Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 19/3406  

 
 
Betreff: Bebauungsplanverfahren Farmsen-Berne 36 - August-Krogmann-Straße
Zustimmung zur öffentlichen Auslegung
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Planungsausschuss
26.03.2013 
Sitzung des Planungsausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Anlage/n

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

 

 

              Drucksachen-Nr. 19/3406

              18.03.2013


 

Beschlussvorlage

- öffentlich -


 


 

Beratungsfolge

am

TOP

Planungsausschuss

26.03.2013

4.1

 


!Titel!


Bebauungsplanverfahren Farmsen-Berne 36 – August-Krogmann-Straße

Zustimmung zur öffentlichen Auslegung


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt

 


1.   Anlass

Durch die Neuorganisation des Pflegezentrums Farmsen (August-Krogmann-Straße) stehen u.a. Flächen für eine Umnutzung zu Wohnzwecken zur Verfügung. Für das gesamte Gelände an der August-Krogmann-Straße wurde vom Büro APB im Jahr 2008 ein Masterplan entwickelt, der in einer ersten Fassung am 02.09.2008 dem Planungsausschuss vorgestellt, anschließend überarbeitet und am 02.02.2010 erneut im Ausschuss behandelt wurde.

 

Das Areal des ehemaligen Pflegezentrums Farmsen ist im geltenden Baustufenplan östlich der August-Krogmann-Straße als Fläche mit besonderer Nutzung (Versorgungsheim Farmsen) festgesetzt, so dass für die Zulässigkeit von Wohnnutzungen die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich ist. Der Bereich westlich der August-Krogmann-Straße ist im Baustufenplan bereits als Wohngebiet festgesetzt, so dass dieser Bereich nicht in das Plangebiet des Bebauungsplans einbezogen wurde. Aufgrund der städtebaulichen Zusammenhänge im Baublock umfasst der Bebauungsplan-Entwurf auch die Grundstücke im individuellen Eigentum zwischen der Straße Neusurenland und dem Pflegeheimareal. Abweichend von der ursprünglich vorgesehenen Plangebietsabgrenzung (Fassung der Öffentlichen Plandiskussion) wird der Einbezug einer Teilfläche der nordöstlich angrenzenden Gewerbeschule nicht mehr verfolgt.

 

Das Plangebiet ist heute größtenteils durch das denkmalwerte Ensemble des Pflegezent-rums Farmsen geprägt. Die städtebauliche Struktur lässt sich als offene, durchgängige und stark durchgrünte Bebauung beschreiben. Das Gelände ist insbesondere durch die straßen-parallelen Freiflächen und einen zum Teil hochwertigen Baumbestand geprägt. Teile werden derzeit von Pflegen und Wohnen, Fördern und Wohnen und der Alstergärtnerei genutzt. Die Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Geschosswohnungsbauten im nördlichen Teil des Plangebiets werden überwiegend zum Wohnen genutzt. Im Kreuzungsbereich August-Krogmann-Straße/ Neusurenland bestehen als Teil eines Nahversorgungszentrums (D-Zentrum) außerdem Laden- und Dienstleistungsnutzungen.

 

Durch die Aufstellung des Bebauungsplans sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung der freiwerdenden Teilflächen des Pflegezentrums an der August-Krogmann-Straße vor allem für Wohnbauzwecke geschaffen werden. Hier können etwa 350 familiengerechte Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau errichtet werden. Bestehende Pflege- und soziale Einrichtungen sollen in ihrem Bestand gesichert bzw. auf der Grundlage neuen Planrechts modernisiert werden können. Für erkannte Baudenkmäler sieht der Bebauungsplan-Entwurf denkmalrechtliche Festsetzungen gemäß Denkmalschutzgesetz vor.

