Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-1553  

 
 
Betreff: Sichere Fahrbahnquerung beim Gut Karlshöhe schaffen
Beschluss der Bezirksversammlung vom 11.06.2015 (Drs. 20-1305)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage BV-Vorsitz
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
17.09.2015 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek überwiesen   
Wirtschafts- und Verkehrsausschuss
24.09.2015 
Sitzung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses vertagt   
05.11.2015 
Sitzung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses zur Kenntnis genommen   
Regionalausschuss Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne
08.10.2015 
Sitzung des Regionalausschusses Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne zur Kenntnis genommen   
Wirtschafts- und Verkehrsausschuss

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Folgender Beschluss wurde gefasst:

Das Bezirksamt wird gebeten,

  1. zu prüfen, welche Möglichkeiten eines sicheren Überganges für die Querung der Straße Karlshöhe auf Höhe der Bushaltestelle „Gut Karlshöhe“ eingerichtet werden können und
  2. dem Wirtschafts- und Verkehrsausschuss die Ergebnisse der Prüfung mitzuteilen.

 

Das Polizeikommissariat 36 nimmt zu dieser Beschlussempfehlung wie folgt Stellung:

 

Die Straße Karlshöhe ist eine in Nord-Süd-Richtung verlaufende stadtteilverbindende Straße in  Hamburg Bramfeld. Sie hat je Fahrtrichtung einen Fahrstreifen. Diese sind durch eine Mittelleitlinie (VZ 340 StVO) voneinander getrennt. Rechts und links der Fahrbahn befinden sich Grünstreifen mit einem alten Baumbestand, an die sich jeweils ein sog. „anderer Radweg“ und ein Gehweg in den Nebenflächen anschließen.

Auf der Straße Karlshöhe verläuft die Buslinie 27 und bedient im Bereich des Guts Karlshöhe die Haltestelle „Gut Karlshöhe“. Jeweils nördlich und südlich der Bushaltestellen befinden sich für Fußgänger gesicherte Querungsstellen an den durch Lichtzeichenanlagen geregelten Einmündungen

  • Karlshöhe / Carsten-Reimers-Ring und
  • Karlshöhe / Thomas-Mann-Straße

 

Fußgängerüberweg:

Eine weitere gesicherte Querungsstelle könnte die Anordnung und Neuanlage eines Fußgängerüberweges (FGÜ) in Höhe der Bushaltestellen und des Einganges zum Gut Karlshöhe sein. Bei der Prüfung für die Anordnung eines Fußgängerüberweges durch die örtliche Straßenverkehrsbehörde sind die bundeseinheitlich geltenden Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen (R-FGÜ 2001) zu beachten. Ein solcher FGÜ kommt nach der R-FGÜ 2001 nur bei bestimmten örtlichen und verkehrlichen Voraussetzungen in Betracht. Gem. Punkt 2.1 Ziffer 2 der R-FGÜ 2001 darf kein FGÜ auf Straßenabschnitten mit koordinierten Lichtzeichenanlagen (Grüne Welle) angelegt werden. Nach Aussage des Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) Herrn Schmidt (S3) und der zentralen Straßenverkehrsbehörde (VD 52) Herrn Weihs sind die o.a. Lichtsignalanlagen jedoch im Rahmen einer „Grünen  Welle“ koordiniert, so dass eine Anordnung und Neuanlage eines FGÜ in diesem Straßenzug ausgeschlossen ist.

 

Querungshilfe:

