Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-5077.1  

 
 
Betreff: Verwaltungsanalyse Wandsbek - wohnen und leben
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort zu Anfragen
Verfasser:Florian Drebber, Eckard H. Graage, Claudia Folkers,
Franziska Hoppermann und Philip Buse (alle CDU-Fraktion)
Bezüglich:
20-5077
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
21.12.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek überwiesen   
Ausschuss für Soziales und Bildung
08.01.2018 
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Bildung zur Kenntnis genommen   
Planungsausschuss
09.01.2018 
Sitzung des Planungsausschusses überwiesen   
Regionalausschuss Alstertal
31.01.2018 
Sitzung des Regionalausschusses Alstertal zur Kenntnis genommen   
Regionalausschuss Rahlstedt
31.01.2018 
Sitzung des Regionalausschusses Rahlstedt zur Kenntnis genommen   
Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek
31.01.2018 
Sitzung des Regionalausschusses Kerngebiet Wandsbek zur Kenntnis genommen   
Regionalausschuss Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne
01.02.2018 
Sitzung des Regionalausschusses Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne zur Kenntnis genommen   
Regionalausschuss Walddörfer
01.02.2018 
Sitzung des Regionalausschusses Walddörfer zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Anl. 1 zu 5077.1 Verwaltungsanalyse Wandsbek - wohnen und leben  
Anl. 2 zu 5077.1 Verwaltungsanalyse Wandsbek - wohnen und leben  

Sachverhalt:

 

Neben einer auf den Standort passenden Strategie für die wirtschaftliche Entwicklung wird auch im Rahmen der Veränderung durch die Globalisierung und Digitalisierung ein passendes und Wettbewerbsfähiges Konzept für die Planung von Sozialräumen immer relevanter. Standorte mit einer mangelnden wirtschaftlichen Attraktivität und unattraktiven Sozialräumen werden es zukünftig immer schwerer haben ein soziales Gleichgewicht zu erhalten. Die Wohnung wird zunehmend zum Arbeitsplatz und die räumliche Flexibilität wird weiter zunehmen. Schon heute müssen wir feststellen das Stadtplanerische Fehler bis heute zu schwer korrigierbaren Problemen in einigen Quartieren geführt haben. In den so genannten sozialen Brennpunkten ist es bisher nicht gelungen eine Durchmischung und damit eine gefestigte Sozialstruktur zu schaffen. Die nach außen unattraktiv wirkenden Stadtteile werden von vielen Bürgern als Wohnort gemieden und von vielen Bewohnern als persönliche Niederlage empfunden. Diese Fehler dürfen sich nicht wiederholen. Die Stadtplanung muss immer darauf wertlegen dass Quartiere attraktiv und für möglichst viele Gesellschaftsschichten als Lebensraum angenommen werden, um ein soziales Gleichgewicht zu gewährleisten. 

Von einem attraktiven Lebensraum und für die Wirtschaft attraktiven Umfeld hängt auch langfristig die Höhe von Steuereinnahmen ab und damit die Fähigkeit öffentliche Aufgaben zu finanzieren.    


Nicht nur Hamburg ist eine in der Bevölkerungszahl wachsende Stadt, sondern auch der Bezirk Wandsbek. Wie viele Ressourcen ist besonders die Fläche eines Bezirkes begrenzt. Eine wichtige Aufgabe ist es mit dieser Ressource zukunftsorientiert zu planen, um ein für alle Bürger im Bezirk ein lebenswertes Umfeld zu schaffen und für die Zukunft zu erhalten. Bevölkerungswachstum kann aber alleine nicht das Ziel sein, sondern es muss aufgrund der beschränkten Platzressourcen gesteuert werden und einhergehen mit einer Entwicklung des Umfeldes, daher sind hierbei Schwerpunkte und Ziele klar zu definieren. 
 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständige Verwaltung:

Das Bezirksamt Wandsbek, die Behörde für Inneres und Sport, die Behörde für Kultur und Medien, die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und die Finanzbehörde antworten wie folgt (21.12.2017):
 

  1. Wie stark ist die Bevölkerung im Bezirk Wandsbek in den letzten 10 Jahren gewachsen? (Bitte Gesamtangabe sowie aufgeteilt nach Regionen und Jahren)

 

Die Behörde für Inneres und Sport nimmt zur Anfrage wie folgt Stellung:

 

Bevölkerung im Bezirk Wandsbek nach  Geschlecht am 31.12….

Jahr

Bevölkerung

männlich

weiblich

insgesamt

2006

  194 542

  215 229

  409 771

2007

  195 681

  215 522

  411 203

2008

  194 920

  214 487

  409 407

2009

  194 297

  214 138

  408 435

2010

  196 038

  215 427

  411 465

2011

  197 164

  216 357

  413 521

2012

  198 760

  217 206

  415 966

2013

  199 667

  217 558

  417 225

2014

  201 234

  218 376

  419 610

2015

  204 329

  219 817

  424 146

2016

  207 895

  222 023

  429 918

Quelle: Melderegister

 

 

Bevölkerung im Bezirk Wandsbek nach Regionen und Geschlecht am 31.12….

