Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 19/3130  

 
 
Betreff: Öffentliche Unterbringung in Wandsbek vorausschauend gestalten
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
  Aktenzeichen:123.30-10
Federführend:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
24.01.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
04.04.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Anlage/n

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

Az. 123.30-10              Drucksachen-Nr. 19/3130

              08.01.2013


 

Anfrage

gem. § 27 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -


Für DIE LINKE: Gerda Azadi, Julian Georg, Anke Ehlers             

             


 

Beratungsfolge

am

Top

Bezirksversammlung

24.01.2013

15.2

Bezirksversammlung

04.04.2013

14.1

 


!Titel!


Öffentliche Unterbringung in Wandsbek vorausschauend gestalten


!Titel!


 


 


Sachverhalt/Fragen

 


Hamburg ist eine sozial tief gespaltene Stadt. Das zeigt sich auch in der Situation wohnungsloser und von Wohnungsverlust bedrohter Menschen. Durch zurückgegangene Zuwanderungszahlen wurden in Hamburg in den letzten 10 Jahren viele Plätze in der öffentlichen Unterbringung abgebaut. In jüngster Zeit aber steigt die Nachfrage nach öffentlicher Unterbringung wieder an.

Festzustellen ist eine wachsende Armutsmigration (Flüchtlinge innerhalb und außerhalb der EU) und eine Zunahme inländischer Armutsopfer. Einen Sonderaspekt stellen gegenwärtig die Zuwanderer der Roma u.a. aus Serbien und Mazedonien dar.

Neben der quantitativen Sicherstellung ausreichender Unterbringungsplätze muss es Ziel sein, den Unterbringungsstandard in bestehenden Einrichtungen zu erhöhen und darüber hinaus mehr Menschen unabhängig von Herkunft und Status in abgeschlossenen Wohnungen unterzubringen.

 

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung bzw. die zuständige Fachbehörde:

 

 

A: Bestand und künftiger Bedarf vor dem Hintergrund des Unterkunftabbaus

 

 

Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI, zu Fragen 1 – 14, 16, 18 – 20), das Bezirksamt Wandsbek (zu Fragen 15, 17, 21, 22 und 25) und die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU, zu  Frage 23 und 24) antworten wie folgt:

 

 

1.    Welche Anlagen/ Standorte im Bereich öffentlicher Unterbringung gibt es im Bezirk Wandsbek?
Bitte möglichst differenziert nach Platzkapazitäten (Soll-Zahl, Auslastungsquote) und Belegungsart (Gemeinschaftsunterkunft, Unterkunft mit abgeschlossenen Wohnungen) darstellen.

 

 

 

 

Einrichtungen in Wandsbek

 

 

SOLL      IST         

in %

Standard

 

HH-Wandsbek

 

Großlohe

142

142

100,00

abgeschlossener Wohnraum

Waldreiterring

8

6

75,00

abgeschlossener Wohnraum

Duvenstedter Damm

246

241

97,97

abgeschlossener Wohnraum

Kirchhofstwiete

47

40

85,11

abgeschlossener Wohnraum

Borstelsende

90

91

101,11

Gemeinschaftsunterkunft

Bargteheider Str.

144

133

92,36

Gemeinschaftsunterkunft

(Appartement à 2 DZ)

Waldweg

168

183

108,93

Pavillondorf

Steilshooper Allee

231

220

95,24

Pavillondorf

Poppenbütteler Weg

192

181

94,27

Pavillondorf

 

Quelle f & w


2.    Welche Anlagen mit wie viel Plätzen wurden seit 2002 geschlossen?
Bitte jeweils Platzzahl und Zeitpunkt angeben.

 

Schließung von Einrichtungen in Wandsbek

 

Standort Schließungen

belegt bis

Wilsonstrasse

31.08.2003

Kielkoppelstrasse

28.02.2004

Container Harksheider Strasse

31.03.2004

Melllingstedt

30.06.2006

Pavillondorf Fiersbarg

30.06.2007

Schemmannstrasse JPH

30.09.2007

Bullenkoppel

(Umwidmung z. Mietwohnraum)

30.09.2009

Plätze gesamt

 

Quelle f & w

 

Die Angaben beziehen sich nur auf die von f & w betriebenen Einrichtungen.

