Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 20-7079  

 
 
Betreff: Unfallstatistik zu den Kreuzungen Halenreie/Waldweg und Volksdorfer Grenzweg/Bergstedter Chaussee
Beschluss der Bezirksversammlung vom 13.12.2018 (Drs. 20-6818)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage BV-Vorsitz
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
28.02.2019 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek überwiesen   
Regionalausschuss Walddörfer
28.03.2019 
Sitzung des Regionalausschusses Walddörfer zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Folgender Beschluss wurde gefasst:

Die Bezirksversammlung Wandsbek bittet die Verwaltung um Vorlage der Unfallstatistik zu den Kreuzungen Halenreie/Waldweg und Volksdorfer Grenzweg/Bergstedter Chaussee bis zur nächsten Sitzung des Regionalausschusses Walddörfer am 17.01.2019.

 

 

Stellungnahme der Behörde für Inneres und Sport (BIS):
Die Kreuzung Halenreie / Waldweg gliedert sich in einen nördlichen und einen südlichen Teil, welche ca. 125 Meter auseinander liegen. Der südliche Teil ist in den letzten Jahren umgebaut worden und war mit einer provisorischen Signalanlage geregelt. Nach Information der örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde ist der Umbau abgeschlossen und das Provisorium beendet. Hier wird daher davon ausgegangen, dass die Anfrage sich auf den nördlichen Teil bezieht, welcher durch eine Lichtzeichenanlage dauerhaft geregelt wird.

 

Halenreie / Waldweg:

Im Auswertezeitraum 2016 – 2018 ereigneten sich dort acht Verkehrsunfälle. Bei einem Unfall wurde eine Person schwer verletzt. Bei diesem Unfall (Dezember, 07:45 Uhr) bog eine Pkw-Fahrerin nach rechts ab und erfasste eine 9-jährige Radfahrerin, welche vom Radweg kommend die Fußgängerfurt bei „Grün“ queren wollte.

Getötete oder Leichtverletzte waren nicht zu verzeichnen.

 

 

Die Unfalltypen unterteilen sich wie folgt:

 

 

Unfalltyp

Fahrunfall

1

13%

Abbiegeunfall

3

38%

Unfall im Längsverkehr

3

38%

Sonstiger Unfall

1

13%

 

Die Verteilung nach Tageszeit ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Tageszeit

00:00

0

0%

01:00

0

0%

02:00

0

0%

03:00

0

0%

04:00

1

13%

05:00

0

0%

06:00

0

0%

07:00

1

13%

08:00

0

0%

09:00

0

0%

10:00

0

0%

11:00

0

0%

12:00

2

25%

13:00

0

0%

14:00

1

13%

15:00

2

25%

16:00

0

0%

17:00

0

0%

18:00

0

0%

19:00

0

0%

20:00

0

0%

21:00

1

13%

22:00

0

0%

23:00

0

0%

 

Der nächtliche Unfall ereignete sich um 04:00 Uhr. Ein angetrunkener Pkw-Fahrer kam beim Linksabbiegen nach rechts von der Fahrbahn ab und stieß gegen einen Baum.

 

Die Verteilung nach Jahren ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Jahr

2016

2

25%

2017

3

38%

2018

3

38%

 

Es ist besonders darauf hinzuweisen, dass es sich bei der installierten Signalanlage um eine Einrichtung mit Blindensignalisierung handelt. Aus Sicht der Verkehrsdirektion ist eine Stetigkeit der Signalisierungsregelung auf dem Straßenzug angebracht, um querenden – auch sehbehinderten - Fußgängern ausreichend Schutz zu gewähren. Aus Verkehrssicherheitsgründen erscheint es nicht sinnhaft, an der bezeichneten Lichtzeichenanlage (LZA) Nachtabschaltungen einzurichten.

 

Volksdorfer Grenzweg / Bergstedter Chaussee:

An der Einmündung waren vier Unfälle aufzunehmen. Ein Unfall forderte einen Schwerverletzten (Unfallzeit 16:55 Uhr, September, rechtsabbiegender Pkw erfasst Radfahrer, welcher die Fahrbahn überquert). Bei einem weiteren Unfall wurde eine Person leicht verletzt (Unfallzeit 16:10 Uhr, März, abgelenkter Pkw-Fahrer fährt unbeabsichtigt nach links in den Gegenverkehr).