Da die Anordnung eines FGÜ nicht möglich ist, könnte eine Alternative der Bau einer Querungshilfe in der Mitte der Fahrbahn der Karlshöhe in Höhe des Eingangs zum Gut sein. Die Planung dafür obliegt jedoch dem Straßenbaulastträger und fällt somit in den Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Wandsbek. Hierzu ist jedoch festzustellen, dass die Herstellung einer solchen Querungshilfe der PLAST entsprechen muss. Dieses würde in jedem Fall eine Aufweitung des Straßenquerschnittes erforderlich machen. Hierzu ist zu erwähnen, dass unmittelbar am Fahrbahnrand der Karlshöhe alte und große Bäume stehen. Weiterhin ist festzustellen, dass in der Straße Karlshöhe die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben worden ist. Dennoch befinden sich in den Nebenanlagen sogenannte „andere Radwege“, die von den Radfahrern genutzt werden dürfen. Diese „anderen Radwege“ sollten aus Sicht der örtlichen Straßenverkehrsbehörde des Polizeikommissariats 36 in jedem Fall belassen und nicht zu Lasten der Herstellung einer Querungshilfe aufgegeben werden. Weiterhin gibt die örtliche Straßenverkehrsbehörde zu bedenken, dass bei einer Querung der Karlshöhe über eine Querungshilfe ausreichend Platz als Aufstellort für Fußgänger in der Mitte der Fahrbahn geschaffen werden muss, damit eine gefahrlose Querung einer Schulklasse oder Kita-Gruppe möglich ist. Würde eine gesamte Schulklasse die Karlshöhe queren und stünde nicht ausreichender Platz in der Mitte zur Verfügung, könnten höhere Gefahren entstehen als ohne eine solche Querungshilfe..

Ließe sich der Bau einer Querungshilfe unter diesen Bedingungen realisieren, würde das PK 36 der Herstellung einer solchen Anlage zustimmen.

 

Begleitung der Kinder erfolgt durch Erwachsene:

Im Rahmen der Fertigung dieser Stellungnahme nahm der zuständige Stadtteilpolizist mit dem Geschäftsführer des Guts Karlshöhe Herrn Dieter Ohnesorge Kontakt auf. Herr Ohnesorge bestätigte, dass das Gut Karlshöhe, wie in der Beschlussempfehlung des Bezirksamtes Hamburg Wandsbek dargestellt, regelmäßig durch Kita-Gruppen und Schulklassen im Rahmen von Exkursionen besucht wird. Herr Ohnesorge teilte jedoch auch mit, dass diese Schulklassen / Kita-Gruppen durchgängig von Pädagogen / Erziehern begleitet werden und somit eine kontrollierte Querung dieser Kinder und Jugendlichen auf der Karlshöhe gewährleistet ist.

 

Verkehrsunfallauswertung:

Im Rahmen der Fertigung dieser Stellungnahme wurde für den Zeitraum von drei Jahren (vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2014) eine Verkehrsunfallauswertung durchgeführt. In diesem 3-Jahres-Zeitraum wurden keine Verkehrsunfälle zwischen dem Kraftfahrzeugverkehr und querenden Fußgängern oder Radfahrern in diesem Bereich polizeilich registriert.

 

Gefahrenzeichen VZ 133 StVO (Fußgänger) vorhanden:

Weiterhin sind in der Karlshöhe in Fahrtrichtung stadtauswärts an der Einmündung Bucheckerweg und aus der Gegenrichtung kurz vor der Einfahrt zum Gut die Gefahrenzeichen VZ 133 StVO (Fußgänger) mit dem Zusatzzeichen „Blinde“ aufgestellt. Auch diese Gefahrenzeichen weisen die Kraftfahrzeugführer auf den Umstand querender Fußgänger hin.

 

Fazit:

  1. Die Anordnung und Neuanlage eines Fußgängerüberweges (FGÜ) in Höhe der Bushaltestellen und des Einganges zum Gut Karlshöhe ist nach den bundeseinheitlich geltenden Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen (R-FGÜ 2001) nicht möglich.
  2. Einer PLAST- gerechten Herstellung einer Querungshilfe unter Beibehaltung der sogenannten „anderen Radwege“ in den Nebenanlagen würde sich das PK 36 nicht verschließen. Diese Planung und Ausführung liegt jedoch im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Wandsbek.

 

Da es sich um eine Hauptverkehrsstraße handelt, ergänzt die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) die Stellungnahme der BIS wie folgt:

 

Die BWVI schließt sich grundsätzlich der Stellungnahme der BIS an.

 

Eine bauliche Querungshilfe ist in diesem Fall keine geeignete Lösung. Die Mittelinsel müsste ausreichend dimensioniert werden. Dies würde einen weitreichenden Eingriff in die Fahrbahn und Nebenflächen erfordern und  könnte zum Verlust von Bäumen und Stellenplätzen führen. Zudem ist an dieser Stelle die Verkehrssicherheit gegeben und die nächste Querungsanlage befindet sich in Sichtweite.

 

 


Petitum/Beschluss:

Die Bezirksversammlung nimmt Kenntnis.

 


Anlage/n:

keine Anlage/n