Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-4665.1  

 
 
Betreff: Immissionen durch den Straßenverkehr an der Hummelsbüttler Hauptstraße
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort zu Anfragen
Verfasser:Julian Georg (DIE LINKE)
Gerda Azadi (DIE LINKE)
Anke Ehlers (DIE LINKE)
Bezüglich:
XIX-4665
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
30.01.2014 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek überwiesen   
Regionalausschuss Alstertal
19.02.2014 
Sitzung des Regionalausschusses Alstertal zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Die Hummelsbüttler Hauptstraße ist eine stark frequentierte Hauptstraße. Anwohner berichten

von starken Belastungen durch Lärm, Geruch und Erschütterung.

 

Wir fragen hierzu die Verwaltung:

 

1. Wie viele Fahrzeuge passieren täglich die Hummelsbüttler Hauptstraße? Bitte nach PKW und

LKW aufschlüsseln.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation antwortet wie folgt:

 

Für die Hummelsbüttler Hauptstraße liegen der für Verkehrszählungen zuständigen Behörde keine Angaben zu durchschnittlichen täglichen / werktäglichen Verkehrsstärken (DTV / DTVw) vor, da hier nicht regelmäßig (jährlich) Zählungen durchgeführt werden. Ersatzweise können als Ergebnisse zweier Einzelzählungen von Donnerstag, dem 21. Januar 1999, folgende Tagesverkehre (TV) und Schwerverkehrsanteile (SV (Kfz > 3,5 t zulGG)) genannt werden:

 

  • Hummelsbüttler Hauptstraße, nordöstl. Hummelsbütteler Weg: TV ca. 21.700 Kfz/24Std, SV ca. 5 %
  • Hummelsbüttler Hauptstraße, nordöstl. Kurzer Kamp: TV ca. 24.200 Kfz/24Std, SV ca. 5 %.

 

2. Welche Lärmminderungsmaßnahmen sind entlang der Hummelsbüttler Hauptstraße geplant?

Bitte ausführlich beschreiben. Sollten keine geplant sein, stellen Sie bitte ausführlich dar,

warum nicht.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation antwortet wie folgt:

 

Der Straßenabschnitt von der Bezirksgrenze (Kurzer Kamp) bis zum Hummelsbütteler Weg der Hummelsbüttler Hauptstraße ist im „Programm der lautesten Straßen“ in Hamburg enthalten und damit im Lärmaktionsplan Hamburg 2013 (Stufe 2) aufgenommen.

Der Straßenabschnitt wurde jedoch nicht als eines der 16 Pilotprojekte ausgewählt. Daher sind derzeit keine Lärmminderungsmaßnahmen an der Hummelsbüttler Hauptstraße vorgesehen.

 

3. Existieren Lärmmessungen zu dem unter 1. genannten Bereich? Wenn ja, bitte die

Ergebnisse als Anlage beifügen. Wenn nein, sind Lärmmessungen geplant? Wenn ja, wann?

Wenn nein, warum nicht (bitte ausführlich begründen)?

 

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) antwortet wie folgt:

 

Ziel der „Richtlinien für straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm (Lärmschutz-Richtlinien-StV)“ ist es, den Straßenverkehrsbehörden eine Orientierungshilfe zur Entscheidung über straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen (Regelungen durch Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen) zum Schutz der Wohn-/Bevölkerung vor Straßenverkehrslärm an die Hand zu geben. Nach Nr. 2.2 der Richtlinien sind die Beurteilungspegel entsprechend den Vorgaben der „Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen – RLS-90“ zu berechnen. Örtliche Schallmessungen können nicht berücksichtigt werden, da sich die Messwerte nur auf die zum Zeitpunkt der Messungen vorhandenen Schallemissions- und Schallausbreitungsbedingungen beziehen. Es wurden daher von der BSU keine Schallmessungen durchgeführt.

 

Gleichwohl wurde 2012 im Rahmen der Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie Berechnungen von Verkehrslärmimmissionen anhand der Vorgaben der „Vorläugen Berechnungsmethode für den Umgebungslärm an Straßen – VBUS“ vom 10. Mai 2006 sowie der „Vorläufigen Berechnungsmethode zur Ermittlung der Belastetenzahlen durch Umgebungslärm – VBEB“ vom 9. Februar 2007 durchgeführt.

An den Gebäuden an der Hummelsbüttler Hauptstraße wurden an den straßenseitig orientierten Fassaden von 57 Wohngebäuden die Pegel Lden und Lnight an 231 Stellen in einer Höhe von 4 m über Geländeoberkante bestimmt. Die Pegel haben eine Spanne für Lnight von 50 dB(A) bis 64 dB(A) und Lden von 59 dB(A) bis 74 dB(A).

An 50 % der untersuchten Berechnungspunkte ist an 38 Wohngebäuden Lnight ≥ 60 dB(A) und an 37 Wohngebäuden Lden ≥ 67 dB(A).

 

4. Ist geplant, für Lastkraftwagen auf der Hummelsbüttler Hauptstraße Tempo 30 einzuführen?

Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht (bitte ausführlich begründen)?

 

Die Verkehrsdirektion nimmt in Abstimmung mit dem PK 35 wie folgt Stellung:

 

Nein.

Die rechtlichen Voraussetzungen liegen nicht vor.

 

5. Ist geplant, für Lastkraftwagen auf der Hummelsbüttler Hauptstraße ein Durchfahrverbot von

22 bis 6 Uhr einzuführen? Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht (bitte ausführlich

begründen)?