Jahr

Region

Bevölkerung

männlich

weiblich

insgesamt

2006

Region Wandsbek-Kern

  49 116

  53 163

  102 279

2006

Region Bramfeld

  49 329

  53 650

  102 979

2006

Region Alstertal

  33 016

  38 165

  71 181

2006

Region Walddörfer

  22 302

  24 617

  46 919

2006

Region Rahlstedt

  40 779

  45 634

  86 413

2007

Region Wandsbek-Kern

  49 462

  53 315

  102 777

2007

Region Bramfeld

  49 651

  53 665

  103 316

2007

Region Alstertal

  33 291

  38 277

  71 568

2007

Region Walddörfer

  22 185

  24 463

  46 648

2007

Region Rahlstedt

  41 092

  45 802

  86 894

2008

Region Wandsbek-Kern

  49 207

  52 946

  102 153

2008

Region Bramfeld

  49 472

  53 601

  103 073

2008

Region Alstertal

  33 143

  37 919

  71 062

2008

Region Walddörfer

  22 083

  24 390

  46 473

2008

Region Rahlstedt

  41 015

  45 631

  86 646

2009

Region Wandsbek-Kern

  48 599

  52 421

  101 020

2009

Region Bramfeld

  49 177

  53 399

  102 576

2009

Region Alstertal

  33 228

  38 189

  71 417

2009

Region Walddörfer

  22 171

  24 483

  46 654

2009

Region Rahlstedt

  41 122

  45 646

  86 768

2010

Region Wandsbek-Kern

  49 155

  52 918

  102 073

2010

Region Bramfeld

  49 625

  53 588

  103 213

2010

Region Alstertal

  33 725

  38 505

  72 230

2010

Region Walddörfer

  22 419

  24 628

  47 047

2010

Region Rahlstedt

  41 114

  45 788

  86 902

2011

Region Wandsbek-Kern

  49 878

  53 630

  103 508

2011

Region Bramfeld

  49 624

  53 633

  103 257

2011

Region Alstertal

  33 853

  38 539

  72 392

2011

Region Walddörfer

  22 526

  24 876

  47 402

2011

Region Rahlstedt

  41 283

  45 679

  86 962

2012

Region Wandsbek-Kern

  50 418

  54 003

  104 421

2012

Region Bramfeld

  49 865

  53 832

  103 697

2012

Region Alstertal

  34 152

  38 713

  72 865

2012

Region Walddörfer

  22 621

  24 946

  47 567

2012

Region Rahlstedt

  41 704

  45 712

  87 416

2013

Region Wandsbek-Kern

  50 729

  54 075

  104 804

2013

Region Bramfeld

  50 094

  54 045

  104 139

2013

Region Alstertal

  34 173

  38 706

  72 879

2013

Region Walddörfer

  22 659

  24 961

  47 620

2013

Region Rahlstedt

  42 012

  45 771

  87 783

2014

Region Wandsbek-Kern

  51 180

  54 192

  105 372

2014

Region Bramfeld

  50 527

  54 248

  104 775

2014

Region Alstertal

  34 517

  38 980

  73 497

2014

Region Walddörfer

  22 769

  25 103

  47 872

2014

Region Rahlstedt

  42 241

  45 853

  88 094

2015

Region Wandsbek-Kern

  52 600

  54 836

  107 436

2015

Region Bramfeld

  50 955

  54 378

  105 333

2015

Region Alstertal

  34 927

  39 152

  74 079

2015

Region Walddörfer

  23 106

  25 327

  48 433

2015

Region Rahlstedt

  42 741

  46 124

  88 865

2016

Region Wandsbek-Kern

  53 928

  55 847

  109 775

2016

Region Bramfeld

  51 281

  54 601

  105 882

2016

Region Alstertal

  35 253

  39 245

  74 498

2016

Region Walddörfer

  23 490

  25 642

  49 132

2016

Region Rahlstedt

  43 943

  46 688

  90 631

Quelle: Melderegister

 

 

Hinweis Bezirksamt Wandsbek: Die oben stehenden Daten wurden nach den in der Bezirksversammlung bekannten Regionen ausgewertet:

  • Die Region Alstertal umfasst die Stadtteile Hummelsbüttel, Poppenbüttel, Sasel, Wellingsbüttel.
  • Die Region Bramfeld umfasst die Stadtteile Bramfeld, Farmsen-Berne und Steilshoop.
  • Die Region Wandsbek-Kern umfasst die Stadtteile Eilbek, Jenfeld, Marienthal, Tonndorf und Wandsbek.
  • Die Region Rahlstedt umfasst den Stadtteil Rahlstedt.
  • Die Region Walddörfer umfasst die Stadtteile Bergstedt, Duvenstedt, Lemsahl-Mellingstedt, Volksdorf, Wohldorf-Ohlstedt.

Die weiteren Daten in der Antwort wurden analog diesen Regionen ausgewertet.

 

  1. Wie hat sich die Sozialstruktur in den letzten 10 Jahren geändert? (wie vor Bitte Aufgeteilt nach Regionen und Jahren angeben sowie Gesamt)

 

Bezirksamt Wandsbek: Siehe Antwort zu 3. und 4.


 

  1. Welche soziale Infrastruktur (Sportplätze, Parks, Grünflächen, Bücherhallen, Schulen, Kindergärten, etc.) ist in den letzten 10 Jahren neu geschaffen worden? (Bitte in m², Region und nach Strukturelement angeben)

 

Behörde für Kultur und Medien und das Bezirksamt Wandsbek: Siehe Anlage 1.
 

Finanzbehörde: Es sind keine neuen Schulstandorte entstanden und keine vollständigen Schulstandorte geschlossen worden.

 

4.Welche Soziale Infrastruktur (Sportplätze, Parks, Grünflächen, Bücherhallen, Schulen, Kindergärten,…) ist in den letzten 10 Jahren entfallen / abgebaut worden? (Bitte in m², Region und nach Strukturelement angeben)

 

Behörde für Kultur und Medien und das Bezirksamt Wandsbek: Siehe Anlage 2.
 

Finanzbehörde: Es sind keine neuen Schulstandorte entstanden und keine vollständigen Schulstandorte geschlossen worden.

 

5.Welche Faktoren wurden für die Entwicklung des Bezirkes als attraktiver Lebensraum identifiziert?

 

Bezirksamt Wandsbek Vorbemerkung: Auf der stadt- und sozialplanerischen Ebene wird eine ressortübergreifende überbehördliche Abstimmung und integriertes Denken von quartiersrelevanten Planungs- und Entwicklungsaufgaben in der gesamten Bandbreite der Themen als wichtig erachtet. Eine Sicherung der Verbindung zu allen laufenden gebietsbezogenen Prozessen (z.B. auch Sportflächenbedarf, demographiefeste Quartiere etc.) und zur relevanten städtischen Ressourcenplanung inkl. Digitalisierungsstrategien wird für erforderlich gehalten.

Auf diese Weise kann ein „Quartiersmaßanzug“ erstellt werden, der von einer gemeinsamen Verantwortung für das Quartier getragen wird. Dabei sollen im Rahmen umfänglicher Beteiligung möglichst auch zukünftige Quartiersbewohner berücksichtigt werden.

 

  1. Bitte die wichtigsten Faktoren für den Bezirk Wandsbek als attraktiven Lebensraum nennen.

 

Bezirksamt Wandsbek: Anhand des Beispiels von Lebensqualität im Alter sowie der OKJA und der Familienförderung wird im Folgenden exemplarisch ausgeführt, welche Faktoren als Gelingensbedingungen einer wirksamen sozialen Infrastruktur angesehen werden.

 

Bestimmende Faktoren der Lebensqualität im Alter sind Gesundheit und soziale Sicherung. Für die meisten älteren Menschen hängt die Lebensqualität darüber hinaus von der Ausgestaltung des direkten Lebensumfeldes und der Einbindung in die Gemeinschaft ab. Die lokalen Rahmenbedingungen spielen deshalb für das Leben im Alter eine entscheidende Rolle. Dazu gehören lebendige Nachbarschaften, Angebote für  ein soziales Miteinander, Wohlfahrtsstrukturen und bürgerschaftliches Engagement. Entscheidend sind aber auch passgenaue Dienstleistungsangebote, eine seniorengerechte Infrastruktur sowie stabile Rahmenbedingungen zur Förderung der Gesundheit und zur Unterstützung bei Hilfe- und Pflegebedarf. Auch die vielfältigen Wohnformen tragen dazu bei, dass ältere Menschen bis ins hohe Alter weitgehend selbstbestimmt und selbstständig im vertrauten Wohnumfeld leben können.

