Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 19/2349  

 
 
Betreff: Überlastungsanzeigen des ASD - Kindeswohlgefährdung im Bezirk?
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 24 BezVG (Große Anfrage)
Federführend:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
16.08.2012 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
13.09.2012 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Jugendhilfeausschuss
19.09.2012 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

              Drucksachen-Nr. 19/2349

              24.07.2012


 

Große Anfrage

der CDU-Fraktion

gem. § 24 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -


Franziska Hoppermann, Claudia Folkers, Eckard Graage, Hui-Tam Van,

Philip Buse (CDU) und Fraktion


 

Beratungsfolge

am

TOP

Bezirksversammlung

16.08.2012

13.5

Bezirksversammlung

13.09.2012

13.4

Jugendhilfeausschuss

19.09.2012

5.2

 


!Titel!


Überlastungsanzeigen des ASD – Kindeswohlgefährdung im Bezirk?


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt/Fragen

 


In den Medien wird von Überlastungsanzeigen sämtlicher Regionalleitungen des ASD gesprochen, in denen darauf hingewiesen wird, dass durch die Einführung der Software Jus-IT nicht mehr sichergestellt werden könne, dass Kindeswohlgefährdungen nachgegangen und die damit einhergehenden möglichen schlimmen Folken für Kinder und Jugendliche verhindert werden könnten. Begründet wird dies mit Fehlern in der Software und deren mangelhafter Funktionalität auf der einen und mangelnder Schulung für die ASD-Mitarbeiter für die Software auf der anderen Seite.

In der Antwort auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Philip Buse vom 30.05.2012 (Drs. 19/2221) wird für den Bereich des ASD geantwortet, dass ASD-Abteilungen ihre Überlastung in der Regel als Gesamtabteilungen anzeigten und mithin ca. 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen seien.

Welche Ursache auch immer dahinterstehen – es darf keine Kinderwohlgefährdungen aufgrund von Überlastungen der Mitarbeiter des ASD geben, Fälle wie Chantal oder Jessica dürfen sich nicht wiederholen.

 

Wir fragen daher das Bezirksamt:
Die Bezirksamtsleitung antwortet wie folgt (20.08.2012):

Vorbemerkung:

Die Funktion „ASD – Regionalleitung“ gibt es in der Hamburger Jugendhilfe nicht. Das Bezirksamt geht davon aus, dass in dieser Anfrage die ASD – Abteilungsleitungen gemeint sind und in diesem Zusammenhang das Schreiben vom 19. Juni 2012 an die jeweiligen Bezirksamtsleitungen.

 

1.   Hat es im Bezirksamt Wandsbek eine Überlastungsanzeige von ASD-Regionalleitungen gegeben?

a.   Wenn ja: Von welchen Regionalleitungen?

Von welchen Regionalleitungen nicht?

 

Das Schreiben der ASD – Abteilungsleitungen stellt keine Überlastungsanzeige im Sinne der Geschäftsordnung für die Bezirksämter dar. An dem Schreiben vom 19. Juni 2012 haben sich fünf Abteilungsleitungen des ASD im Bezirksamt Wandsbek beteiligt.

 

2.   Welche Gründe werden für die Überlastung angeführt?

Das Schreiben bezieht sich auf die Einführung des Programms JuS-IT. In diesem Zusammenhang werden als Gründe für die Überlastung im Wesentlichen unzureichende Schulungen bzw. Vorbereitungen, Programmierfehler, Gewinnung von Routine bei Stellenvakanzen und unzureichende Unterstützung vor Ort in der Nachbegleitung genannt.

 

3.   War diese Überlastungsanzeige zum Zeitpunkt der Beantwortung der Kleinen Anfrage Drs. 19/2221 bereits bekannt?

Das Schreiben der ASD – Abteilungsleitungen stellt keine Überlastungsanzeige im Sinne der Geschäftsordnung für die Bezirksämter dar und war darüber hinaus zum genannten Zeitpunkt nicht bekannt.

 

4.   Sind in den letzten 12 Monaten Steigerungen in Bezug auf die Arbeitsbelastung des ASD erkennbar?

Die Arbeitsbelastung des ASD hat sich durch umfangreichere Begleit- und Prüfungsmaßnahmen bei der Unterbringung von Kindern in Pflegestellen, durch mehr Beschwerdefälle sowie zeitliche Mehrbeanspruchung bei der Gewinnung von Handlungsroutine im Jus-IT-Verfahren erhöht.

 

5.   Sind Steigerungen in Bezug auf Überlastungsanzeigen aus dem Bereich des ASD erkennbar?

a.   in den letzten 12 Monaten?

in den letzten 6 Monaten?

Ja, siehe Drs. 19 / 2221.

