Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-4620  

 
 
Betreff: Tempo 30 in der Jüthornstraße zwischen Hammer Straße und Robert-Schuman-Brücke
Beschluss der Bezirksversammlung vom 19.09.2013 (XIX-4339.1)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage BV-Vorsitz
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
14.11.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek überwiesen   
Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus
21.11.2013 
Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus zur Kenntnis genommen   
Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek
27.11.2013 
Sitzung des Regionalausschusses Kerngebiet Wandsbek zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Folgender Beschluss wurde gefasst:

Der zuständigen Fachbehörde wird empfohlen, die Jüthornstraße auf dem Teilstück zwischen der Hammer Straße und dem Kreuzungsbereich der Robert-Schuman-Brücke/ Rennbahnstraße zur Tempo 30-Zone zu erklären.

 

Die Verkehrsdirektion 5 nimmt als Zentrale Straßenverkehrsbehörde zum o.g. Beschluss wie folgt Stellung:

 

Laut Mitteilung der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation handelt es sich bei dem Abschnitt der Jüthornstraße zwischen Hammer Straße und Robert-Schuman-Brücke / Rennbahnstraße um eine zweistreifige Straße in der Zuständigkeit des Bezirksamts Wandsbek. Auch wenn die Jüthornstraße seit 2006 nicht mehr zum Netz der Hamburger Hauptverkehrsstraßen zählt, so hat sie nicht an verkehrlicher Bedeutung verloren.

Als Teil des übergeordneten Straßennetzes haben der betreffende Straßenabschnitt und seine Fortführung in östlicher Richtung als Jüthornstraße und Rodigallee bis Jenfeld und Barsbüttel eine stadtteilverbindende Funktion und nimmt sowohl lokale als auch überörtliche Verkehre auf.

 

Nach den letzten in der Jüthornstraße am 27.02.2002 durchgeführten Verkehrszählungen wurden am Messpunkt nordöstlich der Hammer Straße ein Werktagsverkehr von rd. 9.900 Kfz/24h mit einem Schwerverkehrsanteil (SV-Anteil, Kfz über 2,8t zul. Gesamtgewicht) von rd. 5% und südwestlich der Rennbahnstraße ein Wert von rd. 12.9 00 Kfz/24 h mit einem SV-Anteil von rd. 3% ermittelt. Ein Bedarf an neueren Erhebungen bestand mangels Anlass seitdem nicht.

 

Diese Verkehrsmengen stellen in Anbetracht der beschriebenen Netzbedeutung dieser Straße weder ein Kapazitätsproblem noch eine außergewöhnliche Verkehrsbelastung dar.

 

Bei den vorliegenden Verkehrsdaten handelt es sich um die Ergebnisse dieses Zähltages. Um deren Größenordnung auch heute noch als zutreffend unterstellen zu können, bestätigt ein Vergleich der im Umfeld betriebenen Verkehrspegel (Hammer Straße, Pappelallee, Rennbahnstraße, Wandsbeker Marktstraße), dass sich - wie vielfach im Hamburger Straßennetz festzustellen - die Verkehrsentwicklung auch in diesem Stadtbereich seit 2002 als konstant bzw. mit abnehmender Tendenz zeigt.

 

Die Zählwerte aus 2002 lassen eine klare Korrelation zwischen dem Verkehrsaufkommen in der nordwestlichen Eckbeziehung Robert-Schuman-Brücke und Jüthornstraße und dem in der südöstlichen Eckbeziehung Jüthornstraße / Hammer Straße erkennen. Während der SV-Anteil in der Robert-Schuman-Brücke in der hoch belasteten südöstlichen Fahrtrichtung rd. 7% (von insgesamt rd. 24.100 Kfz/24 Std.) beträgt, liegt er bei dem in die Jüthornstraße in südwestlicher Richtung rechtseinbiegenden Verkehr nur bei rund 5% (von insgesamt rd. 3700 Kfz/24 Std.). Eine übermäßige Nutzung der Jüthornstraße durch Schwerverkehr ist damit nicht gegeben.

 

Der Schwerverkehrsanteil im gesamten betrachteten Abschnitt der Jüthornstraße bewegt sich mit 3-5% an einer für die Verkehrsfunktion dieser Straße unauffälligen Größenordnung. Bei Betrachtung des die Jüthornstraße umgebenden Straßennetzes in Bezug auf die Eignung, mehr Verkehr durch anderweitige Umlenkung aufzunehmen sowie unter Berücksichtigung bereits vielfältig bestehender Fahrtrichtungsrestriktionen allein in den Knotenpunktsbereichen Wandsbeker Marktstraße / Hammer Straße / Brauhausstraße und Wandsbeker Marktstraße / Schloßstraße / Wandsbeker Allee / Robert-Schuman-Brücke (RING 2) gibt es zur Jüthornstraße als kurzwegige Verbindung zwischen dem RING 2 und der Hammer Straße keine vergleichbar akzeptable Alternative zum Erreichen der BAB A24 am Horner Kreisel.

 

Damit liegen die in der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung genannten Voraussetzungen für die Einrichtung einer Tempo30-Zone nicht vor.

 

Eine Unfallauswertung des Zeitraums Oktober 2010 bis September 2013 ergab 12 polizeilich registrierte Verkehrsunfälle (davon vier unter Beteiligung von Lkw, keiner mit Radfahrer- oder Fußgängerbeteiligung), von denen lediglich einer auf die Ursache „nicht angepasste Geschwindigkeit“ zurückzuführen ist. Aktuelle Messungen mit dem Verkehrsstatistikgerät im April 2013 ergaben einen V85-Wert von 46 km/h.

 

Die für eine streckenhafte Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h erforderliche besondere Gefahrenlage ist ebenfalls nicht zu begründen.


Petitum/Beschluss:

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.


Anlage/n:

keine Anlage/n