Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-4113  

 
 
Betreff: Die Umgestaltung des Saseler Marktes kommt nicht voran -
die Parkplatzprobleme nehmen ständig zu
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Verfasser:Sören Niehaus (CDU-Fraktion)
Heinz-Werner Seier (CDU-Fraktion)
Philip Buse (CDU-Fraktion)
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
15.08.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek überwiesen   
Regionalausschuss Alstertal
04.09.2013 
Sitzung des Regionalausschusses Alstertal (offen)   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:


(Hinweis: Alte Drs.Nr. 19/3739, BV v. 24.5.2013)

 

Immer noch ist am Saseler Markt trotz eines umfangreichen Evaluations- und

Entwicklungskonzeptes seit der letzten öffentlichen Veranstaltung am 12.06.2012 in der Schule Redder nichts geschehen. Eine der nach vor wie ungeklärten Problemstellen ist die Parkplatzsituation am Saseler Markt und im unmittelbaren Umfeld der angrenzenden Straßen, für die bisher keine weiteren Maßnahmen vorgesehen sind. An den Marktagen führt die Parkplatzsuche immer wieder zu teils verkehrsgefährdenden und unhaltbaren Situationen.

 

Ein während der Marktzeiten durchgängiger chaotischer Suchverkehr von Fahrzeugführern mit ihren Fahrzeugen ist dort zu beobachten. Hinzu kommen die Bemühungen von Fußgängern und Radfahrern, die Verkehrsflächen am und um den Saseler Markt herum möglichst unfallfrei zu überqueren. Ganz prekär wird die Verkehrssituation in der Kunaustraße, wenn der dortige Parkplatz belegt und auch die angrenzenden Verkehrsflächen keinen Parkraum mehr hergeben. Beim Einbiegen von der Stadtbahnstraße in die Kunaustraße stehen bereits Fahrzeuge bis zur Einfahrt in den Parkplatz an der Kunaustraße. Aufgrund der geringen Fahrbahnbreite der Kunaustraße kommt es immer wieder im Begegnungsverkehr zu gefährlichen Situationen.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständige Fachbehörde:

 

1.       Welche Maßnahmen wurden in der Vergangenheit durch die zuständige
Straßenverkehrsbehörde ergriffen, um die angespannte Parkplatzsituation am Saseler Markt und in den umliegenden Straßen (Dweerblöcken, Kunaustraße, Wendehammer Saseler Markt) zu entzerren?
Wenn Maßnahmen ergriffen wurden, welche waren aus welchen Gründen aus
Sicht der zuständigen Fachbehörde erfolgreich? Welche Maßnahmen waren nicht erfolgreich?
 

Die Behörde für Inneres und Sport - Straßenverkehrsbehörde – antwortet wie folgt:
 

Saseler Markt

 

Ausweisung Wochenmarktgelände als zeitlich begrenzter Parkplatz. Erfolgreiche Maßnahme

ab 2009 als Parkplatzangebot und störungsfreier Durchführung der Wochenmärkte.

 

Saseler Markt und Stadtbahnstraße

 

Einführung einer zeitlich befristeten Parkscheibenregelung ( 2 Std, Mo-Fr. 9-18 h / Sa 9-13 h ).

Erfolgreiche Maßnahme ab 2010 gegen Dauerparker

 

Kunaustraße

 

- Einführung einer zeitlich befristeten Parkscheibenregelung ( 2 Std, Mo-Fr. 9-18 h / Sa 9-

  13h ). Erfolgreiche Maßnahme ab 2010 gegen Dauerparker

 

- Anordnung einer Grenzmarkierung ggü. dem Einmündungsbereich Karl-Ahrens-Weg zur

  Schaffung von Ausweichflächen bei Gegenverkehr. Erfolgreiche Maßnahme ab 16.05.2013

  zur Erhöhung der Leichtigkeit des Verkehrs

 

- Verlängerung einer Fahrbahnmarkierung ( VZ 295 StVO ) von Stadtbahnstr. bis Einfahrt

  Parkplatz Kunaustr./ Stadtbahnstr. Erfolgreiche Maßnahme ab 16.05.2013 zur Erhöhung der

  Leichtigkeit des Verkehrs

 

Dweerblöcken

 

- Verbreiterung von Parkplätzen durch Neumarkierung auf öffentlichem Parkplatz , Flurstück

  882. Erfolgreiche Maßnahme seit 2012 zur Erhöhung der Leichtigkeit von Parkvorgängen,

  dem Ein-/ Aussteigen in / aus Fahrzeuge(n)

 

- Ausweitung einer Haltverbotsstrecke durch VZ 283 StVO und Grenzmarkierung zur

  Schaffung von Ausweichflächen bei Gegenverkehr. Erfolgreiche Maßnahme seit 2011 zur

  Erhöhung der Leichtigkeit des Verkehrs

 

2         Wie viele Verwarnungen und Ordnungswidrigkeitsanzeigen wurden in den Jahren 2010, 2011, 2012 und 2013 durch die Polizei im Bereich Saseler Markt und den oben angeführten Straßen wegen Falschparkens und Halten/Parken mit Behinderungen geahndet? (Bitte für die einzelnen Jahre nach Tag, Überprüfungszeitraum und Anzahl der verwarnten Verkehrsteilnehmer aufschlüsseln).

