Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-0847  

 
 
Betreff: Wertvolle Baustruktur der Joseph-Terrassen in Wandsbek erhalten.
Interfraktioneller Antrag der SPD-Fraktion und GRÜNEN-Fraktion
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt Beteiligt:Dezernat Steuerung und Service
Beratungsfolge:
Planungsausschuss
24.02.2015 
Sitzung des Planungsausschusses vertagt   
Planungsausschuss

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Die Wohnbebauung des Stadtteils Wandsbek wurde durch die Bombardierungen während des Zweiten Weltkriegs in weiten Teilen zerstört. Gründerzeit- und Jugendstilgebäude sind nur vereinzelt erhalten geblieben. In der Josephstraße existiert noch ein Ensemble sogenannter Terrassenhäuser, das noch vor kurzer Zeit vollständig bewohnt war. Die Eigentümerin, die Wohnungsgenossenschaft Hamburg-Wandsbek von 1897 eG (WHW), hat mittlerweile jedoch viele Wohnungen entmietet. Geplant ist an gleicher Stelle ein Neubau mit 66 Wohnungen und 27 Tiefgaragenplätzen.

 

Der Unterausschuss für Bauangelegenheiten im Regionalbereich Kern der Bezirksversammlung Wandsbek hat sich seit der ersten Behandlung des Vorbescheidsantrags im April 2012 dafür ausgesprochen, dass an Stelle der Gebäude Josephstraße 12, 14, 16 und 18 ein Neubau errichtet werden kann, die städtebaulich wertvollen Terrassenhäuser und die straßenbegleitenden Gebäude Josephstraße 8, 10, 10a, 10b, 12a und 12b jedoch erhalten bleiben sollen. Ähnlich verantwortungsvoll wurde beispielsweise mit den bekannten Falkenried-Terrassen umgegangen, die trotz ursprünglicher Abrissplanungen in den 70er Jahren noch heute als Kleinod erhalten sind.

 

Nach drei Jahren hat die Eigentümerin nun den Vorbescheidsantrag nahezu unverändert dem Ausschuss erneut vorlegen lassen. Die zurückliegenden Jahre wurden offenbar nicht genutzt, um eine städtebaulich vertretbare Alternativplanung zu erarbeiten. Der Antrag wurde abgelehnt.

 

Gerüchte, dass die leer stehenden Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen

vorgesehen oder angedacht sind, sind unbegründet.

 

Vor diesem Hintergrund möge der Planungsausschuss beschließen:

 


Petitum/Beschluss:

 

1. Die Bezirksversammlung Wandsbek bekräftigt ihre der Eigentümerin gegenüber in verschiedenen Gremien von Beginn an unmissverständlich geäußerten Vorbehalte gegenüber einem Abriss der historischen Terrassenhäuser. Vielmehr werden ein Erhalt und die Sanierung der Häuser als Chance angesehen, im städtebaulich schwierigen Kerngebiet Wandsbek ein Kleinod zu erhalten.

 

2. Die Bezirksversammlung Wandsbek hat weder vorgesehen oder auch nur angedacht , in

der Josephstraße Flüchtlinge unterzubringen. Auch die Verwaltung hat sich dahingehend geäußert, dass solche Planungen nicht bestehen.

 

3. Ergänzend zum Votum des Bauausschusses Kern spricht sich der Planungsausschuss gegen einen Abriss der Joseph-Terrassenhäuser aus.

 

4. Die Verwaltung wird gebeten, umgehend ein Verfahren zur Feststellung einer Satzung einzuleiten, die für das Gebiet, begrenzt durch die Gebäude Josephstraße 8, 10, 10a, 10b, 12a und 12b auf den Flurstücken 01700 und 01701, einen städtebaulichen Erhaltungsbereich gem. § 172 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BauGB festsetzt, da die vorhandene bauliche Anlage das Ortsbild prägt und von städtebaulicher, insbesondere geschichtlicher Bedeutung ist.

 


Anlage/n:

Foto: Joseph-Terrassen

Foto: Falkenried-Terrassen (mit Baum)