Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 21-0055  

 
 
Betreff: Haus der Jugend Bramfeld mit Hilfe von Wohnungsbau sanieren
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Verfasser:Sandro Kappe, Ralf Niemeyer
Franziska Hoppermann, Claudia Folkers
Jörn Weiske, Eckard Graage
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt Beteiligt:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit
    Interner Service
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
22.08.2019 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Mit Drucksache 20-7382 teilt das Bezirksamt Wandsbek mit, dass die SAGA im April 2018 die Kostenschätzung von 1,275 Mio. brutto vorgelegt und mitgeteilt hatte, dass die bekannte Kostenschätzung in Höhe von 450.000 € (aktualisiert rd. 475.000 € brutto) sich lediglich auf den im Grundriss als 1. Bauabschnitt markierten Bereich bezog (1. BA, 358,06 m²).

 

Für die restlichen Flächen von 948,4 m² geht die SAGA von einem Kostenansatz in Höhe von ca. 800.000 € brutto aus (2.-4. BA). Insgesamt wären demnach 1.306,46 m² in 4 Bauabschnitten zu sanieren. Die SAGA hat dazu auch mitgeteilt, dass die Sanierung weiterer Abstimmung und einer genauen Planung bedarf.

 

Fraglich ist, wer die Sanierungskosten übernimmt.

Die BASFI lehnte die Bitte der Bezirksversammlung ab, die erforderlichen Mittel über die Rahmenzuweisung „Investitionen für die Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit“ zur Verfügung zu stellen. Begründet wird dies mit einem Verweis auf eine langfristige Planung. Die Mittel seien bereits belegt. Somit stünden für zusätzliche Maßnahmen keine Mittel zur Verfügung.

 

Die Bezirksversammlung hatte sich am 09.08.2017 dafür ausgesprochen, die Sanierung des Hauses der Jugend Bramfeld aus städtischen Hausmitteln zu finanzieren, um eine Steigerung der Mietkosten zu verhindern. Aufgrund der exorbitanten Kostensteigerungen können die Kosten nicht vom Bezirksamt getragen werden.

 

Es ist angezeigt neue Ideen zu erarbeiten, um das Haus der Jugend Bramfeld zu erhalten.

 

2011 wurde der neu gestaltete Bramfelder Marktplatz eingeweiht. Mit dem Bau der Marktplatz Galerie, dem Kaufland und der Dorfpassage wurde der nördliche Teil des Bramfelder Ortskerns grundlegend umgebaut und weiterentwickelt. Hinzu kommt die Wohnbebauung des Bramfelder Dorfgrabens und die geplante Endhaltestelle der U-Bahnlinie U5 am Bramfelder Dorfplatz sowie die neue Buskehre.

 

Lediglich der südliche Teil des Bramfelder Marktplatzes blieb bisher von der Umgestaltung der letzten Jahre unberührt. In diesem Bereich befinden sich derzeit das stark baufällige Haus der Jugend Bramfeld (Drs. 20-3547), die renovierungsbedürftige Bücherhalle Bramfeld, die aus allen Nähten platzende Freiwillige Feuerwehr Bramfeld sowie das ehemalige Ortsamtsgebäude, in dem sich weiterhin Dienststellen des Bezirksamtes Wandsbek befinden. Hier kann die Bramfelder Mitte noch attraktiver gestaltet werden, wenn man die bestehenden Potentiale ausnutzt.

 

Die rund um den Bramfelder Marktplatz gruppierten kommunalen Einrichtungen, wie das Haus der Jugend, die Polizeiwache, die öffentliche Bücherhalle und das Kundenzentrum Bramfeld sowie die Freiwillige Feuerwehr sind in die Jahre gekommen. Umfangreichen Erhaltungsmaßnahmen werden aufgrund des Sanierungsrückstandes in den nächsten Jahren erforderlich sein. Auch entsprechen die Gebäude nicht mehr den heutigen Standards. Die Feuerwehr weist beispielsweise keine Dusche auf. So müssen die Feuerwehrmänner und -frauen nach ihren Einsätzen zu Hause duschen.

