Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 18/3956  

 
 
Betreff: Obdachlose Menschen in Wandsbek
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Federführend:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Wandsbek
25.03.2010 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Wandsbek
10.06.2010 
Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek ungeändert beschlossen   
Ausschuss für soziale Stadtentwicklung
14.06.2010 
Sitzung des Ausschusses für soziale Stadtentwicklung ungeändert beschlossen   
Ausschuss für soziale Stadtentwicklung
05.07.2010 
Sitzung des Ausschusses für soziale Stadtentwicklung ungeändert beschlossen   
Ausschuss für soziale Stadtentwicklung
13.09.2010 
Sitzung des Ausschusses für soziale Stadtentwicklung ungeändert beschlossen   
Ausschuss für soziale Stadtentwicklung
18.10.2010 
Sitzung des Ausschusses für soziale Stadtentwicklung ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

Bezirksversammlung

 

Az.               Drucksachen-Nr. 18/3956

              18.03.2010


 

Anfrage

gem. § 27 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -


der Mitglieder der Bezirksversammlung

Regina Jäck, Uwe Lohmann, Claudia Simon, Jürgen Warncke,

Michael Ludwig-Kircher, Carsten Heeder (SPD) und Fraktion vom 18.03.2010             


 

Beratungsfolge

am

Top

Bezirksversammlung

25.03.2010

14.3

Bezirksversammlung

29.04.2010

13.6

Bezirksversammlung

10.06.2010

14.2

Ausschuss für soziale Stadtentwicklung

14.06.2010

4.4

Ausschuss für soziale Stadtentwicklung

05.07.2010

6.4

Ausschuss für soziale Stadtentwicklung

13.09.2010

4.3

Ausschuss für soziale Stadtentwicklung

18.10.2010

5.1

 


!Titel!


Obdachlose Menschen in Wandsbek


!Titel!


 


 


Sachverhalt/Fragen

 


Im Jahr 2009 wurde im Auftrag der Behörde für Soziales und Gesundheit eine Umfrage zur Situation der Obdachlosen auf der Straße in Hamburg durchgeführt. Im Laufe der Untersuchung wurden 1.029 Menschen gezählt und in rund 90 Einrichtungen befragt.

 

Dieses vorausgeschickt fragen wir das Bezirksamt und die zuständige Fachbehörde:

 

 

Die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) und die Bezirksamtsleitung antworten wie folgt:

                                                                                                                                                                        27.04.2010

 

 

Auf welcher gesetzlichen Grundlage erfolgt die Betreuung der Obdachlosen?

 

Die Unterbringung obdachloser Menschen ist eine Leistung, die zur Vermeidung von Obdachlosigkeit nach dem Hamburgischen Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG) als Annexkompetenz zum SGB XII durchgeführt wird. Die Beratung und Unterstützung obdachloser Menschen erfolgt nach den §§ 11 und 67,68 SGB XII.

 

 

Welche Betreuungsangebote gibt es in Wandsbek für Obdachlose?

 

Im Bezirk Wandsbek steht obdachlosen Menschen die Soziale Beratungsstelle Brauhausstieg zur Verfügung, die neben offener Beratung und längerfristiger persönlicher Hilfen zur Bewältigung umfassender Problemlagen auch Straßensozialarbeit umfasst. Daneben gibt es im Bereich des Bezirksamtes Wandsbek Angebote der Hamburger Tafel sowie Essensausgabestellen in der Christuskirche Wandsbek und dem Bürgerhaus Wandsbek. In der Kleiderkammer des DRK in Wandsbek sowie in der Martin-Luther-Gemeinde in Steilshoop können sich Bedürftige mit Kleidung versorgen.

 

 

Wie viel Obdachlose wurden 2009 in Wandsbek gezählt. Bitte die Angaben nach Geschlecht, Alter und Nationalität unterteilt angeben. Sind Änderungen gegenüber den Vorjahren erkennbar, wie Zunahme oder Abnahme der Obdachlosigkeit?

 

Gibt es weitere Angaben über Kurzzeitobdachlose bzw. Langzeitobdachlose wie biographischer Hintergrund, weshalb kam es zur Obdachlosigkeit?

