Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-0572.1  

 
 
Betreff: Maßnahme "Perspektive Beruf – Plus"
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort zu Anfragen
  Bezüglich:
20-0572
Federführend:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
29.01.2015 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Zum 1. Dezember 2014 startet eine erste Tranche der neuen Maßnahme "Perspektive Beruf – Plus (Praxis, Lernen und soziale Entwicklung)" für Langzeitarbeitslose beim Jobcenter team.arbeit.hamburg. Rechtsgrundlage ist hier § 45 SGB III i.V.m. § 16 SGB II. Eine entsprechende Ausschreibung war über das Regionale Einkaufszentrum Nord erfolgt. Mit dieser Maßnahme sollen Langzeitarbeitslose, die sich für ein bestimmtes Berufsfeld entschieden haben, im Rahmen so genannter „Produktionsorientierter Tätigkeiten“ gezielt auf eine Beschäftigungsaufnahme vorbereitet werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen in Theorie und Praxis fit gemacht werden, wobei der Theorieteil entsprechend der Kenntnisse und Fähigkeiten nach Formulierung des Jobcenters „recht individuell“ gestaltet werden könne. Den Teilnehmer/innen wird jedoch, anders als bei den so genannten „Ein Euro-Jobs“ keinerlei Mehraufwandsentschädigung angeboten, eine Tatsache, der die Maßnahmen den Namen „Null-Euro- Jobs“ verdanken. Insgesamt werden Hamburg weit Lose für rund 500 Plätze, verteilt auf alle Bezirke,

angeboten.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) beantwortet die Fragen

des o. g. Auskunftsersuchens teilweise auf Grundlage von Auskünften von Jobcenter team.arbeit.hamburg (Jobcenter) wie folgt:

 

  1. Wie viele Plätze im Rahmen der Maßnahme „Perspektive Beruf- Plus“ werden insgesamt ab welchem Zeitpunkt im Bezirk Wandsbek zur Verfügung stehen, welche konkreten Tätigkeiten sind an welchem Standort von welchem Träger angeboten worden und wie viele davon werden einen stadtteilpolitischem Nutzen haben, d.h. Produkte und/oder Dienstleistungen für benachteiligte Personengruppen oder Quartiere erbringen (Bitte getrennt nach Trägern und Projekten auflisten)?

 

Maßgeblich für die Maßnahmenplanung von Jobcenter sind jeweils die Bedarfe der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in quantitativer und qualitativer Hinsicht an bestimmten Instrumenten, welche zur Aktivierung, Qualifizierung und letztlich Integration in den Arbeitsmarkt führen. Der stadtteilpolitische Nutzen ist kein Auswahlkriterium.

 

Jobcenter bietet im Bezirk Wandsbek seit dem 01.12.2014 fünf Maßnahmen mit insgesamt 80 Plätzen an:

 

                      KOM gemeinnützige Gesellschaft für berufliche Kompetenzentwicklung mbH (Wandsbek) - Berufsfeld Metall; aufgearbeitete Fahrräder werden an bedürftige Menschen abgegeben

                      Grone Netzwerk Hamburg GmbH – gemeinnützig – (Wandsbek) - Berufsfeld Textil; Produkte werden im Sozialkaufhaus angeboten oder im Auftrag von Schulen hergestellt

                      Grone Bildungszentrum für Qualifizierung und Integration GmbH – gemeinnützig – (Rahlstedt) - Berufsfeld Verkauf einschließlich Internethandel

                      Grone Bildungszentrum für Qualifizierung und Integration GmbH – gemeinnützig – (Rahlstedt) - Berufsfeld Farbe; Aufträge werden von Kindertagesstätten, Schulen oder gemeinnützigen Einrichtungen angenommen

                      BfW Vermittlungskontor Hamburg (Wandsbek) - Plätze ausschließlich für schwerbehinderte Menschen im Berufsfeld Print/Medien; für den Stadtteilservice Wandsbek und die Arbeitsgelegenheit „Hamburg Barrierefrei“ werden Informationsmaterialien konzipiert und gestaltet

 

Der Vergabeprozess bezüglich vier weiterer für den Bezirk Wandsbek geplanter Maßnahmen läuft derzeit. Die Zuschläge werden voraussichtlich in der 4. oder 5. KW 2015 erfolgen. Der Beginn dieser Maßnahmen ist für den 01.03.2015 bzw. 02.03.2015 vorgesehen. Aufgrund des laufenden Verfahrens sind weitergehende Informationen noch nicht möglich.