 

Die mit der Überarbeitung der Rahmenplanung von 2002 betrauten Büros PPL Architektur und Stadtplanung und Kontor Freiraumplanung identifizierten für Bramfelds Mitte eine Nutzungsmischung mit Einkauf, Arbeit, Wohnen und Freizeit.

 

Mit einer klugen Neuplanung des südlichen Teils des Bramfelder Marktplatzes, welche die Nutzungsmischung konsequent verfolgt, können gleich mehrere Ideen verfolgt werden. Dazu gehören u.a.:

 

Weitere Zentrumsstärkung der Bramfelder Ortsmitte und verbesserte Gestaltung der Südseite des Bramfelder Marktplatzes, um aus der „Schlafstadt“ Bramfeld einen lebendigen Stadtteil für Jung und Alt zu machen.

Die sozialen Einrichtungen (Haus der Jugend Bramfeld, die Bücherhalle, beides stadteigene SAGA-Grundstücke) und das ehemalige Ortsamtsgebäude haben einen hohen Sanierungsstau. Ein Neubau eröffnet die Möglichkeit, sowohl die sozialen Einrichtungen am Standort zu erhalten und unter einem Dach in neuen und modernen Räumlichkeiten zusammenzufassen als auch ein bürgerfreundliches Kundenzentrum zu errichten.

Damit verbunden könnte ein für alle sozialen Einrichtungen und Vereine (Freiwillige Feuerwehr Bramfeld, Haus der Jugend Bramfeld, Stadtteilbibliothek, Bürgerverein Bramfeld, Heimatverein „up ewig ungedeelt“, Bramfelder Sportverein, Regionalausschuss Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne, u.w.) nutzbarer, multifunktionaler „Bürgersaal“ für kulturelle sowie gesellschaftliche Veranstaltungen errichtet werden.

 

Durch eine gezielte Nachverdichtung kann weiterer, bezahlbarer Wohnraum in der Mitte Bramfelds gerade für u.a. Auszubildende und Studierende geschaffen werden. Schaffung von Räumen u.a. für Gastronomie, welche sich zum Bramfelder Marktplatz öffnen. Dadurch kann dieser dauerhaft aufgewertet, belebt und zu einer echten Bramfelder Mitte werden. Neubau einer modernen Feuerwache für die ortsansässige freiwillige Feuerwehr, welche u.a. die zusätzliche Anforderung für die Tunnelbrandbekämpfung der geplanten U5 erfüllt.

 

Die Weiterentwicklung des Bramfelder Marktplatzes kann mit Hilfe eines freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs mit städtebaulichem Ideenteil umgesetzt werden. Dabei müssen die sozialen Einrichtungen, wie das Haus der Jugend Bramfeld, die öffentliche Bücherhalle Bramfeld und das Kundenzentrum Bramfeld sowie der Freiwilligen Feuerwehr erhalten bleiben.

 

Im Zusammenwirken aller Akteure sowie der Bürgerinnen und Bürger sollte der südliche Teil der Bramfelder Ortsmitte überplant werden, damit die erforderlichen Arbeiten bis zur Fertigstellung der neuen U-Bahn-Station der U5 im Jahr 2026 umgesetzt werden können.

 

 

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständige Behörde:

 

  1. Hat die Saga bereits abschließend bewerten können, welche Kosten für die Sanierung und Modernisierung des Hauses der Jugend Bramfeld anfallen?

a. Wenn ja, welche Mittel sind für die Sanierung und Modernisierung  erforderlich?

b. Wenn nein, warum nicht? Wann ist mit einer abschließenden Bewertung zu rechnen?

