Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-4240  

 
 
Betreff: Urban Gardening – neues Gärtnern in Hamburg
Antrag der GRÜNEN-Fraktion
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
15.08.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Urban Gardening oder „gemeinschaftliches Gärtnern“ erfreut sich in den Großstädten weltweit wachsender Beliebtheit. Was einst in New York seinen Anfang nahm, hat sich auch in Hamburg bereits etabliert. Menschen kommen zusammen und bestellen Beete, zupfen Unkraut, ernten und verspeisen zu guter Letzt das gemeinsam angepflanzte.

 

Dabei zeigt sich, dass diese Form des Beisammenseins über sämtliche kulturellen und sozialen Grenzen hinweg verbindet. In Urban-Gardening-Projekten arbeiten Menschen unterschiedlicher Herkunft, Einkommenslage, Familiensituation und Alters zusammen. Gerade in der Anonymität der Großstadt entwickeln sich Urban-Gardening-Projekte zu Inseln für Zusammenhalt und Gemeinwesen.

 

Neben dieser sozialen Funktion hat Urban Gardening auch den positiven Effekt, dass das klassische „Gärtnern“ den damit verbundenen Kreislauf der Natur und die verantwortungsvolle Pflege von Pflanzen ins Bewusstsein rückt und dass dadurch Lebensmitteln ein neuer Stellenwert beigemessen wird. Insbesondere Kinder, die in der Stadt sonst von der Entstehung ihres Essens nichts mitbekommen, profitieren von diesen Zusammenschlüssen des urbanen Gärtnerns in besonderem Maße.

 

Viele Städte haben diese Chancen erkannt, sie fördern das Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger für Urban Gardening oder initiieren selbst Projekte. Prominente Beispiele sind „Incredible Edible“ Todmorden in West Yorkshire oder die „Essbare Stadt“ Andernach am Rhein.

 

2009 hat die Bürgerschaft den Senat aufgefordert, eine Konzeption zur Unterstützung von City Farming und interkulturellen Gärten für Hamburg zu entwickeln (Drs. 19/3869).  Infolge dessen gibt es in Hamburg  bereits verschiedene Urban-Gardening-Projekte, wie z.B. das Gartendeck und die Keimzelle auf St. Pauli oder das Tutenberg-Institut für Umweltgestaltung e.V. in Altona. Informationen über die bisher bekannten Projekte enthält die Antwort auf die Schriftliche Kleine Anfrage Drs. 20/3968.

 

Den vorhandenen Projekten ist allen gemein: Sie lassen durch die Eigeninitiative von Interessierten ungenutzte Brachen in der Stadt erblühen. Die Schwierigkeit ist allerdings, geeignete Flächen zu finden, die den Ansprüchen der Pflanzen nach Sonne, Regen und Luft genügen und die zumindest temporär nicht genutzt werden. Die Bezirke Altona, Eimsbüttel und Mitte unterstützen Interessierte bei der Suche nach geeigneten Flächen.

 

Die Bezirksversammlung Wandsbek hat im August 2012 auf Initiative  von SPD und GAL die Verwaltung gebeten zu prüfen, ob sich das Projekt „Essbare Stadt“ auch für Wandsbek eignet. Das wurde seinerzeit negativ beurteilt, weil von einem sehr großen Projektumfang und der Beteiligung der Verwaltung an der Umsetzung ausgegangen wurde.

 

Inzwischen wenden sich Wandsbeker Bürgerinnen und Bürger aus den dichter besiedelten Gebieten des Bezirks wie Bramfeld und dem Wandsbeker Kerngebiet an Politiker mit der Bitte um Unterstützung bei der Flächensuche für Urban-Gardening-Initiativen. Hier könnte die Wandsbeker Verwaltung helfen, indem sie öffentliche Flächen identifiziert, die als Gartenanlagen insbesondere auch zum Ziehen von Gemüse geeignet sind und auf die potentielle Gärtner und Gärtnerinnen zurückgreifen können.

 

In Folge dessen möge die Bezirksversammlung Wandsbek folgenden Beschluss fassen:

 


Petitum/Beschluss:

Die Verwaltung wird gebeten

1.  Flächenpotentiale zu ermitteln, die sich für Urban-Gardening-Projekte eignen,

2.  ggf. das Vorhandensein von Flächen für Urban-Gardening öffentlich zu machen

3. und das Ergebnis dem Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz vorzustellen

 


Anlage/n:

keine Anlage/n