Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - Öffnung der Einbahnstraßenregelung am Volksdorfer Bahnhof Vorstellung der Planung  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Walddörfer
TOP: Ö 6.1
Gremium: Regionalausschuss Walddörfer Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 17.12.2009 Status: öffentlich
Zeit: 18:00 - 20:45 Anlass: Sitzung
Raum: Museumsdorf Volksdorf - Saal -
Ort: Im Alten Dorfe 46-48, 22359 Hamburg
 
Protokoll

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 


 

Auszug aus der Niederschrift

der 16. Sitzung des Gremiums

Regionalausschuss Walddörfer

am 17.12.2009

 

 


Tagesordnungspunkt 6.1 :

 

!Titel!


Öffnung der Einbahnstraßenregelung am Volksdorfer Bahnhof

Vorstellung der Planung


 

 

 

 

 


 


Herr Pohlmeyer stellt die aktuelle Planung anhand eines Lageplanes dar. Dieser Plan werde zusammen mit dem Protokoll verschickt.

 

Herr Pohlmeyer führt aus, dass der zusätzliche Verkehr durch die Öffnung der Einbahnstraße für den Kreisel Halenreie / Kattjahren nach Aussage der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt(BSU) noch verkraftbar wäre. Dem steigenden Verkehr durch die Straße Uppenhof Richtung Eulenkrugstraße könne man begegnen, indem man durch geringfügige Änderungen die links bzw. rechts abbiegenden Fahrzeuge voneinander trenne. Statt der zunächst geplanten vorgebauten „Nase“ am Fußgängerüberweg (FGÜ) über die Farmsener Landstraße sei nun eine Insel für die Fußgänger vorgesehen. Durch die Verschwenkung der Fahrbahn nach Süden werde auch der Radverkehr besser gelenkt. Außerdem gäbe es mehr Raum in den Seitenbereichen und für das Abstellen von Fahrrädern. Der Bereich werde asphaltiert, so dass ein gutes Fahren ermöglicht werde. Der FGÜ erhalte eine neue Beleuchtung.

 

Herr Dr. Fischer fragt nach der Beteiligung von Behindertenforum und ADFC.

 

Frau Suhl erläutert, dass zunächst der Fahrradbeauftragte der BSU und der Senatskoordinator für die Gleichbehandlung Behinderter beteiligt worden seien. In einem zweiten Schritt seien das Behindertenforum Walddörfer und der ADFC angesprochen worden. Mit dem ADFC habe man bisher allerdings lediglich Mailkontakt gehabt. Der ADFC bemängele, dass man von der Farmsener Landstraße nicht links in die Claus-Ferck-Straße einbiegen könne. Dies werde verändert, indem das Verkehrszeichen „Fahrradfahrer frei“ aufgestellt werde.

 

Das Behindertenforum kritisiere die Felgenbrecher und die Breite der Wege. Es wurde angeregt, im Bereich des Bahnhofes weitere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu schaffen. Außerdem könnten nicht alle Örtlichkeiten in dem Bereich per Rampe erreicht werden. Frau Suhl erklärt,   dass die Kritikpunkte nicht alle direkt mit der Planung zusammenhingen. Nach der vorliegenden Planung werde es auf der südlichen Seite zu einer Gehwegverbreiterung kommen.

 

Herr Pohlmeyer ergänzt, dass dies bei einer diagonalen Anordnung der Fahrräder evtl. auch auf der nördlichen Seite der Fall sein werde. Dies sei noch Bestandteil der Detailplanung.

 

 

Herr Witt fragt nach der Lage des Schutzgitters und ob der Einsatz von Gelenkbussen Probleme bereiten könne.

Herr Pohlmeyer berichtet, ein Gespräch mit der Hochbahn habe ergeben, dass auch weiterhin grundsätzlich Standardbusse eingesetzt werden sollen. Gleichwohl reiche der Platz für einen Gelenkbus und einen Standardbus aus.

Das Schutzgitter liege vor der Hausecke in Richtung FGÜ über die Farmsener Landstraße. Es solle Zusammenstöße zwischen Radfahrern verhindern, die einerseits aus Richtung Markt und andererseits aus Richtung Claus-Ferck-Straße kommen. Aufgrund der Hausecke gebe es keine guten Sichtbeziehungen. Darüber hinaus werden die Radfahrer aus Richtung Markt abgebremst, damit sie langsam auf den FGÜ zufahren. Der Vorrang der Fußgänger gelte nämlich nicht für Radfahrer. In diesem Zusammenhang habe es die Anregung der Behindertenverbände gegeben, das Gitter nicht nur als Bügel, sondern mit Querstange im unteren Bereich für Langstöcke zu errichten.

 

Herr Schröder fragt nach den Kosten der Baumaßnahme und der Länge des Gitters.

 

Herr Pohlmeyer erklärt, das Gitter werde ca. 2,50 Meter lang sein.

 

Frau Suhl schätzt die gesamten Kosten auf etwa 150.000 – 200.000 Euro.

