Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-7023  

 
 
Betreff: Bitte um Referentenvortrag durch Vertreter des HVV
Beschluss der Bezirksversammlung vom 15.11.2018 (Drs. 20-6591.1)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage BV-Vorsitz
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Wirtschafts- und Verkehrsausschuss
14.02.2019 
Sitzung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses vertagt   
21.03.2019 
Sitzung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses zur Kenntnis genommen   
Wirtschafts- und Verkehrsausschuss

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Folgender Beschluss wurde gefasst:

Die Bezirksversammlung beschließt, einen Referenten des HVV über die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in den Wirtschafts- und Verkehrsausschuss einzuladen, um über

die folgende Punkte Auskunft zu geben.

 

 

Stellungnahme der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (zur besseren Lesbarkeit werden die entsprechenden Punkte des Themenkatalogs dem jeweiligen Antwortbeitrag vorangestellt):

 

 

1. Situation und Zukunft Busanlage Rahlstedt (aus WVA 21.06.2018)

 

Die Busanlage Doberaner Weg bleibt baulich unverändert. Die Busanlage Amtsstraße soll an die künftigen Anforderungen insbesondere an die erhöhte Zahl der umsteigenden Fahrgäste angepasst werden. Konkrete Planungen liegen derzeit noch nicht vor.

 

2. Zusätzliche Haltestelle für die Buslinie 374 (aus Regi Wd 14.06.2018)

 

Zu der allgemein erhobenen Forderung, eine zusätzliche Haltestelle für die Buslinie 374 einzurichten, ist ohne eine Konkretisierung zur Lage und Notwendigkeit der Haltestelle keine Stellungnahme möglich.

 

3. Drs. 20-6439 Überfüllte Schulbusse - Buslinien 474 und 574

 

Grundsätzlich stimmt sich der HVV mit den Schulen hinsichtlich der Schülerverkehre ab und richtet das Fahrtenangebot an den Bedürfnissen der Schule aus. So orientiert sich der Fahrplan der Stadtbuslinie 574, die den Schulverkehr zwischen Duvenstedt und Bergstedt versieht, am regulären Beginn bzw. Ende der Schulzeiten. Zusätzliche Fahrten können dann eingerichtet werden, wenn regelmäßig mit einem entsprechend hohem Fahrgastaufkommen zu rechnen ist. Hinsichtlich der Auslastung der morgendlichen Fahrten werden die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) und der HVV die weitere Entwicklung beobachten.

 

Die Stadtbuslinie 474 stellt als regionale Verbindung zwischen Duvenstedt und Ahrensburg die Grunderschließung der hamburgischen Stadtteile Lehmsahl-Mellingstedt und Bergstedt und der Gemeinde Ammersbek im Kreis Stormarn sicher. Der Fahrplan dieser Linie ist auf die Anschlussbeziehungen zur Regionalbahn in Ahrensburg und zur U1 in Hoisbüttel abgestimmt und zudem in das Grundangebot des südlichen Kreises Stormarn integriert. Zudem ergänzt sie in dem gemeinsam bedienten Abschnitt die Stadtbuslinie 374, so dass auch hier hinsichtlich des Fahrplans Abhängigkeiten bestehen. Mit der Anpassung einzelner Fahrten an die Schulzeiten würde die Linie aus diesem vertakteten Grundangebot fallen und Anschlussbeziehungen gingen verloren.

 

4. Drs. 20-6345 ÖPNV stärken - Buslinie 375 attraktiver machen (aus Regi Wd 20.09.2018)

 

Aufgrund der Führung als Ringlinie ergeben sich für die meisten Fahrgäste der StadtBus-Linie 375 zumindest in einer Richtung längere Fahrzeiten, was die Linie für Berufstätige und andere Nutzergruppen (z.B. in Alternative zum Fahrrad oder P+R) generell unattraktiv macht. Ein dichterer Takt und weitere Fahrten an den Tagesrandzeiten würden dies nur geringfügig ändern. Eine Bedienung in beiden Richtungen ist aufgrund der Straßenverhältnisse nicht möglich. Die Linie 375 besitzt eine insgesamt überschaubare Nachfrage, was einen hohen Zuschussbedarf zur Folge hat. Es kann daher nur ein Grundangebot mit eingeschränkten Betriebszeiten angeboten werden.

