Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 19/2365  

 
 
Betreff: Südliche Umgehungsstraße Ahrensburg verhindern
Beschluss der Bezirksversammlung vom 26.04.2012 (Drs.Nr.: 19/1991)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage BV-Vorsitz
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
16.08.2012 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Regionalausschuss Rahlstedt
29.08.2012 
Sitzung des Regionalausschusses Rahlstedt ungeändert beschlossen   
Regionalausschuss Walddörfer
30.08.2012 
Sitzung des Regionalausschusses Walddörfer ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus
23.08.2012 
Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

              Drucksachen-Nr. 19/2365

              26.07.2012


 

Mitteilung

des vorsitzenden Mitglieds der Bezirksversammlung

- öffentlich -


 


 

Beratungsfolge

am

TOP

Bezirksversammlung

16.08.2012

11.30

Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus

23.08.2012

7.9

Regionalausschuss Rahlstedt

29.08.2012

5.13

Regionalausschuss Walddörfer

30.08.2012

6.9

 


!Titel!


Südliche Umgehungsstraße Ahrensburg verhindern

Beschluss der Bezirksversammlung vom 26.04.2012 (Drs.Nr.: 19/1991)


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt

 


Folgender Beschluss wurde gefasst:

 

Die zuständige Fachbehörde möge sich bei der Gemeinde Ahrensburg und bei der zuständigen Hamburger Fachbehörde mit Nachdruck dafür einsetzen, dass eine südliche Umgehungsstraße um Ahrensburg an der geplanten Stelle nicht realisiert wird.

 

Zum Beschluss nimmt die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation wie folgt Stellung:

 

Die Stadt Ahrensburg stellt derzeit einen Masterplan Verkehr auf und will ihn voraussichtlich nach den Sommerferien in den politischen Gremien beschließen. Für den Masterplan wurden für neun verschiedene Straßenbauprojekte die verkehrlichen Auswirkungen untersucht.

Planfall 2 ist die "Südumfahrung", die teilweise über das Gebiet Höltigbaum führen soll. Die vorliegenden Verkehrsmodellrechnungen der Stadt Ahrensburg prognostizieren für das Jahr 2025 für die "Südumfahrung" ein Verkehrsaufkommen von 4.500 bis 5.000 Kfz/24h sowie eine geringe Entlastungswirkung für die Ahrensburger Innenstadt. Das Verkehrsaufkommen auf der „Südumfahrung“ ist hierbei kein Mehraufkommen, sondern eine Verlagerung von der Straße Brauner Hirsch. Auf Hamburg bezogen wird von unveränderten Verkehrsstärken auf der Hamburger Straße (Landesgrenze) und der Eulenkrugstraße gegenüber dem Referenzszenario ausgegangen.

Die Berechnung des Planfalles 2 einschließlich einer möglichen Kibek-Ansiedlung steht noch aus. Es werden jedoch keine signifikanten Änderungen erwartet.

Die zuständige Behörde hatte bereits mehrfach Kontakt mit der Stadt Ahrensburg und hat ihr gegenüber geäußert, dass eine südliche Umfahrung für die Freie und Hansestadt Hamburg keine nennenswerte Verbesserung ihrer Verkehrssituation darstellt und dass das prognostizierte Verkehrsaufkommen die Kosten nicht rechtfertigt. Damit wurde bereits im Sinne des Beschlusses agiert.

 

Zum Beschluss nimmt die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt wie folgt Stellung:

 

Die BSU wurde erstmals informell seitens der BWVI Ende 2011 über das Projekt einer südlichen Umgehungsstraße zwischen B 75 in HH-Meiendorf und BAB A 1- Anschlussstelle Ahrensburg informiert.

Im Januar 2012 sowie im März dieses Jahres fanden verschiedene Gespräche zwischen den betroffenen Fachbehörden, der Stadt Ahrensburg und dem Bezirk Wandsbek statt, in denen die Verkehrsplanung von Ahrensburg im Mittelpunkt der Diskussion stand. Im Rahmen dieser Kontakte wurde die negative Einschätzung des Vorhabens seitens Hamburgs bereits gegenüber den Vertretern der Stadt Ahrensburg deutlich gemacht.

Die Basis dieser Gespräche bildete jeweils der in Erarbeitung befindliche Masterplan Verkehr, der im Rahmen der Flächennutzungsüberarbeitung erstellt wird. Wesentliches Ziel dieses Masterplans ist u.a. die Entlastung des Ahrensburger Zentrums vom Durchgangsverkehr. Die dazu geprüften Varianten enthalten auch eine Südumgehung der Stadt in Form einer Südspange zwischen Eulenkrugstrasse / B 75 und BAB A1 – Anschlussstelle Ahrensburg, die zwangsläufig auch Hamburger Stadtgebiet im Bereich des Hamburger Naturschutzgebietes Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum tangieren würde.

 

Aus Sicht der BSU wird das Vorhaben abgelehnt. Zwei Gründe sind entscheidend:

 

Eine Südumgehung in der avisierten Trassierung des Masterplans stellt auf jeden Fall einen fundamentalen Eingriff in den geschützten Landschaftsraum im Grenzbereich zwischen Ahrensburg und Hamburg dar (NSG „Stellmoorer-Ahrensburger Tunneltal“, „Höltigbaum“ mit Flora-Fauna-Habitat-Status) und ist aus naturschutzfachlichen Gründen abzulehnen. Durch das Vorhaben würde die Qualität der NSG sowie des attraktiven, u.a. von der Metropolregion Hamburg geförderten Naherholungsraums Höltigbaum, maßgeblich negativ beeinflusst. Zugleich wäre mit dem Vorhaben die Zerschneidung eines bedeutsamen Biotopverbundes im Bereich Stellmoorer und Ahrensburger Tunneltal sowie Höltigbaum für Feucht-, Wald- und Trockenlebensräume verbunden. Derzeit sind die Siedlungsränder von Hamburg und Schleswig-Holstein in diesem Raum noch nicht zusammengewachsen, so dass sich trotz der parallel verlaufenden Verkehrstrassen eine „ruhige Landschaft“ für die Erholungsnutzung erleben lässt. Dieser Zustand würde durch das Projekt aufgegeben; neue Siedlungserweiterungen und Eingriffe ständen zu befürchten.

 

Der Masterplan weist nach, dass die Variante einer Südumgehung einen vergleichsweise geringen verkehrlichen Entlastungseffekt für das Stadtzentrum Ahrensburg ergibt, gleichzeitig aber sehr hohe Kosten verursacht. Ein verkehrlicher Effekt für Hamburg ist nicht erkennbar. Eher im Gegenteil, da ja die Südumgehung auch darauf abzielt, Verkehre (neue Käufergruppen) aus Hamburgs Nordosten in Richtung zum geplanten Fachmarktzentrum an der BAB A 1 zu ziehen.


 

Beschlussvorschlag

 


Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.


 


 

 

Anlage/n:

ohne Anlagen