 

Frau Hoppermann merkt an, dass sich unter der Brücke z. Zt. größtenteils Kopfsteinpflaster befinde und fragt, ob hier der Untergrund so verändert werde wie es bei der Sanierung der Brücke ohnehin geschehen würde. In diesem Fall müssten bei der späteren Sanierung nur noch die Nebenflächen im nördlichen Bereich erneuert werden.

 

Frau Suhl bestätigt dies.

 

Frau Quast erkundigt sich, ob und welche Diskrepanzen noch mit den Behindertenforum und dem ADFC bestünden.

 

Frau Suhl erläutert, dass das Behindertenforum sich gegen die Aufhebung der Einbahnstraße ausgesprochen hätten. Daher könne man nicht von einer einvernehmlichen Planung sprechen. Probleme habe es aber hauptsächlich mit den Nebenflächen gegeben. Diese Anregungen habe man aufgenommen.

 

Herr Duge betont noch einmal, dass es sich bei der Planung um keine einvernehmliche Lösung handele. Die GAL kritisiere nach wie vor die Einrichtung des Zweirichtungsverkehrs, und zwar sowohl im Hinblick auf die verkehrliche als auch auf die städtebauliche Planung. Die Planung stelle keine Verbesserung dar. An der vorliegenden Planung bemängele er, dass lediglich eine Bereitstellungshaltestelle für Busse vorgesehen sei. Außerdem halte er die Sprunginsel für zu klein.

 

Herr Pohlmeyer erklärt, die Anzahl der Bushaltestellen sei mit der Hochbahn abgestimmt. Es sei vorgesehen, dass die Busse in der Claus-Ferck-Straße stehen und aus dieser Position sukzessive nachrücken. Die Sprunginsel sei nicht mit einer Standard-Insel vergleichbar, da  sie sich nicht in der Mitte der Fahrbahn befinde. Auf der Busspur, die Fußgänger auf dem Weg zum FGÜ überqueren müssten, verkehrten nur 12 Busse pro Stunde. Diese führen zudem in Schrittgeschwindigkeit.

 

Herr Klein spricht den Übergang vom Fahrradweg auf die Straße im Bereich Eulenkrugstraße / Farmsener Landstraße an. Er halte ihn für gefährlich, weil es keine Markierungen o. ä. gebe.

 

Herr Pohlmeyer sagt eine Überprüfung zu.

 

Ein Bürger fragt, ob eventuelle Rückstaus von Fahrzeugen berücksichtigt wurden, die aus dem Kreisel in Richtung FGÜ führen.

 

Herr Pohlmeyer erklärt, diese Überlegung sei in die Prüfung mit eingeflossen. Nach den zugrunde gelegten Zahlen rechne man hier nicht mit Problemen.

 

Herr Wolff fragt, ob es eine Verkehrszählung gebe, nach der der Knotenpunkt Kattjahren / Halenreie entlastet werde. Er halte den Nutzen für sehr gering. Er verstehe nicht, warum die Zielsetzungen des Rahmenplans in seinem Sinngehalt nicht berücksichtigt wurden. Die Planung widerspreche diesen Zielen. Er weist auf von ihm verteilte Unterlagen hin und bittet den Ausschuss, diese zu prüfen und dazu Stellung zu nehmen.

 

Herr Pohlmeyer informiert, dass Zählungen vorlägen. Nach diesen Zahlen sei eine Öffnung der Einbahnstraße machbar. Zu Hauptverkehrszeiten gebe es viele Rechtsabbieger aus Richtung Sasel, die nach links in die Straße Kattjahren biegen wollen. Der Stauraum zwischen Waldweg und Kattjahren werde teilweise in voller Länge benötigt. Eine Öffnung der Einbahnstraße könnte u. U. bewirken, dass dort Verkehr abgezogen werden würde. Dadurch ergäben sich auch kürzere Wartezeiten für die Abbieger. Herr Pohlmeyer weist darauf hin, dass für den Knotenpunkt Kattjahren / Halenreie überdies ein Kreisverkehr geplant sei. Dieser habe erste Priorität. Damit würden sich auch die verkehrlichen Bedingungen in dem Bereich verändern. Im Übrigen sei die Verwaltung an die bestehende Beschlusslage der Bezirksversammlung gebunden. Diese sei Grundlage für die Planung.

 

Herr Dietze vom ADFC erklärt, es habe keine Abstimmung gegeben. Er regt an, den Zweirichtungsverkehr zu überdenken, da er keinen Nutzen für die Autofahrer bringe. Der Radverkehr sollte gefördert werden. Positiv sei, dass das Linksabbiegen für Fahrradfahrer jetzt ermöglicht werde. In diesem Zusammenhang müsste aber auch die Insel verändert werden, damit die Radfahrer nicht automatisch mit den Autos nach rechts gelenkt würden.

 

Zwei Bürger können die Gründe für die Öffnung nicht nachvollziehen. Es gäbe noch viele Unklarheiten. Momentan könne der Verkehr aus dem Ortskern abfließen. Hier würden falsche Prioritäten gesetzt.