Zur Verbesserung des ÖPNV-Angebots im Stadtteil Volksdorf gibt es Übelegungen, insbesondere den südöstlichen Bereich, der nicht mehr fußläufig von den U-Bahnhöfen erschlossen wird, mit einer neuen, direkt entlang der Eulenkrugstraße geführten Buslinie zu bedienen. Über die Umsetzung dieser Überlegungen wurde noch nicht entschieden.

 

Die Errichtung von Fahrgastunterständen ist im Rahmen eines Vertrags zwischen der zuständigen Firma und der Stadt direkt geregelt. Die Zahl der (neu) aufzustellenden Unterstände ist begrenzt. Es sollen neue Unterstände auf Vorschlag der Verkehrsunternehmen vorranging an Haltestellen mit hohen Nutzerzahlen aufgestellt werden. Vor diesem Hintergrund erreichen die Haltestellen der Stadtbus-Linie 375 keine hinreichende Priorisierung. Darüber hinaus ist die Aufstellung von Fahr-gastunterständen an etlichen Haltestellen der Linie aus baulichen Gründen (verbleibende Gehwegbreite) nicht genehmigungsfähig.

 

5. Drs. 20-6409 Verbesserung der Situation des ÖPNV im Osten des Bezirks Wandsbek

 

Zu den in Drs. 20-6409 genannten Forderungen ist folgendes auszuführen:

 

Zu Nr. 1:

Grundsätzlich wird im Verkehrsvertrag Netz Ost, zu dem auch der Betrieb der Linie RB 81 gehört, die Kapazität und die Pünktlichkeit der Leistung geregelt. Dabei werden nicht erbrachte Leistungen nicht bezahlt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit bei fortlaufender Nichterfüllung der Leistung das Verkehrsunternehmen zu sanktionieren. Zuständig als federführender Vertragspartner ist der Aufgabenträger, auf dessen Gebiet die größte Laufleistung erbracht wird. Dies ist im Netz Ost das Land Schleswig-Holstein, das die NAH.SH mit den Aufgaben betraut hat. Der Hamburger Verkehrsverbund hat über die BWVI bereits Kontakt zur NAH.SH aufgenommen, um in Gespräche zwischen NAH.SH und DB Regio eingebunden zu werden. Die DB Regio hat der NAH.SH zuge-sichert, dass zusätzliche 1. Klasse-Wagen, die als Ersatz für 2. Klasse-Wagen eingesetzt werden, grundsätzlich zur 2. Klasse umklassifiziert werden.

 

Zu Nr. 2, 1. Spiegelstrich:

Die Metrobus-Linie 23 wird bereits im Maßnahmenpaket B berücksichtigt. Beschleunigungsmaßnahmen an weiteren Linien werden geprüft.

 

Zu Nr. 2, 2. Spiegelstrich:

Die Fahrzeiten werden von den Verkehrsunternehmen regelmäßig überprüft und an die gegebene Situation angepasst.

 

Zu Nr. 2, 3. Spiegelstrich:

Elektronische Anzeigetafeln zur dynamischen Fahrgastinformation werden wegen der hohen Kosten nur in begrenzter Anzahl an hochfrequentierten Haltestellen aufgestellt. Sie benötigen einen Stromanschluss an der Haltestelle, der - falls nicht vorhanden - aufwendig gelegt werden muss. Parallel werden derzeit kleinere batteriebetriebene Systeme zur Fahrgastinformation getestet, die einfacher und kostengünstiger installiert werden könnten. Die Darstellung der nächsten Abfahrten ist dabei nur für wenige Fahrten möglich. Alternativ ist mit der HVV-App über das Smartphone die Abfahrtzeit in Echtzeit mobil abrufbar. 

 

Zu Nr. 2, 4. Spiegelstrich:

Grundsätzlich wird angestrebt, Bushaltestellen in den Straßenraum zu verlegen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn dies unter baulichen, verkehrlichen und Sicherheitsaspekten unbedenklich ist.

 

Zu Nr. 2, 5. Spiegelstrich:

Die Wohnbebauung Sonnenredder/ Ostende liegt im Einzugsbereich der Regionalbahnhaltestelle. Der Radius beträgt hier 600m.

 

 

6. Aktueller Planungsstand für die Busanbindung um den Ortskern Bramfeld im Zuge der

Umbaumaßnahmen für die U5

 

Die Hamburger Hochbahn AG (Hochbahn) hat den aktuellen Planungsstand zur U 5 Ost und damit auch zur U 5-Haltestelle Bramfeld online veröffentlicht. Siehe https://www.hochbahn.de/hochbahn/hamburg/de/Home/Naechster_Halt/Ausbau_und_Projekte/buergerbeteiligung/u5_ost_bramfeld_city_nord/abstimmungsunterlage_zur_u5_ost.

