Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-4154  

 
 
Betreff: Erneute Prüfung der Sozialindizes an den Rahlstedter Grundschulen Kamminer-Straße und Wildschwanbrook
Beschluss der Bezirksversammlung vom 06.06.2013 (Drs.-Nr.: 19/3784)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage BV-Vorsitz
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
15.08.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek überwiesen   
Jugendhilfeausschuss
21.08.2013 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses zur Kenntnis genommen   
Regionalausschuss Rahlstedt
04.09.2013 
Sitzung des Regionalausschusses Rahlstedt (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Folgender Beschluss wurde gefasst:

Die Fachbehörde wird gebeten

1.      an den Standorten Kamminerstraße und Wildschwanbrook eine erneute Prüfung der Sozialindizes vorzunehmen,

2.      für den Fall einer erneuten Befragung der Eltern auch fremdsprachliche Fragebögen anzubieten sowie

3.      die Bezirksversammlung zügig über das Ergebnis zu informieren und die möglichen Veränderungen zu erläutern und zu begründen.

 

 

Die auf der Basis von Daten für alle Schulen errechneten Belastungswerte sind Grundlage für die Einstufung in die Belastungsstufen 1 bis 6.

Im Übrigen nimmt die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) in obiger Angelegenheit zum Antrag Drs. 19/3784 wie folgt Stellung:

 

 

Zu 1. und 3.:

 

Die vorhandenen Daten der zwei Grundschulen Kamminer-Straße und Wildschwanbrook wurden anlässlich dieses Antrags auf ihre Plausibilität hin überprüft. Zur Berechnung der Sozialindizes, zu den für die Berechnung ausgewählten Variablen sowie den möglichen Minima und Maxima der Einzelvariablen siehe Drs. 20/7094.


Schule Kamminer Straße

 

a.      Für die Befragung ausgewählt wurden in der Schule Kamminer Straße die Klassen 3a, 3b, 4a und 4b. Die Rücklaufquote war sehr hoch (ca. 86 Prozent der Fälle).

b.      In Anhang 1 (Vergleich der Ergebnisse in den Einzelvariablen für die Schule Kamminer Straße mit durchschnittlichen Werten aller Schulen mit Sozialindex 2 und 3) ist ersichtlich, dass die Schule Kamminer Straße in 17 der 24 Variablen in Bezug auf die Belastung günstigere Werte aufweist als durchschnittliche Schulen mit dem Sozialindex 2.

c.      Aus dem Datenblatt „Schule im Überblick“ für die Schule Kamminer Straße (Anhang 2, S. 1) ist erkennbar, dass die Schule weniger Kinder mit Migrationshinweis aufweist als durchschnittliche Schulen mit dem Sozialindex 2.

d.      Darüber hinaus ist aus ebd. Datenblatt ersichtlich, dass die Schule zwar von einem hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern aus Gebieten mit sehr niedrigem RISE-Statusindex besucht wird (42 Prozent im Vergleich zu 50 Prozent an durchschnittlichen Schulen mit dem Sozialindex 2), jedoch einen sehr viel höheren Anteil an Schülerinnen und Schülern aufweist, die aus RISE-Gebieten mit mittlerem Statusindex stammen (54 Prozent im Vergleich zu 26 Prozent an durchschnittlichen Schulen mit dem Sozialindex 2). Dies deutet auf eine heterogenere Schülerschaft als an typischen Schulen mit Sozialindex 2 hin.

 

Insgesamt lässt sich sowohl aus den Rücklaufquoten und den Ergebnissen der Befragung als auch aus dem Abgleich mit den amtlichen Daten (Datenblatt „Schule im Überblick“) für die Schule Kamminer Straße keine Fehleinstufung ableiten.