 

Die Behörde für Inneres und Sport antwortet wie folgt:
 

Die Statistik der Polizei und der zuständigen Abteilung für Verwarnungs- und

Bußgeldangelegenheiten der Behörde für Inneres und Sport lässt im Sinne der Fragestellung

zu 2 ) keine Differenzierung nach Tatorten oder nach der konkreten Art des Verkehrsverstoßes

im ruhenden Verkehr zu. Eine derartige Auswertung würde die nachträgliche Auswertung

sämtlicher Verfahren (sofern diese nicht bereits aufgrund beschränkter Speicherfristen

gelöscht sind) erfordern. Dieses ist mit vertretbarem Verwaltungsaufwand nicht möglich.
 

3.      Welche Möglichkeiten zur Erhöhung der Anzahl an Parkplätzen außerhalb der Marktfläche rund um den Saseler Markt wurden im Zuge der aktuellen Pläne zur Neugestaltung des Saseler Marktes geprüft? Welche Ergebnisse sind dabei herausgekommen?
 

 

Das Bezirksamt antwortet wie folgt:

 

Im  Rahmen des vorangeschalteten Gutachtens: „Entwicklungsperspektive Saseler Markt,

Potential- und Entwicklungskonzept“, (Büro Düsternhöft, konsalt, Nov. 2008) wurden zur

annähernden Kompensation der für die vorgeschlagene Umgestaltung des Marktplatzes

wegfallenden Stellplätze,
 

a) der „Ausbau des Stellplatzangebotes am Dweerblöcken als Parkpalette“ (geschätzter

    Gewinn: + 32 Stellplätze) sowie

 

b) die „Integration von (öffentlich nutzbaren) Stellplätzen in den Untergeschossen einer

    vorgeschlagenen Neubebauung an der Kunaustraße West (Mehrgenerationen-Wohnprojekt)

   (geschätzter Gewinn: + 60 Stellplätze) vorgeschlagen. Die Gutachter lassen die Frage der

   Umsetzbarkeit/Realisierbarkeit jedoch völlig offen.

 

Darüber hinaus wurden im Zuge der bisherigen Planungen zur Umgestaltung des Saseler

Marktplatzes keine weiteren Prüfungen vorgenommen. Der Bearbeitungsraum der Planung

war auf den inneren Bereich der Flächen des Saseler Marktplatzes mit den Straßen Saseler

Markt (südlicher Teil) sowie Kunaustraße (Ost) beschränkt und zudem hatte das Gutachten

bereits den gesamten Saseler Zentrumsbereich hierauf untersucht.
 

4.      Wie schätzt die Polizei die Auswirkungen einer Parkplatzreduzierung, wie sie in den Plänen zur Umgestaltung des Saseler Marktes vorgesehen ist, ein?
 

Die Behörde für Inneres und Sport, Straßenverkehrsbehörde, antwortet wie folgt:

Im Bereich des Saseler Marktes herrscht eine Parkdrucksituation. Bei Redzuierung von

Parkflächen wird sich der Parksuchverkehr mit all seinen negativen Auswirkungen erhöhen.

 

5. Welche Möglichkeiten sieht die zuständige Fachbehörde, die Anzahl der Parkplätze                                  rund um den Saseler Markt zu erhöhen?

 

Das Bezirksamt antwortet wie folgt:

 

Das Bezirksamt erachtet die Möglichkeiten zur Erhöhung der Parkplatzanzahl rund um den

Saseler Markt als sehr eingeschränkt. Alle derzeit verfügbaren (nicht bebauten) privaten wie

öffentlichen Flächen sind bereits mit Stellplätzen belegt.

 

Die Umsetzbarkeit der von den Gutachtern (siehe zu 3.) vorgeschlagenen Lösungsvorschläge

wird von fachlicher Seite keine Realisierungsmöglichkeit eingeräumt: 

 

a) Der Bau sowie die Unterhaltung einer Parkpalette auf dem städtischen Grundstück

    Dweerblöcken dürfte weder aus öffentlichen Mitteln noch aus privater Iniative wirtschaftlich

    vertretbar sein. Angesichts der hierfür notwendigen erheblichen Investition in Bau und

    Grunderwerb (bei Privat) ist die Zahl der möglichen Stellplätze und der hieraus zu

    generierenden Einnahmen zu gering (mangelnde Wirtschaftlichkeit).

 

b) Auch für den Vorschlag einer Integration öffentlich nutzbarer Stellplätze an der Kunaustraße

    im Zuge der Ermöglichung einer Bebauung stellt sich angesichts der hierfür erheblichen

    Investitionskosten die Wirtschaftlichkeitsfrage. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der

    aus dem Stadtteil wiederholt geforderten Beibehaltung einer Nichtbewirtschaftung der öffent-
  lich nutzbaren Stellplätze.

 

Eine erforderliche Bewirtschaftung der vorgeschlagenen Stellplatzanlagen würde zwingend

auch eine entsprechende Bewirtschaftung sämtlicher öffentlichen Stellplätze rund um den

Saseler Markt erfordern, was seitens des Stadtteils wie der Geschäftstreibenden bislang nicht

gewünscht ist. Zudem wäre eine Verlagerung des Parkdrucks und somit auch eine Erhöhung

des Parksuchverkehrs in die weiteren (kostenfreien) Parkplätze des Umfelds (Seitenstraßen)

zu erwarten.

 


Anlage/n:

 

ohne