 

Herr Heins erläutert, der Knotenpunkt für Fußgänger, die vom U-Bahnhof die Claus-Ferck-Straße queren wollen, werde durch die Alternative für die Autofahrer entspannt. Mit der Planung habe man einen Teilvorschlag der Rahmenplanung für Volksdorf aufgegriffen. Nach dem Rahmenplan wäre die Claus-Ferck-Straße nördlich des Fußgängerüberweges geschlossen worden. In diesem Fall hätte unter der U-Bahnbrücke ohnehin eine Öffnung erfolgen müssen. Zudem habe es Forderungen gegeben, den FGÜ in der Farmsener Landstraße wieder einzurichten, damit man schnell vom Bahnhof zum Kundenzentrum gelangen könne. Kosten würden in der Zukunft ebenfalls entstehen, da die Straße im Zuge der Sanierung der U-Bahnbrücke erneuert werden müsste.

 

Frau Hoppermann betont, dass es sich hier nicht um einen Schnellschuss handele und erläutert die Gründe, die zu dem Beschluss geführt haben. Es habe viele Bürger gegeben, die mit der momentanen Situation unzufrieden waren, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit der Radfahrer, Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Jetzt komme es regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Viele Bürger wünschten sich daher wieder einen FGÜ. Im Übrigen gehe es nicht darum, Verkehr in den Ort hineinzuleiten, sondern die Verkehrssituation zu entspannen.

 

Ein Bürger fragt nach Möglichkeiten für Kurzzeitparker, die Personen zum Bahnhof bringen oder abholen wollen.

 

Herr Pohlmeyer erklärt, dafür sei keine gesonderte Fläche vorgesehen. Es sei jedoch erlaubt, dafür die Bushaltestelle zu nutzen.

 

Herr Behrens fragt, ob sich aus den Zählungen der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt ergebe, wer von der Planung profitiere.

 

Herr Pohlmeyer verneint das. Dafür müssten Verkehrsuntersuchungen in Auftrag gegeben werden, was einen erheblichen zusätzlichen Aufwand darstelle. Die Beschlusslage lasse ohnehin keine andere Planung zu.

 

Herr Duge bittet die Verwaltung, die Kommunikation mit dem Behindertenforum und dem ADFC zu verbessern und beide Organisationen in weitere Planungen mit einzubinden.

 

Er bezweifelt, dass es durch den Zweirichtungsverkehr zu mehr Sicherheit kommen werde. Es werde eher komplizierter, da motorisierter Verkehr zusätzlich in den inneren Bereich von Volksdorf hinein geleitet werde. Er weist auf die in der Zukunft geplanten Baumaßnahmen wie den Kreisverkehr am Standort Halenreie / Kattjahren und die Brückensanierung hin. Nach Fertigstellung der Maßnahmen müsse man von ganz anderen Voraussetzungen ausgehen als jetzt, so dass eine Öffnung gar nicht erforderlich sei. Das Rahmenkonzept sei ebenfalls unter anderen Bedingungen erstellt worden als sie heute herrschen, z. B. im Hinblick auf den Standort von Polizei und Ortsamt. Es müsse ein Umdenken einsetzen. Ziel sollte sein, den Bahnhofsvorplatz attraktiv zu machen. Dies werde durch die vorgestellte Planung nicht erreicht.

 

Herr Wolff regt an, die derzeitige Planung zurückzustellen und einen Runden Tisch zu bilden, um Einvernehmen zu erzielen.

 

Herr Schröder meint, dass die Sicherheit durch den FGÜ nicht verbessert werde. Dadurch, dass eine Einzelmaßnahme aus dem Rahmenplan herausgegriffen werde, verbaue man sich die Möglichkeit, Volksdorf insgesamt attraktiver zu gestalten. Im Rahmenplan sei auch eine Verlängerung der Brücke nach Süden vorgesehen. Er fragt, ob der Bezirk für so eine Maßnahme Mittel zur Verfügung hätte.

 

Frau Suhl erklärt, dass die Verwaltung diese Planung aufgrund des Beschlusses der Bezirksversammlung aufgelegt habe. Das Rahmenkonzept sei nicht Thema dieser Planung gewesen.

 

Frau Quast bittet die Verwaltung, das nächste Mal gleich den ADFC zu beteiligen und dies jetzt auch nachträglich zu tun. Im Übrigen weist sie darauf hin, dass es auch Veranstaltungen gegeben habe, auf denen viele Bürger einen Zweirichtungsverkehr befürwortet hätten.

 

Herr Dr. Fischer dankt Herrn Pohlmeyer und Frau Suhl für die vorgelegte Planung. Er merkt an, dass die Planung nicht ausschließlich Vorteile für den Autoverkehr bringen solle und weist in diesem Zusammenhang auf den FGÜ hin. Die Situation für Radfahrer, die heute vom Kundenzentrum in Richtung Ort fahren wollen, sei nicht komfortabel. Durch die Planung werde eine gute Durchfahrmöglichkeit auch für Radfahrer geschaffen. Eine Verbesserung stelle auch die Neuanordnung der Bushalteplätze dar. Die Busse stünden nach der Planung weiter vom FGÜ entfernt, so dass die Situation für Fußgänger sicherer werde. Auch optisch werde der Bereich gewinnen.