Bezirksversammlung Wandsbek

Auszug - Zu Hause gesund werden Debattenantrag der CDU-Fraktion  

 
 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek
TOP: Ö 5.1
Gremium: Bezirksversammlung Wandsbek Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 01.07.2010 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 22:00 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal Wandsbek
Ort: Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg
18/4493 Zu Hause gesund werden
Debattenantrag der CDU-Fraktion
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   
 
Protokoll

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 


 

Auszug aus der Niederschrift

der 25. Sitzung des Gremiums

Bezirksversammlung

am 01.07.2010

 

 


Tagesordnungspunkt 5.1 : 18/4493

 

!Titel!


Zu Hause gesund werden

Debattenantrag der CDU-Fraktion


 


 


Frau Folkers erklärt, dass sich seit vielen Jahren bemüht werde, eine Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit herzustellen. Obwohl die Kita-Einrichtungen in Hamburg einen sehr hohen Standard genießen würden, seien auch hier Grenzen in ihren Möglichkeiten gesetzt, insbesondere dann, wenn ein Kind krank werde. Der Gesetzgeber sehe eine Freistellung von 10, bzw. 20 Arbeitstagen bei Alleinstehenden vor. Diese Zeit reiche jedoch oft nicht aus, um ein Kind im Laufe des Jahres zu Hause bei Krankheit zu pflegen. Oft sei es zudem nicht möglich, am Arbeitsplatz zu fehlen. Verschiedenste Umstände würden dazu führen, dass Kinder z. T. frühzeitig – ohne völlige Auskurrierung der Krankheit – wieder in die Kita gebracht würden. Diese Situation sei bei berufstätigen Frauen aber auch bei Männern zu beobachten, da die Akzeptanz der Arbeitgeber oder auch der Kollegen oft fehle, wenn man sich entscheide, für das kranke Kind zu Hause zu bleiben. Mögliche Großeltern wären z.T. selbst berufstätig oder wohnten in entfernten Städten, so dass diese Betreuungsmöglichkeit auch oft nicht gegeben sei. Vor 11 Jahren entstand in München die Einrichtung „Zu Hause gesund werden“, initiiert vom Allgemeinen Sozialdienst München, Trägerschaft „Fraueninteressen e. V.“. Die Betreuung kranker Kinder werde dort von ehrenamtlichen Helfern übernommen, die größtenteils selbst erfahrene Müttern seien oder aus Berufen mit entsprechender Qualifikation stammen. Die Helfer seien flexibel auf Abruf einsetzbar. Eine kontinuierliche Begleitung und Weiterbildung sichere die hohe Qualität der Arbeit. Die Kosten für dieses Hilfsangebot hielten sich in angemessenen Grenzen. Für Eltern, die sich finanziell nicht beteiligen könnten, werde eine Unterstützung angeboten. Die Hohe Zahl der Erst- und Wiederholungseinsätze verdeutliche den Bedarf und den Erfolg dieser Einrichtung. Die Stadt Nürnberg böte seit 1997 ein vergleichbares Hilfsangebot mit so genannten Not-Tagesmüttern an. Im Streben von Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gleichberechtigung und Beachtung unserer Kinder, sollte sich auch in Hamburg aufgemacht werden, so ein Projekt entstehen zu lassen. Die zuständige Fachbehörde werde daher gebeten zu prüfen, ein Pilotprojekt in Wandsbek starten zu lassen.

Frau Melzer führt aus, dass der Antrag von der SPD Unterstützung finde. Der Antrag zeige jedoch auf, dass es zukünftig nicht reiche, solche Projekte für Notsituationen zu schaffen, sondern grundsätzlich über Veränderungen nachzudenken, die die Vereinbarkeit von Familie und Berufsstätigkeit weiter verbessern und ermöglichen. Der Träger „Jung und Alt e. V.“ in Hamburg böte bereits einen „Oma-Hilfsdients“ an, der in Notlagen die Betreuung von Kindern übernehme. Hier bezahle man zwar einen monatlichen Beitrag von 25,- Euro, jedoch würden die Kinder die jeweiligen Betreuer bereits vor Inanspruchnahme kennen lernen.

Frau Boberg erklärt, dass in beschriebener Situation eine Unterstützung in der Tat sehr häufig nötig sei. Es gäbe einen weiteren Verein, nämlich die „Notmütter“, die in Hamburg, Frankfurt und Berlin bei der Betreuung kranker Kinder helfen würden, aber auch weitere Hilfen für Familien anböten. Da es beim Angebot und in der Finanzierung bzw. bei der Abrechnung der genannten Dienste verschiedene Modelle gäbe, würde die GAL-Fraktion für weitere Beratungen eine Überweisung in den Ausschuss für soziale Stadtentwicklung beantragen.

Frau Daniel könne aus eigener Erfahrung sprechen, dass der vorliegende Antrag notwendig sei, die FDP-Fraktion werde zustimmen. Sie erinnert dabei an den von der FDP-Fraktion gestellten Antrag „24-Std.-Kita“ und gibt zu bedenken, dass die im Antrag geforderte Einrichtung mit der aus diesem Antrag beschriebenen Einrichtung gekoppelt werden könnte. Die FDP-Fraktion lehne eine Überweisung ab, da die Fachbehörde im Antrag gebeten werde zu prüfen. Eine konkrete Einrichtung werde nicht im Beschlussvorschlag genannt.

 

Der Antrag auf Überweisung in den Ausschuss für soziale Stadtentwicklung wird abgelehnt mit den Stimmen der CDU-, SPD- und FDP-Fraktion, bei Zustimmung der Fraktionen von GAL und DIE LINKE.


 


 


 


Die Bezirksversammlung beschließt den Antrag einstimmig bei Enthaltungen der Fraktion DIE LINKE.