Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 18/0730  

 
 
Betreff: Erneuerung der Entwässerung Volksdorfer Damm
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
02.10.2008 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
06.11.2008 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

Az.               Drucksachen-Nr. 18/0730

              11.09.2008


 

Anfrage

gem. § 27 Bezirksverwaltungsgesetz

 


von Olaf Duge, Astrid Boberg, Sabine Bick, Cornelia Prüter-Rabe,

Cornelia Stoye, Susanne Zechendorf 

(Grüne/GAL–Fraktion)


 

Beratungsfolge

am

Top

Bezirksversammlung

02.10.2008

9.7

Bezirksversammlung

06.11.2008

11.5

 


!Titel!


Erneuerung der Entwässerung Volksdorfer Damm


!Titel!


 


 


Sachverhalt/Fragen

 


In der Mitteilung der Bezirksverwaltung für den Hauptausschuss am 25.8.08 (TOP 4.2) wird über die Teilmaßnahmen der Straßenentwässerung Volksdorfer Damm auf der Höhe zwischen Streekweg und Waldreiterring informiert. Dabei wird berichtet, dass aufgrund von Überflutungen auf dem Schulgelände Buckhorn es vorrangiges Ziel sei, eine schnellstmögliche Sanierung der Straßenentwässerung zu erreichen. Dabei sei geplant, dass die derzeit über das Schulgelände entwässernden Flächen zukünftig über den vorhandenen Graben Im Regestall direkt dem Volksdorfer Damm zugeführt werden. Dazu sei ein Gefällewechsel des Graben „Im Regestall“ und eine zu legende Rohrverbindung unter dem Volksdorfer Damm zur vorhandenen Straßenentwässerungsleitung am Volksdorfer Damm geplant.

Im weiteren Verlauf solle die Vorflut in einem naturnah hergestellten offenen Graben in die Furtbek erfolgen. Diese durchquert dann das Naturschutzgebiet Hainesch-Ihland und mündet dort über den Mühlenteich in der Saselbek.

Hierzu haben wir folgende Fragen:

1.   Welche Flächen genau wurden bzw. werden über die Entwässerungsleitung am Volksdorfer Damm und den im Gefälle veränderten offenen Graben in die Furtbek geleitet.

Ist es richtig, dass außer dem Oberflächenwasser von den Fahrbahnen auch von anderen privaten und/oder öffentlichen Grundstücken Oberflächenwasser über die Entwässerung am Volksdorfer Damm, Im Regestall und  Waldreiterring in das vorhandene bzw. jetzt neu geschaffene Entwässerungsnetz in die Furtbek geleitet wird?

Wohin wurde das Oberflächenwasser des Grabens Im Regestall bisher geführt?

Wurde für die Veränderung der Entwässerung in dem genannten Bereich ein Planfeststellungverfahren durchgeführt ?

Wenn nein: Warum nicht ?

Wenn ja : Wann fand dies statt?

2.   Wurde für die Veränderung der Entwässerung in dem genannten Bereich ein Genehmigungsverfahren durchgeführt ?

Wenn nein: Warum nicht ?

Wenn ja: Wann fand dies statt ?

3.   Wie stark ist das Wasser von den Fahrbahnen der betroffenen Straßen durchschnittlich mit Schwerme-tallik, Organik und Nährstoffen belastet.

Wie wird sichergestellt, dass die Verschmutzungen von den Fahrbahnen (insbesondere durch den Autoverkehr mit Öl, Benzin, Gummiabrieb incl. MVA-Schlacke, Asphaltabrieb, Streusalz u.a.) nicht in die Furtbek gelangen?

Geht durch die Gewässerbelastungen, die in die Furtbek führen im Normalfall aber auch bei Unfällen mit Schadstoffen eine Gefährdung des nachgelagerten Naturschutzgebietes Hainesch-Ihland aus ?

Wenn ja: Wodurch kann diese Gefährdung verringert oder ausgeschlossen werden?

Wenn nein: Wodurch wird die Gefährdung ausgeschlossen?

4.   Wie hoch ist die aktuelle durchschnittliche werktägliche Verkehrsbelastung am Volksdorfer Damm in Höhe der Baumaßnahmen (bitte Angabe von wann die Verkehrszählungen stammen)

Entstünde durch eine mögliche Zunahme des Verkehrs, insbesondere durch den Schwerlastverkehr, bei einer Ansiedlung des Betriebshofes der Hamburger Stadtentwäserung am Streekweg, eine zusätzlich Belastung des Oberflächenwassers insbesondere aus dem Straßenbereich? Wenn ja, mit welchen zusätzlichen Belastungen ist besonders zu rechnen?

