Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 19/3175  

 
 
Betreff: Wohnungsbau auf der Deponiefläche "im Soll" in Hamburg-Bramfeld
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
24.01.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
04.04.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Anlage/n

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

Az.               Drucksachen-Nr. 19/3175

              17.01.2013


 

Anfrage

gem. § 27 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -


Für die Grünen-Fraktion Susanne Zechendorf, Astrid Boberg, Wolfgang Johannsen, Karin Jung, Joachim Nack, Dennis Paustian, Cornelia Stoye              

             


 

Beratungsfolge

am

Top

Bezirksversammlung

24.01.2013

15.4

Bezirksversammlung

04.04.2013

14.2

 


!Titel!


Wohnungsbau auf der Deponiefläche „im Soll“ in Hamburg-Bramfeld


!Titel!


 


 


Sachverhalt/Fragen

 


In Hamburg Bramfeld befindet sich in der Straße „Im Soll“ eine Fläche einer alten Kiesgrube, die in den 50er Jahren verfüllt wurde. Die Fläche war bisher im Besitz der Stadt und wurde im Wohnungsbauprogramm als Potentialfläche für den Wohnungsbau identifiziert.

Eine Bebauung der kontaminierten Fläche „Im Soll“ erscheint aus unserer Sicht sinnvoll, sofern dadurch eine Sanierung durch vollständiges Entfernen der dort vorhandenen Schadstoffe finanziert werden kann. Ein Verkauf sollte daher unbedingt mit diesem Ziel vertraglich verbunden sein. Da der angrenzende See nach unseren Informationen von einem Angelverein genutzt wird, muss dabei auch sichergestellt werden, dass es zu keiner Kontamination des Sees gekommen ist oder kommen wird.

Im Rahmen einer kleinen Anfrage wurde bereits 2011 durch die Verwaltung berichtet, dass für die Fläche ein Verdacht auf Kampfmittel besteht. Die Kampfmittel sollen unterhalb der Verfüllung liegen. Es wurde auch erläutert, dass die Verfüllung Schwermetalle (wie Blei, Kupfer und Zink), Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) und krebserregende polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthält.

Bei Untersuchungen in den 90er-Jahren wurde im zentralen Bereich der Fläche eine sehr hohe Konzentration MKW entdeckt. Die Verwaltung erläuterte, dass es damals eine Teilsanierung gegeben hat.

Im Zusammenhang mit verschiedenen Deponieflächen im Wandsbeker Raum taucht auch die Vermutung auf, dass Abfälle aus den im Bereich des Friedrich-Ebert-Damms ansässigen Chemiefirmen in die damals vorhandenen Kies- und Tongruben entsorgt wurden. Dabei kann es sich durchaus auch um Bauabfälle abgebrochener kontaminierter Gebäude der Chemieunternehmen handeln. Da die Chemieunternehmen bis heute hoch krebserregende Stoffe, wie beispielsweise Phenolverbindungen verarbeiten, müssen Untersuchungen solcher Deponieflächen mit sehr hoher Sorgfalt durchgeführt werden.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir daher die Verwaltung:

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) beantwortet die Fragen unter Beteiligung der Finanzbehörde (FB) wie folgt:

 

1.      Unterlagen zur Verfüllung:

a.      Liegen Unterlagen aus der Zeit der Verfüllung der Kiesgrube vor?

 

Nein. Bei der BSU liegen nur Kopien von Luftbildern in schlechter Qualität vor.

 

b.    Wenn ja, welche Stoffe wurden zur Verfüllung eingebracht und woher stammen die Stoffe?
(Bitte auch die Quelle der Informationen angeben)

 

              Zur Verfüllung wurde neben Bauschutt auch Bodenaushub und im geringeren Maße Gartenschnitt verwendet. Haus- und Industriemüll wurde, wie durch die diversen Erkundungsmaßnahmen bestätigt, nicht eingebracht.

 

c.      Welche Entsorgungsunternehmen haben die Verfüllung vorgenommen?

 

Die Entsorgungsunternehmen sind namentlich nicht bekannt.

