Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 21-1586  

 
 
Betreff: Die Pflicht kommt vor der Kür - Wie viele gefällte Bäume wurden nicht nachgepflanzt?
Kleine Anfrage vom 09.06.2020
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort zu Anfragen
Verfasser:Christin Christ
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

 

ume bringen eine Reihe an positiven Effekten auf die Umwelt, das Klima und letztlich für die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger mit sich. Sie absorbieren u.a. Abgase, sorgen durch Wasserspeicherung und Beschattung für den Erhalt und die Verbesserung des städtischen Mikroklimas und produzieren Sauerstoff. Dies allein schon zeigt, dass jeder einzelne Baum für die Lebensqualität und das Stadtklima von überaus großer Bedeutung ist. Seit 2011 regiert im Bezirk Wandsbek die SPD zusammen mit der Partei „Bündnis 90/ Die Grünen“. Insbesondere letztere kritisierte oftmals die Bundesregierung für ihre Umweltpolitik und ließ im gleichen Zug verlauten, den Umweltschutz in den Vordergrund zu stellen.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

 

Das Bezirksamt Wandsbek antwortet wie folgt:            22.06.2020

 

 

1.)    Wie viele Bäume wies der Bezirk Wandsbek jeweils im Februar 2011 und im Februar 2020 auf?

 

Bezirksamt Wandsbek:

 

Straßenbäume:
2011: 59.288 Bäume
2020: 59.179 Bäume (Stand 02.06.2020)
r Grünanlagen, Spielplätze und Kleingartenanlagen gibt es keine statistische Erfassung des Baumbestandes.

 

ume auf Privatgrund:

Eine Statistik der Fragestellung entsprechend wird nicht geführt.

 

 

2.)    Wie viele Bäume wurden im Bezirk Wandsbek zwischen 2011 und 2020 gefällt? Bitte pro Jahr angeben.

 

Bezirksamt Wandsbek:

 

Straßenbäume:
2011: 837 Bäume
2012: 908 Bäume
2013: 632 Bäume
2014: 602 Bäume
2015: 953 Bäume  
2016: 730 Bäume  
2017: 575 Bäume  
2018: 331 Bäume  
2019: Auswertung durch BUE noch nicht abgeschlossen
2020: Zahlen liegen erst Ende 2. Quartal 2021 vor

ume in Grünanlagen:
2011: 730 Bäume
2012: 695 Bäume
2013: 960 Bäume
2014: 750 Bäume
2015: 427 Bäume
2016: 542 Bäume
2017: 461 Bäume
2018: 463 Bäume
2019: 454 Bäume
2020:   41 Bäume (Stand  Ende 05-2020 nur Notfällungen)

 

ume auf Privatgrund:

Eine Statistik der Fragestellung entsprechend wird nicht geführt.

 

3.)    Wie viele Bäume wurden im Bezirk Wandsbek zwischen 2011 und 2020, nachgepflanzt? Bitte pro Jahr angeben.

 

Bezirksamt Wandsbek:

 

Straßenbäume:
2011: 724 Bäume
2012: 229 Bäume
2013: 234 Bäume
2014: 279 Bäume
2015:   36 Bäume
2016: 474 Bäume
2017: 445 Bäume
2018: 365 Bäume
2019: 336 Bäume
2020: Zahlen liegen erst Ende 2. Quartal 2021 vor

ume in Grünanlagen:
2011:   23 Bäume
2012:   27 Bäume
2013:   28 Bäume
2014:   38 Bäume
2015: 138 Bäume
2016:   75 Bäume
2017:   29 Bäume
2018:   17 Bäume
2019: 146 Bäume
2020:   23 Bäume (Stand 05-2020 nur Notfällungen)
 

ume auf Privatgrund:

Eine Statistik der Fragestellung entsprechend wird nicht geführt.
 

 

4.)    Wie viele gefällte Bäume wurden im Bezirk Wandsbek seit Februar 2011 nicht nachgepflanzt und warum nicht?