 

Konkrete Angaben zu den bezirklichen Einrichtungen liegen dem Bezirksamt nicht mehr vor. Sollten sich im Rahmen der Beantwortung der Großen Anfrage aus der Bürgerschaft zur „Entwicklung der öffentlichen Unterbringung in Hamburg“ (Drs. 20 / 7098) auch aus den Unterlagen der Fachbehörde weitergehende Teilantworten ergeben, wird das Bezirksamt diese zur Verfügung stellen.


3.    Wie viele Plätze in öffentlichen Unterkünften wurden in Wandsbek von 2002 bis 2012 insgesamt abgebaut?

 

 

Standorte mit Platzabbau

Kapazitätsabbau

Großlohe (tw.Umwidmung z. PRV)

01.01.2005

87

Bargteheider Strasse (Anmietung)

28.02.2006

59

Plätze gesamt

146

 


4.    Ist in den Jahren des Abbaus von Unterkunftsplätzen in Wandsbek auf Grund der gesunkenen Ausgaben der Unterbringungsstandard der verbleibenden Plätze  vor allem in Gemeinschaftsunterkünften durch Vorgaben der Sozialbehörde verbessert worden?

            Wenn ja, in welcher Weise? Wenn nein, weshalb nicht?

 

Der Kapazitätsabbau in den Jahren vor 2010 sollte Einsparungen im Bereich der öffentlichen Unterbringung erwirtschaften. Eine Refinanzierung der eingesparten Mittel in die Verbesserung des Standards war nicht vorgesehen.

Dennoch haben sich im Rahmen des Abbaus von Unterkunftsplätzen Veränderungen ergeben:

So hat die zuständige Behörde einer Erhöhung des Bestandes an Einzelzimmern in der Unter-bringung Alleinstehender zugestimmt. Weiterhin wurde das sozialpädagogische Fachpersonal bei f & w um die Sozialpädagogischen Einzelfallhilfen für „nicht eingestufte Haushalte“ erhöht. Dies bezieht sich jedoch auf den gesamten Bestand der öffentlichen Unterbringung f & w’s und nicht allein auf Einrichtungen des Bezirks Wandsbek.

 


5.    Haben Bezirksverwaltung oder Sozialbehörde in der Phase des Unterkunftsabbaus Reserveplätze für steigende Bedarfe in Wandsbek geplant?
Wenn ja, in welcher Weise? Wenn nein, weshalb nicht?

 

Die Entwicklung in der öffentlichen Unterbringung war in den letzten Jahren davon geprägt, dass der Bedarf an Platzkapazitäten rückläufig war. Es lagen auch keine Erkenntnisse vor, dass sich diese Entwicklung in der Zukunft verändern würde. Aus diesem Grunde wurde es seinerzeit nicht für erforderlich gehalten Reserveplätze für mögliche steigende Bedarfe zu berücksichtigen. Darüber hinaus sind bei der Haushaltsveranschlagung auch die Sparsamkeits- und Wirt-schaftlichkeitsgrundsätze zu berücksichtigen, die es nicht ermöglichen leerstehende Kapazitäten vorzuhalten.

 


6.    Ist das Vorhalten von Reservekapazitäten der öffentlichen Unterbringung in Wandsbek für die Zukunft geplant?
Wenn ja, an welchen Standorten? Wenn nein, weshalb nicht?

 

Sobald Plätze für die öffentliche Unterbringung zur Verfügung stehen, werden diese genutzt, um den Bedarf zu decken, der das Angebot noch immer bei weitem überschreitet. Dispositi-onsmöglichkeiten bestehen nicht. „Reservekapazitäten“ sind daher derzeit noch nicht Gegenstand von Planungen.


7.    Wie hoch ist der auf Wandsbek entfallende Bedarf an weiteren Unterkunftsplätzen?
Mit welchen Platzkapazitäten wird für 2013 bzw. 2014 gerechnet?

 

In 2013 und 2014 sollen auf dem Gelände August-Krogmann-Straße 90-112 im Bezirk Wandsbek insgesamt 318 Plätze in öffentlich-rechtlicher Unterbringung in kurzfristiger Nutzung vor der Umsetzung von Wohnungsbau bis zum 31.03.2016 realisiert werden. Die genutzten Häuser befinden sich im Eigentum des Trägers fördern & wohnen, der zugleich die Betreuung und Ver-sorgung der Gemeinschaftsunterkunft sicherstellen wird.