 

Gibt es Angaben über die Zahl der Transferleistungen oder andere Sozialleistungen an Obdachlose in Wandsbek im Jahr 2009? Wenn ja, welche ? Wenn nein, warum nicht?

 

Zu 3. bis 5.:

 

Die im Frühjahr 2009 durchgeführte Untersuchung über obdachlose, auf der Straße lebende Menschen wurde für Hamburg insgesamt durchgeführt und nicht nach Bezirken differenziert.

Angaben über die Anzahl der Transfer- oder anderer Sozialleistungen liegen der Fachbehörde nicht vor.

 

 

Wie viele Menschen (unterteilt nach Geschlecht und Nationalität) nahmen in 2009 die Hilfe der bezirklichen Fachstelle für Wohnungsnotfälle in Anspruch?

 

Die Fachstellen für Wohnungsnotfälle erfassen  in ihrem Dokumentationssystem jeweils nur den Haushaltsvorstand eines Haushaltes, die übrigen Familienmitglieder werden nur summarisch berücksichtigt. Insofern weisen die folgenden Tabellen die Anzahl der Haushalte und nicht die Anzahl der Menschen aus, die bei der Fachstelle Wandsbek Hilfe gesucht haben. Eine Erfassung nach Nationalität erfolgt nicht. Das Geschlecht der Hilfesuchenden wird nur bei alleinstehenden oder alleinerziehenden Menschen erfasst, ansonsten wird der Familienstatus aufgenommen.

In allen Tätigkeitsbereichen der Fachstelle für Wohnungsnotfälle in Wandsbek  - Wohnungssicherung und Wohnungsvermittlung (inkl. öffentliche Unterbringung) -  erhielten 2009 insgesamt 2.516 Haushalte Beratung und Unterstützung.

 

Die Aufgliederung nach Familienstatus ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

 

Neufälle der Fachstelle Wandsbek, Haushalte 2009 in allen Tätigkeitsbereichen (Wohnungssicherung, Wohnungsvermittlung (inkl. öffentliche Unterbringung)

Alleinstehend

männlich

Alleinstehend

weiblich

Alleinerziehend

männlich

Alleinerziehend

weiblich

Haushalt

mit volljährigen

Kindern

 

Haushalt

mit minderj.

Kindern

 

Paar

ohne

Kind

1.131

405

41

376

78

316

169

Quelle: Dokumentationssystem der Fachstellen für Wohnungsnotfälle

 

 

Gelang es der Fachstelle in 2009 Obdachlose (unterteilt nach Geschlecht und Nationalität) in Wohnraum zu vermitteln – wenn ja, wie hoch lag die Zahl und um welche Art der Unterkunft handelte es sich?

 

2009 verzeichnet das Dokumentationssystem 96 obdachlose Haushalte in Wandsbek, die in Wohnraum gezogen sind. Nach der Definition der Fachstellen können Haushalte auch obdachlos sein, wenn sie über kein Wohnverhältnis mehr verfügen, sondern nur über eine vorübergehende Übernachtungsmöglichkeit, in der Regel bei Verwandten oder Bekannten. Zur Unterscheidung von obdachlosen, auf der Straße lebenden Menschen werden die letztgenannten Haushalte als „faktisch obdachlos“ bezeichnet.

Die Art der Unterkunft wird im Dokumentationssystem nicht erfasst.

 

 

Obdachlose Haushalte – Abgeschlossene Fälle der Fachstelle Wandsbek 2009 im Bereich  Wohnungsvermittlung

Alleinstehend

männlich

Alleinstehend

weiblich

Alleinerziehend

Männlich

Alleinerziehend

weiblich

Haushalt

mit volljährigen

Kindern

 

Haushalt

mit minderj.

Kindern

 

Paar

ohne

Kind

56

20

1

11

1

5

2

Quelle: Dokumentationssystem der Fachstellen für Wohnungsnotfälle

 

 

Neben den 96 obdachlosen Haushalten wurden durch die Fachstelle weitere 355 Haushalte aus den Wohnunterkünften für Obdachlose und Zuwanderer in Wohnraum vermittelt.