 

Bezirksamt Wandsbek:

 

Straßenbäume:
2011: 113 Bäume
2012: 679 Bäume
2013: 398 Bäume
2014: 323 Bäume
2015: 917 Bäume
2016: 381 Bäume
2017: 134 Bäume
2018: + 34 Bäume
2019: Auswertung durch BUE noch nicht abgeschlossen

2020: Zahlen liegen erst Ende 2. Quartal 2021 vor

 

ume in Grünanlagen:
2011:  707 Bäume
2012:  668 Bäume
2013:  932 Bäume
2014:  712 Bäume
2015: 289 Bäume
2016:  467 Bäume
2017:  432 Bäume
2018:  446 Bäume
2019:  308 Bäume
2020:    18 Bäume (Stand 05-2020 nur Notfällungen)

 

Die meisten gefällten Bäume in Grünanlagen wurden aus sog. Dichtstand gefällt. Eine Nachpflanzung unter Bestandsbäumen ist aufgrund des Konkurrenzdrucks eingewachsener Bäume nicht nachhaltig. Der natürliche Sämlingsaufwuchs in den Grünanlagen ist um ein Vielfaches höher, als die Anzahl der gefällten Bäume, wodurch gefällte Bäume angemessen durch eine natürliche Entwicklung ersetzt wurden.

 

ume auf Privatgrund:

Eine Statistik der Fragestellung entsprechend wird nicht geführt.
 

 

5.)    ssen auf privatem Grund gefällte Bäume grundsätzlich nachgepflanzt werden?

 

Bezirksamt Wandsbek:

Nein. Die Auflagen sind individuell und abhängig von den örtlichen Gegebenheiten. Sofern beispielsweise die Baumfällungen aufgrund einer Bestandspflegemaßnahme gefällt werden (z.B. zur Förderung von Nachbarbäumen), wird in der Regel auf Ersatzpflanzungen verzichtet.

 

a)      Wenn ja, in welchem Verhältnis?

 

6.)    Auf welche Höhe belief sich die Ausgleichsgebühr für die Fällung von Bäumen auf privatem Grund zwischen 2015 bis heute? Bitte pro Jahr angeben.

 

Bezirksamt Wandsbek:

 

2015

2016

2017

2018

2019

441.842,40 €

  

615.840,00 

 

555.525,00 €

  

916.913,00 €

  

1.050.660,00

 

 

 

7.)    r wie viele Bäume, unterteilt nach den Jahren 2011, 2012, 2013, 2014, 2015,2016,2017,2018,2019 und 2020, wurde eine Ausgleichzahlung für die Fällung von Bäumen gezahlt und wurden diese Bäume 1 zu 1 nachgepflanzt?

a)      Wenn nein, wieso wurden diese trotz Ausgleichzahlung vom Bezirksamt nicht nachgepflanzt?

 

 

Bezirksamt Wandsbek:

 

Eine Statistik, die der Fragestellung entspricht, wird nicht geführt. Eine Zuordnung der Einzelfälle ist im Rahmen der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich. Es müssten mehr als 500 Akten ausgewertet werden. Die Ausgleichszahlungen werden für Maßnahmen für die Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft (u. a. Baumpflanzungen, Teichentschlammungen, Renaturierungen) verwendet. Eine Nachpflanzung im Verhältnis 1:1 erfolgt in der Regel nicht.

 

 

8.)    Werden die Ausgleichzahlungen für die Fällung von Bäumen nur für die Nachpflanzung von Bäumen genutzt?

 

Bezirksamt Wandsbek:

 

Nein.

 

 

a)      Wenn nein, wieso nicht?

 

Bezirksamt Wandsbek:


Es gibt keine ausreichenden Flächen im öffentlichen Grund für eine sinnvolle und nachhaltige Baumpflanzung und Verausgabung aller Ausgleichszahlungen. Die verbleibenden, nicht für Baumersatzpflanzungen ausgegebenen Gelder der Ausgleichszahlungen werden daher für weitere ökologische Aufwertungsmaßnahmen eingesetzt.
 

 

9.)    Wofür werden die Ausgleichzahlungen für die Fällung von Bäumen auf privatem Grund genutzt?

 

Bezirksamt Wandsbek:

 

Die Ausgleichszahlungen werden für Baumersatzpflanzungen an Straßen, Grünanlagen und  Baumpflanzungen, zur Aufwertung von Biotopflächen, Strauchpflanzungen und weitere Pflanzungen in Grünanlagen und Biotopflächen, Baumpflege in Biotopen und Schutzgebieten,
Entschlammungsarbeiten von Teichen in Grünanlagen, Bekämpfung von Neophyten sowie Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten genutzt.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:

keine Anlagen