Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-5343  

 
 
Betreff: Bebauungsplanverfahren Poppenbüttel 40 - Strengesweg
- Zustimmung zur öffentlichen Auslegung
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Federführend:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Planungsausschuss
06.05.2014 
Sitzung des Planungsausschusses geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

1. Bisheriger Planungsverlauf / Anlass der Planaufstellung

Das Plangebiet umfasst insbesondere die Grundstücksflächen der Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerer-Genossenschaft (ADSG) am Strengesweg, am Windröschenweg und an der Straße Heublink. Die Anfang der 1930er Jahre errichtete Siedlung mit einer überwiegenden Doppelhaustypenbebauung auf ca. 1.000 m² großen Nutzungsparzellen, stellt bis heute im Erscheinungsbild ein Beispiel der „Backsteinstadt“ Hamburg dar, dem eine ortsbildprägende und städtebauliche Bedeutung zuzumessen ist. Gleichwohl hat die Genossenschaft auf den vorhandenen Sanierungsbedarf hingewiesen und bevorzugt mittel- bis langfristig einen Ersatz der vorhandenen Bebauung durch Neubauten. In den letzten Jahren wurde bereits die ursprüngliche Bestandsbebauung in einigen Fällen durch neue Einzel- und Doppelhäuser ergänzt bzw. ersetzt.

 

Im Zuge eines ersten Bebauungsplanverfahrens (Poppenbüttel 39/Hummelbüttel 27) im Jahr 2000 wehrten sich Anwohner und weitere Interessierte gegen die Ihnen vorgestellten Konzepte einer Überplanung und baulichen Verdichtung der Strenge-Siedlung. In einem Bürgerentscheid im Jahr 2004 sprachen sich die Wandsbeker Bürger gegen den Abbruch, gegen die verdichtete Neubebauung der Strenge-Siedlung und für den Erlass einer Erhaltungsverordnung nach § 172 BauGB aus.

 

Nach Wiederaufnahme der Bebauungsplanung mit der Bezeichnung Poppenbüttel 40 äußerte sich bei einer Öffentlichen Plandiskussion im Juni 2006 ein Großteil der Teilnehmer ebenfalls gegen den vorgestellten Entwurf. Ein im Anschluss bis Mai 2008 mit dem Vorstand der ADSG, den Be­wohnervertretern der Strenge-Siedlung sowie den Vertrauensleuten des Bürgerbegehrens durch­geführtes Mediationsverfahren hat kein eindeutiges, von allen beteiligten Gruppen akzeptiertes Ergebnis erbracht. Ein von der ADSG erarbeiteter städtebaulicher Entwurf gilt dennoch seitdem als (nicht konsensuales) „Mediationsergebnis“.

 

Die Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnungsbau hatte am 19.06.2012 beschlossen, dass die Planung seitens des Bezirksamtes auf der Basis des sogenannten „Mediationsergebnisses“ fortgeführt werden soll. Der Ausschuss hat am 06.11.2012 mit der Drs. XIX-2844 daraufhin beschlossen, einen überarbeiteten Bebauungsvorschlag (siehe Anlage) als Grundlage für das Bebauungsplanverfahren zu nehmen. Der Bebauungsvorschlag sieht u.a. entlang des Strengesweges für den Bereich zwischen bestehender Parkanlage (Wegeverbindung) und dem Windröschenweg keine Bebauung in zweiter Reihe vor.

 

Durch den Bebauungsplan soll einerseits der bauliche Charakter der Strenge-Siedlung erhalten und andererseits eine maßvolle Nachverdichtung ermöglicht werden. Durch zusätzliche Bebauungsmöglichkeiten kann die Siedlung zukünftig an geeigneten Stellen ergänzt werden. Es ist vorgesehen, neben baugestalterischen Festsetzungen auch einen städtebaulichen Erhaltungsbereich nach § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1. Baugesetzbuch für Teile der Siedlung festzusetzen, um Siedlung und Ortsbild zu erhalten und bei nachweislich nicht erhaltensfähiger Bausubstanz eine Weiterentwicklung der Siedlung im Einklang mit der städtebaulichen Eigenart und Gestalt des Gebietes sicherzustellen. Die ADSG hat hierzu gegenüber der Verwaltung erklärt, dass ein für große Teile der Siedlung vorgesehener Erhaltungsbereich aus ihrer Sicht der Weiterentwicklung des Wohnungsbestandes entgegenstehe.

 

Ebenfalls Teil des Plangebiets sind die überwiegend mit Einzelhäusern bebauten Grundstücke östlich des Goldröschenweges zwischen den Straßen Heublink und Windröschenweg.

 

2. Planungsdaten

Neueinleitung des Bebauungsplanverfahrens durch den Planungsausschuss              16.10.2012

Öffentliche Plandiskussion               19.11.2012

Beschluss des Planungsausschuss über die Fortführung des Verfahrens              05.02.2013

Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange              21.03.2014

Arbeitskreis I (Behördenbeteiligung)              28.04.2014

 

3. Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange

Mit den Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange konnte Einvernehmen über den Planentwurf hergestellt werden.

 

Im Rahmen der Behördenbeteiligung wurde u.a. vorgeschlagen die vorgesehene Straßenverkehrsfläche des Goldröschenwegs auf der Ostseite um 2 m auf private Grundstücksteile zu erweitern. Nach entsprechenden Flächenankäufen könnte dann unter Wahrung des Straßenbaumbestandes ein Gehweg in durchgängiger, einheitlicher Breite von 2,0 m hergestellt werden. Derzeit beträgt die Gehwegbreite etwa 1,0 m. Ob dies erfolgen soll, wäre zu entscheiden und ggf. in den Bebauungsplanentwurf aufzunehmen.

 

4. Öffentliche Auslegung

Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs wird voraussichtlich Mitte 2014 stattfinden.


Petitum/Beschluss:

 

Der Planungsausschuss wird gebeten,

-          eine Entscheidung über die im Goldröschenweg mögliche Gehwegverbreiterung zu treffen und

-          der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs Poppenbüttel 40 zuzustimmen.


Anlage/n:

-          Bebauungsplan-Entwurf Poppenbüttel 40 (Planzeichnung, Text, Begründung)

-          Bebauungsvorschlag