 

d.    Existiert das Unternehmen, welches die Kiesgrube verfüllen ließ, oder deren Rechtsnachfolger noch?

 

              Die Verfüllung wurde von der Fa. Herr veranlasst. Ob ein Rechtnachfolger existiert, ist der BSU nicht bekannt. Die Ermittlung eines Rechtsnachfolgers erfolgte nicht, da bei der bisherigen Nutzung kein Sicherungs-bzw. Dekontaminationserfordernis besteht. Eine Wohnbebauung ist mit Objektschutzmaßnahmen zur Gassicherung möglich.

 

2.      Flächenankauf:

a.      Wann wurde die Fläche von der Stadt aus welchem Grund aufgekauft?

b.      Wie hoch war der damalige Kaufpreis?

c.      War damals bereits bekannt, dass die Fläche mit Altlasten kontaminiert ist?

 

Die Fläche (Flurstücke 4002, 4003, 4004, 4005 der Gemarkung Bramfeld) wurde am 05. Mai 1964 zu einem Kaufpreis von 407.360 DM bei einer Gesamtgröße von 10.184 m² von der Freien und Hansestadt Hamburg angekauft, da die Fläche gemäß Bebauungs-Plan Bramfeld 11 vom 31. Juli 1962 als öffentliches Grün ausgewiesen war.

Es liegen jedoch keine Akten mehr vor, die darüber Auskunft geben könnten, dass zum damaligen Zeitpunkt über eine Altlastenbelastung der Kaufflächen verhandelt wurde.

 

3.      Untersuchungen:

a.    Welche Untersuchungen wurden bisher auf der Fläche „Im Soll“ durchgeführt?
(Bitte Datum, Auftraggeber und ausführendes Unternehmen auflisten. Sofern bekannt bitte auch die privat beauftragten Untersuchungen angeben.)

b.    Welche Gutachten über die Ergebnisse der Untersuchungen wurden angefertigt und wer hat diese erstellt?
(Bitte die Gutachten der Antwort beifügen.)

 

?     Untersuchungsbericht „Reembusch/Im Soll“, Bodo Fischer Umweltberatung (BFUB) vom 20.12.1988 im Auftrag der Umweltbehörde.

 

?     Bericht Reembusch/Im Soll, Holsteiner Gas-Gesellschaft mbH vom 24.04.1992 im Auftrag der Umweltbehörde Fachamt -K-.

 

?     Bauvorhaben Im Soll: Gutachten über die Ergebnisse von Boden- und Gasanalysen, Büro für angewandte Geowissenschaften GmbH (BGW) vom 27.10.1993 im Auftrag der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften (VHW).

 

?     Bauvorhaben Im Soll: Gutachten über die Ergebnisse von Untersuchungen von Boden, Bodengas und Grundwasser, Büro für angewandte Geowissenschaften GmbH (BGW) vom 19.04.1994 im Auftrag der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften (VHW).

 

?     Bauvorhaben Im Soll, Flurstücke 4002-4005 – Bau von Bodenluftmessstellen und Sondierungsarbeiten, Kontaminationsuntersuchungen und Gesamtbewertung der Grundstückssituation, BEYER – Beratende Ingenieure und Geologen vom 08.04.2010 im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt -U2-.

 

?     Boden- und Grundwasseruntersuchungen im Bereich des Bauvorhabens „Im Soll“ in Hamburg-Bramfeld, Taugs-Geo Consult vom 20.11.2012 im Auftrag der Behrendt Wohnungsbau KG.

 

Aufgrund des sehr großen Umfangs können die Gutachten dieser Antwort nicht beigefügt werden. Eine Einsichtnahme in die Gutachten ist jedoch möglich.