 

Es gibt mehrere ältere Bestandsgebäude auf dem Gelände, die für eine öffentlich-rechtliche Unterbringung genutzt werden sollen:

 

Haus 2 (Hausnummer 92 auf dem Gelände)                             =               128 Plätze ab 01.05.2013

Haus 5 (Nr. 112 auf dem Gelände)                                                        =               75 Plätze ab 01.03.2013

Haus 15 (ohne Nr., da perspektiv. zum Abriss vorgesehen) =               115 Plätze ab 01.08.2013.

 

 8.    Sind 2013/ 2014 Erweiterungs- bzw. Umbauten in den bestehenden Wandsbeker Einrichtungen geplant?
Wenn ja, an welchen Standorten und in welcher Form?

      Wenn nein, warum nicht?

 

Ja, das Pavillondorf Poppenbüttler Weg wird 2013 um 120 Plätze erweitert.

 

    

B: Personengruppen und Qualitätsstandards in der öffentlichen Unterbringung

           

9.    Welche Bewohnergruppen leben in öffentlicher Unterbringung? Diese Gruppen bitte für Wandsbek quantifizieren.

 

 

Als Bewohnergruppen werden grundsätzlich „Wohnungslose“ und „Zuwanderer“ erhoben.

 

In Zahlen

In %

Wohnungslose

373

30,2

Zuwanderer

864

69,8

Quelle f & w


10.  Wie viele Flüchtlingsfamilien (Parteien und Personen) wohnen in Wandsbeker Gemeinschaftsunterkünften (Aufteilung nach Status)? Bei wie vielen dieser Familien sind gesundheitliche Beeinträchtigungen bekannt?

 

Familienstrukturen und Status der untergebrachten Menschen

 

        Haushalte

Zuwandererfamilien in

Gemeinschaftsunterkünften

76

davon:

Aussiedler

1

3

Kontingentflüchtlinge

1

3

Asylberechtigte

3

15

Asylfolgeantragsteller

1

3

Duldung

31

109

Asylbewerber

30

86

Aufenthaltserlaubnis

9

20

 

Gesundheitliche Beeinträchtigungen werden nicht systematisch erhoben. Aktuell benennt das Unterkunfts- und Sozialmanagement 16 Familien in Gemeinschaftsunterkünften, bei denen ein oder mehrere Mitglieder gesundheitliche Beeinträchtigungen erkennen lassen, die sich i.d.R. auch mit Attesten belegen lassen.

 


11.  Wie viele alleinstehende Menschen leben in Wandsbeker Gemeinschafts-unterkünften? Bitte nach Einzel- und Mehrbettzimmern aufgliedern.

 

Alleinstehende und deren Unterbringung

 

Alleinstehende, davon in Einzelzimmern

Personen

Einzelzimmer

Borstelsende

40

2

Bargteheider Str.

133

15

Waldweg

34

2

Steilshooper Allee

102

9

Poppenbütteler Weg

177

15

Gesamt:

486

43

 


12.  Können zur Zeit alle psychisch und physisch kranken Bewohner Einzelzimmer erhalten?

     a) Wenn nein, auf wie viele Personen trifft das zu?

     b) Aus welchen Gründen ist das nicht möglich?

 

Die in der öffentlichen Unterbringung vorhandene Kapazität an Einzelzimmern ist begrenzt. Sie kann derzeit nicht erweitert werden, weil hierfür keine frei verfügbaren Kapazitäten zur Verfügung stehen und der Bedarf an öffentlicher Unterbringung zu groß ist. Die vorhandenen Einzelzimmer sind i.d.R. belegt, so dass nicht jeder, der die Voraussetzungen erfüllen würde (belegbare psychische und/oder physische Erkrankung, die eine Unterbringung im Einzelzimmer erforderlich machen würde), ein Einzelzimmer erhalten kann. Frei werdende Kapazitäten werden nach akuter Dringlichkeit belegt. Wenn eine unterkunftsinterne Lösung nicht möglich ist, wird der Bedarf über die Verlegung in eine andere Unterkunft gedeckt.

