Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 18/0002  

 
 
Betreff: Fällung einer alten Eibe in Wellingsbüttel
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 24 BezVG (Große Anfrage)
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
27.03.2008 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
08.05.2008 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
29.05.2008 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

              Drucksachen-Nr. 18/0002

              25.03.2008


 

Große Anfrage

der Grüne/GAL-Fraktion

gem. § 24 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -


von Astrid Boberg, Olaf Duge, Frank Hiemer, Vasco Schultz, Conny Prueter-Rabe (Grüne / GAL)


 

Beratungsfolge

am

TOP

Bezirksversammlung

27.03.2008

11.1

Bezirksversammlung

08.05.2008

12.1

Bezirksversammlung

29.05.2008

14.4

 


!Titel!


Fällung einer alten Eibe in Wellingsbüttel


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt/Fragen

 


? Vertagt gemäß Bezirksversammlungen vom 27.03. und 08.05.2008

Die Gemeine Eibe (Taxus baccata), auch Europäische Eibe oder einfach nur Eibe genannt, gilt als der älteste Nadelbaum und ist ein Relikt aus längst vergangener Zeit. Die Eibe wächst sehr langsam, sie kann bis zu 2000 Jahre alt und dabei "nur" 10 bis 18 Meter hoch werden. Ihr tiefgefurchter Stamm überschreitet selten eine Dicke von 0,5 Metern, häufig ist die Eibe mehrstämmig oder bildet einen aus mehreren Einzelstämmen bestehenden Komplexstamm.

Die in der Bundesartenschutzverordnung als geschützte Art geführte und in der „Roten Liste“ für gefährdete und bedrohte Arten stehende Eibe bedarf dringend der Erhaltung und Förderung. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass einem Anwohner am Horstweg 4d von der Verwaltung mitgeteilt wurde, dass für eine alte vierstämmige Eibe mit einem Gesamtdurchmesser von 50 cm keine Fällgenehmigung erforderlich ist.

Der Versuch der GAL, die Angelegenheit am 22.1.2008 im Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz zu klären, verlief nicht befriedigend.

 

Wir fragen deshalb die Verwaltung:

 

1.  Entspricht die Auskunft, dass mehrstämmige Eiben generell ohne Genehmigung gefällt werden können, der bisher üblichen Praxis im Bezirk Wandsbek oder handelt es sich um einen Irrtum?

2.  Aus Sicht der GAL sind Schutzmaßnahmen für alte Eiben unbedingt erforderlich, zumal sie als heimische Gehölzart zum Arten- und Biotopschutz beitragen.

     a) Stimmt die Verwaltung mit dieser Einschätzung überein?

     b) Falls ja, was unternimmt die Verwaltung, um den Schutz von Eiben künftig zu gewährleisten?

3. Besteht eine Möglichkeit, für den im November gefällten Baum im Nachhinein eine Ersatzpflanzung zu verfügen?

 

                                                                                                                                                                       

                                                                                                                                                                              23.04.2008

Das Bezirksamt beantwortet die Anfrage wie folgt:

 

Zu 1)

Die Auskunft, dass mehrstämmige Eiben generell ohne Genehmigung gefällt werden dürfen, ist nicht richtig. Auch für Eiben gilt die Baumschutzverordnung. Richtig ist jedoch, dass Eiben als Großsträucher den Schutz der Baumschutzverordnung nur in Ausnahmefällen erreichen.

 

Zu 2)

Die Bundesartenschutzverordnung bezieht sich auf wild lebende Populationen. Die Eibe ist aber in Hamburg nördlich der Elbe sowie in Schleswig-Holstein natürlich nicht verbreitet. Demgegenüber kommt sie in Hamburger Parkanlagen und Gärten als Kulturform häufig vor. Ein besonderer Schutz für die Eibe ist nicht begründbar.

 

Zu 3)  

Nein.

 

 


 


 


 


 

 

Anlage/n:

ohne Anlagen