 

Schule Wildschwanbrook

 

a.      Für die Befragung ausgewählt wurden in der Schule Wildschwanbrook die Klassen 3b, 4a, 4b und 4c. Die Rücklaufquote lag bei 67 Prozent der Fälle, das Minimum für eine auswertbare Rücklaufquote lag bei über 40 Prozent.

b.      In Anhang 3 (Vergleich der Ergebnisse in den Einzelvariablen für die Schule Wildschwanbrook mit durchschnittlichen Werten aller Schulen mit Sozialindex 2 und 3) ist ersichtlich, dass die Schule Wildschwanbrook in 18 der 24 Variablen günstigere Werte aufweist als durchschnittliche Schulen mit dem Sozialindex 2.

c.      Aus dem Datenblatt „Schule im Überblick“ für die Schule Wildschwanbrook (Anhang 4, S. 1) ist erkennbar, dass die Schule weniger Kinder mit Migrationshinweis aufweist als durchschnittliche Schulen mit dem Sozialindex 2.

d.      Darüber hinaus ist aus ebd. Datenblatt ersichtlich, dass die Schule in Bezug auf die RISE-Gebiete, aus denen die Schülerinnen und Schüler stammen, eine weniger belastete Schülerschaft aufweist als durchschnittliche Schulen mit dem Sozialindex 2. Der Anteil von Familien aus Gebieten mit einem mittleren RISE-Statusindex ist niedriger als an durchschnittlichen Schulen mit dem Sozialindex 2 (29 Prozent im Vergleich zu 52 Prozent). Dem entgegen stehen jedoch mehr Familien aus Gebieten mit einem hohen RISE-Statusindex (12 Prozent im Vergleich zu 1 Prozent), mehr Familien aus Gebieten mit einem niedrigen RISE-Statusindex (56 Prozent im Vergleich zu 18 Prozent) und weniger Familien aus Gebieten mit einem sehr niedrigem RISE-Statusindex (2 Prozent im Vergleich zu 28 Prozent).

 

Insgesamt lässt sich sowohl aus den Ergebnissen der Befragung als auch aus dem Abgleich mit den amtlichen Daten (Datenblatt „Schule im Überblick“) für die Schule Wildschwanbrook keine Fehleinstufung ableiten.

 

 

Zu 2.:

 

Alle Informationen für Eltern über die Erhebung waren in den Sprachen Englisch, Französisch, Russisch, Dari, Farsi und Türkisch verfügbar. Die Fragebögen selber waren, um eine Vergleichbarkeit herzustellen, auf Deutsch, da im Vorfeld der Aktualisierung des Sozialindex keine Möglichkeit gegeben war, wie für mehrsprachige Befragungen erforderlich, Vorstudien zur Sicherung der kulturellen Vergleichbarkeit und statistischen Messinvarianz über die verschiedenen Sprachen hinweg durchzuführen. Eine Übersetzung wäre somit mit dem Risiko eines systematischen Informationsverlusts und damit einer Ergebnisverzerrung einhergegangen. Im Übrigen ist festzustellen, dass es keinen systematischen Zusammenhang zwischen dem Anteil von Kindern bzw. deren Sorgeberechtigten mit Migrationshintergrund in den einzelnen Schulen und der Rücklaufquote für die ausgefüllten Fragebögen gibt. Zudem sind befragungsunabhängige wohnortbezogene Sozialraumdaten auf Ebene der statistischen Gebiete für jeweils alle Schülerinnen und Schüler der Schulen einbezogen worden. Diese Daten, die bezogen auf den jeweiligen Schulstandort wesentlich genauer sind als allgemeine Stadtteildaten, werden vom Statistikamt Nord zur Verfügung gestellt (siehe hierzu Drs. 20/7094 und Drs. 20/7784).

 


Petitum/Beschluss:

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

 


Anlage/n:

Anhang 1 (Vergleich Schule Kamminer Straße)

Anhang 2 (Datenblatt „Schule im Überblick“ für die Schule Kamminer Straße)

Anhang 3 (Vergleich Schule Wildschwanbrook)

Anhang 4 (Datenblatt „Schule im Überblick“ für die Schule Wildschwanbrook)