 

c.    Welche Schadstoffe wurden in welcher Konzentration gefunden und welcher Grenzwert ist je Stoff zulässig? (Bitte beides auflisten)

Wegen der Fülle der Daten, deren Darstellung den Rahmen der Beantwortung der Anfrage sprengen würde, und zur Klarstellung des Gewollten, konzentriert sich die nachfolgende Antwort auf die auffälligen Schadstoffgehalte:

 

Die von 1988 bis 1994 angetroffenen Schadstoffe können der beigefügten Stellungnahme zum Bebauungsplan Bramfeld 58 entnommen werden (siehe auch Anlage 1-4).

 

Bei den Untergrunderkundungen aus den Jahren 2010 und 2012 durch das Ing.-Büro BEYER und Ing.-Büro Taugs Geo Consult wurden auffällige Gehalte an Blei, Quecksilber, polycyclische aromatisch Kohlenwasserstoffe (PAK), Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) und leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) gefunden. Zur Beurteilung der Gehalte an Blei und Quecksilber sowie Benzo(a)pyren als Einzelparameter für PAK können hilfsweise die Prüfwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) herangezogen werden, die auf die Gefahrenabwehr in Wohngebieten zielen. Es ist anzustreben, die Werte bei einer Neubebauung vorsorglich soweit wie möglich zu unterschreiten. Für leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe kann der Maßnahmenwert von 5 bis 25 mg/kg TS der Bund/Länder-Länderarbeitsgemeinschaft Wasser für diese Schadstoffgruppe herangezogen werden. Für MKW und Zink liegen keine nutzbaren Beurteilungsmaßstäbe vor.

Auffällige Analysenergebnisse des Ing.-Büros BEYER:

 

BBodSchV

(Wohnen)

MP 2

MP 3

 

 

mg/kg

mg/kg

Blei

400

752

 

Quecksilber

20

 

 

Zink

-

 

 

PAK ges.

-

 

229

Benzo(a)pyren

4

 

12

MKW

-

 

 

 

Auffällige Analysenergebnisse des Ing.Büros Taugs Geo-Consult:

 

BBodSchV

(Wohnen)

MP3/A

MP11/A

MP15/2A

P44/4

P45/4

P46/2

P55/3

P55/5

P57-3

 

 

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

Blei

400

 

 

550

 

2.300

2.500

 

 

1.300

Quecksilber

20

 

 

 

18

 

 

 

 

 

Zink

-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PAK ges.

-

56,97

61,61

143,99

 

 

 

 

263,5

 

Benzo(a)pyren

4

4,1

3,5

6,7

 

 

 

 

9,1

 

MKW

-

460

690

 

1.900

 

 

1.900

2.600

 

 

 

BBodSchV

(Wohnen)

P67/3

P68/2

P68/3

P70/2

P73/2

P74/5

P77/2

P79/3

 

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

mg/kg

Blei

400

580

 

 

800

 

560

700

 

Quecksilber

20

 

 

 

 

 

 

 

 

Zink

-

 

 

 

 

 

 

 

5.300

PAK ges.

-

 

171,22

 

 

 

 

 

 

Benzo(a)pren

4

 

3,0

 

 

 

 

 

 

MKW

-

 

2.600

 

 

 

 

 

 

 

Auffällige Analysenergebnisse der Headspace-Probennahme:

 

LAWA

Maßnahmenwert

HS7/1 bei -0,8 m

HS7/3 bei -3,8 m

HS7/4 bei -6,5 m

Summe LCKW

5-25 mg/kg

20,05 mg/kg

20,7 mg/kg

316 mg/kg

 

Die tabellarisch aufgeführten Schadstoffe wurden in Bodenproben aus dem Bauschuttdeponiekörper ermittelt. Eine Löslichkeit der Schadstoffe durch Wasser konnte analytisch nicht festgestellt werden, so dass eine Schadstoffverfügbarkeit für das Grundwasser nicht zu erwarten ist.

 

Weiterhin wurden Oberbodenmischproben aus 20 bis 80 cm unter Gelände und Bodenmischproben aus den geogenen Sanden unterhalb der Bauschuttauffüllung entnommen. Sie unterschreiten alle Prüfwerte des Gefährdungspfades Boden-Mensch für Wohnnutzung bzw. die des Gefährdungspfades Boden-Grundwasser der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung.