Das Unterkunfts- und Sozialmanagement hat jedoch derzeit keine Daten über Bewohner, die ein Einzelzimmer benötigen würden.

 


13.  Wie viele Eltern mit Kind müssen sich in Wandsbeker Gemeinschaftsunterkünften zur Zeit zu dritt ein Zimmer teilen?

 

29 Familien


14.  Wie ist der Wortlaut der aktuellen Leistungsvereinbarung zwischen der zuständigen Behörde und f & w - fördern & wohnen ? Bitte als Anlage beifügen.

 

Siehe Anlage

 

C: Einbindung der Wandsbeker Stadtteile

 

15.  An welchen früheren Standorten Wandsbeker Unterkünfte ist/ sind nach deren Schließung

               a) preiswerter, geförderter sozialer Mietwohnraum entstanden ?

              b) Mietwohnungen mit Mieten oberhalb der KdU-Richtwerte für Leistungsbezieher                            nach SGB II und SGB XII entstanden ?

               c) Eigenheime und Eigentumswohnungen entstanden?

            d) Welchen Zwecken dienen die nicht unter a-c fallenden früheren  Unterkunftsstandorte heute?

 

Nach Kenntnis des Bezirksamtes, aufgrund der Angaben der BASFI zu 2., dienen die zu 2. genannten Standorte heute:

 

Wilsonstraße 

B-Plan Jenfeld 23 (ehem. Lettow-Vorbeck-Kaserne) Wohnen und Gewerbe

 

Kielkoppelstraße 

Keine Kenntnisse des Bezirksamtes

 

Containerdorf Harksheider Straße

Schließung 31.03.2004, inzwischen erstellte Wohnbebauung (Förderung dem Bezirksamt nicht bekannt) mit folgenden Belegenheiten:

????????????????Jaspersdiek 5 – 43: 4 Reihenhäuser (20 Wohneinheiten), Eigentum nach WEG (= Wohnungseigentumsgesetz),

???????????????Jaspersdiek 45 – 83: 4 Mehrfamilienhäuser (24 Wohneinheiten), Eigentum nach WEG (= Wohnungseigentumsgesetz),

????????????????Poppenbütteler Berg 24 – 28 und Harksheider Straße 40 – 62f: 51 Wohneinheiten (WE) , Mietwohnungen im Geschosswohnungsbau.

 

Mellingstedt

Es handelt sich nach Kenntnis des Bezirksamtes um die Belegenheit „An der Alsterschleife 16“

Hier ist am 12.9.2012 ein Vorbescheid zur Umnutzung des Hauptgebäudes zu Wohnzwecken und zum Neubau von weiteren Wohngebäuden (insgesamt 25 WE)  

vom Bezirksamt erteilt worden.

 

Pavilliondorf Fiersbarg 

Wohnungsbau beabsichtigt, B-Plan-Verfahren.

 

Schemmannstraße JPH  

Es handelt sich um die Belegenheit Schemmannstraße 56. Hier ist am 11.9.2012 vom Bezirksamt die Genehmigung zum Umbau des Johannes-Petersen-Heims für 25 WE erteilt worden.

  

Bullenkoppel 

siehe zu 2.

 
16.  Gibt es Vorgaben (Auswahlkriterien) der Verwaltung bzw. Fachbehörde  bei der Entscheidung über neue Standorte in der öffentlichen Unterbringung in Wandsbek?

     Wenn ja, welche?

     Wenn nein, warum nicht?

 

Siehe Antwort zu Fragen 18. und 19.


17.  Welche Wandsbeker Stadtteile können, gemessen an ihrer ökonomischen sowie ihrer infrastrukturellen Ausstattung (Bildung, Gesundheit, Verkehr)  aus Sicht der Bezirksverwaltung noch stärker an sozialen Integrationsleistungen beteiligt werden?

 

Kein Stadtteil ist von der Möglichkeit von Standorten der öffentlichen Unterbringung grundsätzlich ausgenommen. Eine konkrete Standorteignung ist nur im Einzelfall zu beurteilten.

 


18.  Planen Bezirksverwaltung oder Sozialbehörde bei künftigen Unterkunftsstandorten jene Stadt- und Ortsteile besonders in die Pflicht zu nehmen, Wohnungslose und Zuwanderer zu integrieren, deren Integrationsleistung in starkem Gegensatz zu ihren Ressourcen steht?