 

Die konkreten Planungen für das Busnetz (Linienverläufe, Taktfrequenzen, Fahrpläne, Fahr-zeugeinsatz) erfolgen erst rund zwei Jahre vor der U 5-Teilinbetriebnahme. Die vorherigen Infrastrukturplanungen im Busnetz beruhen auf definierten funktionalen Anforderungen, Mengengerüsten und Modellfahrplänen.

 

7. Die Buslinie 174 fährt zurzeit sonn- und feiertags am Vormittag nur im 40 Minuten Takt. Besteht die Möglichkeit die Buslinie 174 in einem kürzeren Takt fahren zu lassen.

 

An Sonn- und Feiertagen beginnt der 20-Minuten-Takt der Linie 174 vormittags bereits in Ohlsdorf um 8:43 Uhr und in der Gegenrichtung in Volksdorf um 9:10 Uhr. Die Linie 174 wird somit vormittags an Sonn- und Feiertagen im 20-Minuten-Takt betrieben. Beginn und Ende des 20-Minuten-Taktes sind entsprechend der Nachfrage bestimmt.

 

8. Die Metrobuslinie 9 ist oft überfüllt auch sonntags. Besteht die Möglichkeit die Metrobuslinie 9 in einem kürzeren Takt fahren zu lassen?

 

Die Metrobuslinie 9 weist in Richtung U Wandsbek Markt in den Frühfahrten von Montag bis Freitag als auch sonnabends zwischen 12:30 und 14:30 Uhr eine besonders hohe Fahrgastnachfrage auf.

Die Hochbahn und der HVV beobachten derzeit die Fahrgastentwicklung auf der Metrobuslinie 9 und prüfen, ob und in welcher Weise das Angebot verstärkt werden kann. Ergebnisse liegen derzeit nicht vor.

 

9. Warum werden auf den Metrobuslinien 8 und 23 keine Gelenkbusse eingesetzt? Was wird unternommen, damit sich dies ändert?

 

Die Infrastruktur entlang des Linienweges der Metrobus-Linie 8 ist nicht für den Einsatz von Ge-lenkbussen ausgelegt. Langfristig ist für die Metrobus-Linie 8 der Einsatz von Gelenkbussen mit entsprechender Anpassung der Haltestellen geplant.

 

Die Metrobus-Linie 23 ist im Maßnahmenpaket B der Busbeschleunigung enthalten. In diesem Zuge wird die Infrastruktur auf einen Gelenkbuseinsatz vorbereitet.

 

10. Wieso ist die Metrobuslinie 7 mit insgesamt 14 Haltestellen derart kurz? Gibt es Bestreben diese Linie zu verlängern?

 

Die Linienführung und die Linienlänge orientieren sich an den verkehrlichen Notwendigkeiten und den örtlichen Gegebenheiten. Es gibt derzeit keine Planungen, die Länge der Metrobuslinie 7 zu ändern.

 

11. Warum existieren auf den meisten Linien nur ein Ganzjahresplan und keine abgestimmten Pläne für Sommer und Winter?

 

Durch eine konstant hohe Nachfrage über das ganze Jahr kann auf eine Rücknahme von Fahrten in den Sommermonaten grundsätzlich verzichtet werden. Auf bestimmten Linien entfallen während der Sommerferien die vorrangig dem Schülerverkehr dienenden Verstärkerfahrten.

 

12. An der Haltestelle Volksdorf fährt die Buslinie 174 in den Abendstunden Richtung Poppenbüttel im 20 Minutentakt immer auf XX:06, XX:26 und XX:46. Die Linie U1 erreicht zur gleichen Zeit den U-Bahnhof Volksdorf. Fahrgäste, die in den Bus 174 umsteigen möchten, können diesen nicht mehr erreichen und müssen 20 Minuten warten. Besteht die Möglichkeit die Abfahrtzeit der Linie 174 besser auf die Ankunftszeit der U1 abzustimmen?