 

Die Verkehrsdirektion nimmt in Abstimmung mit dem PK 35 wie folgt Stellung:

 

Nein.

Die rechtlichen Voraussetzungen liegen nicht vor.

 

6. Ist es geplant, mit sogenanntem Flüsterasphalt die Hummelsbüttler Hauptstraße zu

versehen? Wenn ja, wann und in welchen Bereichen? Wenn nein, warum nicht (bitte ausführlich

begründen)?

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation antwortet wie folgt:

 

Lärmmindernde Asphalte werden erst bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen eingebaut. Hierfür wird, wie in Hamburg seit einiger Zeit standardmäßig im Regelwerk vorgesehen, ein sogenannter feinkörniger Splittmastixasphalt (SMA 8 Hmb) verwendet. Mit diesem Belag ist eine dauerhafte Lärmminderung von bis zu 2 dB(A) gegenüber einem herkömmlich hergestellten Vergleichsasphalt zu erwarten. Damit kann eine Lärmreduzierung gegenüber älteren Fahrbahndecken erzielt werden. An der Hummelsbüttler Hauptstraße sind derzeit jedoch keine großflächigen Sanierungsmaßnahmen vorgesehen. Im Übrigen siehe Antwort zu Frage 2.

 

7. Wann wurde die letzte polizeiliche Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt? Welche

Ergebnisse hat die Kontrolle erbracht. Bitte führen Sie die einzelnen Messergebnisse in

anonymisierter Form auf.

 

Die Verkehrsdirektion nimmt in Abstimmung mit dem PK 35 wie folgt Stellung:

 

Siehe beigefügte Aufstellungen.

 

8. Bitte legen Sie die Ergebnisse zu Geschwindigkeitsmessungen der letzten 15 Jahre in

anonymisierter Form bei.

 

Die Verkehrsdirektion nimmt in Abstimmung mit dem PK 35 wie folgt Stellung:

 

Aufzeichnungen über Geschwindigkeitsmessungen in der Hummelsbüttler Hauptstraße liegen ab 2004 vor. Siehe beigefügte Aufstellung.

 

9. Bitte legen Sie die Unfallstatistik für die Hummelsbüttler Hauptstraße für die letzten 15 Jahre

in anonymisierter Form bei.

 

Die Verkehrsdirektion nimmt in Abstimmung mit dem PK 35 wie folgt Stellung:

 

Siehe beigefügte Auswertungen vom 01.10.1997 bis 31.12.2013.

 

10. Ist es geplant, die Hummelsbüttler Hauptstraße in den Hamburger Lärmaktionsplan

aufzunehmen? Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht (bitte ausführlich begründen)?

 

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) antwortet wie folgt:

 

Der Straßenabschnitt von der Bezirksgrenze (Kurzer Kamp) bis zum Hummelsbütteler Weg der Hummelsbüttler Hauptstraße ist im „Programm der lautesten Straßen“ in Hamburg enthalten und damit im Lärmaktionsplan Hamburg 2013 (Stufe 2) aufgenommen.

 

 

11. Liegen Ergebnisse zu Abgasmessungen entlang der Hummelsbüttler Hauptstraße vor?

Wenn ja, bitte die Ergebnisse beifügen. Bitte Jahr und Monat der Messung nennen.

 

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) antwortet wie folgt:

 

Nein.

 

12. Sofern keine Messungen vorliegen, würde uns interessieren, ob Messungen geplant sind,

und wenn ja, wann? Wenn nein, warum sind keine Messungen geplant?

 

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) antwortet wie folgt:

 

Messungen sind nicht geplant.

Die Hummelsbüttler Hauptstraße gehört zu den Hauptverkehrsstraßen, für die in dem für die BSU erstellten Gutachten "Berechnung Kfz-bedingter Schadstoffemissionen und Immissionen in Hamburg" (Ing.Büro Lohmeyer, 2010) die durch den Kfz-Verkehr verursachten Emissionen für das Prognosejahr 2011 berechnet wurden. Sofern in bestimmten Straßenabschnitten ungünstige Ausbreitungsbedingungen durch eine relevante Randbebauung gegeben waren, wurde mit einem vereinfachten Straßenmodell auch die Immissionskonzentration berechnet. Dabei kalkuliert das Modell insgesamt konservativ, d. h. es gelangt im Zweifelsfall zu überschätzenden Ergebnissen. Die höchste berechnete Stickstoffdioxidbelastung betrug in der Hummelsbüttler Hauptstraße 42 µg/m³, was somit die mutmaßliche Obergrenze der Belastung durch Stickstoffdioxid darstellt. Aus der in dieser Höhe abgeschätzten Belastungssituation ergibt sich kein Bedarf für Messungen.

 

13. Liegen Beschwerden von Anwohnern über Erschütterungen vor? Wenn ja, bitte in

anonymisierter Form beifügen.

 

Die Verkehrsdirektion nimmt in Abstimmung mit dem PK 35 wie folgt Stellung:

 

Der Polizei liegen für die Hummelsbüttler Hauptstraße keine Beschwerden im Sinne der Anfrage vor.


Anlage/n:

Geschwindigkeitsmessungen

Lasermessung

Auswertung Verkehrsunfalldaten    

Stammbaum:
XIX-4665   Immissionen durch den Straßenverkehr an der Hummelsbüttler Hauptstraße   Interner Service   Anfrage gem. § 27 BezVG
XIX-4665.1   Immissionen durch den Straßenverkehr an der Hummelsbüttler Hauptstraße   Interner Service   Antwort zu Anfragen