Bezirksversammlung Wandsbek

Drucksache - 18/4201  

 
 
Betreff: Stadtmülldüngung in Bramfeld
Ergebnis Historische Recherche gemäß Bundesbodenschutzgesetz
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
25.05.2010 
Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz ungeändert beschlossen   
Regionalausschuss Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne
02.06.2010 
Sitzung des Regionalausschusses Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Anlage/n

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Wandsbek

 

 

              Drucksachen-Nr. 18/4201

              18.05.2010


 

Mitteilung

des Bezirksamtes

- öffentlich -


 


 

Beratungsfolge

am

TOP

Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

25.05.2010

4.5

Regionalausschuss Bramfeld

02.06.2010

6.2

 


!Titel!


Stadtmülldüngung in Bramfeld

Ergebnis Historische Recherche gemäß Bundesbodenschutzgesetz


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt

 


Beim Umzug der Abteilung Technischer Umweltschutz, Wohnraumschutz im Dezember 2008 wurden im Kellerarchiv Robert-Schuman-Brücke Fotos aus den 1950er Jahren gefunden, die bei Begehungen des Gesundheitsamtes Wandsbek unter anderem wegen umwelthygienischer Probleme aufgenommen worden waren. Bei der Sichtung dieser Zeitdokumente fielen 6 Fotos auf, die zeigten, dass frischer Hamburger Stadtmüll in erheblicher Menge auf landwirtschaftliche Flächen im Gebiet Haldesdorfer Straße, Fabriciusstraße und Bramfelder Chaussee aufgebracht wurde (Nummern 1-3 der Kartenübersicht in der Anlage).

 

Im Rahmen der Grobabstimmung für den Bebauungsplan Bramfeld 67 zeigte sich, dass das gesamte Bebauungsplangebiet in einem dieser ehemaligen Mülldüngungsverdachtsbereiche liegt. Daher wurde für das B-Plangebiet und die beiden anderen Verdachtsgebiete eine historische Recherche gemäß Bundesbodenschutzgesetz in Auftrag gegeben. Die Untersuchung sollte klären, über welche Zeiträume, in welcher Häufigkeit und Menge welche Art von Müll auf welchen Flächen aufgebracht wurde. Es sollte auch ermittelt werden, auf welchen sensibel genutzten Flächen heute noch Reste dieser Ablagerungen zu finden sein können.

 

Im Verlauf der Recherche zeigte sich, dass in Bramfeld zwischen 1860 und 1960 die Düngung mit Stadtmüll und zwischen 1910-1937 auch mit Aschen aus der Müllverbrennungsanlage Alter Teichweg auf von Gemüsegroßgärtnereien bewirtschafteten Flächen üblich war. Es lag daher die Vermutung nahe, dass auch andere Flächen über die 3 oben genannten Bereiche in Bramfeld hinaus mit Müll gedüngt worden sind.

 

Deshalb wurde am 14.12.2009 ein Ergänzungsauftrag über weitere 4 Verdachtsflächenbereiche wurde vergeben (Nummern 4-7 der Anlage). Gleichzeitig sollten die bisher erhaltenen Untersuchungsergebnisse mit vorhandenen Datenmaterialien und Untersuchungen verschnitten werden, um Brachflächen und sensible Flächen zu identifizieren und bereits vorhandene Untersuchungen auszuwerten. Die Recherche sollte sich auf Bramfeld beschränken, Hinweise auf ähnliche Verhältnisse in anderen Hamburger Stadtteilen aufgenommen und für eine ggfls. stattfindende spätere Bearbeitung bevorratet werden.

 

Die BSU/U2 (Umweltschutz-Bodenschutz/Altlasten) wurde im Oktober 2009 über die ersten Ergebnisse in Kenntnis gesetzt, da im Verlauf der Untersuchung aufgrund der flächenhaften Ausdehnung klar wurde, dass die Thematik zukünftig zuständigkeitshalber dort weiterbearbeitet wird.

 

 

Das Ergebnis der Recherche für Bramfeld (Hellbrook, Steilshoop und Bramfeld) sieht zusammengefasst folgendermaßen aus:

 

?????????????????????????????Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen von Gemüsegroßgärtnereien in Bramfeld                             wurde über einen Zeitraum von 100 Jahren mit Stadtmüll und Aschen aus der                                           Müllverbrennung gedüngt.

?????????????????????????????Der Höhepunkt lag um 1950 mit 152 Gärtnereien auf 268 ha Fläche.

?????????????????????????????In Zusammenhang mit gründlichen Ortsbesichtigungen identifizierte die historische                             Recherche 53 für weitere Untersuchungen relevante Flächen (Brachen,                                           Kinderspielflächen, Schulen).

 

Die weitere Bearbeitung wird in der BSU erfolgen. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, die Auswirkungen der früheren Mülldüngung auf sensible Nutzungen zu bewerten und ggf. zu entscheiden, wie mit ihnen zu verfahren ist.

 


 

Beschlussvorschlag

 


Der Ausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten.


 


 

 

Anlage/n:

Kartenübersicht und Fotos