Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-6409  

 
 
Betreff: Verbesserung der Situation des ÖPNV im Osten des Bezirks Wandsbek
Eingabe
Status:öffentlichDrucksache-Art:Eingabe
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
24.09.2018 
Sitzung des Hauptausschusses überwiesen   
Wirtschafts- und Verkehrsausschuss
27.09.2018 
Sitzung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses vertagt   
25.10.2018 
Sitzung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses vertagt   
Wirtschafts- und Verkehrsausschuss

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Folgende Eingabe (übersendet als E-Mail) liegt der Geschäftsstelle vor:

 

Sehr geehrter Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Bezirks Wandsbek,

 

zum kommenden Jahr plant der HVV wieder eine erhebliche Fahrpreiserhöhung. Ja, gewiss wird es auch umfangreiche Verbesserungen geben. Doch profitieren davon meist nur die Bewohner jener Stadtteile, die bisher bereits schon eine optimale ÖPNV-Anbindung haben. Mein Bezirk Wandsbek besonders sein östlicher Teil - , der sowieso nur über eine unterdurchschnittliche ÖPNV-, vor allem aber unterdurchschnittliche SPNV-Erschließung verfügt, partizipiert wieder nur in geringem Maße von den Verbesserungen. Hauptsächlich handelt es sich dabei um die längst überfällige Verlängerung der U1-Samstagsverstärker über Wandsbek Markt hinaus bis Farmsen. Zudem soll die bisherige Stadtbuslinie 262 in eine neue Metrobuslinie 11 umgewandelt werden, mit geändertem Laufweg und vermutlich dichterer Fahrtfolge. Gut, einen gewissen Vorteil bringt das auch für die von mir u.a. genutzte Linie 9, die dann nicht mehr der zur gleichen Zeit fahrenden 262 „hinterherdackeln“ muss.


Doch die ÖPNV-Situation im östlichen Teil des Bezirks Wandsbek ist weiterhin im Vergleich zu anderen Bereichen Hamburgs, besonders zum Westen der Stadt, schlecht.

 

- die Bahnerschließung mit der Regionalbahnlinie RB81 betreffend:


Was uns Nutzern der RB81 schon seit Monaten zugemutet wird, ist im Grunde unverschämt! Die Pünktlichkeit dieser Linie mag zwar wohl noch im Rahmen liegen, auch wenn am unteren Rand. Aber die Zugausfälle haben bereits dramatische Ausmaße angenommen. Teilweise werden Ausfälle schon "auf Halde" angezeigt, da ganze Umläufe fehlen.
Dazu kommt noch der Fahrzeugeinsatz. Laut Wagenstandsanzeiger auf den Bahnhöfen soll der RB81 aus 5 Wagen, davon 1 mit 1.-Klasse-Bereich, bestehen. Das ist in den seltensten Fällen so. Oft fahren 4-Wagenzüge mit 2 1.-Klasse-Bereichen. Das Umklassifizieren der überzähligen 1.-Klasse-Bereiche hängt dann immer vom "good-will" des Zugbegleiters ab. Mehrere Male habe ich auch gesehen, dass auf dem Überklebezettel wieder 1. Klasse geschrieben wurde. Ich weiß nicht, ob Sie es nachempfinden können, wenn morgens und auch nachmittags die Menschen teilweise auf den Stufen sitzen müssen, dafür die 1.-Klasse-Bereiche fast leer durch die Gegend fahren.
Es stellt sich die Frage, was die Ursache für diesen eklatanten Fahrzeugmangel plus dem Überhang an Wagen mit 1. Klasse und für die häufigen Zugausfälle sind. Müssen die ursprünglich für die RB81 vorgesehenen Wagen für schadhafte oder noch nicht ausgelieferte Twindexx-Züge auf dem RE7 / RE70 einspringen? Am Samstag hatte ich z.B. gesehen, dass der RE70 17:22 Uhr ab Hamburg Hbf aus einem Twindexx-Mittelwagen und mehreren roten Dostos gebildet wurde, Wagen die dann auf der RB81 fehlen.
Mit dem schlechten 30-Minuten-Takt hat man sich ja bereits abgefunden und kann nur neidisch z.B. auf die ständig fahrende S1/S11 blicken.