 

Zur Attraktivität im Bezirk Wandsbek zählt die an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzern, sowie an sozialräumlichen Bedarfen orientierte vielfältige Struktur von Einrichtungen der OKJA und der Familienförderung. Durch vielfältige Kooperationsbezüge und Netzwerkarbeit können Angebote und Übergänge sinnvoll gestaltet und Ressourcen effektiv eingesetzt werden. Angebote für geflüchtete junge Menschen und Familien tragen durch die gezielte Initiierung und Verstärkung von Projekten maßgeblich zur Integration einerseits und Stärkung interkultureller Kompetenz und gesellschaftlicher Mitverantwortung andererseits bei.

 

  1. Welche Maßnahmen wurden/werden ergriffen um diese Faktoren zu stärken?

 

Bezirksamt Wandsbek: In Anlehnung an die Darstellung unter 5 a wird hier dargelegt, wie für die ältere Generation und für Kinder und Jugendliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Menschen in den Quartieren wirksam zu erreichen.

 

Um den Bedarfen der älteren Generation gerecht zu werden, gibt es im Bezirk Wandsbek ein dichtes Netz an Angeboten und Dienstleistungen für Seniorinnen und Senioren: von altersgerechten Wohnformen über Beratungsstellen bis hin zu Seniorentreffs und -kreisen.

Vorrangiges Ziel ist es dabei, Wandsbek als seniorenfreundlichen Bezirk weiter zu entwickeln. Für die Weiterentwicklung der Offenen Seniorenarbeit ergaben sich folgende Handlungsschritte.

Es wurde ein besonderes Augenmerk auf die Stadtteile/ Sozialräume gelegt in denen ein hoher Bedarf nach Angeboten der Seniorenarbeit unterstellt werden kann, da hier überwiegend ältere Menschen leben, die keine Möglichkeiten haben in staatlich geförderten Einrichtungen soziale Kontakte zu knüpfen (Wohlfahrtsstrukturen).

 

In Zusammenarbeit mit den Trägern der Seniorentreffs und –kreise wurden Mindeststandards und Qualitätskriterien entwickelt. Die konzeptionellen Grundlagen für die Arbeit in den Sozialräumen und den einzelnen Seniorentreffs und -kreisen sowie spezifische Angebote und Mitwirkungsmöglichkeiten für ältere Menschen mit Migrationshintergrund wurden mit der Finan-zierung von Projekten (beispielsw. Aufbau Türkische Frauengruppe 60+, Suppentreff) gestärkt. Die geförderten Angebote tragen aus fachlicher Sicht dazu bei,

-                      eine selbständige Lebensführung in einer Zeit schnellen sozialen und technischen Wandels zu unterstützen,

-                      altersbedingte Isolation zu überwinden und soziale Einbindung zu sichern oder wiederherzustellen, insbesondere bei geringen finanziellen Ressourcen

-                      bürgerschaftliches Engagement sowie Partizipation von Seniorinnen und Senioren zu fördern

-                      den interkulturellen sowie generationenübergreifenden Austausch zu ermöglichen

-                      kultur- und geschlechtssensible Bedürfnisse in der Seniorenarbeit zu berücksichtigen.

Die Verwaltung wird auch weiterhin die Bedarfe der älteren Bevölkerung in den 28 Sozialräumen erheben. Auf dieser Grundlage wird die Planung von Angeboten für die ältere Bevölkerung in den Sozialräumen auf die bedarfsgerechte inhaltliche Weiterentwicklung und Vernetzung der vorhandenen Einrichtungen fokussiert. So kann die Ausgestaltung des direkten Lebensumfeldes von Seniorinnen und Senioren und die Einbindung in die Gemeinschaft positiv beeinflusst werden.

 

Das Bezirksamt hat in der Ziel- und Leistungsvereinbarung mit der BASFI entsprechende Schwerpunkte für die Ausgestaltung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) formuliert.

In sozialräumlichen und überregionalen Gremien und Arbeitsgruppen befassen sich Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe mit sich verändernden Anforderungen und Bedarfen, um die Angebotsstruktur zu optimieren. In Bezug auf geflüchtete junge Menschen und Familien bringen sich ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger auf vielfältige Weise ein.

Die Nutzerinnen und Nutzer der Angebote werden an der Ausgestaltung von Projekten gemäß den rechtlichen und fachlichen Vorgaben regelhaft beteiligt.

Sozialräume und Quartiere mit besonderen Bedarfen wurden und werden u.a. über das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) durch den Einsatz von entsprechenden Ressourcen infrastrukturell aufgewertet, Einrichtungen der OKJA und Familienförderung saniert, ausgebaut oder neu geschaffen.

 

  1. Welche Defizite wurden erkannt?

 

Bezirksamt Wandsbek: Vor dem Hintergrund, dass bei der Schlüsselung der Rahmenzuweisungen (RZ) für OKJA/ Jugendsozialarbeit und bei der RZ für Familienförderung zu 94 Prozent vom Bestand an Einrichtungen ausgegangen wird, der Jugendeinwohnerwert nach Sozialindikatoren und nach Bevölkerungszahl lediglich zu je drei Prozent zu Buche schlägt, ist aus Sicht des Bezirks Wandsbek der Wandsbeker Anteil zu gering.

Bestand kann und sollte kein hinreichendes Kriterium für Sozialplanung sein.

 

  1. Welche Maßnahmen wurden/werden ergriffen, um diese Defizite zu kompensieren oder zu beseitigen?

 

Bezirksamt Wandsbek: Grundsätzlich kann eine große Vielzahl von Faktoren zur Attraktivität eines Lebensraumes beitragen. Hierzu kann z.B. das Angebot an Wohnraum und Arbeitsstätten, die Infrastruktur und die Ausstattung an Grün- und Freiflächen, insbesondere für die Erholung und die Freizeitgestaltung zählen. Da die individuelle Beurteilung der Attraktivität des Lebensumfeldes nicht unerheblich von subjektiven Einschätzungen und Präferenzen geprägt ist, kann eine Verallgemeinerung im Sinne der Fragestellung kaum erfolgen. Hinsichtlich der Wohnraumversorgung ist auf die in den letzten Jahren genehmigte hohe Zahl an Wohneinheiten hinzuweisen, welche die Zielwerte nach dem „Vertrag für Hamburg – Wohnungsneubau“ zwischen Senat und Bezirksämtern z.T. deutlich übersteigt. Zugleich wurden vorhandene Gewerbeflächen in vielen Fällen im Wege eines Pilotverfahrens durch Bebauungsplanänderungen gesichert und sollen erhebliche Gewerbeflächenangebote im Bereich der Landes- und Gemeindegrenzen von Hamburg und Schleswig Holstein/Stapelfeld neu geschaffen werden.