 

Die Beantwortung der Fragen 18. und 19. erfolgte in Abstimmung zwischen der Bezirksverwaltung und der Fachbehörde:

 

Das Bezirksamt sucht gemeinsam mit der Fachbehörde neue, geeignete Standorte, die kurz- oder mittelfristig verfügbar sind. Bei der Suche und der Prüfung werden sowohl zeitliche, wirtschaftliche wie auch soziale Aspekte (z.B. Sozialverträglichkeit, auch im Rahmen des sog. RISE-Monitors (vgl. hierzu Drs. 19/2659) betrachtet und abgewogen. Im Vordergrund steht allerdings die Notwendigkeit, schnell umsetzbare Lösungen zu finden, um die aktuelle Notlage für die Betroffenen zu beheben. Aufgrund des unmittelbaren Handlungsdrucks steht daher nur eine begrenzte Anzahl von Flächen für kurz- und mittelfristig zu realisierenden Nutzungen zur Verfügung.

 

Grundsätzlich strebt die BASFI im Rahmen längerfristiger Planungen in enger Zusammenarbeit mit den Bezirken an, Unterkünfte der öffentlichen Unterbringung vorrangig in Wohnquartieren zu schaffen, um die dort vorhandenen infrastrukturellen Angebote nutzen zu können und eine bessere Integration der öffentlich untergebrachten Menschen zu erreichen. In der Vergangenheit hat sich jedoch gezeigt, dass es in diesen Bereichen wenige Angebote gibt, die unter wirt-schaftlichen Gesichtspunkten realisierbar sind.

 

Daher werden gemeinsam unter Berücksichtigung der o.g. Kriterien mit dem Bezirksamt Wandsbek Flächen zur Nutzung für öffentlich-rechtliche Unterbringung gesucht und im Konsens zur Anschlussnutzung nach Aufgabe des Geländes an der August-Krogmann-Straße 90-112 in mindestens vergleichbarer Größenordnung vorgesehen.


19.  Teilt die Verwaltung bzw. die Fachbehörde die Auffassung, dass  neue Standorte im Bereich der öffentlichen Unterbringung nicht auf sogenannten Notplätzen in peripheren Lagen sondern in Wohnquartieren geschaffen werden sollten, die über eine gute infrastrukturelle Ausstattung verfügen (Bildung, Gesundheit, Verkehr)?

     a)Wenn ja,  welche Maßnahmen werden ergriffen?

     b) Wenn nein, warum wird diese Auffassung nicht geteilt?

 

siehe Antwort zu Frage 18

 

20.  Teilt die Fachbehörde die Auffassung, dass die städtische AöR fördern & wohnen in die Lage versetzt werden sollte, Wohnungen für die öffentliche Unterbringung in einem Umfang neu zu bauen, der dem Bedarf gerecht wird und der zu einem späteren Zeitpunkt  dem sozialen Wohnungsbau zugeführt werden kann?

     a) Wenn ja, welche Schritte wird die Fachbehörde unternehmen?

     b) Wenn nein, warum nicht?  

 

Das Kerngeschäft von f & w ist die öffentlich-rechtliche Unterbringung von Zuwanderern und Wohnungslosen. Dies wird auch künftig so sein.

Eine Nebenaufgabe ist die privatrechtliche Vermietung bei f & w, die sich in Zeiten des Abbaus von Unterkunftsplätzen über die Umwandlung in Mietwohnraum bei dafür geeigneten Objekten ergeben hat. Hier agiert f & w als Vermieter und versorgt Haushalte mit Wohnraum, die öffent-lich untergebracht waren und aus den verschiedensten Gründen erhebliche Zugangsprobleme auf dem normalen Wohnungsmarkt hatten.

Es wird auch angedacht, durch f & w einige Baumaßnahmen durchzuführen, vermittels derer Wohnraum erstellt wird und die zunächst in verdichteter Belegung als Unterkunftskapazitäten genutzt und erst auf längere Sicht und bei nachlassenden Bedarfen zur öffentlichen Unterbrin-gung als Wohnraum an die eben benannte Personengruppe vermietet werden können.