 

Im Linienverlauf der Linie 174 sind mehrere Anschlüsse an Schnellbahnen herzustellen, die sich in manchen Zeitlagen gegenseitig ausschließen. Die Fahrpläne der Linie 174 wurden dahingehend optimiert, dass sie die Anschlüsse für die Mehrzahl der Fahrgäste sicherstellen. Eine Verschie-bung der Abfahrtszeit in Volksdorf würde die Anschlüsse in Poppenbüttel und Fuhlsbüttel verschlechtern. Dadurch wären mehr Fahrgäste negativ betroffen als in Volksdorf durch einen besseren Anschluss profitieren würden.

Eine Verbesserung des Anschlusses in Volksdorf wäre nur möglich, wenn die Linie 174 z.B. in Poppenbüttel gebrochen würde, mit der Konsequenz, dass es keine durchgehenden Fahrten Volksdorf - Ohlsdorf geben würde.

 

13. Die Anbindung des westlich vom Bahnhof Rahlstedt gelegenen Stadtteils Oldenfelde an den Rahlstedter Bahnhof erfolgt über die Stadtbuslinie 168. Die Regionalbahn 81 vom Hamburger Hauptbahnhof kommend erreicht den Bahnhof Rahlstedt um XX:25 und XX:55. Der Bus 168 in Richtung Oldenfelde und Farmsen fährt vom Bahnhof Rahlstedt um XX:16, XX:36, XX:56. Den Fahrgästen ist es nicht möglich den Bus zu erreichen und müssen bis zu 20 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen. Das gleiche gilt auch für Fahrgäste der RB 81 aus Richtung Ahrensburg kommend, die den Bahnhof Rahlstedt um XX:26 und XX:56 erreichen.

Auch Fahrgäste, die mit dem Bus 168 zum Bahnhof Rahlstedt fahren müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Der Bus 168 erreicht den Bahnhof Rahlstedt auf XX:07,XX:27 und XX:47 (abends XX:09, XX:29 und XX:49). Die Abfahrtzeiten der RB 81 Richtung Hauptbahnhof sind XX:26, XX:56 und Richtung Ahrensburg XX:25 bzw. XX:55. Besteht die Möglichkeit die Anschlüsse zu optimieren?

 

Im Linienverlauf der Linie 168 sind mehrere Anschlüsse an Schnellbahnen und die Regionalbahn herzustellen, die sich in manchen Zeitlagen gegenseitig ausschließen. Die Fahrpläne der Linie 168 wurden dahingehend optimiert, dass sie die Anschlüsse für die Mehrzahl der Fahrgäste sicherstellen. Eine Verschiebung der Abfahrtszeit in Rahlstedt würde die Anschlüsse in Farmsen und Wellingsbüttel verschlechtern. Dadurch wären in Wellingsbüttel und Farmsen mehr Fahrgäste betroffen als in Rahlstedt durch einen besseren Anschluss profitieren würden.

 

Die RB 81 wird in den Hauptverkehrszeiten verdichtet, sodass in etwa ein 15-Minuten-Takt ent-steht. Die Linie 168 wird im 20-Minuten-Takt und in der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt betrieben. Durch die unterschiedlichen Taktungen kann ein regelmäßiger Anschluss nicht gewährleistet werden. In der Hauptverkehrszeit können, durch Verdichtung der RB 81, Anschlüsse zur Linie 168 hergestellt werden.

 

14. Durch langes Halten an der Haltestelle am Alstertaler Einkaufzentrum und das dortige

Ein- und Aussteigen älterer Herrschaften mit Rollator oder Rollstühlen können die Busse

oftmals nicht mehr pünktlich den S-Bahnhof Poppenbüttel erreichen, so dass Anschlüsse

verpasst werden. Wäre es möglich die Fahrpläne an die tatsächlich benötigten Haltezeiten

anzupassen?

 

Grundsätzlich werden die Fahrpläne so gestaltet, dass sie die tatsächlichen Fahrzeiten einschließlich der Zeiten für den Fahrgastwechsel berücksichtigen und Anschlüsse an die Schnellbahnen ermöglichen. Allerdings gibt es Zwänge, die diese Möglichkeiten begrenzen, z. B. die Herstellung weiterer Schnellbahnanschlüsse im Linienverlauf und die begrenzten Kapazitäten an den Haltestellen.

 

 

 

Aufgrund der ausführlichen Stellungnahme wird von der Entsendung einer Referentin bzw. eines Referenten abgesehen.

 


Petitum/Beschluss:

Der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss nimmt Kenntnis.

 


Anlage/n:

keine Anlage/n