 

 

d.    Wenn Probebohrungen durchgeführt wurden, wie viele, mit welcher Tiefe und wo genau wurden diese durchgeführt? (Bitte Bohrkarte der jeweiligen Untersuchungen beifügen)

Die Untersuchungen der unter 3.a). und 3.b) erstgenannten Gutachten von 1988 bis 1994 sind in die Stellungnahme zum Bebauungsplan Bramfeld 58 eingeflossen. Die Stellungnahme ist als Anlage in Kopie beigefügt (siehe Anlage 5).

 

Darüber hinaus wurden auf den Flurstücken 4002-4005 vom Ing.-Büro BEYER 2010 vier Baggerschürfen durchgeführt, in denen horizontale Gasdrainagen zur Bodenluftentnahme eingebaut wurden. Zusätzlich wurden zwei vertikale Bodenluftpegel abgeteuft und ebenfalls Bodenluftproben entnommen. 5 Bodenmischproben, die je nach optischer und geruchlicher Auffälligkeit aus den Baggerschürfen zusammengestellt wurden, wurden gemäß Technischer Regel der Bund/Länder-Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (TR LAGA) chemisch analysiert.

 

Im Jahr 2012 wurden im Rahmen von Ankaufsverhandlungen vom Ing.-Büro Taugs Geo Consult weitere 90 Untergrundaufschlüsse in einem 10x10 m Bohrraster mit Hilfe von Rammkernsondierungen durchgeführt und neben Oberbodenmischproben aus den obersten 20 bis 80 cm der Oberbodenabdeckung auch je nach organoleptischer Auffälligkeit tiefer liegende Misch- und Einzelproben des Deponiekörpers für eine chemische Analytik entnommen. Insgesamt wurden hierbei 125 Bodenproben nach TR LAGA chemisch untersucht. Der Lageplan ist beigefügt (siehe Anlage 6).

 

e.      Welche Stoffe wurden bei der Teilsanierung der benachbarten Fläche gefunden?

Auf dem südlich angrenzenden Gelände des ehemaligen Kalksandsteinwerks wurden oberflächennah erhöhte Mineralölkohlenwasserstoffgehalte im Umfeld eines alten Heizöltanks ermittelt, die im Rahmen einer Wohnungsbaumaßnahme entsorgt wurden.

 

f.       Wurden auch chemische Abfälle gefunden? Wenn ja, welche?

Nein.

 

4.      Deponiegase:

a.      Sind bisher Deponiegase entstanden?

Ja.

b.      Wenn ja, welche Deponiegase waren das in welcher Konzentration?

Untersuchungen der Bodenluft im April 2010 zeigten erhöhte Konzentrationen an Kohlendioxid (CO2) mit bis zu 13,3 Vol.-% und nur sehr geringe Konzentrationen an Methan (CH4) mit bis zu 0,2 Vol.-%.

 

c.      Welche Grenzwerte für die Deponiegase sind zulässig?

Im Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) gibt es für Deponiegase keine Grenzwerte.

Der MAK Wert (maximale Arbeitsplatzkonzentration bei achtstündiger Arbeitszeit) für Kohlendioxid beträgt 0,5 Vol.-%.

 

d.      Welche Auswirkungen können solche Deponiegase für Menschen und insbesondere

         Kinder haben?

 

Eine Gefährdung durch Kohlendioxid und Methan kann insbesondere in engen Räumen (Schächte, Kellerräume) entstehen. Die schädliche Wirkung durch CO2 beginnt ab 2 Vol.-%. Höhere Kohlendioxidkonzentrationen (>10 Vol.-%) führen zum Tod durch Ersticken. Methan ist ein ungiftiges, brennbares Gas. Mit einem Volumenanteil zwischen 4,4 und 16,5 Prozent in der Luft bildet es explosive Gemische bzw. gefährliche explosionsfähige Atmosphären.

Für den Aufenthalt im Freien stellt die Gasbildung keine Gefahr dar.

 

5.      Entgasung:

a.      Wurde zu irgendeiner Zeit eine Entgasungsanlage betrieben?

