Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 19/2016  

 
 
Betreff: Sicherung von Gewerbeflächen in Wandsbek
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
  Aktenzeichen:123.30-10
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
31.05.2012 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
16.08.2012 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

Az. 123.30-10              Drucksachen-Nr. 19/2016

              27.04.2012


 

Anfrage

gem. § 27 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -


Dr. Klaus Fischer, Helga Daniel, Klaus-Dieter Abend und Dr. Jan Thieme


 

Beratungsfolge

am

Top

Bezirksversammlung

31.05.2012

14.1

Bezirksversammlung

16.08.2012

3.3

 


!Titel!


Sicherung von Gewerbeflächen in Wandsbek


!Titel!


 


 


Sachverhalt/Fragen

 


Der Wohnungsbau genießt aufgrund der teilweise angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt derzeit in Hamburg wie auch in Wandsbek große Aufmerksamkeit bei Verwaltung und Politik.

Demgegenüber ist die Aufmerksamkeit für Sicherung und Ausbau von Gewerbeflächen weitaus weniger ausgeprägt, obwohl die Versorgung mit adäquaten Gewerbeflächen in Hamburg und Wandsbek notorisch schwierig ist und bei nach wie vor wachsender Bevölkerung auf viele Jahre von einem zunehmenden Bedarf auch an Gewerbeflächen auszugehen ist. Darüber hinaus hat die Wandsbeker Koalition in ihrem Koalitionsvertrag deutlich gemacht, dass sie einen wesentlichen Teil der Vorgaben für den Wohnungsbau durch Umwandlung von Gewerbeflächen erzielen will.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:                                           14.06.2012

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) nimmt unter Beteiligung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF) sowie der Finanzbehörde (FB) wie folgt Stellung:

 

1. Mit welcher Nachfrage nach Gewerbeflächen rechnet die Verwaltung für Hamburg

insgesamt sowie für Wandsbek in den nächsten 10 Jahren?

 

Zu 1.:

Im Masterplan Industrie wurde als Zielgröße ein jährlicher Flächenvorrat von 100 ha städtischer Industrie- und Gewerbefläche vereinbart. Diese Zielgröße bildet die Fortschreibung der Vergaben städtischer Industrie- und Gewerbeflächen aus vergangenen Jahren ab. Durchschnittlich wurden in den vergangenen Jahren jährlich 12,3 ha städtischer gewerblich nutzbarer Flächen vergeben, bei einer Bandbreite von 5,3 ha in 2007 und 25,2 ha in 2008. In quantitativer wie in qualitativer Hinsicht können mit dem vorhandenen Angebot an städtischen gewerblich nutzbaren Flächen nicht mehr alle Nachfragen bedient werden.

Nach Auskunft der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH (HWF) wurden in Wandsbek in den vergangenen 10 Jahren durchschnittlich 1 ha an städtischen Gewerbeflächen vergeben. Über das Geschehen auf dem privaten Markt gewerblich nutzbarer Immobilien in Wandsbek liegen keine Erkenntnisse vor.

2. Wie hoch sind die Vorhalte- bzw. Reserveflächen mit planerischer Ausweisung als Gewerbefläche sowie als Industriefläche in Hamburg insgesamt sowie in Wandsbek?

 

3. Wie ist die Größenstruktur der Flächen unter Nr. 2 (bitte Flächen unter 1ha, 1-5 ha sowie über 5 ha angeben)?

 

Zu 2. und 3.:

In der PAUL-Datenbank der BSU werden die gewerblichen Flächenpotenziale erfasst und einmal jährlich mit den Fachbehörden und den Bezirken abgestimmt. Private Flächen können nicht laufend aktuell erfasst werden.

 

Flächenpotenziale FHH insgesamt (einschließlich Bezirk Wandsbek)         Stand: 01.01.2012

[ Anzahl der Flächen | ha Planrecht ]

GE

< 1 ha

1-5 ha

> 5 ha

94|40,1

39|70,6

6|50,1

 

 

 

 

Flächenpotenziale Bezirk Wandsbek                                                Stand: 01.01.2012

[ Anzahl der Flächen | ha Planrecht]

GE

< 1 ha

1-5ha

> 5 ha

14|7,0

8|15,6

----

 

 

 

 

 

4. Welche Kriterien müssen aus Sicht der Verwaltung erfüllt sein, um eine Gewerbefläche in

eine Fläche für Wohnungsbau umzuwandeln?

 

Zu 4.:

Gemäß des Vertrages für Hamburg – Wohnungsneubau können nicht mehr marktgängige Gewerbeflächen in Wohnungsbauflächen umgewandelt werden.

Das Bezirksamt teilt mit:

Die Einzelfallprüfung muss ergeben, dass der Wohnungsbau im konkreten Fall Vorrang vor einer gewerblichen Flächennutzung hat.

 

Wie lauten die diesbezüglichen internen Verwaltungsvorschriften?

 

Das Bezirksamt teilt mit:

Eine spezifische Verwaltungsvorschrift gibt es nicht. Bei Auffassungsunterschieden können die Konfliktlösungsregeln nach dem „Vertrag für Hamburg – Wohnungsneubau“ zur Anwendung kommen.

 

6. Bei welchen der derzeit im Wohnungsbauprogramm des Bezirks Wandsbek aufgeführten

Gewerbeflächen sind die Kriterien nach Nr. 3 und 4 erfüllt bzw. wo sind welche Kriterien

nicht erfüllt (bitte jede betroffene Gewerbefläche einzeln angeben)?

 

 

Das Bezirksamt teilt mit:

Da das bezirkliche Wohnungsbauprogramm durch die Bezirksversammlung beschlossen worden ist, ist davon auszugehen, dass bei allen darin für den Wohnungsbau vorgesehenen Gewerbeflächen das zu Frage 4. genannte Kriterium erfüllt ist. Eine flächenbezogene Einzelunterscheidung von weiteren Kriterien erübrigt sich (siehe 4.)

 

7. Welche der unter Nr. 2 angesprochenen Vorhalteflächen für Gewerbe in Wandsbek

befinden sich im Eigentum der Stadt Hamburg?

 

Zu 7.:

Nach Kenntnis der zuständigen Behörde befinden sich folgende Vorhalteflächen für Gewerbe in Wandsbek im Eigentum der Stadt Hamburg:

 

 

Belegenheit

Bestand

 

m2

ha

1

Ahrensburger Straße / Doraustieg

1.600

 

2

Wragekamp

1.690

 

3

Höltigbaum / Sieker Landstraße

37.205

 

4

Vogtredder / Haidkoppel

20.367

 

5

Meiendorfer Straße

14.400

 

6

Am Stadtrand

24.472

 

7

Tilsiter Straße

11.247

 

Zusammen

110.981

11,1

(Angaben des Bezirksamtes Wandsbek)

 

 

8. Welche Wertsteigerung erwartet die Stadt Hamburg im Durchschnitt bei der Umwandlung

von Gewerbeflächen in Flächen für Wohnungsbau bei den unter 6. aufgeführten Flächen in

ihrem Eigentum?

 

Zu 8.:

Während Flächen für Wohnungsbau im Bezirk Wandsbek im Jahr 2011 mit durchschnittlich 306 Euro/m² gehandelt wurden, lagen die Durchschnittswerte für gewerbliche Immobilien bei etwa 270 Euro/m².


 


 


 


 

Anlage/n:

ohne Anlagen