 

- den Busbetrieb im Osten von Wandsbek betreffend:


Wir im Bezirk Wandsbek bekommen keine Busbeschleunigung für wichtige Linien wie 8, 9, 10 und künftig 11. (Ich klammere hier mal die 7 nach Steilshoop aus, die ist ein Sonderfall. Auch sehe ich die geplante Einbeziehung der Linie 26 als letzte Busbeschleunigung eher als Alibiaktion.) Selbst eine reine Ampelbevorrechtung ohne größere Umbaumaßnahmen - ist für uns nicht gewünscht. Diese würde gerade auf der Linie 9 viel bringen, da diese Linie hauptsächlich geradeaus auf einer Hauptstraße fährt. So heißt es weiter: Jede rote Ampel mitnehmen, damit der MIV immer sein Vorrecht hat. Und selbst an einer Stelle, der Nordmarkstraße, wo die Lage beider Haltestellen ausnahmsweise mal ideal wäre, wird der Bus durch eine ständig geschaltete, ungünstig gelegene Fußngerampel ausgebremst und hat somit wiederum keinen Vorteil gegenüber dem MIV. (Vom ständigen Nichtherauslassen der Busse aus ihren Busbuchten möchte ich ganz schweigen.) Die Fahrzeiten der Linie 9 wurden über die Jahre hinweg dermaßen verlängert, so dass sie keine attraktive Alternative zum Autoverkehr darstellt.
Ich kenne abseits der Linie 7 nur eine Anmeldeampel im Bezirk Wandsbek an der Einmündung der Scharbeutzer Straße in den Rahlstedter Weg. Den Sinn dieser Solo-A-Ampel habe ich zwar noch nicht verstanden, aber sie bringt jedenfalls der Linie 27 meist freie Fahrt. Es gänge also auch im Bezirk Wandsbek, wenn es von den Verantwortlichen gewünscht wäre.
Auch in anderer Beziehung ist Wandsbek im Busverkehr benachteiligt: Selbst an unbedeutenden Haltestellen im Hamburger Westen, wie Frohmestraße am Kollauwanderweg - weit hinter dem Ring 2, der meines Wissens die Grenze des „umfangreichen Services“ darstellt - gibt es selbstverständlich FIMS-Countdown-Anzeiger für die Busabfahrten. Aber selbst an wichtigen Knoten im Bezirk Wandsbek, wie Bahnhof Tonndorf mit manchmal bis zu 6, 7 Bussen und mehreren Linien, sucht man diese vergeblich. Und dabei liegt Tonndorf viel näher am Ring 2.


Diese Ungleichbehandlung großer Teile des Bezirks Wandsbek zieht sich durch alle ÖPNV-, und besonders SPNV-Bereiche hindurch. Man braucht dazu nur einmal auf den HVV-Plan zu schauen, dann sieht man, dass Wandsbek die benachteiligste Region ist, was den ÖPNV betrifft.

 

Deshalb sollte der Stadtbezirk (evtl. im Zusammengehen mit Stadt, HVV und Verkehrsunternehmen) diese unbefriedigende Situation für die hier lebenden Menschen die immerhin die gleichen teuren Fahrpreise bezahlen müssen, wie die in den „ÖPNV-rundumversorgten“ Regionen - verbessern, indem:

 

1. auf Nah.SH und DB-Regio SH eingewirkt wird, damit es zu einer grundlegenden, signifikanten Verbesserung auf der Linie RB81 kommt, einschließlich einer Garantie durch die DB, dass auch bei Wagenmangelsituationen keine Abstriche auf der Linie RB81 gemacht werden und dass konsequent der zweite (und jeder weitere) 1.Klasse-Bereich eines Zuges sichtbar mit offiziellen Piktogrammen zur 2. Klasse umklassifiziert wird

(Ansonsten wird es nie zu einer Verbesserung auf der Linie RB81 kommen, der einzigen Regionalbahn, die im Hamburger Stadtgebiet notgedrungen Erschließungsaufgaben erfüllen muss.)

 

2. von der Verkehrsbehörde, dem HVV und der Hochbahn gefordert wird, dass

- die Zubringerlinien zur U1 Wandsbek Markt 8, 9, 10, 11, 23 in das hamburgweite Busbeschleunigungsprogramm (Ausbaustufe 2) aufgenommen werden und kurzfristig erste Maßnahmen wie Ampelbevorrechtung umgesetzt werden

- zuvor bereits ein Straffen der Fahrzeiten der Linien (vor allem Linie 9) in der Neben- und Spätverkehrszeit erfolgt

- FIMS-Countdown-Anzeiger an allen wichtigen Bushaltestellen installiert werden, wie in anderen Hamburger Gegenden üblich

- die Bustaschen, z.B. auch an der nicht mehr als B75 klassifizierten Achse Wandsbek-Tonndorf-Rahlstedt, aufgelöst werden und die Bushalte im Straßenraum eingerichtet werden

- die Lage von Bushaltestellen dem Bedarf angepasst werden (Z.B. kann es nicht sein, dass stadteinwärts der Abstand zwischen Studio Hamburg und Bf. Tonndorf (Tonndorfer Hauptstraße) nur 162m beträgt, dafür aber von dort bis Friedhof Tonndorf 789m. Die Linie 9 fährt dort an der Wohnbebauung Sonnenredder/Ostende vorbei und hält erst wieder fast im Einzugsbereich der Folgehaltestelle Nordmarkstraße. - Entfernungsangaben aus Bürgerschaftsdrucksache 21/1507)

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 


Anlage/n:

keine Anlage/n