Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-5244  

 
 
Betreff: Vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren Eilbek 15 - Dreiecksfläche
- Auswertung des öffentlichen Planungsworkshops am 13.02.2014
- Drs. XIX-4898, Eilbek 15 - Planungsworkshop zur Bebauungsplanung auf der Dreiecksfläche, Eingabe
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Planungsausschuss
15.04.2014 
Sitzung des Planungsausschusses vertagt   
06.05.2014 
Sitzung des Planungsausschusses vertagt   
Planungsausschuss

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

A. Auswertung des Planungsworkshop

 

Am 13.02.2014 wurde in Umsetzung des Ausschussbeschlusse vom 17.12.2014 zu Drs. XIX-4809 im Bürgersaal Wandsbek ein Planungsworkshop zur vorgesehenen Bebauung der sogenannten Dreiecksfläche, gelegen zwischen Hasselbrookstraße, Papenstraße und Peterskampweg durchgeführt. Ziel der Veranstaltung sollte ein offener, aktiver Dialog mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern über die Umsetzung des Wohnungsbauvorhabens mit ca. 60 Wohnungen, davon mindestens 30 % öffentlich gefördert, und einer Kindertagesstätte mit etwa 60 Plätzen sein. Inhalt und Verlauf des Planungsworkshops sind der als Anlage beigefügten Dokumentation zu entnehmen.

 

Wesentliche Ergebnisse des Workshops sind aus Sicht der Verwaltung

-       die Verlagerung der Kindertagestätte an die Ostseite der Dreiecksfläche,

-       die Wahrung des städtebaulichen Maßstabes von Eilbek, möglichst durch Erhalt einer aus der Umgebung ableitbaren Traufhöhe,

-       ein möglichst erweiterter Baumerhalt, insbesondere eines oder mehrerer prägnanter Einzelbäume am Nordrand der Dreiecksfläche,

-       die Realisierung einer ausreichenden Bruttogeschossfläche zur Sicherung der konzeptionellen Vorgaben und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit des Vorhabens sowie

-       eine verkehrstechnisch zu überprüfende, mögliche Reduzierung von Straßenverkehrsflächen im Bereich der Papenstraße zugunsten öffentlichen Freiraums, insbesondere des Jakobiparks.

 

Auf die Eingabe Drs. XIX-4898 zum Planungsworkshop zur Bebauungsplanung auf der Dreiecksfläche hatte die Verwaltung zu Beginn des Planungsworkshops hingewiesen. Aufgrund des Beschlusses der Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnungsbau vom 13.12.2013 muss die weitere Planung für die Bebauung der Dreiecksfläche die o.g. Rahmenbedingungen berücksichtigen. Die von der Petentin geforderte Ergebnisoffenheit des Planungsworkshops war jedoch innerhalb des gesteckten Rahmens gegeben und wird u.a. mit den folgenden Varianten für eine Bebauung der Dreiecksfläche ausreichend dokumentiert.

 

Die Verwaltung geht davon aus, dass die Eingabe mit der Weiterleitung der Vorlage an die Petentin durch die Geschäftsstelle der Bezirksversammlung erledigt ist.

 

 

B. Überarbeitung des Bebauungskonzepts in Varianten

 

Im Anschluss an den Planungsworkshop wurden vom Vorhabenträger drei Varianten entwickelt, die die o.g. Ergebnisse als Handlungsempfehlungen in unterschiedlicher Ausprägung umsetzen und sich insbesondere in der Anordnung des Baukörpers auf dem Grundstück unterscheiden. Alle drei Varianten ordnen die Kindertagesstätte in einem zweigeschossigen, aus dem Hauptbaukörper herausgezogenen Gebäudeteil auf der Ostseite des Baugrundstückes mit Bezug zu einer Außenspielfläche an.

 

Variante 01

Die Variante 01 stellt eine Weiterentwicklung des in der öffentlichen Plandiskussion vorgestellten Bebauungskonzeptes dar. Dabei wurde der Baukörper am östlichen Ende zugunsten des Erhalts der östlichen, besonders wertvollen und entwicklungsfähigen Kastanie verkürzt, die Kindertagesstätte südlich des empfindlichen Baumkronentraufbereichs angeordnet. Die Blutbuche an der Nordwestecke des Grundstücks kann ebenfalls weiterhin erhalten werden. Die Tiefgaragenzufahrt erfolgt in veränderter Lage von Norden von der Papenstraße. Südlich des Gebäudes werden weiterhin optimal belichtete, zusammenhängende wohnungsbezogene Freiflächen und der Großteil der erforderlichen Kinderspielflächen vorgesehen.

