Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - XIX-5345  

 
 
Betreff: Bebauungsplanverfahren Wellingsbüttel 16
- Zustimmung zur Feststellung für Teilbereiche
- Fortführung für verbleibende Bereiche
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Planungsausschuss
06.05.2014 
Sitzung des Planungsausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

1. Anlass der Planaufstellung

 

Wellingsbüttel ist überwiegend durch eine Einfamilienhaus-Bebauung auf großen, durchgrünten Grundstücken geprägt. Neben der Lage im Alstertal trägt dieser Charakter bis heute dazu bei, dass Wellingsbüttel eine attraktive und sehr nachgefragte Wohnlage darstellt.

In den letzten Jahren sind auf der Grundlage des Baustufenplans Wellingsbüttel von 1955 die städtebaulichen Strukturen durch Abriss und Neubauten, die zum Teil die Maßstäblichkeit der bisherigen Bebauung deutlich überschreiten, überformt worden. Neue Wohngebäude lassen mitunter in Art und Umfang keinen Bezug zur angrenzenden Bebauung erkennen und können das Orts- und Landschaftsbild so in erheblicher Weise beeinträchtigen. Eine Steuerung der baulichen Entwicklung in den gewachsenen Wohngebieten, die eine Überformung durch gebietsuntypische und städtebaulich bedenkliche Bauformen verhindert, ist mit dem geltenden Planrecht oft nicht ausreichend möglich.

 

Deshalb soll durch die Aufstellung des Bebauungsplans die vorhandene städtebauliche Struktur, die überwiegend von Einfamilienhaus-Gebieten mit aufgelockerter, straßenparalleler, ein- bis zweigeschossiger Bebauung geprägt ist, erhalten werden. Neubauten sollen sich zukünftig insbesondere vom Bauvolumen und auch der Anzahl an Wohnungen je Gebäude in die vorhandene Bebauungsstruktur einfügen. Gleichzeitig wird auf städtebaulich geeigneten Flächen, insbesondere entlang von Hauptverkehrsstraßen und in baulich vorgeprägten Blockinnenbereichen, eine bauliche Weiterentwicklung und auch verträgliche Nachverdichtung des Bestandes insbesondere für den Wohnungsbau ermöglicht.

 

Zur Sicherung des Strukturerhalts und einer maßvollen Strukturentwicklung werden am strukturtypischen Bestand orientierte Festsetzungen zur Art und zum Maß der Nutzung, gestalterische Festsetzungen getroffen sowie städtebauliche Erhaltungsbereiche festgesetzt.

 

2. Planungsdaten

Einleitungsbeschluss durch den Planungsausschuss              15.12.2009

Zustimmung des Planungsausschusses zur Öffentliche Plandiskussion              28.09.2010

Öffentliche Plandiskussion              24.11.2010

Aufstellungsbeschluss              29.11.2010

Beschluss des Planungsausschuss über Fortführung des Verfahrens              18.01.2011

Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange              17.08.2012

Arbeitskreis I (Behördenbeteiligung)              28.09.2012

Beschluss der BV über den Erlass einer Veränderungssperre              16.08.2012

Beschluss des Planungsausschusses über die Öffentliche Auslegung              16.10.2012

Auslegungsbeschluss              27.11.2012

Öffentliche Auslegung              10.12.2012 -18.01.2013

Beschluss des Planungsausschusses über die erneute Öffentliche Auslegung              22.10.2013

Arbeitskreis II (Behördenbeteiligung nach öffentlicher Auslegung)              26.07.2013

Erneute (zweite) öffentliche Auslegung              02.12.2013 -17.01.2014

Beschluss des Planungsausschusses über die erneute Öffentlichkeitsbeteiligung              25.03.2014

Beteiligungsverfahren gemäß § 4 Abs. 3 Satz 4 BauGB              03.04.2014 -28.04.2014

Arbeitskreis II (Behördenbeteiligung nach erneuter öffentlicher Auslegung
und Beteiligungsverfahren gemäß § 4 Abs. 3 Satz 4 BauGB)              25.04.2014

 

3. Öffentliche Auslegung/Beteiligungsverfahren

 

Im Rahmen der ersten öffentlichen Auslegung sind 126 Stellungnahmen eingegangen. Der Arbeitskreis II (Behördenbeteiligung nach öffentlicher Auslegung) hat am 26.07.2013 den Abwägungsvorschlägen (Anlage 2) zugestimmt. Diese führten zu Planänderungen, die eine erneute (zweite) öffentliche Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs erforderlich machen.

 

Am 22.10.2013 hat der Planungsausschuss den Abwägungsvorschlägen unter Berücksichtigung einer Ergänzungsvorlage Drs. XIX-4328 sowie einer erneuten (zweiten) öffentlichen Auslegung zugestimmt.

 

Im Rahmen der erneuten öffentlichen Auslegung sind 83 fristgerechte Stellungnahmen sowie eine verspätet Stellungnahme eingegangen. Nach erster Durchsicht der Stellungnahmen erschien unter Würdigung der Argumente an mehreren Stellen eine Änderung des Bebauungsplan-Entwurfs städtebaulich vertretbar (vgl. Drs XIX-5140). Da es sich um Änderungen handelt, die die Grundzüge der Planung nicht berühren, konnte auf Grundlage des Ausschussbeschlusses vom 25.03.2014 die Einholung von Stellungnahmen im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens gemäß § 4a Absatz 3 Satz 4 BauGB (sogenanntes Anschreibeverfahren) erfolgen.