 

Nein. Eine Anlage wurde hier zu keiner Zeit betrieben.

 

b.      Wenn ja, wann und wie lange?

Entfällt.

c.      Ist die Entgasungsanlage noch im Betrieb?

Entfällt.

d.      Wenn nein, warum nicht mehr?

 

Eine Anlage wurde hier zu keiner Zeit betrieben.

 

6.      Grundwasser:

a.      Wurde das Grundwasser untersucht, ggf. wann?

Ja.

Untersuchungen haben am 02.03.1994, 28.07.1998, 30.08.1999, 04.07.2000, 24.10.2002, 16.07.2003, 07.07.2004, 09.10.2012, 02.11.2012 und 19.11.2012 stattgefunden.

 

b.      Welche Ergebnisse wurden jeweils festgestellt ?

Im Rahmen der Untergrunderkundungen durch das Ing.-Büro BGW (Gutachten vom 19.04.1994) wurden drei Grundwassermessstellen errichtet, von denen zwei auf den Flurstücken 4002-4005 liegen. Im Ergebnis wurden in einer Messstelle erhöhte Konzentrationen an adsorbierbarem organisch gebundenem Chlor (AOX) und Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) festgestellt. Dieser Bereich wurde 1995 aufgrund hoher MKW-Gehalte im Auffüllungsbereich dekontaminiert.

Darüber hinaus ist das Gebiet mit den verfüllten Sandgruben „Im Soll/Reembusch/Heidstücken“ in der Grundwasserüberwachung. Die dabei im zentralen Bereich der Altablagerung „Im Soll“ 1998, 1999, 2000, 2002, 2003 und 2004 beprobte Grundwassermessstelle zeigte keine relevanten Belastungen.

 

2012 wurde eine Grundwassermessstelle neu errichtet. Sie zeigte, nach anfänglich leicht erhöhten Belastungen mit Leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW), in den darauf folgenden zwei Nachbeprobungen nur geringe Konzentrationen in Größenordnung des Geringfügigkeitsschwellenwertes (GFS) der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) für diese Schadstoffgruppe.

 

7.      Verunreinigung des angrenzenden Sees:

a.      Wurde der angrenzende See auf Verunreinigungen untersucht?

Ja.

 

b.      Wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis (Bitte gefunden Stoffe und zulässige Grenzwerte angeben)?

Aufgrund von vermuteten Ablagerungen wassergefährdender Stoffe wurde im Rahmen einer Ortsbesichtigung am 31.7.1980 eine Wasserprobe nördlich der Deponie Reembusch entnommen. Die dabei ermittelten Schadstoffkonzentrationen lagen weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung (TwVO). Eine weitere Beprobung des Baggerteiches erfolgte im Jahre 2006. Dabei wurden nur Spuren von Naphthalin (max. 0,31 µg/l), Methylnaphthalinen (max. 0,4 µg/l) und einkernigen Aromaten (BTEX) (max. 0,7 µg/l) ermittelt. Eine kontinuierliche Überwachung der Gewässerqualität des Teiches wird durch die BSU nicht durchgeführt.

 

c.      Wenn nein, warum nicht? 

Die Wasserfläche befindet sich im Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

 

8.      Umweltbehörde:

a.      Gab es eine Stellungnahme der Umweltbehörde zur geplanten Bebauung der Fläche?

Ja.

b.      Wenn ja, welche? (Bitte die Stellungnahme beifügen)

Im Rahmen des planrechtlichen Abwägungsprozesses zum Bebauuungsplan Bramfeld 58 wurde von der Umweltbehörde mit Schreiben vom 27.05.1994 an die Stadtentwicklungsbehörde Landesplanung (STEB-LP) eine Stellungnahme zur geplanten Ausweisung der Flächen an der Straße Im Soll, Reembusch und Heidstücken abgegeben. Die Stellungnahme ist in Kopie beigefügt (siehe Anlage 7).