Um die an der Ostspitze entfallende Baumasse auszugleichen, wird der verbleibende Baukörper um ein zusätzliches Geschoss ergänzt. Dies führt zu fünf Geschossen zuzüglich Staffelgeschoss.

Um die Traufhöhen aus dem Umfeld aufzunehmen, könnte alternativ entlang der Papenstraße und des Peterskampwegs eine doppelte Zurückstaffelung oberhalb des vierten Vollgeschosses vorgesehen werden und zum Ausgleich dafür zur Hasselbrookstraße auf eine Staffelung der Geschosse verzichtet werden.

 

Variante 02

In dieser Variante wird der Baukörper parallel zur Hasselbrookstraße und zum Peterskampweg entwickelt, indem die Raumkanten der benachbarten Baublöcke aufgenommen werden. Die Kindertagesstätte wird als zweigeschossiger Baukörper in einer Flucht mit dem Wohnungsbau parallel zur Hasselbrookstraße angeordnet. Die mit der Variante 02 gewählte Anordnung des Baukörpers erhält die prägenden Einzelbäume am Nordrand (zwei Kastanien, eine Platane, eine Blutbuche) zumindest flächenmäßig. Ob die reduzierte Besonnung und die Nutzungsansprüche an den Freiraum langfristig einen dauerhaften Erhalt der Bäume ermöglichen, steht unter Vorbehalt. Die Tiefgaragenzufahrt erfolgt weiterhin vom Peterskampweg, u.a. auch um die im Norden liegenden und weitgehend verschatteten Frei- und Kinderspielflächen nicht zu zerschneiden.

Zur Realisierung des angestrebten Bauvolumens wird die östliche Spitze des Baukörpers durch ein zusätzliches (sechstes) Geschoss betont. Eine Staffelung des fünften Geschosses (als Vollgeschoss) kann ohne BGF-Verlust nur entlang des Peterskampwegs und der Hasselbrookstraße erfolgen.

 

Variante 03

Eine dritte Variante schlägt einen Baukörper vor, der einen großmöglichen Baumerhalt anstrebt. Die Ausbildung klarer städtebaulicher Raumkanten als Weiterentwicklung der typischen Eilbeker Blockrandbebauung ist dadurch jedoch nicht möglich. Für den flächenmäßiger Erhalt der beiden Kastanien und der Platane am Nordrand des Grundstücks müsste im Gegenzug die den Kreuzungsbereich prägende Blutbuche im Nordwesten gefällt werden. Ob die reduzierte Besonnung und die Nutzungsansprüche an den Freiraum langfristig einen dauerhaften Erhalt der Bäume ermöglichen, steht unter Vorbehalt. Die wohnungsbezogenen Freiflächen werden nur in kleineren, zum Teil verschatteten Teilflächen im Südwesten wie auch im Norden angeordnet. Die Tiefgaragenzufahrt ist in dieser Variante von der Papenstraße aus, innerhalb der Freiflächen vorgesehen.

Eine Staffelung des fünften Geschosses (als Vollgeschoss) erfolgt nur entlang des Peterskampwegs und der Hasselbrookstraße.

 

Aus Sicht der Verwaltung erfüllen die Varianten 01 und 02 ebenso wie die bisherige Planung einen Großteil der städtebaulichen Anforderungen an eine Bebauung der Dreiecksfläche. Variante 03 weist dagegen erhebliche städtebauliche Schwächen auf, der verfolgte Baumerhalt erfolgt in dieser Variante zum Teil zu Lasten anderer, im bisherigen Bebauungskonzept gesicherter Bestandsbäume (Blutbuche, ggf. Straßenlinde im Bereich der Tiefgaragenzufahrt) und erscheint gleichwohl nicht langfristig gesichert. Zudem wird die im Umfeld prägende Blockrandbebauung nicht konsequent fortgeführt, ohne an dieser Stelle eine prägnante Alternative anzubieten.

 

Für alle Varianten gilt, dass die Baukörperdarstellungen schematisch zu verstehen sind und der Weiterentwicklung im Detail bedürfen. Ebenso muss eine der Umgebung angemessene Baugestaltung noch entwickelt werden.