 

6.   Ist die Einführung der Software Jus-IT ausreichend vorbereitet worden?

 

Im genannten Schreiben vom 19. Juni 2012 der ASD – Abteilungsleitungen werden die Probleme benannt, die im Zusammenhang mit so großen EDV – Anwendungen häufig auftauchen. Die Verschiebung der Einführung hat in diesem Zusammenhang verschärfend gewirkt. Insgesamt war die Vorbereitung der Einführung im Rahmen des Möglichen ausreichend.

 

a.    Wie ist den zusätzlichen Belastungen Rechnung getragen worden?

 

Dem ASD standen in den ersten 9 Tagen nach Einführung von JuS-IT am 21. Mai 2012 täglich zwei Stunden pro Abteilung Unterstützung zur Verfügung. Die abteilungsbezogene Unterstützung vor Ort in Form von halbtägigen Begleitungen durch Dataport wurde im Juni / Juli fortgesetzt und soll nach Bedarf erweitert werden. Intensiv und hilfreich wird die Hotline genutzt. Dazu unterstützen die Multiplikatoren die Einführung vor Ort.

 

b.   Welche Schulungen hat es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD für die Software gegeben?

 

Die Schulungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von fünf Tagen, durchgeführt in zwei Blöcken, fanden 2011 statt. Die Funktionsfähigkeit der Software war in diesen Fortbildungen nicht durchgängig gegeben, da einzelnen Programmteile in der Schulung nicht zur Verfügung standen (Schnittstellen). 2012 fand eine eintägige Auffrischungsschulung statt. Dazu gab es vor Einführung von JuS-IT die Möglichkeiten des Übens in einem Lernportal.
 

c.   Sind diese Schulungen ausreichend aus Sicht der Bezirksamtsleitung?

 

Der Umfang der Schulung wird überwiegend als ausreichend bewertet, aber als zeitlich zu weit vor dem Einführungstermin entfernt platziert angesehen. Eine Schulung zur Bearbeitung der Schnittstellen fand wegen nicht vorhandener Programmteile unzureichend statt. Die Lernmöglichkeiten am Arbeitsplatz wurden auch auf Grund der angespannten Arbeitssituation nur unzureichend genutzt. Neue Mitarbeiter/innen konnten an der Grundschulung nicht zeitnah teilnehmen.

Es besteht weiterer Bedarf an Schulungen vor Ort und Unterstützung bei der Menge der Dateneingaben.

 

7.   Sind im Rahmen der Einführung der Software Probleme aufgetreten?

a.   Wenn ja: Welche?

 

??????????????????????????????????????????????????Polizeimeldungen kamen an falscher Stelle an.

??????????????????????????????????????????????????Die Dokumentation von umfassender Berichten ist nur über den Umweg der Speicherung in Word möglich, da die Bearbeitungszeit zur Speicherung der Dokumentation in JuS-IT zu kurz gefasst ist.

 

b.   Wurden diese behoben?

 

??????????????????????????????????????????????????Die Richtigleitung der Polizeimeldungen wurde kurzfristig gelöst.

??????????????????????????????????????????????????Die technische Bearbeitungszeit für die Dokumentation konnte bisher nicht geändert werden.
 

c.   Haben diese Probleme Auswirkungen auf die Bearbeitung von Fällen mit Kindeswohlgefährdung?

Nein.

8.    Welche Reaktion hat es seitens der Bezirksamtsleitung auf die Überlastungsanzeige der ASD-Regionalleitungen gegeben?


Die Bezirksamtsleitung hat jede Dienststelle um konkrete Beschreibung der Defizite im JuS-IT-Verfahren sowie um den Unterstützungsbedarf gebeten. Beschreibung und Bedarfe wurden an JuS-IT gegeben. Darüber hinaus hat das Bezirksamt als Federführer Kontakt zur zuständigen Fachbehörde wegen weiterer Unterstützung vor Ort aufgenommen.

 

9.   Sieht die Bezirksamtsleitung einen adäquaten Umgang aller Fälle der Kindeswohlgefährdung vor dem Hintergrund der Überlastungsanzeige weiterhin als gewährleistet?

a.   Wenn nein: Wie und wann wird dieser wieder hergestellt?

Wer trägt bis dahin die rechtliche Verantwortung für solche Fälle, denen nicht nachgegangen werden kann?

Allen Kindeswohlgefährdungen, die bekannt werden, wird nachgegangen. Dies hat selbstverständlich immer höchste Priorität.

 

10.                        Wurde der Jugendhilfeausschuss oder sein Vorsitzender über diese Überlastungsanzeige informiert?

a.   Wenn ja: Wann?

 

Nein. Es ist aber ohnehin geplant, über die aktuelle Situation im nächsten Jugendhilfeausschuss zu berichten.

 

Welche anderen Dienststellen und Vertreter der Politik wurden wann über die Überlastungsanzeige informiert?

Keine.


 


 


 


 

 

Anlage/n:

ohne Anlagen