Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 21-1285  

 
 
Betreff: Verkehrsüberwachung auf der Stein-Hardenbergstraße Stadteinwärts (ehemalige B75)
Beschluss der Bezirksversammlung vom 20.02.2020 (Drs. 21-1076.1)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage BV-Vorsitz
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
04.06.2020 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek      
Regionalausschuss Rahlstedt
17.06.2020 
Sitzung des Regionalausschusses Rahlstedt zur Kenntnis genommen   
Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek
17.06.2020 
Sitzung des Regionalausschusses Kerngebiet Wandsbek zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Auswertung _der_Verkehrsunfalldaten  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

 

Folgender Beschluss wurde gefasst:

 

Die zuständige Fachbehörde wird gebeten:

 

-          wie viele Unfälle in dem Bereich der Stein-Hardenberg-Str. bis Bargteheider Str., Kreuzung Scharbeutzer Str in den letzten Jahren stattgefunden haben und erteilt Auskunft über den jeweiligen Schweregrad der Unfälle, besonderes Augenmerk sollte auf Unfälle mit Personenschaden gerichtet werden.

 

 

Stellungnahme der Behörde für Inneres und Sport:

 

Die oben genannte Beschlussvorlage wurde der Verkehrsdirektion mit der Bitte um Stellungnahme übermittelt.

 

Ausgewertet wurde der Straßenverlauf der Stein-Hardenberg-Straße einschließlich der Bargteheider Straße bis zur Scharbeutzer Straße ohne die Endknoten in den Jahren 2017 bis 2019.

Grundlage der Auswertung ist eine Abfrage der Datenbank 'Elektronische Unfalltypensteckkarte'

(Euska) vom 27. März 2020.

 

 

Allgemeine Verkehrsunfalllage

Bei der Stein-Hardenberg-Straße handelt es sich um eine Hauptverkehrsstraße mit einer Belastung von 30-40.000 Kraftfahrzeugen pro Tag.

Für den abgefragten Zeitraum wurden im betrachteten Straßenabschnitt von ca. 2,5 km Länge

264 Verkehrsunfälle (VU) wie in der folgenden Karte dargestellt polizeilich registriert.

 

Die Verkehrsunfalllage ist insgesamt nicht besonders auffällig. Nicht angepasste Geschwindigkeit spielte fast ausschließlich bei Auffahrunfällen, Unfällen beim Fahrstreifenwechsel und Fahrunfällen (Abkommen von der Fahrbahn) eine Rolle.

Ein erhöhtes Unfallgeschehen lässt sich feststellen an den Knoten mit den querenden Straßen

Sonnenweg und Am Pulverhof -beides Unfallhäufungsstellen (UHS)- sowie in geringerem Maße

östlich des Knotens Sonnenweg und im Streckenbereich Bargteheider Straße.

Bei den meisten VU (78%) handelte es sich um Sachschadensunfälle.

Die statistischen Gesamtdaten sind gesondert beigefügt.

 

VU mit Personenschaden

VU mit Toten sind im abgefragten Zeitraum nicht zu beklagen.

Bei acht VU sind neun Personen schwer und zudem drei Personen leicht verletzt worden.

Bei weiteren 49 VU wurden 62 Personen leicht verletzt.

Bei leicht schwankender Zahl der VU insgesamt hat die Anzahl der VU mit Personenschaden

insbesondere in 2019 deutlich abgenommen. Es zeigte sich sowohl bei den VU mit schwerem als auch bei den VU mit leichtem Personenschaden ein Rückgang. In 2019 wurden bei einem VU eine Person schwer und eine leicht verletzt, bei 9 VU wurden 9 Personen leicht verletzt (möglich ist ein Zusammenhang mit einer Sperrung des Sonnenwegs in Richtung Kupferdamm von Juli 2018 bis April 2019).

VU mit Personenschaden sind in der folgenden Karte dargestellt. Häufungen zeigen sich an den gleichen Stellen wie bei den Unfällen insgesamt.