Die anderen Unfälle ereigneten sich im Juli um 19:10 Uhr bzw. 19:15 Uhr.

Ein Unfall geschah 2016, drei Unfälle 2018.

 

Die Unfalltypen verteilen sich wie folgt:

Unfalltyp

Abbiegeunfall

1

25%

Unfall durch ruhenden Verkehr

1

25%

Unfall im Längsverkehr

2

50%

 

Lichtsignalanlagen werden zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und zur Steuerung der Verkehrsströme eingesetzt. Nach den Bestimmungen der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO; Ziff. VI zu § 37) sollten sie in der Regel auch nachts in Betrieb gehalten werden.

Mitte der achtziger Jahre wertete die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) und der HUK-Verband, Forschungsarbeiten und Untersuchungsberichte zu dem Thema „negative Unfallentwicklung an nachtabgeschalteten LZA“ durch einen gemeinsamen Arbeitskreis aus. Die Arbeitsergebnisse mündeten in der Empfehlung, nur noch solche LZA abzuschalten, bei denen in den Abschaltzeiten ein Sicherheitsbedürfnis eindeutig nicht mehr besteht (z.B. Fußgänger-LZA vor Schulen, an denen zur Nachtzeit keine Fußgänger queren oder LZA in reinen Gewerbegebieten, in denen nachts kein Verkehr herrscht). In allen übrigen Fällen, d.h. bei allen Kreuzungen und Einmündungen sollte wegen der erhöhten Unfallwahrscheinlichkeit mit der Abschaltung überaus restriktiv nach einer sehr sorgfältigen Überprüfung eines jeden Einzelfalles verfahren werden.

Nachdem Ende der achtziger Jahre die Unfallzahlen in Hamburg an nachts abgeschalteten LZA deutlich anstiegen, wurde die Nachtabschaltung an zahlreichen LZA aufgehoben, was zu einem

massiven Rückgang an Verkehrsunfällen und – auch tödlich - Verunglückten führte.

Die „LZA-Abschaltpraxis“ in Hamburg hat sich über viele Jahre bewährt. Die Anzahl der gegenwärtig abgeschalteten LZA stellt einen ausgewogenen Kompromiss zwischen den unabweisbaren Erfordernissen der Verkehrssicherheit und einem möglichst stetigen Verkehrsfluss mit geringen Lärm- und Abgasemissionen zur Nachtzeit dar. Die möglichen Einsparpotentiale bei der

Abschaltung von Lichtzeichenanlagen sind gering. Das maximale Einsparpotential für einen vierarmigen Knoten mit 20 Signalgebern beträgt bei 8 Stunden Nachtabschaltung pro Jahr -je nach Signalleuchtentyp- zwischen ca. 45 € und 250 €. Die geringfügige Senkung der Betriebskosten steht in keinem Verhältnis zu dem volkswirtschaftlichen Schaden, der schon bei nur einem Verkehrsunfall mit Sachschaden an einer abgeschalteten LZA entsteht.

Um die Wartezeiten an LZA sowie die Lärm- und Abgasemissionen zur Nachtzeit möglichst gering zu halten, werden Signalprogramme mit kurzen Umlaufzeiten geschaltet und LZA zunehmend mit verkehrsabhängiger Steuerung betrieben. Zudem werden die Ampelphasen der in Betrieb befindlichen LZA im Rahmen der Programmpflege regelmäßig überprüft und aufeinander abgestimmt.

Dabei wird auch in den Nachtprogrammen grundsätzlich die innerorts zulässige Höchstgeschwindigkeit für die Koordinierung (Grüne Welle) der LZA zu Grunde gelegt. Fahrzeugführer, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens zur Nachtzeit überschreiten, müssen deshalb in der Regel häufiger bei Rotlicht anhalten.

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung nimmt Kenntnis.

 


Anlage/n:

 

keine Anlage/n