 

Der Arbeitskreis II hat am 25.04.2014 den Abwägungsvorschlägen zu den Stellungnahmen der erneuten öffentlichen Auslegung (Anlage 3) sowie den Stellungnahmen des sogenannten Anschreibeverfahrens (Anlage 4) zugestimmt. Diese führten – über die im Rahmen des Anschreibeverfahrens behandelten Änderungen hinaus – zu Planänderungen in folgenden Bereichen.

 

A. Up de Worth 24

Für den aus dem Denkmalschutz entlassenen Teil des Grundstücks Up de Worth 24 fordert die Eigentümerin weiterhin u.a. ein zusätzliches Baufeld. Da dieses Grundstück in der Bauflucht der übrigen Gebäude des Straßenzugs durch zwei herausragende und das Ortsbild prägende Bäume bestanden ist, kann an dieser Stelle in strukturverträglicher Weise nur untergeordnet, außerhalb der Kronendurchmesser eine überbaubare Grundstücksfläche (ca. 112 m²) durch Baugrenzen vorgesehen werden. Dieses ist städtebaulich vertretbar, um einen Baumerhalt an dieser Stelle grundsätzlich zu gewährleisten. Ein im übrigen Baublock vorgesehener erweiterter Grenzabstand von 4 m kann dabei nicht berücksichtigt werden, ist aber auch nicht zwingend erforderlich, da die Abstände der Gebäude durch baukörperbezogenen Baugrenzen ausreichend definiert werden. Eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit ist für diese Planänderung nicht erforderlich, da die privaten Belange hinreichend bekannt sind und Nachbarschaftsbelange durch ein solches Baufeld nicht berührt werden. Der Arbeitskreis II hat der Änderung bereits zugestimmt.

 

B. Friedrich-Kirsten-Straße/Alsterstieg

Für die Grundstücke nördlich der Friedrich-Kirsten-Straße wurde im Rahmen der erneuten öffentlichen Auslegung u.a. die Anpassung der höchstzulässigen Zahl der Wohnungen in Wohngebäuden von 1 Wo auf 2 Wo vorgeschlagen. Diese Änderung erscheint städtebaulich erwägenswert, auch wenn die Bestandssituation durchgehend durch Wohngebäude mit nur einer (genehmigten) Wohnung geprägt ist.

Für die Grundstücke Friedrich-Kirsten-Straße 8 bis 20 (südliche Straßenseite) wurde u.a. eine Erhöhung der zulässigen Grundfläche angeregt. Bei einer Festsetzung von 170 m² statt bisher 150 m² Läge die Grundfläche aller Bestandsgebäude unterhalb der zukünftig zulässigen Grundfläche und es wären zumeist Erweiterungsmöglichkeiten gegeben. Diese Änderung kommt daher ebenfalls städtebaulich in Betracht.

Beide Änderungen erfordern eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit.

 

C. Speckmannstraße/Horstweg

Im Bereich der Speckmannstraße haben sich eine Vielzahl von Eigentümern für die einheitliche Festsetzung einer zulässigen Grundfläche von 200 m² sowie einer Erweiterung der Bebauungstiefe auf 18 m ausgesprochen. Eine Anpassung beider Festsetzung erscheint städtebaulich auch unter Gesichtspunkten einer einheitlichen Baustruktur erwägenswert, da der Bebauungsbestand durch einen sehr kleinteiligen Wechsel von Bestandsgebäude mit unter 150 m² sowie über 150 m² und unter 200 m² Grundfläche geprägt ist. Die Änderung würde die Grundstücke, für die bisher eine Grundfläche von 150 m² vorgesehen ist (Speckmannstraße 1a bis 23 sowie 6 bis 28 und Horstweg 13 bis 31) umfassen.

Diese Änderungen erfordern eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit.

 

4. Teilfeststellung/Fortführung des Verfahrens für zwei verbleibende Bereiche

Um den größten Teil des Bebauungsplans Wellingsbüttel 16 zeitnah feststellen zu können, wird vorgeschlagen aufgrund der Änderungsvorschläge unter B. und C. zwei Teilbereiche aus dem Bebauungsplanverfahren herauszulösen und als eigenständige Bebauungsplanverfahren (Wellingsbüttel 17 und 18) fortzuführen und zu gegebener Zeit erneut öffentlich auszulegen. Zur Abgrenzung der Plangebiete siehe Anlage 5.


Petitum/Beschluss:

 

Der Planungsausschuss wird gebeten,

  • den Abwägungsvorschlägen der Verwaltung sowie
  • der Feststellung des Bebauungsplan-Entwurfs mit Ausnahme der in Anlage 5 bezeichneten Teilbereiche zuzustimmen und eine positive Beschlussempfehlung an die Bezirksversammlung zu geben

sowie

  • der Fortführung der Planung für die verbleibenden Teilbereiche gemäß Anlage 5 zuzustimmen.

Anlage/n:

  1. Bebauungsplan-Entwurf Wellingsbüttel 16 (Planzeichnung, Text und Begründung ohne verbleibende Bereiche)
  2. Auswertung der Stellungnahmen zur öffentlichen Auslegung (Abwägungsvorschlag der Verwaltung)
  3. Auswertung der Stellungnahmen zur erneuten (zweiten) öffentlichen Auslegung (Abwägungsvorschlag der Verwaltung)
  4. Auswertung der Stellungnahmen zum Beteiligungsverfahrens gemäß § 4a Absatz 3 Satz 4 BauGB (Abwägungsvorschlag der Verwaltung)
  5. Karten zur Fortführung der verbleibenden Bereiche als Bebauungsplanverfahren Wellingsbüttel 17 und Wellingsbüttel 18