Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-4360  

 
 
Betreff: Biotopschutz in Hamburg-Rahlstedt
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Verfasser:Astrid Boberg (GRÜNE)
Karin Jung (GRÜNE)
Joachim Nack (GRÜNE)
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt Beteiligt:Fachamt Management des öffentlichen Raumes
    Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
19.09.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Zwischen den Straßen Wehlbrook, Buchwaldstraße, Wiesenredder und Großlohering in Hamburg-Rahlstedt befinden sich als grüne Oase ausgedehnte naturbelassene Freiflächen. Diese bieten verschiedenen seltenen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat und beherbergen einige geschützte Biotope. Aufgrund der Freiraumverbindung, die diese Flächen mit Schleswig-Holstein entlang der Stellau verbindet, stellen die Flächen auch eine wertvolle Grünachse für das Stadtklima dar.

 

Die verschiedenen nicht bewaldeten Freiflächen sind durch einen als Biotop ausgewiesen Knick geschützt (Biotop Nr. 20). Das Flurstück 900 (zu erreichen durch eine Zufahrt vom Wiesenredder) ist dabei nahezu vollständig durch den geschützten Knick umschlossen.

Seit mehr als 2 Jahren berichten Anwohner immer wieder von Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz bzw. das Hamburgische Gesetz zur Ausführung des Bundesnaturschutz-gesetzes auf diesen Flächen. Den Aussagen zufolge stellt es sich so dar, dass durch mehrere Baumfällungen im Biotop ein Durchgang zwischen den Flurstücken 900 und 218 erreicht sowie die Verschattung eines bebauten Nachbargrundstücks beseitigt wurde. Weitere Beschwerden beziehen sich auf eine von diesem Nachbargrundstück ausgehend über öffentlichen Grund durch das Biotop verlegte Strom- und Wasserversorgung für den auf Flurstück 900 vorhandenen Pferdeunterstand sowie auf die Nutzung des Flurstücks 218 als Weide- und Reitfläche mit schweren Pferden über das laut BSU statthafte Maß hinaus. Ebenso werden Verstöße gegen die Knickschutzbestimmungen gemeldet, etwa das Mähen und Umzäunen der Fläche mit Elektrozäunen bis direkt an den Knick heran.

 

Zuletzt kam es Anwohnern zufolge am 21.06.2013 um 21.05 Uhr zu einer Baumfällung zwischen dem Flurstück 900 und dem südwestlich gelegenen Flurstück 899.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

  1. Welche planungs- bzw. naturschutzrechtliche Grundlage besteht für die genannte Fläche?
     
  2. Wer hat die Genehmigung zur Baumfällung am 21.06.2013 erteilt? Aus welchem Grund musste die Genehmigung erteilt werden – bitte mitteilen, wer ggf. fachkundig festgestellt hat, dass Gefahr im Verzuge war.
     
  3. Dürfen bei solchen Maßnahmen Bäume auch mit ihrem gesamten Wurzelwerk entfernt werden?
     
  4. Die Fällmaßnahmen in der Vergangenheit lassen den Rückschluss zu, dass der derzeitige Pächter das Ziel hat, die Flächen miteinander zu verbinden.

    a) Ist eine Verbindung der Flurstücke mit den planerischen Vorgaben und im Interesse des Naturschutzes sinnvoll? Bitte begründen.

    b) Falls nicht, wie könnte eine Verbindung der Flächen verhindert werden?
     
  5. Baumfällungen

    a) Für welche und wie viele Bäume im geschützten Biotop Nr. 20 (Südost- und Nordseite des Flurstücks 900) liegen seit Januar 2011 Fällgenehmigungen vor? Welche Größe (Stammdurchmesser & Höhe) hatten diese Bäume?

    b) Wurden Ersatzpflanzungen verfügt, ggf. welche?
     
  6. Wurden dem Eigentümer oder anderen Personen bzgl. der Nutzung der Flächen Auflagen gemacht? Wenn ja, welche, wann und von welcher Behörde?
     
  7. Ist - und wenn ja in welchem Umfang - eine Nutzung der Fläche für Pferdehaltung und/oder als Reitplatz mit den planerischen Vorgaben und dem Bundesnaturschutzgesetzt vereinbar? Bitte begründen.
     
  8. Welche baulichen Genehmigungen für das Flurstück 900 wurden wann erteilt?
     
  9. Ist die Strom- und Wasserversorgung des Pferdeunterstands vom benachbarten Bungalow mit den Nutzungsvor-gaben vereinbar?
     
  10. Wenn ja, wurde eine Verlegung eines Stromkabels und/oder einer Wasserleitung über öffentlichen Grund genehmigt?
     
  11. Handelt es sich bei dem Weg zwischen Flurstück 900 und dem östlich davon liegenden Eckgrundstück um einen öffentlichen Weg?
     
  12. Wurde gegen den Eigentümer oder andere beteiligte Personen zu irgendeinem Zeitpunkt ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz oder gegen die Hamburger Bauordnung eingeleitet? Wenn ja, wegen welcher Verstöße und mit welchem Ausgang?

 


 

Anlage/n:

keine Anlage/n

 

Stammbaum:
XIX-4360   Biotopschutz in Hamburg-Rahlstedt   Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   Anfrage gem. § 27 BezVG
XIX-4360.1   Biotopschutz in Hamburg-Rahlstedt   Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   Antwort zu Anfragen