Zusätzlich wurde im Rahmen der geplanten Wohnbebauung der Grundstücke an der Straße Im Soll mit 244 Wohneinheiten und 106 Tiefgaragenplätzen eine Stellungnahme mit Bau- und Nutzungsauflagen am 08.03.2000 an die Bauabteilung-Bauprüfung abgegeben. Sie ist ebenfalls in Kopie beigefügt (siehe Anlage 8).

 

9.      Verkauf der Fläche für den Wohnungsbau:

a.      Wurde die Fläche inzwischen verkauft?

Die Vertragsverhandlungen sind abgeschlossen. Die Veräußerung steht unmittelbar bevor.

 

b.      Besteht für den Käufer die vertragliche Pflicht zum vollständigen Bodenaustausch?

Eine Komplettentnahme der Bauschuttauffüllung ist aus bodenschutzrechtlicher Sicht nicht erforderlich sowie aus ökologischer und ökonomischer Sicht unverhältnismäßig.

Eine Wohnbebauung der Flurstücke 4002 bis 4005 ist möglich wenn Folgendes beachtet wird:

?     Ein bei den Untersuchungen identifizierter LCKW-Schaden ist im Rahmen des vorbeugenden Grundwasserschutzes im Zuge des Aushubs der Untergeschosse für die Gebäude unter Begleitung eines Bodengutachters zu beseitigen.

 

?     Böden, die im Rahmen der Kampfmittelfreimessung anfallen, können, sofern sie optisch und geruchlich unauffällig sind, auf dem Gelände zur Wiederverfüllung genutzt werden. Nachweislich auffällige Bodenchargen sind zu separieren und nach abfallrechtlichen Bestimmungen zu entsorgen.

 

?     Die Gebäude auf diesen Flurstücken sind in Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt U 25 setzungsunempfindlich zu gründen und mit  passiven Gassicherungsmaßnahmen zu bauen.

 

?     Für die erforderliche Tiefgründung der Gebäude ist ein Pfahlgründungsverfahren zu wählen, das eine Verschleppung von Schadstoffen aus dem Auffüllungsbereich in den Grundwasserleiter verhindert. Das Pfahlgründungsverfahren ist mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt U 23 abzustimmen.

?     Der Oberboden ist mit ca. 60 cm unbelastetem Boden abzudecken.

?     Das bei der Baumaßnahme anfallende Aushubmaterial ist entsprechend dem Kreislaufwirtschaftsgesetz vom Bauherrn ordnungsgemäß und schadlos zu entsorgen. Bei der Verwertung sind die „Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Abfällen – Technische Regeln der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA)“ zu berücksichtigen (vgl. Amtlicher Anzeiger der FHH Nr. 50 vom 27.06.2006, siehe auch Hinweise im Internet unter www.hamburg.de/abfall , Stichwort: "Verwertung von mineralischen Abfällen in Hamburg").

 

Die Altablagerung ist als Altlast aufgrund der Bodengasbelastung durch CO2 eingestuft. Voraussetzung für eine Umstufung der im Flächeninformationssystem (FIS) Altlasten als „Altlast“ registrierten Flurstücke in eine „Fläche“ ohne Altlastverdacht ist die Komplettentnahme des Deponiekörpers. Eine Umstufung liegt im Interesse des Bauherrn. Zu sehen ist aber, dass eine diesbezügliche vertragliche Verpflichtung schon deshalb nicht gefordert werden kann, weil die Komplettausnahme nach dem Vorstehenden mangels Gefährdung nicht erforderlich ist.

 

Wenn nein, hat der Käufer Anspruch auf eine Baugenehmigung auch ohne vollständigen Bodenaustausch?

 

Nach den Aussagen zu 9.b) wäre die Bebauung auch ohne vollständigen Bodenaustausch möglich und könnte genehmigt werden.

 


 


 


 


 

Anlage/n:

Anlage 1 B-Plan Bramfeld

Anlage 2 B-Plan Bramfeld

Anlage 3 B-Plan Bramfeld

Anlage 4 B-Plan Bramfeld

Anlage 5

Anlage 6

Anlage 7

Anlage 8