Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-5136  

 
 
Betreff: Vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren Rahlstedt 130 - Spitzbergenweg
- Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens und öffentliche Plandiskussion am 12.05.2014
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Planungsausschuss
25.03.2014 
Sitzung des Planungsausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

  1. Ausgangslage

 

Im Nahversorgungszentrum „Meiendorfer Weg“ am Spitzbergenweg beabsichtigt Fa. Profilia in Zusammenarbeit mit Fa. Edeka eine bauliche Umgestaltung in größerem Umfang: Das Nahversorgungszentrum soll erneuert und an zeitgemäße Anforderungen angepasst werden. In den Obergeschossen sollen ca. 120 Wohnungen, davon mind. 30 % öffentlich gefördert, geschaffen werden.

 

Der Planungsausschuss wurde in seiner Sitzung am 17.12.2013 über dieses Vorhaben informiert (siehe Drucksache XIX-4719). Der Vorhabenträger hat seine Planung in der Zwischenzeit grundlegend überarbeitet.

 

  1. Überarbeitung des städtebaulichen Konzepts – Vorgelegte Varianten

 

Weiterhin geplant ist der Neubau eines Lebensmittelmarktes mit ergänzenden Ladenflächen. In den neuen Entwürfen dient nun ein Vorplatz zur fußläufigen Erschließung der Einzel­handels­flächen und als Aufenthaltsfläche mit öffentlichem Charakter. Zudem wurde verstärkt auf eine Anbindung des anschließenden Grünzugs eingegangen.

 

Über den Einzelhandelsflächen sind in zwei bis drei Obergeschossen Wohnnutzungen vorgesehen. Um das Gebäudevolumen nicht zu massiv erscheinen zu lassen, wurde bei der Höhenentwicklung der Obergeschosse stärker auf die gegenüberliegende Bebauung eingegangen. Die zwischen den Wohnungen auf Ebene 1 (Dächer) liegende Fläche dient u.a. als Kinderspielfläche; ob diese ausreicht, ist im weiteren Verfahren zu prüfen.

 

An der Einmündung Wildschwanbrook in den Spitzbergenweg ist an Stelle der hier bisher angedachten Rückseite des Lebensmittelmarktes nun ein freistehendes viergeschossiges Wohngebäude vorgesehen. Durch ein Abrücken von der nordöstlich benachbarten Rogate-Kirche entsteht ein Vorplatz, der die Sichtbarkeit der Kirche gewährleistet.

 

Stellplätze werden bei allen Varianten in einer Tiefgarage untergebracht, welche durch eine ebenerdige, eingeschossige Parkgarage ergänzt wird. Wie von der Hochbahn gefordert, sehen die Varianten eine Buswendemöglichkeit für die zeitweise dort endende/beginnende Buslinie 275 vor; die genaue Anordnung eines Busüberliegers (Warteplatz) ist im weiteren Verfahren zu klären.

 

Der Vorhabenträger hat drei Varianten (zzgl. einer Untervariante) vorgelegt, die sich in der Anordnung der Baukörper, des Vorplatzes und der Erschließung unterscheiden:

 

  • Bei Variante 1 und Variante 3 ist ein räumlicher und funktionaler Zusammenhang mit dem  nördlich bestehenden Penny-Markt möglich. Der Vorhabenträger prüft derzeit, ob die Flächen des Penny-Marktes in das Vorhaben einbezogen werden können; ggf. müsste die Planung ergänzt werden. Bei Variante 2 wird der Vorplatz südlich des Lebensmittelmarktes angeordnet, sodass eine räumliche Verbindung zur südöstlich benachbarten Kirche entsteht. 
  • Bei den Varianten 2 und 3 wird die bestehende Straßenkehre im Norden an den Wildschwanbrook angebunden (Verbindung bei Var. 2.2 teilweise überdeckelt), sodass Sackgassen vermieden werden. Diese Verbindung dient auch der erwähnten Buswendemöglichkeit. Bei Variante 1 wird die Buswendemöglichkeit über die bestehende  Straße im Süden gewährleistet, welche in den Obergeschossen teilweise durch Wohnungen überbaut wird.  Die vorgeschlagenen Erschließungsvarianten sind in jedem Fall im weiteren Verfahren gutachterlich zu überprüfen, woraus sich Anpassungsbedarfe z.B. hinsichtlich der Querschnitte, Schleppkurven u.ä. ergeben können.
  • Bei Variante 1 führt die bestehende von Nordosten kommende Grünverbindung in direktem Wege auf die geplante Platzfläche. Auch bei den übrigen Varianten ist eine Anbindung an die Platzfläche gewährleistet, jedoch nicht direkt einsehbar.

 

Die Varianten werden dem Ausschuss in einem mündlichen Vortrag durch die Architekten und den Vorhabenträger erläutert. Diese Varianten sollen auch bei der Öffentlichen Plandiskussion verwendet werden.

 

  1. Geltendes Planrecht, Planbedarf, Plangebiet

 

Die benötigten Grundstücksflächen sind im geltenden Bebauungsplan Rahlstedt 9 als Sondergebiet Läden, Gewerbegebiet und Straßenverkehrsflächen festgesetzt; zur Realisierung des Vorhabens ist daher die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans erforderlich.

 

In das Plangebiet sollen auch die Gemeinbedarfsflächen der östlich benachbarten Kirche einbezogen werden. Die Kirche plant mittelfristig, ihren nordwestlichen Gebäudekörper durch einen Neubau zu ersetzen; dies soll im Bebauungsplan berücksichtigt werden. Um adäquates Planrecht schaffen zu können, ist außerdem der Einbezug des nördlich liegenden Penny-Marktes in das Plangebiet vorgesehen.

 

Zur Umsetzung der Planung ist die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans erforderlich. Im Arbeitsprogramm Bebauungsplanung 2014 ist dieses zur Einleitung vorgesehen (B.1-Liste). Das Verfahren soll als vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren und voraussichtlich als Verfahren der Innenentwicklung nach § 13a BauGB durchgeführt werden.

 

Das Plangebiet ist im Flächennutzungsplan der Freien und Hansestadt Hamburg als „Wohnbaufläche“ dargestellt. Das Landschaftsprogramm stellt als Milieu „verdichteten Stadtraum“ und keine zusätzliche milieuübergreifende Funktion dar. Daraus ergeben sich auch auf Ebene von Flächennutzungsplan und Landschaftsprogramm Änderungsbedarfe.

 

Es wird vorgeschlagen, ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren mit der Bezeichnung Rahlstedt 130 einzuleiten und am 12.05.2014 eine öffentliche Plandiskussion in Rahlstedt durchzuführen; der genaue Ort wird noch bekannt gegeben. Eine Auswertung der öffentlichen Plandiskussion und Variantenentscheidung kann auf Grund der zeitlichen Zusammenhänge erst nach den Hamburger Sommerferien erfolgen.


Petitum/Beschluss:

 

Der Planungsausschuss wird gebeten,

a)      der Einleitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens Rahlstedt 130

und

b)      der Durchführung einer öffentlichen Plandiskussion am 12.05.2014

zuzustimmen.


Anlage/n:

Plangebiet vorhabenbezogener Bebauungsplan Rahlstedt 130

Entwürfe des baulichen Konzepts (verschiedene Varianten)