Man darf dabei aber nicht vergessen, dass Wohnungsbau anders finanziert wird, als die unter-schiedlichen Formen der öffentlichen Unterbringung. Darüber hinaus sind die Kapazitäten f & w’s bei der Planung und Durchführung von Bauvorhaben begrenzt. Aus diesen Gründen können solche Maßnahmen nur Randerscheinungen der Kapazitätserhöhung bleiben.

Momentan muss – auch aus Gründen der Bedarfssituation – absolut vordringlich mit der Planung von Unterbringungskapazitäten weiter verfahren werden.

Im Übrigen wird die Aufgabenstellung zum sozialen Wohnungsbau durch die BSU und die städtischen Wohnungsbaugesellschaften übernommen.


D: Wohnraumversorgung durch die Fachstelle für Wohnungsnotfälle

 

21.  Wie viele von Wohnungslosigkeit betroffene und auf öffentliche Unterbringung angewiesene Alleinstehende und Familien (sowie Personen in Familien) wurden der Fachstelle für Wohnungsnotfälle in Wandsbek in den Jahren 2010 -2012 bekannt, die eine Wohnung bei der städtischen SAGA/GWG verloren hatten? Bitte pro Jahr ausweisen.

 

Entsprechende Statistiken werden nicht geführt. Eine händische Auswertung ist nicht möglich, da

 

       es sich um ca. 6.000-8.000 Fälle  handelt

sich die angefragten Angaben aus den Unterlagen oft nicht mehr ermitteln lassen

die Unterlagen nach Abschluss der Fachstellenbearbeitung oft an andere, wohnortzuständige Dienststellen  abgegeben wurden.

 


22.  In wie vielen Fällen ist es der Fachstelle für Wohnungsnotfälle in Wandsbek in den Jahren 2010 - 2012 gelungen, alleinstehende Menschen und Familien (sowie Personen in Familien) in Mietwohnraum von SAGA/GWG zu vermitteln?

 

Siehe Antwort zu Frage 21.


23.  Wie viele sozial gebundene Mietwohnungen sind in den Jahren 2010 bis 2012 in Wandsbek aus der Sozialbindung gefallen? Bitte jeweils für das Jahr darstellen.

 

Die BSU antwortet auf der Grundlage von Auskünften der Wohnungsbaukreditanstalt:

 

Bindungsende

in 2010

in 2011

in 2012

Anzahl Sozialwohnungen

670

1.273

317

 
24.  Wie viele sozial gebundene Mietwohnungen konnten in den Jahren 2010 bis 2012 in Wandsbek fertig gestellt werden? Bitte jeweils für das Jahr darstellen.

 

Die BSU antwortet auf der Grundlage von Auskünften der Wohnungsbaukreditanstalt:

Bezugsfertig gewordene WE

in 2010

in 2011

in 2012

Neubau-Sozialwohnungen

48

386

94

Modernisierungsförderung mit Belegungsbindung*)

22

36

92

 

 

 

 

Ankauf Belegungsbindung*)

3

13

8

 

*) In der Antwort zu Frage 23 nicht enthalten, da die zugrundeliegenden Förderinstrumente in den 1990er Jahren nicht vorhanden waren.


25.  Wie viele von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen und Haushalte (Familien und Personen in Familien) können aktuell von der Fachstelle Wandsbek nicht mit einer Mietwohnung oder mit einem Unterkunftsplatz in einer Wohnunterkunft versorgt werden? Wie viele davon werden in Hotels untergebracht?

Das Bezirksamt Wandsbek antwortet wie folgt:

Bei Vorliegen einer akuten Bedarfslage, das heißt wenn der betreffende Haushalt einen Anspruch auf öffentliche Unterbringung hat und für die folgende Nacht keine anderweitige Unterbringungsmöglichkeit besteht, erfolgt stets eine Versorgung; insbesondere bei Haushalten mit Kindern im Ausnahmefall auch in einem Hotel.

Per 1.1.2013 waren bei Fördern & Wohnen 152 Haushalte zur Unterbringung angemeldet und 7 Haushalte davon im Hotel untergebracht.


 


 


 


 

Anlage/n:

Anlage Leistungsbeschreibung Öffentliche Unterbringung