 

 

C. Konzeptüberlegungen zur Umgestaltung der östlichen Papenstraße

 

Im Bürgerworkshop wurde auch die Idee einer Aufhebung von Straßenverkehrsflächen zugunsten eines erweiterten Freiflächenverbundes im östlichen Bereich der Papenstraße sowie der daran anschließenden Parkplatzanlage erörtert. Hierdurch könnte der Jakobipark in Richtung Hasselbrookstraße erweitert werden und eine möglichst barrierearme Verknüpfung des Kita-Geländes mit dem Park erreicht werden. Der Vorhabenträger hat in Abstimmung mit der Verwaltung durch ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung drei grundsätzliche Konzept-varianten erarbeiten lassen. Für die Schaffung zusätzlicher Grünflächen müssten jeweils zehn Parkstände in der Parktasche östlich der Papenstraße entfallen, könnten aber teilweise durch zusätzliche Parkstände an anderer Stelle ausglichen werden.

 

Konzeptvariante 1

In Variante 1 wird der Planfall unterstellt, dass die Papenstraße ab Höhe des südlichen Parkeingangs aufgehoben und eine den verkehrlichen Ansprüchen entsprechend dimensionierte Wendekehre hergestellt wird. Dabei greift der asymmetrisch angeordnete Wendekreis inkl. seiner Nebenflächen in den Bereich des südlichen Parkeingangs ein. Dieser Eingriff könnte vertreten werden, da hier größtenteils bereits versiegelte Fläche beansprucht wird und Baumbestand in anderen Zusammenhängen bereits entfernt wurde. Der Verkehr aus der Papenstraße wird damit insgesamt auf den Knoten Papenstraße/Peterskampweg verlagert. Die bestehende Fuß- und Radwegverbindungen zur Hasselbrookstraße können bestehen bleiben.

 

Konzeptvariante 2

In Variante 2 wird auf Höhe des südlichen Eingangs zum Jacobipark eine Wendeanlage für Fahrzeuge bis 9,00 m länge vorgesehen. Der Abfluss des Verkehrs der Stadtreinigung sowie der Feuerwehr wird über eine selektive Durchfahrtsmöglichkeit mit Einbahnstraßenregelung gewährleistet. Auch können bestehende Fuß- und Radwegverbindungen verbleiben. Der übrige Verkehr aus der Papenstraße wird zukünftig auf den Knoten Papenstraße/ Peterskampweg verlagert.

 

Konzeptvariante 3

In Variante 3 würde Papenstraße von der Kreuzung Peterskampweg bis zur Kreuzung Hasselbrookstraße als Einbahnstraße angeordnet werden. Eine Wendeanlage für Kfz ist nicht erforderlich. Die Fahrbahn eines Teilstückes der östlichen Papenstraße könnte auf einen schmaleren Querschnitt zurückgebaut werden.

 

Im Vergleich aller drei Varianten leistet Variante 1 am deutlichsten einen durchgehenden Grünverbund, Variante 2 bietet die Möglichkeit, die Verkehrsberuhigung in der östlichen Papenstraße und die Einrichtung eines Grünverbundes mit vergleichsweise wenig aufwendigen Maßnahmen zu erzielen. Variante 3 bietet die beste Flächenversiegelungsbilanz und ermöglicht, die mit der Parktasche entfallenden Parkstände fast vollständig auszugleichen

 

Die Umsetzung einer der Maßnahmen durch den Vorhabenträger wäre ggf. im Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu sichern.


Petitum/Beschluss:

 

Der Planungsausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten sowie,

  1. eine Präferenzentscheidung für eine der – einschließlich des bisherigen Konzepts – vier Bebauungsvarianten und
  2. ggf. eine Präferenzentscheidung für eine zu verfolgende Konzeptvariante für die östliche Papenstraße

zu treffen.


Anlage/n:

-       Dokumentation des Planungsworkshops zur Bebauung der „Dreiecksfläche“ (Eilbek 15)

-       Eingabe Drs. XIX-4898 Eilbek 15 – Planungsworkshop zur Bebauungsplanung auf der Dreiecksfläche

-       Auszug landschaftsplanerischer Fachbeitrag (Baumbestand)

-       bisheriges Bebauungskonzept und Varianten 01-03

-       Konzeptvarianten östliche Papenstraße 1-3