 

 

  1. Welche Anschlussperspektiven bestehen für die Teilnehmer/innen beim jeweiligen Träger, wenn sie nach Ende der Maßnahme eine abschlussbezogene Qualifizierung machen möchten?

 

Jobcenter sucht für die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nicht nach Anschlussperspektiven bei einem Träger. Oberste Priorität von Jobcenter ist es, entsprechend des in § 1 SGB II formulierten gesetzlichen Auftrags, arbeitslose Hamburgerinnen und Hamburger in Erwerbsarbeit zur Verringerung oder Beendigung der Hilfebedürftigkeit zu integrieren. Dazu wird das gesamte Instrumentenspektrum der Arbeitsförderung betrachtet und entsprechend des Förderbedarfs der Kundinnen und Kunden eingesetzt.

 

 

  1. Wie entwickelt sich voraussichtlich die Zahl der verbliebenen „Ein-Euro-Jobs“ (AGH-Plätze) im Bezirk Wandsbek ab 1.2.2015 bis zum 31.12.2015 und welche Maßnahmen bzw. Projekte in Wandsbek sind zwischen dem 1.1.2014 und dem 1.2.2015 nicht weiter gefördert worden (Bitte getrennt nach Trägern und Projekten auflisten)?

 

Ab dem 01.02.2015 werden in Wandsbek 18 AGH-Maßnahmen mit insgesamt 433 Plätzen verteilt auf sechs Träger durchgeführt:

 

1. BFW Vermittlungskontor GmbH

              Hamburg Wandsbek 1-4

              Stadtteilservice Wandsbek 1-3

 

2. KOM gemeinnützige Gesellschaft für berufliche Kompetenzentwicklung mbH

              Farbwechsel Wandsbek

              AK Farbwechsel Wandsbek

 

3. IN VIA Hamburg e.V.

              Grüngruppe Wandsbek Hohenbuchen

              Grüngruppe Wandsbek Jacobipark

 

4. SBB Kompetenz gGmbH

              Buchbar Wandsbek 1

              Mein Stadtraum Wandsbek 1

 

5. einfal GmbH

              Mobiler Begleit- und Nachbarschaftsservice Hamburg Wandsbek

 

6. Verein zur Förderung des Einzelhandels mit Nahrungs- und Genussmitteln e. V.

              Seniorenservice Alstertal

              SITA 1-3

 

 

Folgende Maßnahmen werden ab dem 1.02.2015 im Bezirk Wandsbek nicht mehr durchgeführt:

              Alraune gGmbH - Eltern Steilshoop

              Alraune gGmbH - Projekte Steilshoop

              AQtivus - Helfer für Sportanlagen und Vereine im Bezirk Wandsbek

              Ausbildungszentrum Bau (AZB) - Handwerkliche Hilfe im Bauhandwerk

              Passage gGmbH- Kleiderkammer Wandsbek

              Zukunft Arbeit- ZA Wandsbek.

 

Im Übrigen s. Antwort zu 5.

 

 

  1. Welche unter 3. genannten wurden oder werden aus Mitteln der FHH investiv oder laufend kofinanziert und haben einen konkreten Nutzen für ihr Umfeld? (Bitte getrennt nach Stadtteilen und Trägern sowie Tätigkeiten auflisten.) War der Bezirk in die Entscheidungsfindung des Jobcenters einbezogen?

 

Die FHH hat keine der unter 3. genannten Projekte investiv gefördert oder laufend kofinanziert.

Im Übrigen siehe Drucksachen 20/13312 und 20/13520.

 

 

  1. Welche Konsequenzen des Wegfalls von Arbeitsgelegenheiten sind auf Trägerebene festzustellen - wie etwa Einschränkung des Leistungsangebots, Zusammenlegung oder Einstellung von Projekten (Bitte getrennt nach Trägern und Projekten auflisten)? Gibt es Unterstützung für aus bezirklicher Sicht besonders forderungswürdige Arbeitsprojekte und wie konkret sieht sie aus?

 

Die Beschäftigungsträger in Hamburg stehen seit Jahren in einem  Anpassungsprozess. Zurzeit sucht die BASFI gemeinsam mit Trägern, die in besonderer Weise vom Wegfall von AGH betroffen sind, nach Lösungen zum Erhalt von arbeitsmarktpolitisch wichtigen Projekten.

Im Übrigen siehe Antwort zu 2. sowie  Drucksachen 20/13312 und 20/13520.

 


Anlage/n:

keine Anlage/n 

Stammbaum:
20-0572   Maßnahme "Perspektive Beruf – Plus"   Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   Anfrage gem. § 27 BezVG
20-0572.1   Maßnahme "Perspektive Beruf – Plus"   Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   Antwort zu Anfragen