Gibt es an der Saselbek Einleitungspunkte für ungereinigtes Fahrbahn-Wasser?

Falls ja: bitte die Einleitungspunkte einzeln benennen.

Falls ja: Wie sollen zukünftig Verunreinigungen der Saselbek durch schadstoffbefrachtetes Wasser ins- besondere von den Fahrbahnen reduziert oder unterbunden werden?

5.   Wie hoch sind die Belastungen der Furtbek, der Saselbek und des Mühlenteiches an der Alten Mühle in Bergstedt mit Schwermetallen, Organik und Nährstoffen? Von wann stammen die Messungen ?Falls keine Messungen vorliegen: Wann sollen Messungen vorgenommen werden?

Sind für die genannten Gewässer die im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinien durchzuführenden Be-standsaufnahmen bereits erfolgt?

Wenn nein: Wann sollen dies erfolgen?

Wenn ja: mit welchem Ergebnis ?

6.   Wie stellt sich zur Zeit die Qualität der genannten Gewässer dar?

Sind Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität der genannten Gewässer geplant?

Wenn ja: Welche?

 

Die Bezirksamtsleitung nimmt wie folgt Stellung:                                                                                    16.10.2008

 

Zu 1.

Folgende Flächen werden entwässert:

        der Volksdorfer Damm zwischen den Straßen Am Buckhornwald und Waldreiterring einschließlich des nicht versickerbaren Wassers der anliegenden Waldflächen zwischen den Straßen Volksdorfer Damm und Im Regestall sowie der Hochbahn

das Schulgelände der Grundschule (GS) und des Gymnasiums Buckhorn

die westlich an den Volksdorfer Damm angrenzende Bebauung zwischen Streekweg und Waldreiterring

 

Zu 2.

Siehe Antwort zu Punkt 1.

Zu 3.

Das Oberflächenwasser des Grabens in der Straße Im Regestall wurde in Richtung eines Grabentiefpunktes auf Höhe des Gymnasiums Buckhorn entwässert. Von dort aus erfolgte die weitere Vorflut über einen Doppeldurchlass durch die Straße Im Regestall auf das Schulgelände. Die weitere Vorflut erfolgte über das Schulgelände des Gymnasiums in einen Teich im Schulinnenhof der GS Buckhorn. Hier mündet ebenfalls ein Regensiel, das die Bebauung am Waldreiterring sowie Teile der dortigen Straßenverkehrsflächen entwässert.

Die weitere Vorflut des Teiches erfolgte über eine für die damaligen Einleitungen zu gering dimensionierte Leitung DN 400 zum Volksdorfer Damm, wo die Einleitung in die defekte Vorflutleitung des Volksdorfer Dammes auf Höhe der Haus-Nr. 61g erfolgte. Dieser Einleitungspunkt ist an gleicher Stelle an das neue System angeschlossen worden. Hier wird fortan nur noch das vom Schulgelände und dem Waldreiterring anfallende Oberflächenwasser aufgenommen.

 

Zu 4.

Ein Planfeststellungsverfahren wurde nicht durchgeführt, da es sich um die Beseitigung einer Grabenverrohrung zugunsten eines naturnahen, Vegetationsbestandenen offenen Gewässers handelt und das Vorhaben keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf eines der in § 2 Abs.1 Satz 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung genannten Schutzgüter hat.

 

Zu 5.

Die Maßnahme befindet sich zurzeit noch im Genehmigungsverfahren. Da es sich jedoch um eine Notmaßnahme zur Abwendung weiterer zu erwartender erheblicher Sachschäden im Schulgebäude der GS Buckhorn handelt, ist sofort mit den Sanierungsarbeiten begonnen worden.

 

Zu 6.

Eine Belastung durch Schwermetallik, Organik und Nährstoffe ist dem Bezirksamt nicht bekannt. Messungen werden durch das Bezirksamt nicht durchgeführt.

 

Zu 7.

Vor Einleitung des hier anfallenden Oberflächenwassers in die Furtbek ist das offene Gewässer aufgeweitet und eingetieft worden (Sedimentabscheidung). Hier erfolgt ein Absetzen der ankommenden Sedimente sowie eine biologische Vorklärung durch einen vegetationsbestandenen Gewässerabschnitt. Daher werden im Gegensatz zum Altzustand die Verschmutzungen sedimentiert, gebunden und auch abgebaut.

 

Zu 8.

Das Bezirksamt geht davon aus, dass im Normalfall die Schadstoffe im offenen Gewässerbereich gebunden bzw. teilweise abgebaut werden. Bei Unfällen mit Schadstoffen wird situationsgerechtes Schadensmanagement betrieben.

 

Zu 9.