 

Durch den Ausbau von Kooperationsbezügen zwischen Einrichtungen der OKJA, Familienförderung und sozialräumlichen Hilfen und Angeboten konnten Synergieeffekte erzielt werden. Einzelne Projekte, die nicht den fachlichen Anforderungen gemäß § 11 SGB VIII und der Globalrichtlinie Kinder- und Jugendarbeit/ Jugendsozialarbeit entsprachen, wurden eingestellt oder in andere Finanzierungsformen überführt.

Da die Mittel in den Rahmenzuweisungen nicht ausreichen, wird der Bezirk entsprechende Mehrbedarfe an die BASFI melden. 

 

Im Übrigen siehe Antwort zu 6.d.i.

 

6.Welche Ziele werden in der Stadtentwicklung verfolgt? (Bitte jeweils nach Region aufschlüsseln)

 

Bezirksamt Wandsbek Vorbemerkung: Ziel in der Stadtteilentwicklung ist, Wandsbek als gerechten und lebenswerten Teil der Stadt weiter zu entwickeln und den sozialen Zusammenhalt im Bezirk zu fördern. Als maßgebliches Steuerungsinstrument wird dafür das RISE angewendet.

Aufbauend auf den Ansätze der Aktiven Stadtteilentwicklung (2005 – 2008) und des Projektes „Lebenswerte Stadt Hamburg“ (2007) wurden bereits 2009 Programmteile der Städtebauförderung zusammengeführt und es wurde das RISE entwickelt. Es verfolgt das Ziel, die Anstrengungen von Fachbehörden in den zentralen politischen Handlungsfeldern in belasteten Stadtteilen zu bündeln, um eine soziale Stabilisierung durch integriertes Verwaltungshandeln zu ermöglichen. Gesamtstädtische Leitziele des RISE sind:

-                      Verbesserung der Lebensbedingungen durch soziale und materielle Stabilisierung des Fördergebiets,

-                      Verbesserung der Entwicklungsperspektiven für die Menschen im Quartier,

-                      Abbau bzw. Beseitigung städtebaulicher Defizite durch Qualifizierung der sozialen und technischen Infrastruktur, des öffentlichen Raums und der privaten Gebäudenutzungen,

-                      Stärkung der Mitwirkungsmöglichkeiten und der Eigenaktivität der Bürgerinnen und Bürger.

 

Eine Unterscheidung nach Regionen erfolgt dabei nicht.

 

  1. Welche Ziele hat die Stadtentwicklung für den Bezirk Wandsbek mittel- und langfristig?

 

Bezirksamt Wandsbek: Die städtebauliche Entwicklung im Bezirksamt verfolgt innerhalb des durch den Flächennutzungsplan und das Landschaftsprogramm gesetzten Rahmens unabhängig von Regionen und Einzelzeiträumen das Ziel einer dauerhaft geordneten städtebaulichen Entwicklung nach Maßgabe des Baugesetzbuches. Hierfür können -abhängig von den jeweiligen Planungsaufgaben- unterschiedliche Belange maßgebend sein, die sich mithin einer Verallgemeinerung im Sinne der Fragestellung weitgehend entziehen.

 

Durch das Bezirkliche Wohnungsbauprogramm und Gewerbeflächenprogramm werden jeweils Flächenpotenziale identifiziert und prognostiziert.

 

Für einzelne städtische Teilbereiche wie etwa das Stadtteilzentrum Bramfeld, den Norden Steilshoops oder den Wandselauf wurden Rahmenpläne bzw. Gutachten unter Mitwirkung der Bevölkerung erarbeitet, um mittel- und langfristige städtebauliche Ziele zu definieren und abzustimmen. Bei den jeweiligen städtebaulichen Untersuchungen wird ggf. auch der Freiraum in den Blick genommen.

 

 

Aktuelle Ziele in der Integrierten Stadtteilentwicklung für die mittel- und langfristige Perspektive sind derzeit:

 

In Steilshoop die Gebietsverlängerung bis 2021 mit folgenden Projektschwerpunkten:

-                      Begleitung der Umsetzung der Markt- und Eventfläche

-                      Bau des neuen Quartierszentrums im Campus Steilshoop

-                      großes Stadtteiljubiläum „50 Jahre Großsiedlung Steilshoop“

-                      Wohnumfeldverbesserungen in den Wohnringen 3, 4, 5 und 14

-                      Begleitung der Planungen für die Siedlungsentwicklung nach Norden

-                      Qualifizierung des Naherholungsgebietes Bramfelder See

-                      zusätzliche Projekte im Bereich Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Für Rahlstedt-Ost hat der Senat am 12.12.2017 die Festlegung als Fördergebiet der Integrierten Stadtteilentwicklung beschlossen. Hier wird das Bezirksamt ein Integriertes Entwicklungskonzept mit Zeit-Maßnahme-Kosten-Plan aufstellen, mit den betroffenen Behörden abstimmen und die Maßnahmen in den nächsten sieben Jahren umsetzen.

 

Das Bezirksamt Wandsbek plant außerdem, in Poppenbüttel das Haus der Jugend (HdJ) Tegelsbarg um- und auszubauen, um auf die gestiegenen und vielfältigen Bedarfe im Quartier, aber insbesondere auch durch die Unterkunft mit der Perspektive Wohnen (UPW) Am Rehagen zu reagieren. Ziele sind:

-                      Schaffung eines Treffpunkts für Jugendliche und junge Erwachsene in zeitgemäßen Räumen,

-                      eine räumliche Trennung der Zugänge und der Bereiche für Jugendliche von den Angeboten für andere Zielgruppen,

-                      die Nutzung des 80er-Jahre-Atrium-Baus für Angebote und Kooperationen mit/für Kinder und Familien, Kitas und  angrenzende Schulen, Geflüchtete und Beratung.

-                      Die Förderung des Vorhabens ist aus Mitteln des Investitionspakts „Soziale Integration im Quartier“ vorgesehen. Mit dem Investitionspakt als neuem Programm der Bund-Länder-Städtebauförderung innerhalb des RISE wird die Schaffung von Orten der Integration und des sozialen Zusammenhalts im Quartier gefördert.

 

Des Weiteren wird für den Stadtteil Eilbek gerade gutachterlich untersucht, ob die Voraussetzungen für die Aufstellung einer Sozialen Erhaltensverordnung nach dem BauGB vorliegen. Mit diesem Instrument soll in begehrten Wohngebieten die ansässige Wohnbevölkerung vor Luxusmodernisierungen und Verdrängung geschützt werden.