 

 

Unfallursachen:

Die am häufigsten festgestellten Unfallursachen waren fehlerhafte Fahrstreifenwechsel (51),

nicht angepasste Geschwindigkeit (40, in einem Fall mit Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit) und ungenügender Sicherheitsabstand (39). Etwas seltener Fehler beim Abbiegen (nach links 24, nach rechts 8) und Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr (13).

Bei den VU mit Personenschaden treten Fehler beim Abbiegen (nach links 11, nach rechts 4) in

den Vordergrund, ungenügender Sicherheitsabstand (11) und nicht angepasste Geschwindigkeit (7) und Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr (5) spielen aber auch bei diesen VU eine Rolle.

 

Unfallhäufungen

Am Knoten Sonnenweg sind in erster Linie Abbiegeunfälle registriert worden, überwiegend

durch Missachtung entgegenkommender Fahrzeuge. Die meisten der Abbieger waren in beiden

Richtungen von der Stein-Hardenberg-Straße nach links in den Sonnenweg abgebogen.

Zweimal waren Pkw-Führer vom Sonnenweg aus Richtung Süden nach rechts in die Stein-Hardenberg-Straße abgebogen und hatten parallel fahrende Radfahrende nicht beachtet. In zwei Fällen waren Linksabbieger aus der Stein-Hardenberg-Straße von Nordosten kommend in den Sonnenweg mit Fußgängern, die den Sonnenweg querten, kollidiert. Eine Kollision zwischen Pkw und Fußgänger ereignete sich auf der gegenüberliegenden Seite in gleicher Konstellation. Der Knoten befindet sich als Unfallhäufungsstelle (UHS) in der Beobachtung der Unfallkommission.

 

Im Bereich östlich des Knotens Sonnenweg wurden überwiegend Auffahr- und Fahrstreifenwechselunfälle registriert, die meisten davon stadteinwärts im Zusammenhang mit Rückstaubildung an der Lichtzeichenanlage am Knoten.

 

Der Knoten Am Pulverhof, ebenfalls UHS, zeichnet sich hauptsächlich durch VU im Längsverkehr (Auffahren, Fahrstreifenwechsel) aus. Von sechs Abbiege-VU beruhten auch hier fünf auf

der Missachtung entgegenkommender Fahrzeuge durch Linksabbieger aus der Stein-Hardenberg-Straße.

Ein Radfahrender, der im Verlauf Am Pulverhof die Stein-Hardenberg-Straße überquerte war

durch einen parallel rechtsabbiegenden Pkw angefahren worden. Ein Fußgänger hatte versucht, die Stein-Hardenberg-Straße bei Rotlicht in Richtung Süden zu überqueren und war vor einen westwärts fahrenden Pkw gelaufen. Auch dieser Knoten stellt eine Unfallhäufungsstelle dar und wird durch die örtliche Straßenverkehrsbehörde beobachtet.

 

Im Straßenabschnitt Bargteheider Straße sind unterschiedliche Unfalltypen festzustellen. Besonders um den Knoten Birkenallee im Bereich der Hausnummer 30 (Nettomarkt) und vor dem Knoten Scharbeutzer Straße fallen Unfälle im Längsverkehr auf. Die Kriterien einer UHS werden an beiden Stellen nicht erfüllt. In Höhe des Nettomarktes wurden zudem mehrere VU durch abbiegende und einfahrende Kfz aufgenommen. Zudem wurden im Verlauf der Strecke Einbiegeunfälle an anderen Einfahrten festgestellt, in zwei Fällen mit Beteiligung Radfahrender.

 

Im Bereich des Bahnhofs Tonndorf, der im Beschlussantrag kritisch dargestellt wurde, sind

keine VU im Zusammenhang mit anhaltenden, wartenden oder anfahrenden Bussen polizeilich

bekannt geworden. Stadtauswärts wurden allerdings zwei Auffahrunfälle und ein VU durch Fahrstreifenwechsel ohne Busbeteiligung registriert. Außerdem waren zweimal Pkw aus unbekannter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abgekommen.

 

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Petitum/Beschluss:

Die Bezirksversammlung nimmt Kenntnis.

 

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Anlage/n:

keine Anlage/n   

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Auswertung _der_Verkehrsunfalldaten (337 KB)