Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 18/1579  

 
 
Betreff: 300 bis 400 Jahre alte Rotbuche
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Federführend:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
26.02.2009 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
02.04.2009 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Ausschuss für soziale Stadtentwicklung
20.04.2009 
Sitzung des Ausschusses für soziale Stadtentwicklung ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Anlage/n

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

Az.               Drucksachen-Nr. 18/1579

              09.02.2009


 

Anfrage

gem. § 27 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -


Astrid Boberg, Karin Jung, Olaf Duge, Sabine Bick, Cornelia Prüter-Rabe,

Cornelia Stoye und Susanne Zechendorf


 

Beratungsfolge

am

Top

Bezirksversammlung

26.02.2009

14.1

Bezirksversammlung

02.04.2009

13.3

Ausschuss für soziale Stadtentwicklung

20.04.2009

4.1

 


!Titel!


300 bis 400 Jahre alte Rotbuche


!Titel!


 


 


Sachverhalt/Fragen

 


Auf dem Flurstück 1889 in Rahlstedt Rungholt 27 befindet sich eine 300 bis 400 Jahre alte Rotbuche, die als Naturdenkmal einzustufen ist. Sie hat eine hohe Qualität für die Umgebung und ortsbildprägenden Charakter.

 

Wir fragen die Verwaltung:

 

Besteht für diese Rotbuche ein Schutz als Naturdenkmal nach § 28 Bundesnaturschutzgesetz (BnatSchG)?

Nach unserer Information steht die wertvolle Rotbuche zzt. nicht im Baumkataster.

a) Trifft das zu?

b) Stand der Baum jemals im Baumkataster?

c) Falls er aus dem Kataster gestrichen worden ist, wann geschah das und warum?

Aus welchem Grunde wurde ein positiver Vorbescheid für das geteilte Grundstück erteilt, obwohl dies zu einem überwiegenden Teil von der sehr alten wertvollen Rotbuche beherrscht wird?

Wie stellt sich die Verwaltung bei einer Bebauung den Schutz des Baumes vor

a) bezüglich des Kronenumfangs?

b) bezüglich des Wurzelwerks?

c) Sollen die üblichen Baugrenzen eingehalten werden oder werden diese zugunsten des Baumes verschoben? Wenn ja, um wie viele Meter?

d) Können dadurch Probleme mit Nachbarn bezüglich evtl. Verschattungen oder Nichteinhaltung von Grenzabständen entstehen?

Ist bei einer Bebauung ein Keller zugelassen?

Wenn ja, wie ist diese Maßnahme mit der Erhaltung des Wurzelwerks in Einklang zu bringen?

Ein Kronenschnitt ist bei dem gesunden Baum eigentlich nicht erforderlich. Wird er von der Verwaltung vorgegeben, wenn es zu einer Bebauung kommt? Wenn ja, gibt es dazu Auflagen bzw. Vorgaben?

Gibt es in der Verwaltung für Grundstückseigentümer eine Liste von kompetenten Fachunternehmen, die in der Lage sind, Baum- und Kronenschnitte durchzuführen?

Welche naturschutzrechtlichen Auflagen wurden dem Grundstückseigentümer von der Verwaltung erteilt?

Gibt es Einsprüche von Nachbarn? Falls ja, aus welchen Gründen?

Der Grundstückseigentümer hat Kaufinteressenten gegenüber die Fällung des Baumes in Aussicht gestellt.

a) Gab es seitens des Grundstückseigentümers eine entsprechende Anfrage an die Verwaltung?

b) Gab es seitens der Verwaltung eine entsprechende Zusage?

In der Umgebung der Straße Rungholt gibt es viele erhaltenswerte Bäume, die ortsbildprägend sind.

a) Ist gewährleistet, dass diese im Baumkataster erfasst sind?

b) Legen Sie uns bitten einen entsprechenden Auszug aus dem Baumkataster vor.

 

 

 

Die Bezirksamtsleitung antwortet wie folgt:

 

Zu 1.

Nein.

 

Zu 2.

Das sogenannte Baumkataster ist ein Straßenbaumkataster, in dem nur solche Bäume geführt werden, die ganz oder teilweise auf öffentlichem Grund stehen. Bei dem in Rede stehenden Baum handelt sich um eine ca. 120-140 Jahre alte Blutbuche auf Privatgrundstück.

 

Zu 3.

Der positive Vorbescheid wurde zur Errichtung eines Einfamilienhauses erteilt. Er berücksichtigt den Standort der Rotbuche.

 

Zu 4.

a) und b)

Während der gesamten Bauzeit sind die Schutzmaßnahmen der DIN 18 920 (Schutz von Bäumen, Pflanzenbeständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen) anzuwenden. Konkretisiert werden die Baumschutzmaßnahmen als Auflagen zur Baugenehmigung (siehe auch Antwort zu 8.)

 

c)

Die Baugrenze kann nach Osten um 4m mit dem 2-geschossigen Gebäudeteil und um weitere 1,80m mit dem eingeschossigen Vorbau zugunsten des Baumes überschritten werden.

 

d)

Ja.

Nachbarschaftseinwände wegen Verschattung und Wertminderung liegen dem Bezirksamt vor.

 

Zu 5.

Nein.

Eine Unterkellerung des geplanten Wohnhauses im Bereich des vorhandenen Baumes ist durch den erteilten Vorbescheid ausgeschlossen worden.

 

Zu 6.

Ein Kronenschnitt wird nicht vorgegeben. Falls ein Rückschnitt der Krone erforderlich wird muss der Rückschnitt beantragt werden. Die Auflagen und Vorgaben werden auf die Situation abgestimmt. Die Arbeiten sind durch eine Fachfirma der Baumpflege unter Einhaltung der „Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für die Baumpflege 2001“ durchzuführen.

 

Zu 7.

Nein.

 

Zu 8.

Der Einsatz eines Baumsachverständigen als Fachbauleitung zum Schutz des Baumes und der Baumschutz gem. DIN 18920. Konkret werden die Auflagen erst mit der Baugenehmigung festgesetzt.

 

Zu 9.

Siehe zu 4d.

 

Zu 10.

a)

Ja.

Dem Bezirksamt liegt ein Fällantrag vom 04.08.2008 vor. Die Entscheidung wurde im Einvernehmen mit dem Antragsteller bis zur rechtskräftigen Entscheidung (die Rechtskraft ist noch nicht eingetreten) über den Vorbescheidsantrag (siehe zu 3.) zurückgestellt.

 

b)

Nein.

Zu 11.

a)

Die Bäume auf Privatgrund sind nicht in einem Baumkataster erfasst (siehe auch zu 2.).

 

b)

Entfällt (siehe zu 11a.).


 


 


 


 

Anlage/n:

Anlage 1