 

Bei der Anmeldung von RISE-Fördergebieten kann ein präventiver Handlungsbedarf ausschlaggebend sein, um der Herausbildung sozialer und städtebaulicher Missstände präventiv entgegenzuwirken, oder ein akuter Handlungsbedarf, um bestehende städtebauliche Missstände und /oder räumlich konzentrierte Problemlagen (wieder) durch den RISE-Gebietsentwicklungsprozess zu mindern bzw. aufzulösen.

 

Eine wichtige Aufgabe der Stadtentwicklung in den letzten Jahren war und ist die öffentliche Unterbringung von Geflüchtlingen und Asylbegehrenden, und in der Folge auch die Schaffung von dauerhaften Wohnmöglichkeiten für diese im Bezirk Wandsbek. Mittel- bis langfristig besteht das Ziel, die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger möglichst gut zu integrieren. Es werden daher bei mehreren großen Neubauvorhaben neben Wohnungen der Flüchtlingsunterbringung mit der Perspektive Wohnen gleichzeitig auch reguläre geförderte und freifinanzierte Wohnungen vorgesehen und realisiert.

 

Siehe im Übrigen auch zu 5.

 

  1. Auf welchen Zeithorizont sind diese Ziele ausgerichtet?

 

Bezirksamt Wandsbek: Bei dem Ziel einer geordneten städtebaulichen Entwicklung handelt es sich um eine komplexe Daueraufgabe mit Prozesscharakter und ohne befristeten Zeithorizont. Eine Betrachtung einzelner Zielkomponenten oder Belange in befristeten Zeiträumen ist daher für die Beurteilung der Gesamtentwicklung nicht zielführend.

Die Förderung städtebaulicher Gesamtmaßnahmen in der Integrierten Stadtteilentwicklung ist zeitlich i.d.R. auf 7 bis 10 Jahre limitiert und auf die Gebiete beschränkt, die durch Senats– oder SENKO-Beschluss festgelegt wurden.

 

  1. Welche Maßnahmen wurden/werden hierfür ergriffen?

 

Bezirksamt Wandsbek: Neben verschiedenen Gutachten und Untersuchungen und der Begleitung konkreter Bau- und Planungsvorhaben wurden insbesondere eine Vielzahl von Bebauungsplanverfahren durchgeführt, die den jährlich durch den Planungsausschuss der Bezirksversammlung beschlossenen Arbeitsprogrammen entnommen werden können.

Es wird regelhaft beobachtet, ob sich innerhalb der Bezirksamtes Gebiete so entwickeln, dass sie den Kriterien für eine Aufnahme als RISE-Fördergebiet entsprechen könnten. Kriterien für die Vorbereitung eines neuen Fördergebiets sind die Erkenntnisse des Sozialmonitorings, eine städtebauliche Einschätzung der Zustände und der zukünftigen Entwicklungen sowie stadtteilpolitische Erwägungen.

 

  1. Welche Entwicklung gab es in den letzten 10 Jahren?

 

Bezirksamt Wandsbek: In den letzten 10 Jahren (2007 – 2017) waren in Wandsbek folgende Quartiere entweder als RISE-Fördergebiete oder in Vorläuferprogrammen der Stadterneuerung und Stadtteilentwicklung festgelegt:

Appelhoff: 2006 bis 2015

Birckholtzweg: 2006 bis 2015

Hohenhorst: 2006 bis 2017

Ortskern Rahlstedt: 2010 bis 2015

Steilshoop: 2006 bis 2017, aktuell: Verlängerung bis 2021 ist in Vorbereitung

Rahlstedt-Ost: Aufnahme in 2017 und Gebietsfestlegung bis 2025 ist in Vorbereitung.

 

  1. Wie hat sich der Bezirk planerisch und faktisch in den letzten Jahren entwickelt?

 

Bezirksamt Wandsbek: Die Zahl der Wohngebäude hat sich von 72.703 (2007) auf 77.202 (2017) um 4.499 Wohngebäude erhöht.

Die Zahl der Wohneinheiten hat sich von 200.961 (2007) auf 210.132 (2017) um 9.171 Wohneinheiten erhöht.

Die Bevölkerungsdichte hat sich zwischen 2008 und 2016 von 2.775 auf 2.914 Einwohner pro qm erhöht

Es wurden von 2007 bis 2017 85 Bebauungspläne und Bebauungsplanänderungen festgestellt.

Über die Entwicklung der Integrierten Stadtteilentwicklung in den festgelegten RISE-Gebieten gemäß 6.d. wird dem zuständigen Ausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek regelmäßig berichtet, siehe dazu insbesondere folgende Drucksachen aus den letzten 10 Jahren:

  • 17/2613.01 Themengebiet Appelhoff, Dokumentation „Gemeinsam Freiräume gestalten am Appelhoff“
  • 17/3955 Vorstellung der Lawaetz-Stiftung als Quartiersentwickler für Hohenhorst
  • 18/0834 Überblick über die Stadterneuerungsverfahren in Wandsbek und die Entwicklung der Förderprogramme
  • 18/0835 Vorstellung des Themengebietes Appelhoff
  • 18/1064 Aktive Stadtteilentwicklung Steilshoop, Einsetzung der Beteiligungsgremien
  • 18/1228 Entwicklungsquartier Hohenhorst – Quartiersentwicklungskonzept
  • 18/0931 Zuschnitt von Stadtentwicklungsgebieten in Hamburg
  • 18/1454 Hamburgisches Stadtteilentwicklungsprogramm – Jahresbericht 2006/2007 des Bezirksamtes Wandsbek
  • 18/1517 Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ im Rahmen der Städtebauförderung, Quartierszentrum Steilshoop und Ortskern Rahlstedt als Fördergebiete
  • AsSt am 06.07.2009: Sachstandsbericht zum Themengebiet Birckholtzweg
  • 18/2830 Drucksache „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)“
  • 18/4512 Stand der Umsetzung des Themengebiets Appelhoff
  • 18/4764 Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)
  • 18/5350 Drucksache „Bestandsicherung und Überleitung von Gebieten der Städtebauförderung im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)“
  • 18/5351 Vorlage eines Pilotberichts zum Sozialmonitoring im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)
  • 19/0686 Integriertes Entwicklungskonzept Steilshoop – weiteres Verfahren
  • 19/0926 Entwicklungsgebiet Steilshoop - Integriertes Entwicklungskonzept
  • 19/1999 Themengebiet Birckholtzweg – Nachsorge und Verstetigungskonzept
  • 19/2224 Themengebiet Appelhoff – Nachsorge und Verstetigungskonzept
  • 19/2436 Weiterentwicklung Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) und Globalrichtlinie
  • 19/2640 RISE-Fördergebiet Hohenhorst - Integriertes Entwicklungskonzept Hohenhorst
  • 19/3134 Sozialmonitoring Integrierte Stadtteilentwicklung – Bericht 2012
  • 19/4382 RISE-Fördergebiete – Ortskern Rahlstedt
  • 19/4645 RISE, Programmsegment Aktive Stadt- und Ortsteilzentren der Städtebauförderung von Bund und Ländern - Integriertes Entwicklungskonzept Ortskern Rahlstedt
  • 19/5239 RISE-Entwicklungsgebiet Hohenhorst – Verlängerung der Förderlaufzeit
  • 20/1891 RISE Fördergebiet Hohenhorst – Abschlussbilanzierung mit Nachsorge und Verstetigungskonzept Hohenhorst
  • 20/2352 Sozialmonitoring Integrierte Stadtteilentwicklung – Bericht 2015
  • 20/2633 Bilanzierung der Nachsorge und Schlussbericht der RISE-Fördergebiete Appelhoff und Birckholtzweg
  • 20/3921 Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) hier: Vorbereitung neue Fördergebiete
  • 20/4213 Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) hier: Beauftragung einer Problem- und Potenzialanalyse für das Gebiet Rahlstedt-Ost
  • 20/4783 Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) hier: Vorlage einer Problem- und Potenzialanalyse für das Gebiet Rahlstedt-Ost
  • 20/5162 Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) Steilshoop, Bilanzierung der Hauptförderphase 2008 – 2017 sowie Verlängerung der Hauptförderphase um 4 Jahre bis zum 31.12.2021

