Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-2944  

 
 
Betreff: Energieautonome Wegeleuchten einsetzen
Debattenantrag der Fraktionen SPD und Grüne
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
16.06.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Bereits 2014 gab es im Bezirk Wandsbek politisch den Wunsch, dass Hamburg verstärkt den Einsatz energieautonomer Wegeleuchten fördert.

Im Koalitionsvertrag für Hamburg von 2015 ist dazu jetzt u.a. zu lesen:

 

„Der Senat will die Energieeffizienz in Hamburg steigern, die städtischen Energienetze modernisieren und immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen nutzen. …

Der Senat wird seine Klimaschutzprogramme auf folgende Ziele ausrichten: Innovative Techniken sollen weiterhin gefördert werden mit dem Ziel, dass sie sich in Zukunft ohne weiteren Fördermittelansatz in der Breite am Markt durchsetzen. …

Die Stadt wird ihre Rolle als Vorbild und Vorreiter für Klimaschutz und Energieeffizienz wahrnehmen.“

 

Diese Aussagen machen deutlich, dass die rot-grüne Koalition im Bereich der Umwelttechnik neue und innovative Wege gehen möchte. Die gesteckten Ziele lassen sich insbesondere dann erreichen, wenn die Stadt ihrer Vorreiterrolle gerecht wird und neue Technologien auch und insbesondere im öffentlichen Raum erprobt und anwendet.

Die Energiekosten bezifferten sich für die Straßen- und Wegebeleuchtung für die Stadt Hamburg im Jahr 2014 auf  7,1 Millionen Euro. Nach Untersuchung mit Pilotanlagen sieht es die zuständige Fachbehörde inzwischen als sinnvoll an, Leuchten für Wege und Nebenstraßen mit energiesparenden LED-Systemen auszurüsten.

Konsequenterweise müssen die nächsten Schritte im Sinne des Koalitionsvertrages die Untersuchung und der Einsatz von energieautonomen Leuchten sein. Dazu zählen Leuchten mit einer lokalen solaren Energieversorgung oder auch Konzepte zur Stromerzeugung durch die Nutzung von thermischen Windströmungseffekten im Leuchtenmast. Positive Erfahrungen bei der Nutzung von energieautonomen Leuchten mit einer Solarenergieversorgung haben uns dazu die Gemeinden Ensdorf und Vilgertshofen aus Bayern und die Gemeinde Övelgönne aus Niedersachen bei Bremen berichtet. Bei zwei dieser Gemeinden kam derselbe energieautonome Leuchtentyp zum Einsatz. Sie wurden von den Gemeinden als durchweg günstiger und auch im Winter als betriebssicher beschrieben.  

 

Energieautonome Straßenleuchten könnten die Energiewende unterstützen und langfristige auch die oben beschriebenen Kosten von jährlich 7,1 Millionen Euro stark senken. Auch bei den Investitionskosten sind solche Leuchten im Vorteil. Sie sind bei einer solchen energieautonomen Leuchte (2400 € inkl. Montage) nur unwesentlich höher als die einer konventionellen Leuchte (1800 € ohne Kabelverlegung). Bei einer konventionellen Leuchte kommen noch Kabelverlegungskosten von ca. 65 € pro Meter hinzu, was bei einem Kabelweg von nur 10 m bereits dazu führt, dass die energieautonome Leuchte auch bei den Installationskosten im Vorteil ist. Die erwartete Betriebszeit solcher Leuchten liegt bei 20 Jahren. In dieser Zeit verbraucht eine konventionelle Leuchte aber Strom, den die Stadt bezahlen muss.

 

Die Stadt Hamburg könnte im Bezirk Wandsbek am Beispiel einer ausgesuchten Wegeverbindung ein solches innovatives Beleuchtungskonzept testen und ggf. später bei weiteren Wegeverbindungen zum Einsatz bringen. Beispielsweise könnten solche Leuchten im gerade umgestalteten Hohenhorst-Park eingesetzt werden.

 

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

 


Petitum/Beschluss:

  1. Die Fachbehörde wird gebeten zu prüfen, ob im Hohenhorst-Park ein Pilotprojekt zum Einsatz energieautonomer Leuchten durchgeführt werden kann.

 

  1. Die Fachbehörde wird gebeten, hierfür mehrere geeignete Leuchtentypen auszuwählen und dem Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Wandsbek vorzustellen.

 

  1. Die Fachbehörde wird gebeten, bei der Auswahl des Leuchtentyps das Votum des Ausschusses zu berücksichtigen.

 

  1. Die Leuchten sollten anschließend im Hohenhorst Park als Feldversuch aufgestellt werden, damit Erfahrungen unter realen Bedingungen im öffentlichen Raum gesammelt werden können.

 

 


Anlage/n:

keine Anlage/n