 

Im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens wurde eine verkehrstechnische Stellungnahme beauftragt, deren Empfehlungen im Bebauungsplan-Entwurf umgesetzt wurden: Die Erschließung des Plangebiets soll, wie bereits im Masterplan vorgesehen, über zwei Zufahrten von der August-Krogmann-Straße sowie über eine Zufahrt von der Straße Neusurenland erfolgen. Auf der August-Krogmann-Straße ist eine Linksabbiegemöglichkeit für von Norden kommende Fahrzeuge an der Einmündung von Planstraße 1, nicht jedoch bei Planstraße 2 vorgesehen. Abweichend vom Masterplan empfiehlt die verkehrstechnische Stellungnahme eine Verbindung der Planstraßen 1 und 2 innerhalb des Quartiers, um eine verkehrstechnisch optimale Erschließung zu gewährleisten. Damit die bestehende, historische Baumallee als solche erhalten werden kann, wird die Straßenverbindung östlich der ehem. Wäscherei vorgesehen, so dass sich angrenzende Baufelder gegenüber dem Masterplan etwas verändert haben. Die im Masterplan im nördlichen Bereich des Pflegeheimareals vorgesehene Stichstraße („Wohnhof“) ist dagegen entbehrlich und wird nicht weiter verfolgt. Das Verkehrsgutachten bestätigte auch die Annahme, dass eine Anbindung des Areals an die Straße Neusurenland sinnvoll ist.

 

Des Weiteren wurden im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens ein Gutachten für ein Oberflächenentwässerungskonzept, ein Lärmgutachten und eine Baumbestandsbewertung beauftragt und deren Ergebnisse in den Bebauungsplan-Entwurf eingearbeitet.

 

Der Planungsausschuss hatte sich in der Sitzung am 28.06.2011 für eine zusätzliche Bebauungsmöglichkeit entlang der August-Krogmann-Straße westlich der südlichen Parkanlage ausgesprochen; diese ist im vorliegenden Entwurf enthalten. Für Neubauten werden dort Gestaltungsanforderungen an Dachform und Fassadengestaltung (Ziegelmauerwerk) vorgeschlagen, damit sich diese in das Ensemble einfügen.

 

Im Falle von Haus 4 (zur Lage vgl. Anhang der Begründung) ermöglicht der Bebauungsplan-Entwurf verschiedene Optionen. Der Bereich ist Teil des vorgesehenen Denkmalschutzbereichs, sein Erhalt wird jedoch vom Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen nicht befürwortet. Für den Bereich von Haus 4 wird daher eine sog. „Flächenausweisung“ vorgeschlagen (nicht-baukörperbezogene Baugrenzen). Demzufolge sind dort zukünftig planungsrechtlich verschiedene bauliche Lösungen zulässig, z.B. Abriss von Haus 4 und eine vollständige Neubebauung oder Erhalt von Haus 4 und die Errichtung eines Neubaus östlich davon.

 

Mit dem Bebauungsplan Farmsen-Berne 36 wird ein beachtliches Wohnungsbau-Potenzial geschaffen und damit ein Beitrag zum bezirklichen Wohnungsbauprogramm geleistet. Anschließend an das Bebauungsplanverfahren müssen die Erschließungsflächen und öffentlichen Grünflächen geplant und realisiert werden; erst mit Abschluss dieser Schritte werden die Neubauflächen Hochbaureife erreichen.

 

 

2.   Behördenbeteiligung

Mit den Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange konnte Einvernehmen über den Plan hergestellt werden.

 

 

3.   Planungsdaten

        Einleitungsbeschluss durch den Planungsausschuss                                                                      18.01.2011

Öffentliche Plandiskussion                                                                                                                16.05.2011

Beschluss des Planungsausschusses über Fortführung des Verfahrens                            28.06.2011

Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange                                          20.12.2012

Arbeitskreis I (Behördenbeteiligung)                                                                                                  22.02.2013

 

 

 

 

Öffentliche Auslegung

Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs wird voraussichtlich im 2. Quartal 2013 stattfinden.


 

Beschlussvorschlag

 


Der Planungsausschuss wird gebeten, der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs Farmsen-Berne 36 zuzustimmen.


 


 

 

Anlage/n:

Planzeichnung

Text

Begründung

Masterplan 2013