 

Im Übrigen siehe zu 5. und 6.

 

  1. Sofern die Planungen und Erwartungen von den Entwicklungen der letzten 10 Jahren abweichen, bitte um Erläuterung, welche Erkenntnisse zu den aktuellen Planungen führen.

 

Bezirksamt Wandsbek: Siehe Antwort zu i. und zu  6. b.

 

iii.Sofern Fehlentwicklungen in den letzten 10 Jahren erkannt wurden, bitte eingesetzte Steuerungsinstrumente benennen und sofern bekannt Resultate/Ergebnisse/Veränderungen benennen.

 

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen nimmt wie folgt Stellung: Die Stadt Hamburg ist durch eine dynamische Entwicklung gekennzeichnet. Entsprechend stellen sich vielfältige Herausforderungen dieses Wachstum zu gestalten, um die Lebens- und Um-weltqualität auf einem hohen Niveau zu halten.

 

Eine wesentliche Grundlage im Bereich der Stadtentwicklung ist das Konzept zur Hamburger Stadtentwicklung „Perspektiven der Stadtentwicklung – Grüne, gerechte, wachsende Stadt am Wasser“ aus dem Jahr 2014. Unter dem Titel „Mehr Stadt in der Stadt“ wird das oberste Ziel für die künftige Entwicklung des Stadtraums, der Wachstumsdynamik vorrangig im bestehenden Siedlungsgefüge Raum zu bieten und Entwicklungsoptionen zu Gunsten einer lebenswerten Stadt zu eröffnen, formuliert. Gleichzeitig werden Themen des bezahlbaren Wohnraums („Die gerechte Stadt“) oder Umweltqualitäten und die Anpassungsbedarfe an den Klimawandel („Grüne und umweltgerechte Stadt“) im Sinne einer integrierten Stadtentwicklung thematisiert.

Aus der kartografischen Darstellung zu den Schwerpunkten der Stadtentwicklung für Hamburg 2030 lassen sich die Zielsetzungen im räumlichen Kontext der Stadt Hamburg ablesen.

 

Der Bezirk Wandsbek wird in Teilen als „Urbanisierungszone“ dargestellt mit dem Ziel, in diesem Bereich das Ziel „Mehr Stadt mit hoher Freiraumqualität“ zu verfolgen. Innenstadtnahe Bereiche des Bezirks sind im Leitplan zur Stadtentwicklung Hamburg 2030 als „Innere Stadt“ gekennzeichnet, peripherere Stadtteile des Bezirks als Äußere Stadt“. Weiterhin wird die Stärkung der Qualitäten der innerstädtischen Landschaftsachsen konzeptionell verankert (z.B. Wandse-Achse und Berner Au-Achse). Zusätzlich sind als Schwerpunkte der Stadtentwicklung größere Wohnungsbauvorhaben abgebildet – für Wandsbek das Brauhausviertel und die Jenfelder Au, welche zu Teilen bereits abgeschlossen sind.

 

Der Bezirk Wandsbek wird vom Ausbau des ÖPNV als einem Ziel der Stadtentwicklung auf dreierlei Weise profitieren: Der Ausbau der S-Bahn-Linie 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe wird durch neue Haltepunkte eine Stärkung der Siedlungsachse bewirken. Der geplante Ausbau der U-Bahn-Linie 5 wird die Qualität des ÖPNV-Angebots für Steilshoop und Bramfeld deutlich verbessern, ebenso der Bau der Haltestelle Oldenfelde auf der Strecke der U-Bahn-Linie 1 für die Bewohnerinnen und Bewohner der angrenzenden Siedlungen.

 

Der Hamburger Osten, angrenzend an südliche Stadtteile des Bezirks Wandsbek, ist als Raum mit zu fördernder Entwicklungsdynamik dargestellt, weshalb davon perspektivisch ausgehende Entwicklungen auch Auswirkungen auf den Bezirk Wandsbek haben könnten.

 

Das Stadtentwicklungskonzept wird durch die Strategie „Mehr Stadt in der Stadt - Chancen für mehr urbane Wohnqualitäten“ in Hamburg ergänzt und um Leitvorstellungen der zukünftigen Entwicklung insbesondere hinsichtlich gewünschter Qualitäten angereichert. Diese Strategie wird inhaltlich wie räumlich erweitert durch das Bestreben, Wohnungsbau auch an neuen Orten voranzutreiben (Senatsziel „Mehr Stadt an neuen Orten“) und so dem Bevölkerungszuwachs der kommenden Jahre durch den Bau insbesondere auch von bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden.

 

Weiterhin sind für die Stadtentwicklung die Zentren von besonderer Bedeutung. In einer Metro-pole wie Hamburg sind sie Mittelpunkte des öffentlichen Lebens mit eigener Identität sowie Ausstrahlung. Als solche tragen sie ganz wesentlich zur urbanen Lebensqualität bei. Im Sinne des Leitbilds der europäischen Stadt liegt der Fokus im Bereich der Zentrenentwicklung daher auf einer Erhöhung bzw. Stärkung der Urbanität und Nutzungsmischung.

