Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-3707  

 
 
Betreff: Benennung der neuen Verkehrsfläche im Bebauungsplan-Gebiet Rahlstedt 129
Interfraktioneller Antrag der SPD- und Grünen-Fraktion
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Fachamt Management des öffentlichen Raumes   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Rahlstedt
14.12.2016 
Sitzung des Regionalausschusses Rahlstedt vertagt   
18.01.2017 
Sitzung des Regionalausschusses Rahlstedt ungeändert beschlossen   
Regionalausschuss Rahlstedt

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Im Bebauungsplan-Gebiet Rahlstedt 129 entstehen demnächst ein neues Wohnquartier mit insgesamt 153 Wohnungen im Geschosswohnungsbau, eine Kindertagesstätte und zusätzlich gewerblich nutzbare Flächen. Die etwa 265 Meter lange neue Erschließungsstraße verläuft u-förmig (südlich) der bestehenden Straße Schierenberg, westlich des Knotenpunktes Schierenberg/Saseler Straße.

 

Das Staatsarchiv, das für den Senat Straßenbenennungen vorbereitet, rät wegen der Eigenlänge der neuen Straße zu einer Neubenennung, und zwar auf die Endung auf "-Ring", da dem Gepräge der Verkehrsfläche entsprechend benannt werden soll. Bei Neubenennungen hat der Senat die Bezirke gebeten (BV-Drs. 19/2332), verstärkt Frauennamen vorzuschlagen. Dies entspricht auch der Beschlusslage der Bezirksversammlung (BV-Drs. 19/1651). Dem Schreiben war eine Liste mit möglichen Namensvorschlägen beigefügt, die von der Landeszentrale für politische Bildung entworfen und vom Staatsarchiv geprüft und überarbeitet wurde.

 

Zurückgreifend auf diese Namensliste wird beantragt, die neue Straße nach Frau Irma Keilhack zu benennen. Frau Keilhack wurde 1908 in Hamburg geboren und war nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 die erste direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek und damit eine der wenigen Frauen im 1. Deutschen Bundestag, dem 1949 nur 28 Frauen angehörten (von 410 Abgeordneten insgesamt, Frauenanteil 6,8%). Sie war bis 1962 Mitglied des Bundestages. Von 1961 bis 1970 war sie Mitglied des Senats und Präses der Jugendbehörde und bis 1966 daneben auch der Behörde für Ernährung und Landwirtschaft. Vom 1966 bis 1974 gehörte sie der Hamburgischen Bürgerschaft an. Im Anschluss leitete sie die Hamburger Verbraucherzentrale. Sie wohnte zunächst in Berne, später in Rahlstedt, wo sie sich bis zuletzt engagierte, und starb 2001.

 

Die neue Straße liegt im damaligen Wahlkreis von Frau Keilhack, zwischen ihren Wohnorten Berne und Rahlstedt. In der Straße soll zudem eine neue Kita entstehen, was zu ihrer späteren Tätigkeit als Jugendsenatorin passt. Mit der Benennung nach Frau Keilhack wird an eine „Abgeordnete der ersten Stunde“ erinnert, die den Wiederaufbau Deutschlands und Hamburgs nach dem Zweiten Weltkrieg politisch verantwortlich mitgestaltete.  Damit entspricht der Benennungsvorschlag den Auswahlgrundsätzen der „Bestimmungen über die Benennung von Verkehrsflächen“: Benennungen sollen danach u.a. zur Pflege des staatsbürgerlichen Bewusstseins beitragen und der republikanischen Tradition Hamburgs entsprechen. Bei Benennungsvorschlägen sind u.a. Persönlichkeiten der Orts- und Stadtgeschichte zu berücksichtigen.

 


Petitum/Beschluss:

 

Vor diesem Hintergrund möge der Regionalausschuss beschließen, der Bezirksversammlung als Beschluss zu empfehlen:

 

Das Bezirksamt Wandsbek unterbreitet dem Senat den Vorschlag, die im Bebauungsplan-Gebiet Rahlstedt 129 neu entstehende Verkehrsfläche

 

„Irma-Keilhack-Ring“

 

zu benennen.

 


Anlage/n:

keine Anlage