 

Im Übrigen siehe Antwort zu 6.

 

 

Wie viele Obdachlose (unterteilt nach Geschlecht und Nationalität) nahmen im Winter 2009/2010 das Winternotprogramm in Wandsbek in Anspruch? Bitte die Angaben nach den Standorten unterteilt angeben.

 

Im Bezirk Wandsbek nehmen die vier folgenden Kirchengemeinden an dem Winternotprogramm der Stadt Hamburg teil; Angaben zu Anzahl und Geschlecht der  Obdachlosen sind erst nach Abschluss und Auswertung des Winternotprogramms möglich. 

 

Ev.-luth. Kreuzkirche

Kedenburgstraße 14

22041 Hamburg

Übernachtungsmöglichkeiten für vier obdachlose Männer.

 

Ev.-luth. Kirchengemeinde Tonndorf

Roterlenweg 9

22045 Hamburg

Übernachtungsmöglichkeiten für sechs obdachlose Männer.

 

Heilig Kreuz Kirche

Farmsener Landstraße 181

22539 Hamburg

Übernachtungsmöglichkeiten für ein obdachloses Paar.

 

Landesgeschäftsstelle der Malteser

Eichenlohweg 24

22309 Hamburg

Übernachtungsmöglichkeiten für zwei obdachlose Männer.

 

 

Wie ist der Gesundheitszustand der in Wandsbek betreuten Obdachlosen?

 

In welcher Form werden diese Menschen ärztlich betreut? Wie viele nahmen Hilfe in Anspruch?

 

Zu 9. und 10.:

 

Siehe zu 3. bis 5.

 

 

 

In welcher Form erfolgte die Betreuung in den Standorten? Wie viele nahmen Betreuung in Anspruch?

 

Die Betreuung der im Rahmen des Winternotprogramms untergebrachten Menschen erfolgt in der Regel durch die Mitglieder der jeweiligen Kirchengemeinde. Der Fachbehörde liegen keine Angaben vor, wie viele der obdachlosen Menschen diese Betreuung in Anspruch nehmen.

 

 

Inwieweit bestehen Winternotprogramme für Obdachlose von nicht staatlichen Organisationen im Bezirk?

 

In jedem Winter wird im Auftrag der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz das Winternotprogramm für obdachlose Menschen durchgeführt. Im Rahmen dieses Winternotprogramms stellen die o.g. Kirchengemeinden ihre Übernachtungsplätze obdachlosen Menschen im Bezirk Wandsbek zur Verfügung. Insgesamt stehen in Hamburg 89 Plätze im Rahmen des Winternotprogramms bei nicht staatlichen Trägern zur Verfügung.

 

Im Übrigen siehe Antwort zu Frage 9 der Drucksache 18/1998.

 

 

Gibt es Bedarfe von nicht staatlichen Organisationen für städtische Flächen zur Umsetzung von Winternotprogrammen? Wenn ja, um welche Organisationen handelt es sich, welche Örtlichkeiten wurden nachgefragt und wie viele Plätze sollten geschaffen werden?

 

Gab es Bereitstellungen entsprechend nachgefragter Flächen?
Wenn ja, wo und wie viele Plätze konnten damit bereitgestellt werden?

 

Zu 13. und 14.:

 

Der Diakonieverein der Philemon Gemeinde in Poppenbüttel beabsichtigt im Rahmen des Winternotprogramms vier Plätze auf dem Parkplatz der Sportanlage Tegelsbarg einzurichten und ab dem nächsten Winter zu betreiben. Das Bezirksamt hat als Betreiber der Sportanlage bereits dem Nutzungswunsch entsprochen, sofern die Verkehrssicherungspflicht durch die Gemeinde bzw. durch den Diakonieverein gewährleistet wird.

 

Die BSG in diesem Zusammenhang auf ihre aktuelle Broschüre „Das soziale Hilfesystem für wohnungslose Menschen“, erschienen im April 2010 und auf die Informationen im Internet unter www.hamburg.de/obdachlosigkeit hin.

 

Im Übrigen siehe zu 3. bis 5.


 


 


 


 

Anlage/n:

ohne Anlagen