Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 19/3621  

 
 
Betreff: Eichenprozessionsspinner wirksam bekämpfen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
25.04.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
06.06.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

Az.               Drucksachen-Nr. 19/3621

              24.04.2013


 

Anfrage

gem. § 27 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -


Astrid Boberg, Susanne Zechendorf, Wolfgang Johannsen, Karin Jung, Joachim Nack, Dennis Paustian-Döscher, Cornelia Stoye und Grünen-Fraktion


 

Beratungsfolge

am

Top

Bezirksversammlung

25.04.2013

15.5

Bezirksversammlung

06.06.2013

14.9

 


!Titel!


Eichenprozessionsspinner wirksam bekämpfen


!Titel!


 


 


Sachverhalt/Fragen

 


Zunehmend sind Eichen des innerstädtischen Grüns etwa entlang von Alleen, auf Spielplätzen, in öffentlichen Parks und in Naherholungsgebieten aber auch Eichen auf privaten Grundstücken vom Eichenprozessionsspinner befallen.

Die Raupen bilden Brennhaare und diese können durch den Kontakt bei Menschen schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen, wie Hautirritationen, Augenreizungen und Atembeschwerden, bei empfindlichen Personen können auch schwere pseudoallergische Reaktionen bis hin zum Schock auftreten.

Da die Raupen ihre Brennhaare unmittelbar nach der 2. Häutung im 3. Larvenstadium ausbilden, müssen Maßnahmen zur vorbeugenden Bekämpfung der Eichenprozessionsspinnerraupen bis Ende April/ Mitte Mai durchgeführt werden.

Ab Ende Mai/Anfang Juni hat der Eichenprozessionsspinner bereits begonnen Brennhaare auszubilden und beginnt mit dem Bau der Gespinstnester. Dann ist es für eine vorbeugende Behandlung zu spät, jetzt helfen nur noch mechanische Maßnahmen im Rahmen einer akuten Bekämpfung.

Absaugen ist das einzige Mittel, welches zuverlässig und dauerhaft die gefährlichen Nesselhaare vernichtet. Denn selbst nach dem Abtöten der Raupen bleiben die Härchen noch über Jahre aktiv. Nur das komplette Entfernen der Tiere und ihrer Nester bringt entsprechende Sicherheit für Anwohner und Passanten. Das Bundesamt für Risikobewertung favorisiert die vorrangige Anwendung von technischen Mitteln, wie dem Absaugen.

Verantwortlich auf öffentlichen Flächen sind die Städte und Gemeinden, auf Privatgrundstücken der jeweilige Eigentümer. Um die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners erfolgreich einzudämmen, wäre zu prüfen, ob die Kosten für die Entfernung künftig nicht mehr allein von den Besitzern zu tragen sind.

Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung der folgenden Fragen zum Eichenprozessionsspinner:

 

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) beantwortet die Fragen wie folgt:

 

1. Welche Hamburger Gebiete sind in welchem Umfang bereits befallen? 

  1. Welche Wandsbeker Gebiete sind in welchem Umfang bereits befallen?

Zu 1. und 2.:

In Hamburg ist der Eichenprozessionsspinner erstmalig 2011 an zwölf Eichen in Winterhude (Wiesendamm/Borgweg) aufgetreten und wurde fachgerecht durch Absaugen der Nester entfernt. Dennoch trat 2012 an diesem Standort erneut ein verstärkter Befall (34 Eichen) auf und fünf neue Befallsstandorte kamen in Hamburg dazu:

-       Altengammer Marschenbahndamm/Horster Damm (Bergedorf): 8 Eichen

-      Schule Richardstraße (Wandsbek): 1 Eiche

-      Wilhelmsburger Reichstraße (Hamburg-Mitte): 3 Eichen

-      An der Alster/Lohmühlenstraße (Hamburg-Mitte): 7 Eichen

-      Autobahnkreuz Süd (Hamburg-Mitte): flächiger Befall

Aufgrund der Erfahrungen in anderen Bundesländern ist von der weiteren Ausbreitung und einem zunehmenden Befallsdruck auszugehen.

 

  1. Welche Gegenmaßnahmen sind aktuell und langfristig geplant?

Eine Ausbreitung kann nach Erfahrung anderer Städte nur verlangsamt werden. Zurzeit ist dabei in Hamburg die mechanische Bekämpfung das Mittel der Wahl. Die Raupen und Nester werden abgesaugt oder abgesammelt, nachdem sie mit Bindemitteln verklebt wurden, um die Verbreitung der Brennhaare zu verhindern. Die Bekämpfung ist grundsätzlich durch qualifizierte Fachfirmen vorzunehmen. Aufgrund der gesundheitlichen Risiken wird dringend davon abgeraten, die Nester selbst zu entfernen. Auch ein Eichenprozessionsspinnerbefall auf Privatgrund sollte unbedingt dem Bezirksamt gemeldet werden.

 

  1. Ist von der Fachbehörde eine zentrale Kooperation mit den Bezirken beabsichtigt? Falls ja,
    in welcher Form? Falls nein, warum nicht?

              Die BSU hat ein Melderegister für alle nachgewiesenen Befallsherde in Hamburg                              eingerichtet und befürwortet eine enge Kooperation mit den Bezirken und weiteren                             Behörden. Bisher sind die Raupennester an allen bekannt gewordenen Standorten mit               Befall auf Veranlassung der zuständigen Bezirksämter entfernt worden. Die Rolle der                             Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation besteht in der Beratung zur Lebensweise               und zu Bekämpfungsmöglichkeiten nach Pflanzenschutzrecht.

              Zur Sensibilisierung der Ärzteschaft, bei auffälligen Befunden auch die Möglichkeit eines               Kontakts mit Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Betracht zu ziehen, hat die               zuständige Behörde eine Mitteilung an die Ärzteschaft gerichtet.

 

Gibt es Überlegungen, Gegenmaßnahmen auch auf Privatgrund kostenlos durchzuführen,
um die Ausbreitung erfolgreicher einzudämmen? Falls ja, mit welchem Ergebnis? Falls nein, warum nicht?

Nein. Jeder Grundstückseigentümer muss bei einem Eichenprozessionsspinnerbefall eigenverantwortlich handeln. Die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes bzw. die ordnungsgemäße Verwendung von Bioziden, die gute fachliche Praxis und die gesetzlichen Vorgaben sind zu beachten.

 


 


 


 


 

Anlage/n:

ohne Anlagen