Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-5669  

 
 
Betreff: Mobilität im Einklang mit dem Wohnungsbau entwickeln
Interfraktioneller Antrag der SPD- und Grünen-Fraktionen, zur Debatte angemeldet von der Fraktion Die Grünen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
22.03.2018 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Hamburgs Attraktivität lockt viele Menschen in unsere Stadt. Der Zuzug macht es erforderlich, dass in Hamburg jährlich mind. 8.000 Wohnungen gebaut werden müssen, damit ausreichender Wohnraum angeboten werden kann. Die rot-grüne Koalition sorgt daher mit dem Vertrag für Hamburg für einen Wohnungsbau von 10.000 Wohnungen, um die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen und die Mietpreissteigerung zu drosseln.

 

Damit die Stadt auch in Zukunft lebenswert bleibt und die Infrastruktureinrichtungen durch den Zuzug langfristig nicht überfordert werden, ist es allerdings wichtig rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Im Zuge des laufenden Bebauungsplanverfahrens Bramfeld 70 „Mützendorpsteed“ gab es für den Raum Bramfeld erneut Hinweise, dass die verkehrliche Situation in diesem Bereich bereits jetzt angespannt ist. Die Bürgerinnen und Bürger in Bramfeld machen sich Sorgen, dass durch die Bautätigkeiten im gesamten Stadtteil und die zusätzlichen Wohneinheiten die Verkehrslage langfristig noch angespannter wird.

 

Bezogen auf das Bebauungsplanverfahren Bramfeld 70 konnte das Gutachterbüro ARGUS verdeutlichen, dass die aus dem Vorhaben generierten Mehrverkehre keinen maßgeblichen Einfluss auf die Verkehrssituation haben.

 

Allerdings ist die Bramfelder Chaussee eine der Haupteinfallsstraßen insbesondere aus den nördlichen Stadtgebieten von Wandsbek und dem dortigen Hamburger Umland. Für einige der dortigen Bereiche besteht für die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durchaus Entwicklungspotenzial. Viele Menschen nutzen daher immer noch das Auto, um in die Stadt zu kommen. Die Verkehrszahlen für die Bramfelder Chaussee bewegen sich daher seit Jahren auch auf einem konstant hohen Niveau von ca. 30.000 KFZ/h, die aus den nördlichen Bereichen Wandsbek in die Stadt fahren.

 

Auch im Bereich des Parkraums gibt es zunehmend Schwierigkeiten. Wohnstraßen sind teilweise zugeparkt, Fußgänger und Radfahrer können sich nicht mehr ungefährdet bewegen und Rettungsfahrzeuge erreichen die Einsatzorte ggf. nur mit entsprechender Verzögerung.

 

Aufgrund der bereits beschlossenen und noch anstehenden Neubauten, den laufenden Planungen und ggf. weiteren zukünftigen Ideen für eine Entwicklung von Wohnungsbau in Bramfeld hält es die rot-grüne Koalition in Wandsbek daher für sinnvoll die Verkehrssituation übergreifend zu betrachten und anschließend ggf. ein geeignetes Mobilitätskonzept zu entwickeln. Aufgrund der heute bereits in groben Zügen absehbaren Veränderung der Mobilitätssituation im diesem Bereich mit dem geplanten Bau der U-Bahn Endhaltestelle am Bramfelder Dorfplatz werden sich weitere Veränderungen ergeben. Der Bedarf an guten Wegeverbindungen für eine fußläufige Erreichbarkeit wird dabei ebenso zunehmen wie vermutlich auch der Parksuchverkehr von ÖPNV-Nutzern, die diesen Bereich mit dem Auto anfahren werden.

 

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Bramfeld 70 hatte die Koalition die Fachbehörde am

30.01.2018 bereits darum gebeten hier tätig zu werden.

 

Der vorliegende Antrag soll den Beschluss aus dem Januar 2018 bekräftigen und die Zielrichtung konkretisieren. Die Wandsbeker Koalition möchte an dieser Stelle die Notwendigkeit einer parallelen Betrachtung der Bautätigkeiten und des Verkehrs in Wandsbek unterstreichen.

 

 


Petitum/Beschluss:

 

  1. Die Fachbehörde wird gebeten die Verkehrssituation für den fließenden und den ruhenden Verkehr für den Bereich, der nördlich durch die Straßen Rolfinckstraße / Farmsener Weg, westlich durch die Straßen Bramfelder Drift / Fabriciusstraße, östlich durch die Straßen Am Stühm Süd / Fahrenkrön / Haldesdorfer Straße und südlich durch die Straßen Haldesdorfer Straße / Bauernrosenweg begrenzt wird mit einem umfangreichen Mobilitätsgutachten zu untersuchen.

 

  1. Das Gutachten sollte folgende Punkte betrachten:
    1. Im Rahmen von Verkehrszählungen eine Erhebung der IST-Situation des fließenden Verkehrs inkl. der Abbiegebeziehungen aufnehmen.
    2. Den ruhenden Verkehr in der vorhandenen IST-Situation erheben und die Auslastung der vorhandenen öffentlichen und wenn möglich auch privaten Parkstände darstellen.
    3. Auf Basis der erhobenen Zahlen die Entwicklung in Bezug auf die zu erwartende Verdichtung mit bekannten Bauvorhaben und dem Bau der U-Bahn Haltestelle am Bramfelder Dorfplatz prognostizieren. Dabei sollen auch die Vorhaben berücksichtigt werden, die sich nördlich des skizzierten Bereiches befinden und eine Erhöhung des Pendlerverkehrs erwarten lassen.
    4. Entwicklungspotenziale für eine Verbesserung der Verkehrssituation insbesondere durch geeignete Maßnahmen im Bereich der innerquartierlichen Mobilität zu Fuß und mit dem Fahrrad, des darüber hinaus gehenden Radverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs aufzeigen.
    5. Gezielt Entwicklungspotenziale und Lösungsansätze auch für die bereits hohe Belastung mit ruhendem Verkehr, Parksuchverkehr sowie Stauungen durch Warte- und Abbiegeverkehre im bezeichneten Gebiet aufzeigen.

 

  1. Der Prozess soll unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger transparent durch öffentliche Workshops begleitet und die dadurch gewonnen Erkenntnisse in das Gutachten einfließen.

 

  1. Die Fachbehörde wird gebeten die Ergebnisse dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr der Bezirksversammlung Wandsbek vorzustellen.

 

 


Anlage/n:

 

keine Anlage/n