Als Hauptverkehrsstraße liegt der Volksdorfer Damm im Zuständigkeitsbereich der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU).

Auf telefonische Nachfrage teilte die BSU dem Bezirksamt die Daten zweier zugrunde liegender Zählungen mit:

Die Zählung vom 24.08.2005 im Volksdorfer Damm (östlich der Bergstedter Chaussee) ergab eine durchschnittliche tägliche Kfz-Verkehrsstärke an Werktagen (DTVw) im Fahrbahnquerschnitt von 10.000 Kfz/24h. Der Anteil des Schwerverkehrs lag bei rund 5%.

Die Zählung vom 04.12.2007 im Volksdorfer Damm (südlich der Straße Buckhorn) ergab eine DTVw im Fahrbahnquerschnitt von 16.400 Kfz/24h. Der Anteil des Schwerverkehrs lag bei rund 4%.

 

Zu 10.

Die Verkehrsbelastungen der Hauptverkehrsstraßen sind nach Kenntnis des Bezirksamtes in den letzten Jahren stabil. Deshalb wäre – selbst bei einer Zunahme der Verkehrsbelastung durch den Streekweg – eine im Verhältnis zu einer werktäglichen Gesamtbelastung von 16.400 Kfz/24h zu betrachtende Erhöhung der Belastung des Oberflächenwassers vernachlässigbar.

 

Zu 11.

Direkte Einleitungen von Straßenabwässern erfolgen wie bei der Furtbek auch in die Saselbek über Regensiele der HSE, beginnend beim Rückhaltebecken Allhorndiek, dem Dorfteich Volksdorf sowie dem Flethmannsteich. Dem folgt eine Einleitung am Waldweg sowie an der Bergstedter Chaussee. Bis auf die Einleitung am Waldweg erfolgen die Einleitungen in Teiche und Rückhaltebecken, in denen sich dann die Schadstoffe absetzen, die im Zuge der Entschlammungen entfernt werden. Die Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstoffeinleitungen erfolgen durch biologische Reinigungsaktivität der Gewässer bzw. Reinigungsanlagen wie an der Halenreie und sollen auch im Zuge der Maßnahmen nach der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft (WRRL) umgesetzt werden.

 

Zu 12.

Untersuchungen liegen dem Bezirk nicht vor.

 

Zu 13.

Die Bestandsaufnahmen der Gewässer werden im Rahmen der Zuständigkeit durch die BSU durchgeführt.

 

Zu 14.

Aussagen über die Gewässergüte können in der Regel derzeit nur durch die BSU getroffen werden.

 

Zu 15.

Bei jeder Baumaßnahme des Bezirksamtes werden die Belange des Gewässerschutzes beachtet und deren Förderung bei Planungen bzw. der Bauausführung berücksichtigt.

 

 

 

                                                                                                                                                                        27.10.2008

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) beantwortet aufgrund einer Stellungnahme der Hamburger Stadtentwässerung (HSE) die in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden Fragen wie folgt:

 

Zu 10.

Die Verkehrsdirektion der Behörde für Inneres (BFI) hat im Rahmen der bezirklichen Anfrage 17/4169 am 25.03.2008 die Verkehrssituation auf dem Volksdorfer Damm analysiert. Sie hat erklärt, dass sich durch die An- und Abfahrt der 57 Mitarbeiter des Betriebshofes HSE sowie der 28 neu stationierten Fahrzeuge das Verkehrsaufkommen auf dem Volksdorfer Damm nicht messbar verändern wird. Die Fahrzeuge der HSE sind zudem mit der modernsten verfügbaren Schadstoffvermeidungstechnik ausgerüstet.

 

Zu 13. bis 15.

Die Bestandsaufnahme nach Art. 5 der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) war bis 2004 für die so genannten berichtspflichtigen Gewässer zu erstellen. Dies ist in Hamburg fristgerecht erfolgt. Berichtpflichtige Gewässer sind nach Definition der EG-WRRL alle Gewässer, deren oberirdisches Einzugsgebiet eine Größe von mehr als 10 km² hat. Bei keinem der in der Anfrage genannten Gewässer ist dieses Kriterium erfüllt, so dass hier keine Bestandsaufnahme vorgenommen wurde und auch in Zukunft nicht vorgenommen wird.

Im Übrigen ist das Bezirksamt Wandsbek für die genannten Gewässer zuständig. Dies gilt auch für konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte im Rahmen der weiteren Umsetzung der EG-WRRL. Sämtliche Maßnahmen, die zukünftig an Gewässern durchgeführt werden, sind allerdings nach den Maßgaben und Zielen der EG-Wasserrahmenrichtlinie auszurichten.


 


 


 


 

Anlage/n:

ohne Anlagen