Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 19/1651  

 
 
Betreff: Frauennamen bei Straßenbenennungen
Interfraktioneller Debattenantrag der GAL- und SPD-Fraktion
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
23.02.2012 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

Az.               Drucksachen-Nr. 19/1651

              16.02.2012


 

Antrag

- öffentlich -


Cornelia Stoye (GAL) und Fraktion

Anja Quast (SPD) und Fraktion


 

Beratungsfolge

am

TOP

Bezirksversammlung

23.02.2012

4.3

 


!Titel!


Frauennamen bei Straßenbenennungen

Interfraktioneller Debattenantrag der GAL- und SPD-Fraktion


!Titel!


 


 


Sachverhalt:

 


Immer wieder gibt es aus Politik und Bevölkerung Vorschläge für die Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Da in Hamburg derzeit verstärkt gebaut wird und in Folge dessen viele Neubaugebiete entstehen, ist es sinnvoll, rechtzeitig Kriterien für Benennungen festzusetzen.

Bisher gelten in Hamburg folgende Kriterien bzw. gibt es folgende Vorgehensweisen bei der Benennung von Straßen:

Der Senat entscheidet über die Neu- oder Umbenennung von Straßen und Wegen, wobei Bezirksversammlungen und Regionalausschüsse durch Namensvorschläge mitwirken können. Grundsätzlich kann jeder Bürger Vorschläge einbringen. Das Staatsarchiv prüft, ob der Name bereits vergeben wurde. Bei Personen wird auch die Vergangenheit untersucht.

Die Straßennamen sollen möglichst kurz, wohlklingend und für den mündlichen und schriftlichen Gebrauch unmissverständlich sein. Benennungen nach Verstorbenen sollen frühestens zwei Jahre nach dem Tod vorgeschlagen werden.

In Hamburg gibt es 8881 Straßennamen. Davon sind rund 2300 nach männlichen Personen und etwa 310 nach weiblichen Personen benannt worden. Der Frauenanteil beträgt lediglich etwa zwölf Prozent am Gesamtteil der nach Personen benannten Straßen.

 

Der derzeitige Frauenanteil wird weder dem Bevölkerungsanteil noch der Lebensleistung von Frauen gerecht. Es gibt viele Frauen, die Ehrung und Gedenken verdienen, sie wurden aber weniger gewürdigt. Frauen bei der Benennung von Straßen den Vorzug zu geben, ist ein überfälliger Schritt, und zwar nicht nur auf dem Weg zur Gleichstellung, sondern auch im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung.

 

Entsprechende Beispiele findet man bereits in vielen Städten Deutschlands. In Berlin gibt es seit 1996 das erste namentlich weiblicheWohnviertel Deutschlands. Dort wurden in einem Neubaugebiet alle zwanzig Straßen, Wege und Plätze nach Frauen benannt. So hat man dort z. B. den Müttern des Grundgesetzes (Helene Weber, Helene Wessel, Elisabeth Selbert und Friederike Nadig) mit Straßenbenennungen ein Denkmal gesetzt.

 

Es ließen sich zahlreiche weitere Beispiele aufführen. Wir beschränken uns aber auf den Hinweis auf die gerade entstandene Internet-Datenbank mit rund 500 Hamburger Frauen-Biografien.  

 

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:


 

Beschlussvorschlag:

 


Im Bezirk Wandsbek werden künftig bei der Neubenennung von Straßen, Wegen und Plätzen nach Personen Frauen besonders berücksichtigt, so dass in Zukunft bei Neubenennungen nach Personen zumindest ein Gleichstand zwischen den Geschlechtern erreicht wird. Diese Regelung gilt für alle aktuell noch nicht im Findungsverfahren befindlichen Neubenennungen.


 


 

 

Anlage/n:

ohne Anlagen