  1. Mit welchen Mietsteigerungen wird gerechnet, wenn die Baumaßnahme durch die Saga erfolgt?
  2. Hat das Bezirksamt Wandsbek aufgrund der Mängel die Miete für das Haus der Jugend Bramfeld gemindert?
    1. Wenn ja, in welcher Höhe?
    2. Wenn nein, warum nicht?
  3. Das Grundstück, auf dem das Haus der Jugend steht, ist ein Erbbaurecht, das durch die FHH zur Verfügung gestellt wurde. Der Vertrag hat eine fest vereinbarte Laufzeit von 99 Jahren, beginnend mit dem 21.10.1963, und sieht vor, dass die SAGA auf dem Grundstück ein Haus der Jugend zu errichten und gegen Zahlung einer kostendeckenden Miete dem Bezirk zu überlassen hat. Besteht die Möglichkeit das Haus der Jugend abzureißen und neu zu errichten?
    1. Wenn nein, warum nicht?
    2. Wenn ja, wurde ein Abriss und ein anschließender Neubau hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit bereits geprüft und mit welchem Ergebnis?
  4. Wer ist Eigentümer von dem Gebäude des Kundenzentrums Bramfeld und wann wurde das Gebäude errichtet?
  5. Wie hoch ist der Restbuchwert für das Grundstück? In wessen Anlagevermögen wird es geführt?
  6. Welche Mängel an dem Gebäude des Kundenzentrums Bramfeld sind der Verwaltung bekannt? Wann sollen diese behoben werden?
  7. Wer ist Eigentümer von dem Gebäude der freiwilligen Feuerwehr Bramfeld und wann wurde das Gebäude errichtet? Wie hoch ist der Restbuchwert und in wessen Anlagevermögen wird es geführt?
  8. Ist der Verwaltung bekannt, dass das Gebäude der freiwilligen Feuerwehr Bramfeld keine Duschen aufweist?
    1. Wenn ja, welche Maßnahmen sollen eingeleitet werden, damit den Feuerwehrmännern und –frauen eine Duschmöglichkeit in der Wache geschaffen wird?
  9. Welche Mängel an dem Gebäude der freiwilligen Feuerwehr Bramfeld sind der Verwaltung bekannt? Wann sollen diese behoben werden?
  10. Ist der Verwaltung bekannt, dass das Gebäude für die Anzahl der Kameraden nicht mehr ausreicht?
    1. Wenn ja, welche Maßnahmen sollen unternommen werden, damit endlich Abhilfe geschaffen wird?
  11. Ist eine Sanierung der Bramfelder Feuerwache geplant?
    1. Wenn ja, wann und in welchem Umfang?
    2. Wenn nein, erfüllt die Bramfelder Feuerwache die zusätzlichen Anforderungen für die Tunnelbrandbekämpfung der geplanten U5?
  12. Welche zusätzlichen Anforderungen für die Tunnelbrandbekämpfung der geplanten U5 werden an die Bramfelder Feuerwehr gestellt werden?
  13. Wer ist Eigentümer von dem Gebäude der Polizei Bramfeld und wann wurde das Gebäude errichtet? Zu welchem Restbuchwert ist es in wessen Anlagevermögen?
  14. Welche Mängel an dem Gebäude der Polizei Bramfeld sind der Verwaltung bekannt? Wann sollen diese behoben werden?
  15. Wer ist Eigentümer von dem Gebäude der Bücherhalle Bramfeld und wann wurde das Gebäude errichtet? Zu welchem Restbuchwert ist es in wessen Anlagevermögen?
  16. Welche Mängel an dem Gebäude der Bücherhalle Bramfeld sind der Verwaltung bekannt? Wann sollen diese behoben werden?
  17. Aus welchem Budget könnte ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil mit den oben genannten Zielen bestritten werden? Welche Programme und Fördermittel welcher Fachbehörden kommen für eine solche Finanzierung in Frage?
  18. Ist ein Neubau der o.g. Gebäude unter Einbeziehung von Wohnungsbau aus der Sicht der Verwaltung wirtschaftlich umsetzbar?
    1. Wenn nein, warum nicht?
    2. Wenn ja, wie kann ein derartiges Anliegen zeitnah angeschoben werden?
  19. Wie schnell kann aus der Sicht der Verwaltung ein neuer Bebauungsplan für das gennannte Anliegen aufgesetzt werden?
  20. Welche Probleme sieht die Verwaltung für den o.g. Neubau der Bramfelder Einrichtungen am Bramfelder Marktplatz?

 

 


Anlage/n:

keine Anlage/n

Stammbaum:
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