfalls den Ansatz, an allen neuen Schnellbahnstationen eine Nachverdichtung zu prüfen, was jedoch im Planungsausschuss ausführlich beraten werden sollte. Dem Überweisungsantrag werde daher zugestimmt.

Abschließend weist Herr Behrens darauf hin, dass sowohl als Urbanes Gebiet als auch aus dem bestehenden Planrecht heraus einige Möglichkeiten für die Entwicklung der Fläche gegeben seien.

 

Der Antragsteller stimmt der Überweisung zu.

 


Abstimmungsergebnis:

Die Bezirksversammlung überweist einstimmig in den Planungsausschuss.