Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-1294  

 
 
Betreff: sportliche Aktivitäten in Kindertageseinrichtungen sicherstellen!
Beschluss der Bezirksversammlung vom 9.4.2015, Drs.Nr. 20-0713.1.2
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage BV-Vorsitz
Federführend:Interner Service Beteiligt:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
11.06.2015 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek überwiesen   
Ausschuss für Soziales und Bildung
06.07.2015 
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Bildung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Folgender Beschluss wurde gefasst:

 

Die zuständige Fachbehörde wird aufgefordert, dass ein Konzept für entsprechende Außenanlagen und Raumangebote im Verhältnis zur Kinderzahl entwickelt wird.

 

Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration teilt mit:

 

Die zentrale Bedeutung von Bewegung wird in den Hamburger Bildungsempfehlungen aufgegriffen: „Bewegung bildet die Grundlage für vielseitige Lernprozesse und ist Voraussetzung für die Entwicklung kognitiver, emotionaler, sozialer und sprachlicher Fähigkeiten.“

Die Hamburger Bildungsempfehlungen für die Bildung und Erziehung von Kindern in Tageseinrichtungen, die in enger Kooperation mit den Kitaträgern- und - verbänden wie auch Vertreterinnen und Vertreter der Fachschulen, Fort- und Weiterbildung, Universität, Landeselternausschuss und Schulbehörde entwickelt wurden, unterstreichen durch die Platzierung des Bildungsbereichs „Körper, Bewegung, Gesundheit“ die grundlegende Bedeutung dieses Bereichs für die allgemeine kindliche Entwicklung.

 

Für die Raumgestaltung werden explizit Qualitätsansprüche und Indikatoren formuliert, die sich auf Innen- und Außenräume beziehen und zahlreiche differenzierte Bewegungserfahrungsmöglichkeiten für Krippen und Elementarkinder (mit und ohne Behinderung) fordern. Diese bilden die Grundlage für die Planung und Gestaltung der Räume durch den Träger bzw. der Kitaleitung und pädagogischen Fachkräfte.

 

Bereits im Rahmen des von der BGV initiierten und durchgeführten Programms  „Pakt für Prävention – Gemeinsam für ein gesundes Aufwachsen in Hamburg“ wurde mit dem Schwerpunkt „Gesund aufwachsen“ das Lebensfeld „Kita“ besonders in den Blick genommen. Im  Zeitraum von Oktober 2010 bis Februar 2011 wurden im Forum „Gesunde Kita“ Ziele und Handlungsansätze im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung im Setting Kita (orientiert an den benannten Handlungsfeldern Bewegung, Ernährung, Gesundheits- und Vorsorgekompetenzen,  psychosoziales Wohlbefinden) erarbeitet. ( vgl. http://www.hamburg.de/gesund-aufwachsen/2781954/pakt-fuer-praevention-gesund-aufwachsen-in-hamburg.html).

 

Im Rahmen der Dekadenstrategie Sport (Drs. 20/2948) wurde im Auftrag der Senatoren der BGV, der BIS, der BASFI und der BSB die Einrichtung einer weiteren behördenübergreifenden Arbeitsgruppe vereinbart mit dem Auftrag die „Bewegungsförderung von Kindern“ koordiniert für Hamburg weiterzuentwickeln und eine engere Vernetzung im Handlungsfeld „Bewegung“ zu erreichen. Zusammen mit den Partnern Verband für Turnen und Freizeit und der Hamburger Sportjugend  wurden die neuen Auszeichnungen „Bewegungskita“ und „BewegungskitaPLUS“ für Kitas entwickelt. Ein wesentlicher Baustein ist die Qualifizierung von Erzieherinnen und Erziehern im Bereich Bewegung, Spiel und Sport sowie die Integration von regelmäßigen Bewegungszeiten in den Tagesablauf der Kita. Mit Beantragung der Auszeichnung haben alle Hamburger Kitas auch die Möglichkeit, Fortbildungen im Bereich Bewegung und Sport gefördert zu bekommen.

Dieses Gütesiegel ergänzt das bereits bestehende Qualitätssiegel „Bewegungskita“, das gemeinsam vom Hamburger Sportbund und dem Verband für Turnen und Freizeit seit 2000 vergeben wird.

Darüber hinaus bieten viele Kindertageseinrichtungen in Kooperation mit den Krankenkassen zahlreiche Bewegungs-, Ernährungs- und Gesundheitsprogramme an, die gezielt die Gesundheitsförderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen zum Ziel haben (wie z.B. die AOK mit ihrem Programm: TigerKids - zur erfolgreichen Adipositasprävention).

 

Die vorausgeschickt nimmt die BASFI wie folgt Stellung:

 

Die Anregung zu körperlicher Bewegung und das Bereithalten von vielfältigen und altersgerechten Bewegungsgelegenheiten gehört zur pädagogischen Arbeit in einer jeden Kita und wurde im Rahmen der Weiterentwicklung der Bildungsempfehlungen (s.o.) auch besonders hervorgehoben. Bewegungsförderung findet integriert im Kitaalltag statt und wird ergänzt durch bereits bestehende Kooperationen von Kindertageseinrichtungen mit umliegenden Sportvereinen, Schulen usw., deren Sporthallen zusätzlich für die Bewegungsförderung der Kitakinder genutzt werden können.

Darüber hinaus bieten zahlreiche Kindertageseinrichtungen in Hamburg „Bewegung und Psychomotorik“ als Schwerpunkt an. Die BASFI hat in den Bildungsempfehlungen hierzu bereits Grundlagen, die für alle Kitas gelten nach dem Motto: „Nicht jede Kita muss eine Bewegungskita werden, aber jede Kita muss Bewegung haben und bewegen“ formuliert.

Die Hamburger Kitas sind grundsätzlich dafür personell wie auch räumlich ausreichend ausgestattet, um die körperliche und motorische Entwicklung der Kinder durch bewegungsfördernde Rahmenbedingungen und Angebote zu fördern.

 

Die Kitas verfügen in der Regel über pädagogisch nutzbare Flächen im Außenbereich, die selbstverständlich auch spezifische Bewegungsangebote ermöglichen (vgl. Richtlinien für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen). Das mit der Fachbehörde abgestimmte pädagogische Konzept erläutert, wie die Nutzung von Freiflächen sichergestellt wird, wenn diese im Einzelfall nicht direkt von den Räumlichkeiten der Kita aus erreicht werden können. Allein vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Ausgangslagen und Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort ist ein darüber hinausgehendes Gesamtkonzept nicht erforderlich bzw. sinnvoll.

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung nimmt Kenntnis.

 


Anlage/n:

keine Anlage/n