 

Mit einem dynamischen positiven Wachstum ist Hamburg als Kern der Metropolregion wichtiger Entwicklungsmotor für die 5,1 Millionen dort lebenden Menschen. Die Sicherung und Bereitstellung ausreichender gewerblich nutzbarer Flächen ist daher ein stadtentwicklungspolitisches Ziel. Dabei gewinnt die enge Zusammenarbeit in einem vereinten Wirtschaftsraum mit den benachbarten Städten und Ländern zunehmend an Gewicht. Nicht zuletzt deshalb wurde jüngst zwischen dem Bezirk Wandsbek und der Gemeinde Stapelfeld eine interkommunale Gewerbeflächenentwicklung vereinbart, um den Ansprüchen an diesen äußerst dynamischen Wirtschaftsraum gerecht zu werden. Das neue Gewerbegebiet soll hinsichtlich der Bereitstellung von ausreichenden, bedarfsangepassten Gewerbeflächen neue Wege gehen, um ein Beispiel für die Gewerbeentwicklung im 21. Jahrhundert zu sein.

 

Auch eine Wohnbau- und Gewerbeflächenentwicklung an den Magistralen steht im Fokus der Stadtentwicklung, bieten sich doch entlang dieser Hauptverkehrsstraßen Perspektiven der städtebaulichen Weiterentwicklung durch eine gezielte räumliche Fassung dieser Straßenräume an. Es finden sich große Flächenpotentiale in oftmals hervorragend erschlossenen Lagen. Neben dem Gewinn an Wohnraum oder gewerblich nutzbaren Flächen und Arbeitsstätten kann die gestalterische Qualität sowie Nutzungsmischung erhöht und Lärmschutz für die dahinter liegen-den Areale verbessert werden.

 

Bezirksamt Wandsbek: Fehlentwicklungen wurden in der in der Vergangenheit zu geringen Bereitstellung neuen Wohnraumes und der Nutzung von Gewerbegebietsflächen durch darauf nicht angewiesene Einzelhandelsbetriebe erkannt. Gegen diese Entwicklungen wurde mit der Änderung bzw. Neuschaffung  von Planrecht nach dem Baugesetzbuch vorgegangen, hinsichtlich des Wohnungsbaues wurde auch die Genehmigungstätigkeit verstärkt. Im Ergebnis konnten 2017 über 3.000 Wohneinheiten genehmigt und eine Vielzahl von Gewerbegebieten für darauf angewiesene Gewerbebetriebe gesichert werden. Quartiere, in denen sozialräumliche Segregations- und Polarisierungsprozesse gravierende Ausmaße annehmen, sollen stabilisiert werden. Als Steuerungsinstrument wird das RISE angewendet. Im Übrigen siehe Ausführungen zu 6.d. und 6.d.i..

Im Übrigen siehe zu 6. b.

 

 

7.Welche Ziele werden in der Bebauung verfolgt? (Bitte jeweils nach Region aufschlüsseln)

a.Welche Ziele hat die Bauplanung für den Bezirk Wandsbek?

b.Auf welchen Zeithorizont sind diese Ziele ausgerichtet?

 

Bezirksamt Wandsbek: Siehe zu 6. a., b. und c.

 

c.Welcher Flächenverbrauch ist hierbei geplant?

 

Bezirksamt Wandsbek: Hierzu bestehen über das geltende Planrecht, die Regelobergrenzen der Baunutzungsverordnung und die sonstigen Maßgaben des BauGB hinaus keine normativen Vorgaben im Sinne der Fragestellung. Künftigen Abwägungsvorgängen kann nicht vorgegriffen werden.

 

d. Welche Entwicklung wird in Bezug auf die Geschossigkeit angestrebt?

 

Bezirksamt Wandsbek: Grundsätzlich wird unter Beachtung des sparsamen Umganges mit Grund und Boden eine ortsangemessene Geschossigkeit und Maßstäblichkeit angestrebt. Diese entzieht sich Verallgemeinerungen im Sinne der Fragestellung. Im Übrigen kann künftigen Abwägungsvorgängen nicht vorgegriffen werden.

 

  1. Welche Entwicklung wird auf die Entwicklung der Größe der Wohneinheiten angestrebt?

 

Bezirksamt Wandsbek: Eine allgemeine Vorgabe für die durchschnittliche Größe zukünftiger Wohnungen besteht nicht. Grundsätzliches Ziel ist es, für alle Nachfragegruppen am Wohnungsmarkt eine angemessene Wohnraumversorgung zu ermöglichen. Für öffentlich geförderten Wohnraum gelten die ggf. auch flächenbezogenen Fördervorgaben der Investitions- und Förderbank (IFB).

 

  1. Welche Entwicklung wird in der Baustruktur angestrebt?

 

Bezirksamt Wandsbek: Grundsätzlich wird unter Beachtung des sparsamen Umganges mit Grund und Boden eine ortsangemessene Baustruktur angestrebt. Diese entzieht sich Verallgemeinerungen im Sinne der Fragestellung. Im Übrigen kann künftigen Abwägungsvorgängen nicht vorgegriffen werden.

 

  1. Welche Maßnahmen wurden/werden hierfür ergriffen?

 

Bezirksamt Wandsbek: Siehe zu 6. c.

 

  1. Welche Annahmen/Erwartungen werden für die Planungen zu Grunde gelegt?

 

Bezirksamt Wandsbek: Zu Grunde liegt insbesondere der durch den Flächennutzungsplan und das Landschaftsprogramm gesetzte Rahmen für die bezirkliche Bauleitplanung, sowie der Vertrag für Hamburg – Wohnungsneubau; fallweise auch die Ergebnisse z.B. von Wettbewerben und gutachterlichen Untersuchungen.

 

i.Welche Entwicklung gab es in den letzten 10 Jahren?

i.Wie hat sich die Bebauung planerisch und faktisch in den letzten Jahren entwickelt?

 

Bezirksamt Wandsbek: Siehe zu 6. d. i..

 

  1. Sofern die Planungen und Erwartungen von den Entwicklungen der letzten 10 Jahren abweichen, bitte um Erläuterung, welche Erkenntnisse zu den Planungen Führen.

 

Bezirksamt Wandsbek: Siehe zu 6. b..

 

iii.Sofern Fehlentwicklungen in den letzten 10 Jahren erkannt wurden, bitte eingesetzte Steuerungsinstrumente benennen und, sofern bekannt, Resultate/Ergebnisse/Veränderungen benennen 

 

Bezirksamt Wandsbek: Siehe zu 6. d. iii..

 

 

genehmigte WE

2012

1.374

2013

1.669

2014

2.532

2015

2.044

2016

3.015

2017
(Stand 30.11.17)

2.453

In den Jahren 2007 - 2011 standen  keine separaten Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung. 

 


 

8.Welche Ziele werden in der Verkehrsinfrastruktur verfolgt? (Bitte jeweils nach Region und Verkehrsträger aufschlüsseln)

 

Bezirksamt Wandsbek: Die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur ergibt sich im Wesentlichen aus übergeordneten gesamtstädtischen Konzepten sowie Vorgaben der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und  Innovation sowie der Behörde für Inneres und Sport.

 

  1. Welche Ziele gibt es für die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur für den Bezirk Wandsbek?

 

Bezirksamt Wandsbek: Erhöhung des Anteils des Radverkehrs durch Aufbau eines Radverkehrsnetzes auf Bezirks- und Stadtteilebene sowie den Aufbau eines Freizeitroutennetzes. Sicherung des Wohnungsbauprogrammes durch zeitnahe Bereitstellung der verkehrlichen Infrastruktur.

 

  1. Auf welchen Zeithorizont sind diese Ziele ausgerichtet?

 

Bezirksamt Wandsbek: Ausbau der Velorouten in den nächsten 3 Jahren.

Aufbau des bezirklichen Radverkehrsnetzes in den nächsten 5 bis 10 Jahren

Erschließungen im Rahmen des Wohnungsbauprogramms fortlaufend bei Bedarf.

 

  1. Welche Annahmen/Erwartungen werden für die Planungen zu Grunde gelegt?

 

Bezirksamt Wandsbek: Radverkehr: Erhöhung des derzeitigen Radverkehrsanteil auf bis zu 25 % vom Modal Split (Bündnis für den Radverkehr).

Erschließungsmaßnahmen: steigender Wohnraumbedarf.

 

  1. Welche Maßnahmen wurden/werden hierfür ergriffen?

 

Bezirksamt Wandsbek: Einzelne Maßnahmen sind den laufend fortgeschriebenen Arbeitsprogrammen des Fachamtes Management des öffentlichen Raumes zu entnehmen.

 

e.Welche Entwicklung gab es in den letzten 10 Jahren?

i.Wie hat sich der Verkehr planerisch und faktisch in den letzten Jahren entwickelt?
 

1.Nutzer der unterschiedlichen Verkehrsträger wie zu gelassene PKW/LKW im Bezirk, Nutzer des ÖPNV im Bezirk, Fahrradfahrer im Bezirk

2.jeweilige Verkehrsflächen Entwicklung Straßennetz und Radwegenetz nach Zu-/Rückbau in m² und unterteilt nach Altnetz und Straßenneubau

3.Streckenaus-/abbau im ÖPNV bitte Änderungen von neuen und weggefallen Routen sowie Änderungen von Taktungen darstellen

 

ii.Sofern die Planungen und Erwartungen von den Entwicklungen der letzten 10 Jahren abweichen, bitte um Erläuterung, welche Erkenntnisse zu den Planungen Führen.

iii.Sofern Fehlentwicklungen in den letzten 10 Jahren erkannt wurden, bitte eingesetzte Steuerungsinstrumente benennen und sofern bekannt Resultate/Ergebnisse/Veränderungen benennen.

 

Bezirksamt Wandsbek: Dem Bezirksamt liegen keine statistischen Daten und Angaben zur Teilfrage e) vor.

 

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation verweist bei Frage 8 auf die nachfolgenden über das Internet zugänglichen Veröffentlichungen:

-Mobilitätsprogramm,

-Veloroutenkonzept,

-Erhaltungsmanagementsystem (EMS),

-Busbeschleunigung,

-Projekt S4,

-Projekt U5,

sowie diverse Drucksachen zum Themengebiet aus der Parlamentsdatenbank der Hamburgischen Bürgerschaft.

 

9.Welche Ziele werden in der Entwicklung der sozialen Infrastruktur verfolgt? (Bitte jeweils nach Region aufschlüsseln)
 

a.Welche Ziele gibt es in der Entwicklung der sozialen Infrastruktur für den Bezirk Wandsbek?

 

Bezirksamt Wandsbek: Grundsätzliches Ziel ist das Vorhalten einer bedarfsgerechten Angebotsstruktur in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern und für unterschiedliche gesellschaftliche Zielgruppen. Die Ziele werden in Global- und Förderrichtlinien weiter ausdifferenziert und konkretisiert.

Da im Bezirk Wandsbek drei sog. UPW-Gebiete neu entstanden sind bzw. entstehen, steht hier aktuell eine zielgruppengerechte Anpassung der Angebotsstruktur im Vordergrund. Das konkretisiert sich im Anbau für den Bauspielplatz Tegelsbarg und das Haus der Jugend Tegelsbarg sowie den Bau des Begegnungshauses am Poppenbütteler Berg.

 

b.Auf welchen Zeithorizont sind diese Ziele ausgerichtet?

 

Bezirksamt Wandsbek: Das Vorhalten einer bedarfsgerechten sozialen Infrastruktur zielt grundsätzlich nicht auf einen (befristeten) Zeithorizont. Es wird als beständiger, wenn auch Veränderungen unterliegender Standard angesehen.

 

  1. Welche Annahmen/Erwartungen werden für die Planungen zu Grunde gelegt?

 

Bezirksamt Wandsbek: Bedarfsanmeldungen aus den Stadtteilen und Quartieren, die Erhebung von Sozialdaten, das Engagement von Interessengruppen und der wirtschaftliche Einsatz von Ressourcen sollen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

 

  1. Welche Maßnahmen wurden/werden hierfür ergriffen?

 

Bezirksamt Wandsbek: Politik und Verwaltung sind vor Ort präsent, Sozialdaten werden erhoben, diverse Fachgremien erörtern Bedarfe des Quartiers, die Verwaltung ist in Stadtteilkonferenzen etc. präsent und befördert die Erkenntnisse in die politischen Gremien.

 

  1. Welche Entwicklung gab es in den letzten 10 Jahren?

 

Bezirksamt Wandsbek: Eine pauschale Antwort auf diese Frage birgt die Gefahr, Entwicklungen im Detail nicht zu erfassen. Als große und mehrere Jahre übergreifende Entwicklungen lassen sich nennen:

                      multifunktionale Nutzung von Gebäuderessourcen

                      Umbau der Sportanlagen zu Kunstrasenanlagen

                      Stabilisierung der OKJA vor dem Hintergrund der flächendeckenden Einführung der Ganztagsschule

Stärkung des Sozialraumbezugs von Einrichtungen

 


Anlage/n:

Anlagen 1 und 2     

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anl. 1 zu 5077.1 Verwaltungsanalyse Wandsbek - wohnen und leben (19 KB)      
Anlage 2 2 Anl. 2 zu 5077.1 Verwaltungsanalyse Wandsbek - wohnen und leben (20 KB)      
Stammbaum:
20-5077   Verwaltungsanalyse Wandsbek - wohnen und leben   Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   Anfrage gem. § 27 BezVG
20-5077.1   Verwaltungsanalyse Wandsbek - wohnen und leben   Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   Antwort zu Anfragen